Erfahrungsbericht: Pizzafahrer

Ja schon klar. Aber öfter mal hat man drei vier Touren hintereinander und steht dazwischen vllt 1 Minute. Insofern wird das wohl nicht so gravierend sein.

Wir haben noch einen Honda mit 170.000 KM und der läuft immer noch gut ;)
 
r0b-tbo schrieb:
naja, man kanns auch übertreiben Necrol. Einen gut eingefahrenen und warmen Motor kann man treten. Man ist dann höchstens öfter Kunde an der Tanke, ansonsten darf da nix passieren. Und von Kratzer reinfahren war hier gar keine Rede.

Sicher kann man nen warmen Motor bedenkenlos treten. Darum geht es auch gar nicht sondern um die Doppelmoral dabei. Immer getreu dem Motto: "Macht ja schon Spaß, aber mit mein eigenen Auto, Werkzeug, oder was auch immer würde ich das nicht machen." Kurz danach kommt dann die meistens die Rechtfertigung: "Machen die anderen doch auch so, also warum pfleglich behandeln."

Partizan schrieb:
Wir haben noch einen Honda mit 170.000 KM und der läuft immer noch gut ;)

170.000km ist für nen Pkw der nicht komplett vom Rost zerfressen wird gerade mal eingefahren.
Guter Kumpel fährt nen Volvo 840, 885tkm auf der Uhr und kein Ende in Sicht.
 
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Necrol schrieb:
170.000km ist für nen Pkw der nicht komplett vom Rost zerfressen wird gerade mal eingefahren. Guter Kumpel fährt nen Volvo 840, 885tkm auf der Uhr und kein Ende in Sicht.

:rolleyes: das ist aber nicht die durchschnittliche Laufzeit eines Autos. Man rechnet mit ca. 300.000 km...also 170 Tkm sind schon eine Hausnummer!
 
Guter Bericht, ich arbeite neben dem Studium auch als Pizzafahrer bei 'ner kleineren "Kette" und kann deine Erfahrungen im Großen und Ganzen bestätigen.
Es macht echt Spaß auch die Sache mit dem Firmenwagen, es verleitet halt doch sehr.;) Man sollte es halt nur nicht übertreiben.
 
Bevor ihr euch noch weiter streitet ob die Extrembehandlung der Firmenfahrzeuge in Ordnung ist oder nicht... darf ich euch vielleicht NOCHMAL drauf hinweisen, dass viele Chefs im liefernden Gastronomiegewerbe genau ein solches Verhalten sogar verlangen? Wir reden hier auch von nicht von nem Krawattenträger-Mercedes für 200k Euro, sondern von ner Pizzalieferkiste der billigsten Sorte.

Die ganze Diskussion ist sinnlos. Wenn mein Chef explizit zu mir sagt, ich soll die Pizza "ohne Rücksicht auf Verluste" so schnell wie möglich zum Kunden bringen, weil "jede Sekunde zählt"... dann gehört es halt dazu, die Karre auch bis zum Limit zu treten.

Ich weiß es, alle anderen Mitarbeiter wissen es, und ganz wichtig: auch der Chef weiß es. Und wenn er selber teilweise fährt dass einem als Beifahrer Angst und Bange werden kann (wir haben ein "Problemviertel" im Liefergebiet und fahren Touren da hin grundsätzlich nur zu zweit, daher hatte ich schon öfter das Vergnügen), gibts keinen Grund, als normaler Mitarbeiter nicht dasselbe zu tun.

Mit jedem anderen Firmenfahrzeug würde ich auch nicht so umgehen. Die werden behandelt wie mein Privatfahrzeug. In anderen Gewerben gehört Fahrzeugmisshandlung dieser Art aber auch nicht zur Tätigkeit dazu.
 
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Und vielleicht sollte man Pizza nicht so behandeln wie einen Organtransport, ist doch lächerlich "jede Sekunde zählt" ihr könnt mir nicht erzählen das ihr dann noch großartig auf Schulterblick und Fußgänger achtet das sollte man als Fahrer vielleicht auch daran denken?

Und wenns mal kracht sagt ihr bei der Polizei : Tut mir leid aber ich bin Pizzafahrer da zählt jede Sekunde !?

Kannst ja deinen Chef fragen ob er eine Genehmigung für Blaulicht und Martinshorn bekommt ;).
 
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Vor allem ist es falsch damit das schnelle Fahren zu rechtfertigen. Eher das Gegenteil könnte eintreten: Durch die quietschenden Reifen wird das durch schnelle Lieferungen erhaltene Image wieder zerstört :(
 
Außerdem verrutscht durch das Rasen der Auslieferer gern mal der Belag auf der Pizza oder der Salat ist, auf 15 % des Ursprungsvolumens gestaucht, irgendwo am Rand der Packung zu finden.

Sowas ist unangenehm. Fahrt bitte allgemein vorsichtiger mit solch wichtigen Waren.
 
Außerdem verrutscht durch das Rasen der Auslieferer gern mal der Belag auf der Pizza oder der Salat ist, auf 15 % des Ursprungsvolumens gestaucht, irgendwo am Rand der Packung zu finden.

Das Verrutschen kommt nicht durch's schnelle Fahren sondern durch das starke Abbremsen, mit anderen Worten: Wer bremst verliert.:D

Nein, Quatsch, ich geb dir da völlig Recht, es ist echt nicht schön, wenn die Pizza zu 'nem Klumpen zusammenrutscht. So etwas will, zu Recht, kein Kunde bezahlen.
Ich heize mittleweile auch nicht mehr sehr, zumidest nicht auf der Hinfahrt, bei der Rüchtour dann schon eher.
 
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Erstmal: Coller Thread!

Ich war selbst in der Schulzeit 3 Jahre lang Pizzafahrer, war ne tolle Zeit!
Ich muss sagen, ich bin auch häufig sehr schnell gefahren (nicht gerast). Allerdings war das nötig, das eine mal hatte ich in 5 Stunden 27 Fahrten, also ca alle 10 Minuten eine! An solchen Tagen hatten wir schon Lieferzeiten von cirka einer Stunde.... (Wir waren auch nicht so gut organisiert wie z.B. Joey's, hatte ja noch nicht mal einen Computer und I-net Bestellung war noch in den Kinderschuhen 2002)
Und letztendlich waren die Kunden gerade bezüglich Lieferzeiten (normalerweise 30-45 min.) sehr undankbar. Beispiel: 15 Minuten (22:45) vor Feierabend bestellt jemand, ich nehm die Bestellung (telefonisch) an und sage es dauert 30-45 Minuten. 23:10 war ich dann da und der Kerl sagt zu mir er würde schon eine Stunde warten... Soetwas gab es dauernd!

Ach ja, der Belag ist bei mir nie verruscht, es gab jedenfalls keine Bescherden darüber! Sonst hätte wir auch auf jeden falls ne neue Pizza gebracht.
 
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Ich werd jetzt bei uns kündigen. Grade wurden viel zu viele Fahrer eingestellt, dadurch kommt man nur selten zu Touren und damit auch zu wenig Trinkgeld und viel Langeweile. :D Und Problem zwei: Sobald man nicht fährt und hinten echt nichts zu tun ist, wird man auf Pause gesetzt und bekommt keinen Cent. Außerdem geht mir die Arroganz einiger Mitarbeiter auf den Sack. Ich such mir was anderes. Verarschen lass ich mich nicht ;)
 
Grade wurden viel zu viele Fahrer eingestellt, dadurch kommt man nur selten zu Touren und damit auch zu wenig Trinkgeld und viel Langeweile. Und Problem zwei: Sobald man nicht fährt und hinten echt nichts zu tun ist, wird man auf Pause gesetzt und bekommt keinen Cent.

Na das ist ja echt bescheuert, sowas gibt's bei uns nicht. Fahrer werden bei uns nur eingestellt, wenn Bedarf ist. Auch das mit den unbezahlten Pausen gibt es bei uns nicht, wenn wirklich wenig los kann halt einer früher gehn und fertig.
 
Eben, und gerade deswegen höre ich auch auf. So abzocken lass ich mich nicht. Die Masche ist aber recht schlau. Wir sind drei oder vier Fahrer, aber es kommen vielleicht 2 Bestellungen pro Stunde. So kann er den Fahrenden immer auf aktiv stellen, wenn er zurückkehrt, wieder auf Pause. Hinten kann man dann nichts machen weil zu Viert in der Regel alles immer picobello ist. Also ist man dauernd auf Pause. Falls dann auf einmal sehr viele Fahrten zu machen sind, kann er alle Fahrer einsetzen und gerät nicht unter Zugzwang.

So schlägt er zwei Fliegen mit einer Klappe. Er riskiert nicht, dass Lieferungen zulange dauern aber zahlt gleichzeitig wenig, weil alle auf Pause sind.

Bei der Abzocke mach ich nicht mit. ;)
 
mich wuerd mal so nebenbei interessieren ob so ein verhalten des chefs (beliebiges auf pause setzen) und trotzdem "auf abruf bereit sein" ueberhaupt legal ist. kann ich mir irgendwie nicht vorstellen.
 
Mir ist das auch sehr suspekt, ich hab aber auch schon Ähnliches von Leuten gehört, die im ALEX kellnern. Da müssen die Kellner antreten und wenn sie nicht gebraucht werden, setzt der Chef sie auf Bereitschaft. Das Dumme daran ist, dass sie wärend dieser Zeit weder Geld bekommen, noch nach Hause gehn dürfen.
 
Partizan schrieb:
15-20 € kriegst du nieeeeeeeeeeemals :D Da musst du echt ein Riesenriesenglück haben.

eddy08 schrieb:
Na den Ferienjob der 15 - 20 Euro die Stunde bringt will ich auch mal sehen ;) ich glaube du kennst die realität nicht.

Hm, wenns fürs einfache Pizza ausfahren schon ein kleines Tringeld gibt, wieviel bekommt mann dann wohl für ein ganzes Menü?

Als Kellner in einen gut besuchten Restaurant ist das drinn.
Ich bekomm in meinem 400€ Job 8,50€. Auf 10-11€ komm ich selbst an den schlechtesten Tagen.
An Samstagabend und Sonntag Mittag ist dann ein Netto-Stundenlohn von 15-20€ immer drinn. (auch auf den ganzen Tag gerechnet, denn nach der Stoßzeit ist auch aufräumen angesagt wo man kein Tringeld bekommt).

Natürlich kann man in einem Restaurant sein essen nicht mit dem Auto ausliefern, sondern das geht alles nur zu Fuß^^
 
Ich habe mich an diesem Job auch bereits versucht und bin meiner Meinung nach ziemlich gescheitert. Der Cheffe schien wohl ähnlicher Meinung zu sein und wir haben die stumme Übereinkunft getroffen, dass ich nicht länger dort arbeite. (Ich schaue trotzdem gelegentlich rein, weil man durch die Bekanntschaft doch schon so einige Scherze auf die Pizzen zaubern kann aka extra, extra, extra Scharf).

Du scheinst bei Deiner Pizzeria noch eine geordnete Ablaufstruktur zu haben. Das Problem bei mir war, dass die telefonische Bestellung in Nummern und Preisen auf einem kleinen Zettel notiert wurde. Dieser wurde dann von den Bäckern gelesen, durchgeführt und fertig auf einem Tisch platziert und der Zettel wieder angeheftet.

Der Kram wurde in die Lieferbox verladen und los gings (mit Navi in einem alten, rostigen Golf, mit kaputten Vergaser, vermutlich ohne TÜV usw^^). Beim Kunden ging dann die Hektik los: Portemonnaie bereithalten (wahr schön groß und dick) und die Lieferung aus der Box holen (oder die Box rüber schleppen).
Der Kunde öffnet die Tür sieht die Pizza und will zahlen. [...]

Klingt einfach, oder?

Ne ne wie ich schon sagte, war die Zettelwirtschaft sehr chaotisch, so dass man Preise teilweise nicht lesen konnte oder (als Neuling) nicht wusste, welches Produkt welche Nummer hat. Beim Kunden hat man sich so sehr trottelig angestellt, was natürlich ziemlich dumm kommt.

Das Ergebnis war, dass es mir irgendwann doch selbst zu peinlich wurde und der Abend sowieso schon so hektisch war, was stark an meinen Nerven gekratzt hat.
Zur Belohnung, dass ich schon mit überhöhter Geschwindigkeit über die Landstraßen bretterte und meinen Führerschein mit dem Auto und der benannten, überhöhten Geschwindigkeit riskierte, kam ich wieder in der Pizzeria an und durfte mir anhören, ich sei zu langsam.

Das Ergebnis des Abends:
Die Zettelwirtschaft versagte, da die Bäcker teilweise die Notizen entziffern mussten und nicht schnell genug Backen konnten.
Der Lieferdienst war zu langsam. Eine Person konnte die ländliche Stadt (eher ein Dorf) nicht abdecken.
Zusätzlich 2 Kundenanrufe, die seit 1 1/2 Stunden auf ihre Pizza warteten von denen einem 2x gesagt wurde, die Pizza sei unterwegs nachdem er nach insgesamt 2 Stunden nochmals anrief. (Wirklich, der Kerl ist am Telefon ausgerastet und das war wirklich nicht schön anzuhören).


Mein Ergebnis in Verbindung mit dem FirstPost:
Pizzafahren kann lustig sein, wenn die Arbeit organisiert und ordentlich abläuft und ausreichend Kapazitäten vorhanden sind. In dem Fall von Partizan schien dies gegeben zu sein. In meinem Fall wohl eher nicht. Da half auch kein Trinkgeld. Die 30 Euro, die ich in 5 Stunden verdient hatte konnten diesen Niederschlag aber nicht beisetzen und ich war froh, dass wir das Arbeitsverhältnis so einfach beendet haben.
Lustig allemal, weil es immer so Partykracher gibt, die wirklich lustige Dinge veranstalten, aber ich gehe doch lieber wieder zurück in mein Büro, wo man die Mitarbeiter wenigstens vom Namen her kennt und im internen arbeitet. (Stichwort Architektenpläne falten).

Mein Rat:
Sucht Euch eine Pizzaria aus, die vernünftig geleitet wird und in keinem Schritt von der Bestellung bis zur Auslieferung schlampig oder unorganisiert arbeitet.
 
Viel kann da auf Dauer nicht übrig bleiben.

von 8€ müssen ja Benzin und vor allem auch der normale Verschleiß vom Wagen schon mal abgezogen werden. Bei nem normalen Golf V Diesel sind das ca 40 Cent pro Km.
Außgenommen sind noch Blitzer und mögliche Unfälle wenn man zu schnell fährt.

Es kommt vielleicht Geld rein aber es bleibt unterm Strich nicht wirklich viel übrig.
Das haben auch schon viele selbstständige Hermes Fahrer irgendwann gemerkt.



Bei anderen Jobs kommt man leicher und auch sicherer an Geld.

Einzige "Zielgruppe" seh ich da in Leuten die eh die ganze Zeit mitn Wagen sinnlos rumfahren und so halt etwas Geld dafür bekommen.
 
Der Job hat mir sehr viel Spaß gemacht. Ich liebe es, Auto zu fahren und mit Leuten zu kommunizieren. Manche freuen sich echt nen Ast wenn sie ihre Pizza bekommen. Andere sind wirklich cool drauf, hab mal für ne Party geliefert und dort wurde ich dann eingeladen was zu trinken mit den Leuten. Also wirklich interessant das Ganze.

Jedoch kann ich mit dieser Pausenabzocke absolut nicht leben. Ich muss dort meine Zeit verbringen und kann nichts sinnvolles dabei machen, verdiene aber keinen Cent, sondern sitze nur blöd rum. In letzter Zeit wurden mir dann auch die Kommentare von manchen Arbeitern dort zu blöd, sodass ich mich öfter im Ton vergriff. (kann nicht anders)
So meckerte man mal rum, dass ich zu langsam war, obwohl ich im Stau stand weil eine Straße gesperrt war. Oder man meckert rum weil ich 15 Km für eine Tour fahren muss (one way) und der Chef nicht einsieht dass so eine Tour locker ne Stunde dauert.

Lächerlich halt. Sowas kann ich gar nicht ab, wenn ich zu unrecht kritisiert werde. Bin schon so gefahren wie ein Irrer und zwar auf mein eigenes Risiko. Und dann muss ich mir so ne Scheiße anhören.

Anfangs wars ganz witzig weil wir nur wenige Fahrer hatten. Das heißt allein hatte man viele Touren und war nie auf Pause. Erst jetzt, wo er viele Fahrer eingestellt hat, merke ich diese Pausenmasche ;)

Außerdem hab ich auch keine Lust, die Hälfte der Zeit hinten zu spülen und zu putzen. Ich bin Fahrer und nicht Küchenhilfe. Aber so läufts in dem Laden halt. Kein Wunder, dass die meisten Arbeiter nur ein paar Monate bleiben.
 
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