Ich habe mich an diesem Job auch bereits versucht und bin meiner Meinung nach ziemlich gescheitert. Der Cheffe schien wohl ähnlicher Meinung zu sein und wir haben die stumme Übereinkunft getroffen, dass ich nicht länger dort arbeite. (Ich schaue trotzdem gelegentlich rein, weil man durch die Bekanntschaft doch schon so einige Scherze auf die Pizzen zaubern kann aka extra, extra, extra Scharf).
Du scheinst bei Deiner Pizzeria noch eine geordnete Ablaufstruktur zu haben. Das Problem bei mir war, dass die telefonische Bestellung in Nummern und Preisen auf einem kleinen Zettel notiert wurde. Dieser wurde dann von den Bäckern gelesen, durchgeführt und fertig auf einem Tisch platziert und der Zettel wieder angeheftet.
Der Kram wurde in die Lieferbox verladen und los gings (mit Navi in einem alten, rostigen Golf, mit kaputten Vergaser, vermutlich ohne TÜV usw^^). Beim Kunden ging dann die Hektik los: Portemonnaie bereithalten (wahr schön groß und dick) und die Lieferung aus der Box holen (oder die Box rüber schleppen).
Der Kunde öffnet die Tür sieht die Pizza und will zahlen. [...]
Klingt einfach, oder?
Ne ne wie ich schon sagte, war die Zettelwirtschaft sehr chaotisch, so dass man Preise teilweise nicht lesen konnte oder (als Neuling) nicht wusste, welches Produkt welche Nummer hat. Beim Kunden hat man sich so sehr trottelig angestellt, was natürlich ziemlich dumm kommt.
Das Ergebnis war, dass es mir irgendwann doch selbst zu peinlich wurde und der Abend sowieso schon so hektisch war, was stark an meinen Nerven gekratzt hat.
Zur Belohnung, dass ich schon mit überhöhter Geschwindigkeit über die Landstraßen bretterte und meinen Führerschein mit dem Auto und der benannten, überhöhten Geschwindigkeit riskierte, kam ich wieder in der Pizzeria an und durfte mir anhören, ich sei zu langsam.
Das Ergebnis des Abends:
Die Zettelwirtschaft versagte, da die Bäcker teilweise die Notizen entziffern mussten und nicht schnell genug Backen konnten.
Der Lieferdienst war zu langsam. Eine Person konnte die ländliche Stadt (eher ein Dorf) nicht abdecken.
Zusätzlich 2 Kundenanrufe, die seit 1 1/2 Stunden auf ihre Pizza warteten von denen einem 2x gesagt wurde, die Pizza sei unterwegs nachdem er nach insgesamt 2 Stunden nochmals anrief. (Wirklich, der Kerl ist am Telefon ausgerastet und das war wirklich nicht schön anzuhören).
Mein Ergebnis in Verbindung mit dem FirstPost:
Pizzafahren kann lustig sein, wenn die Arbeit organisiert und ordentlich abläuft und ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. In dem Fall von Partizan schien dies gegeben zu sein. In meinem Fall wohl eher nicht. Da half auch kein Trinkgeld. Die 30 Euro, die ich in 5 Stunden verdient hatte konnten diesen Niederschlag aber nicht beisetzen und ich war froh, dass wir das Arbeitsverhältnis so einfach beendet haben.
Lustig allemal, weil es immer so Partykracher gibt, die wirklich lustige Dinge veranstalten, aber ich gehe doch lieber wieder zurück in mein Büro, wo man die Mitarbeiter wenigstens vom Namen her kennt und im internen arbeitet. (Stichwort Architektenpläne falten).
Mein Rat:
Sucht Euch eine Pizzaria aus, die vernünftig geleitet wird und in keinem Schritt von der Bestellung bis zur Auslieferung schlampig oder unorganisiert arbeitet.