@HisN
Nur ein erneuter Schreibzugriff auf die Sektoren kann mit Sicherheit einen Defekt feststellen. Bei einem Lesezugriff wird lediglich der Dateninhalt und der Fehlerkorrekturcode miteinander verglichen. Passt Fehlerkorrekturcode und Dateninhalt nicht zueinander, wird dieser Sektor als Fehlerhaft angesehen.
Nun kann dieser Zustand durch verschiedene Umstände entstehen. Beispielsweise wenn während eines Schreibzugriffs der Strom ausfällt. Beim nächsten Lesezugriff wird dieser Sektor dann fälschlicherweise als defekt angesehen, obwohl er es gar nicht ist, und ein Eintrag unter "Current Pending Sector" angelegt. Nur ein erneuter Schreibzugriff auf diesen Sektor kann das "reparieren". Deshalb ist das Beste was man in so einem Fall tun kann, jeden einzelnen Sektor (auf Mid-Level-Ebene, also ohne Rücksicht auf Dateisystem oder Partitionen) einmal komplett zu überschreiben. Erst dann weiß man woran man ist.
Woher weißt du eigentlich, dass in der Vergangenheit bei defekten Sektoren, die von Programmen, wie HD-Tune, gemeldet wurden, immer die Oberfläche beschädigt war? Auch wenn mit der Zeit immer weitere defekte Sektoren auftauchen, heißt das noch nicht, dass die Oberfläche tatsächlich beschädigt ist. Früher, bei ATA-Festplatten, waren die Molex-Stecker ein häufiger Fehlergrund. Wenn die zu viel Spiel hatten, waren Kontaktprobleme möglich. Y-Kabel waren oft noch schlimmer. Auch wenn am selben Stromstrang ein besonders stromhungriges Gerät, wie beispielsweise eine Grafikkarte, hing, konnten Stromschwankungen auftreten, die bei der Platte das Notfallparken der Köpfe auslösten. Dadurch konnten mehrfach scheinbar defekte Sektoren entstehen.
Wenn nach dem Nullen der Festplatten der Zähler bei "Current Pending Sectors" wieder auf 0 ist und der bei "Reallocatend Sector Count" nicht gestiegen ist, handelte es sich nicht um Oberflächenfehler, sondern um sogenannte Soft Bads.
Allerdings sind auch Soft Bads Fehler, denen man auf den Grund gehen sollte, wenngleich die Festplatte deshalb nicht defekt ist.