Ich erlaube mir, den hier wirklich sehr gepflegten und überhaupt nicht an Twitter/X angelehnten Austausch mit einer kleinen Einlassung zu unterbrechen. Ich sprach an anderer Stelle schließlich vom institutionellen Zerfall:
Vor etwas mehr als einem Monat richteten die kommunalen Spitzenverbände einen beinahe verzweifelten Hilferuf an die Bundespolitik. Der Andrang bei der Pressekonferenz und die mediale Aufmerksamkeit waren, wie im Video zu sehen, schlicht beeindruckend:
Die kommunalen Haushalte schlossen 2025 mit einem Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro ab. Für 2026 werden weitere 29,7 Milliarden Euro erwartet. Immer neue Leistungsversprechen von Bund und Ländern treffen auf explodierende Sozial-, Personal- und Zinsausgaben. Viele Kommunen können selbst grundlegende Aufgaben nur noch mithilfe von Kassenkrediten (das ist sehr sehr...sehr teuer) erfüllen.
Die anhaltende Schwäche des Industriestandorts und damit der Verlust wichtiger Gewerbesteuereinnahmen dürften die Lage zusätzlich verschärfen. Setzt sich diese Entwicklung fort, werden immer mehr Kommunen ihre Pflichtaufgaben (Feuerwehr, Schulen, Straßen, Verwaltung und soziale Leistungen) nur noch durch Nothausalte oder Zwangsverwaltung erfüllen können.
Was das wohl mit Radikalisierung, politischer Unkultur und dem Vertrauensverlust zwischen Bürger und Staat zu tun hat, wenn ausgerechnet die Kommunen als unmittelbare Schnittstelle zwischen beiden in die Handlungsunfähigkeit rutschen?
Nichts. Rein gar nichts. Viel wichtiger ist schließlich, nach Kottan:
„Wenn man weiß, wer der Feind ist, hat der Tag Struktur.“