Es bringt nichts, Bedürftige unters Existenzminimum zu drücken, und gleichzeitig zuzusehen, wie dieses Existenzminimum so langsam die Löhne in einigen Bereichen einholt.
Bei den meisten Berufen, die Menschen nicht ergreifen wollen (wie z.B. bei der Müllabfuhr), liegt das auch im Berufsbild begründet.
Müllmänner müssen recht früh raus ... bei uns beginnt (so zumindest meine Vorstellung) die Müllabfuhr um 06:00 morgens - zumindest sollen die Tonnen bis dahin an der Strasse stehen.
Man arbeitet die meiste Zeit draußen, ist von Müllgeruch umgeben (auch nach der Arbeit noch eine Weile) und man arbeitet im fließenden Strassenverkehr, der natürlich ganz andere Interessen hat, als dass irgendwem seine Mülltonnen geleert werden (die Relevanz sieht man nur beim eigenen Müll).
3k Netto sind dafür auf jeden Fall genug ... dieser Lohn kommt aber auch nicht von ungefähr, sondern hat genau damit zu tun, dass man in diesem Bereich bereits seit Jahrztehnten schwer Arbeitskräfte findet.
Kanalreiniger werden noch besser bezahlt ... und das dürfte an der teilweise tödlichen Arbeitsumgebung liegen (manche Kanalabschnitte sollte man ohne Atemgerät nichtmal betreten ... nicht weil der Gestank einen brechen lassen könnte, sondern weils da unten einfach nichts gibt, was Mensch atmen sollte).
Bei einigen Berufen passen die AG-seitigen Angebote eben einfach nicht zur AN-seitigen Nachfrage am Arbeitsmarkt. Aber dieser Blick auf den Markt ist wohl irgendwie einfach nicht vorgesehen ... der AN ist nichts weiter als Ware ... seit Jahzehnten.
Es wird Zeit, dass wir der Arbeit bzw. dem Gehalt einen ähnlichen Stellenwert geben. Das ist eine Ware, die man gegen Arbeitslraft eintauschen kann ... und wenn man fürs gemachte Angebot niemanden findet, dann ist das Angebot eben einfach nicht gut genug.
Kann man kein besseres Angebot machen, dann ist das Unternehmen scheinbar nicht wirklich konkurenzfähig, und sollte früher oder später eh vom Markt verschwinden.
Klar jammert man, wenn einem das Zwangssystem kaputt gemacht werden soll, welches einen die letzten 10 Jahre zuverlässig mit zur Anspruchslosigkeit verdammten HIlfskräften versorgt hat, denen man nach längerer Arbeitslosigkeit nichtmal den Mindestlohn zahlen muss und obendrein noch Vergünstigungen erhält, WEIL man ja einem Arbeitslosen Arbeit gibt.
Sogar aus einem marktliberalen Standpunkt heraus, ist sowas als massiver Eingriff in den Markt eigentlich abzulehnen ... aber der Neoliberalismus hat ja leider nichts gegen EIngriffe in den Markt, von denen er profitieren kann.
Hartz4 war und ist durch die Sanktionen eine marktverzerrende Massnahme, weil sie Menschen in Arbeit zwingt.
Dank Union wird auch das Bürgergeld diesen Charakter haben ... schade.
Aber wenisgtens müssen die Sachbearbeiter beim JC sich nun nicht so sehr umorientieren, die Sozialgerichte werden weiter viel mit widerrechtlich verhängten Sanktionen zu tun haben und davon werden ein paar Rechtsanwälte weiterhin recht gut leben. Man wird weiter die sinnlosen Massnahmen verordnen, um die Statistik zu schönen ... und nicht ganz wenige werden auch davon leben können, dass sie Bedürftige ein mal die Woche "beraten". Es gibt Menschen, deren Geschäftsmodell "Hartz4" heißt (naja ... demnächst heißt es dann halt Bürgergeld).
Ach ja ... all das wird natürlich mit Steuergeldern bezahlt.
Der einzige, um den es dabei nicht geht, ist der arbeitswillige Stütze-Empfänger ... der kriegt die Wohnung bezahlt und noch 500,-. Beides Durchlaufposten, die eh postwendend in der WIrtschaft landen.
Staatsfinanziertes Konsumvieh.