Fachkräftemangel (Gesellschaftsthema)

xxlrider schrieb:
Das erklärt so einiges, nur nicht wer auf diese geniale Idee kam.
Doch man weiss es, es war die Legendäre Pisa 2000 und die Politik die daraufhin panisch reagierte. Man hat sich dem OECD "Standard" unterworfen das allein die Akademikerquote ausschlaggebend ist für die nachhaltige Entwicklung eines Landes. Die Folge war ein enormer Druck die Abiquoten in Maximalhöhen zu treiben und das geht eben nur wenn man die Anforderungen immer weiter absenkt.

Und natürlich hatte das gesellschaftliche Auswirkungen, das Abitur ist heute der häufigste Abschluss, es ist der Standardabschluss den natürlich alle Eltern für ihr Kind haben wollen, denn wer ihn nicht hat ist unter dem Standard, wer nicht studiert hat ist dann auch "ungebildet".
 
Boar seid ihr überheblich. alter Schwede.
Bohnenhans schrieb:
Naja wenn heute Erstsemestler im Bereich Mathe Physik Wi etc nicht mal unbedingt Bruchrechnen beherrschen etc ist wohl grösserer Ehrgeiz eher auszuschließen
blubberz schrieb:
Ja, das Niveau des Abiturs wurde stark gesenkt, damit mehr Schüler Abitur machen können.
 
Wieso das sagen doch die Uni Professoren/Dozenten und das zeigen die Ergebnisse der Prüfungen der Erstsemestler

Nur weil wir u.a. auch Statistiken lesen können z.Nb. von Fachschaften sind wir doch nicht überheblich - das doch Unsinn
 
Cyberdunk schrieb:
Boar seid ihr überheblich. alter Schwede.
Wie kommst du drauf? Das Abitur ist der höchste schulische Abschluss den man machen kann und kein "Volkschulabschluss" zu dem es gemacht wurde. Die Menschen werden doch nicht vom Jahr zu Jahr schlauer geboren, sondern schlichtweg die Anforderungen an diesen Abschluss gesenkt.

Dementsprechend sind sämtliche Abschlüsse darunter abgewertet worden, ein Realschulabschluss war früher noch was und umgekehrt ist ein Abi heutzutage viel weniger Wert. Die Frage war doch wieso uns "Facharbeiter" fehlen und die kann man an diesem Punkt gut festmachen, "früher" hätten sich viel weniger Menschen an ein Abi und ein Studium überhaupt getraut.
Im Jahr 1995 lag die Studienberechtigtenquote bei den Männern bei 34,7 Prozent und bei den Frauen bei 38,1 Prozent – gemessen an den Gleichaltrigen in der Bevölkerung erfüllte also insgesamt gut ein Drittel die Voraussetzungen, um ein Hochschulstudium in Deutschland aufnehmen zu können.
Auch wenn die Studienberechtigtenquoten ihre bisherigen Höhepunkte im Jahr 2012 erreichten (Männer: 55,1 Prozent / Frauen: 64,3 Prozent), hat sich der Abstand zwischen Männern und Frauen auch in den Folgejahren weiter erhöht:
https://www.bpb.de/kurz-knapp/zahlen-und-fakten/soziale-situation-in-deutschland/61669/studierende/
 
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Für den Staatsdienst sind halt gewisse Bildungsabschlüsse gefordert um auf gewisser Ebene Entscheidungen treffen zu dürfen.

Deshalb entscheiden m. E. heutzutage vermehrt Diplom-Sozialpädagogen auf Gebieten wie z. B. der Energieversorgung.
 
xexex schrieb:
Die Menschen werden doch nicht vom Jahr zu Jahr schlauer geboren, sondern schlichtweg die Anforderungen an diesen Abschluss gesenkt.

Das stimmt doch nicht.
Ich weiss nicht im welchen Alter du dich befindest, aber das Abi ist heutzutage Höchstleistung!
Ich bin 75 Geboren und viele meiner Freunde haben das Abi gemacht, ich wette ein Teil davon würde das Abi Heute nicht mehr schaffen.
 
Ich bin mit einem Lehrbeauftragten an einer Hochschule befreundetet. Dieser beschwert sich auch über das massiv gesunkene Leistungsniveau seiner Studenten. Er sagt Scherzhaft immer das er froh ist, wenn die Studenten es schaffen zwei Sätze fehlerfrei auszusprechen. Die Anforderungen wurden die letzten Jahre extrem aufgeweicht, heutzutage schafft so gut wie jeder ein Abi. Wenn die Leute dann studieren werden die Lücken in den erforderlichen Grundlagen dann offengelegt. Für die Professoren und Lehrende ist die Situation nicht einfach, man kann nicht alles Nachholen und Lernangebote gibt es auch nicht inmmer. Und wenns dumm läuft und man was von den Studenten fordert wird man auch noch angepöbelt oder man wird aufmüpfig.

Mich wundert es nicht, das man dann kaum noch qualifiziertes Fachkräfte ausgebildet bekommt wenn das Niveau massiv sinkt.

Das Abi wird verramscht, da müssen wir uns nichts vormachen.

Eigentlich müsste das Niveau steigen und nicht sinken, aber das ist ja nicht gewollt.
 
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SW987 schrieb:
Deshalb entscheiden m. E. heutzutage vermehrt Diplom-Sozialpädagogen auf Gebieten wie z. B. der Energieversorgung.
Ich hab keinen einzigen Sozialpädagogen im Kraftwerk getroffen.
Das waren ausnahmslos Techniker (Physik - Chemie - Elektronik - IT - Maschinenbau).

Die entscheiden über 1,3 GW.
 
Cyberdunk schrieb:
Ich weiss nicht im welchen Alter du dich befindest, aber das Abi ist heutzutage Höchstleistung!
Auf welcher Basis basiert dein urteil? Du hast doch nicht mal ein Abitur geschrieben, kannst also nicht einmal auf deine eigenen Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückgreifen.
 
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Erkekjetter schrieb:
Auf welcher Basis basiert dein urteil? Du hast doch nicht mal ein Abitur geschrieben, kannst also nicht einmal auf deine eigenen Erfahrungen aus der Vergangenheit zurückgreifen.
Hättest du weiter Oben gelesen wäre dir die Basis aufgefallen.
Cyberdunk schrieb:
So ein Schwachsinn!
Meine Tochter macht dieses Jahr ihr Abitur und was die als Stoff durchnehmen ist Teilweise Unmenschlich, die sind fast Jeden Tag 8-10 Stunden durchgetaktet und Zuhause geht es mit dem lernen weiter.
 
Cyberdunk schrieb:
Ich bin 75 Geboren und viele meiner Freunde haben das Abi gemacht, ich wette ein Teil davon würde das Abi Heute nicht mehr schaffen.
xexex schrieb:
Es gibt heutzutage einen praktisch unbegrenzten Zugang zum Wissen, das Niveau des Abiturs hätte eigentlich diesen Schritt mitgehen müssen und die Prüfungen und Aufgaben hätten komplexer werden müssen. Das Gegenteil ist allerdings passiert!
Die Voraussetzungen sind vielleicht andere, dafür wird man heutzutage viel früher mit viel mehr Wissen konfrontiert. "Früher" hätte ein Kind mit 10 Jahren auch noch keine Computerkenntnisse gehabt, heute gehört es in dem Alter schon fast zu Selbstverständlichkeit. Das Abi selbst ist diesen Schritt aber nicht mitgegangen oder wie erklärst du dir alleine bei den Frauen einen Sprung von 1/3 zu 2/3?

Ich bin in den 90ern aufgewachsen und damals war weder der Zugang zur Schulbildung schwerer, noch haben mehr Frauen einen Job als Hausfrau angestrebt. Willst du mir also behaupten, dass die Menschen plötzlich so viel schlauer zur Welt kommen als damals? Das Niveau ist schlichtweg nie angepasst worden oder wurde gar gesenkt und damit auch der Wert des Abis und der anderen Abschlüsse.

Wobei worüber reden wir hier eigentlich, die Hauptschulen wurden in Deutschland doch so gut wie abgeschafft. Der Realschulabschluss ist praktisch das, was früher der Hauptschulabschluss war, darunter sind nur noch die Schulabbrecher.
 
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Cyberdunk schrieb:
Hättest du weiter Oben gelesen wäre dir die Basis aufgefallen.
Deine mittlere Reife? Oder deine Tochter? Mittlere Reife ist kein Abi und genau darum geht es ja, dass du keinen Vergleich hast, um das Abitur deiner Tochter zu bewerten... Denn dazu braucht man das eine Ereignis (Abi deiner Tochter) um es mit einem anderen in Relation zu setzen. Letzteres fehlt dir und daher meine Frage, was deine Vergleichsgrundlage ist....
 
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Er hat dennoch nicht unrecht, dass die Entscheidungen oft von Menschen getroffen werden, die von der Technik keinen Schimmer haben. Das sieht man in vielen Bereichen, und auch in vielen Firmen. Kenne ich ja bei uns auch. Da wurde von Nicht-ITlern entschieden, nur Produkte von Hersteller X zu kaufen, obwohl alle ITler gesagt haben, dass die Schrott sind. Wurde ignoriert, die Geräte wurden gekauft, das Marketing von denen hat ja gesagt, dass das so passt, und jetzt sollen die ITler immer sofort auch in Randzeiten da sein zum "Feuer löschen", weil die Geräte - oh Wunder - scheiße sind. Jetzt haben wir mal ein schlechtes Geschäftsjahr, für neue kriegen wir kein Budget, und es ist wieder die böse IT die viel Geld kostet und dann läuft trotzdem nichts.
Ist IMMER in ALLEN Firmen das gleiche.

Was das Thema angeht: Ich stimme da ebenso zu. Ich kenne die Geschichten meiner alten Lehrer, die auch sagen, dass sie kaum noch richtigen Unterricht machen können. Zum Abi kann ich nichts sagen, da ich keins hab (Bzw. nur Fachabi), aber die Real/Hauptschulabschlüsse sind auch nicht mehr das Wert, was vor 10 Jahren war. Die sagten mir, dass ich mit den Leistungen von damals (War 2-3er Schüler) heute nur 1en kriegen würde, und umgekehrt 80% der heutigen Klassen den damaligen Abschluss schon nicht geschafft hätten.
 
Cyberdunk schrieb:
Das stimmt doch nicht.
Ich weiss nicht im welchen Alter du dich befindest, aber das Abi ist heutzutage Höchstleistung!
Ich kann schon verstehen das du dich angegriffen fühlst, denn es kann durchaus so interpretiert werden das man die Leistung deiner Tochter abwerten möchte bzw. den dann zu erreichenden Abschluss.

Das will man natürlich damit nicht aussagen, nur lässt es sich eben nicht leugnen dass das Abitur der Standardabschluss geworden ist und insbesondere in den MINT Fächern erhebliche Anforderungsunterschiede entstanden sind im Laufe der Zeit.


Cyberdunk schrieb:
Ich bin 75 Geboren und viele meiner Freunde haben das Abi gemacht, ich wette ein Teil davon würde das Abi Heute nicht mehr schaffen.
Naja, das ist nicht wirklich ein Argument, wenn ich aus dem Stand meine Bachelorbeit/Masterarbeit in der mündlichen verteidigen müsste, würde das ordentlich schief gehen , vermutlich würde es sogar bei der IHK Prüfung knapp werden.

Du kannst solche Lern/Lebensphasen nicht miteinander vergleichen, fürs Abi lernt man normalerweise 3 Jahre lang, es ist vollkommen klar das man sowas nicht aus dem Stehgreif dann wiederholen kann.
 
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Das ist nunmal das Urteil der Professoren und Dozenten und nicht von Einzelnen sondern quer durch die Bank

"Mängel gebe es sowohl bei der Oberstufenmathematik als auch bei den in der Mittelstufe behandelten Themen, etwa bei Bruchrechnung oder den Potenzgesetzen. Auch die Behandlung von Funktionentypen in der Schule sei mittlerweile so ausgedünnt, dass eine Ausbildung in höherer Mathematik als Teil etwa eines Ingenieurstudiums nicht mehr darauf aufbauen könne."

Es fehlen halt immer öfter bei Studienanfängern - also die irgendeine Hochschulreife mitbringen wie Abitur - selbst Mathekenntnisse auf früherem Hauptschulniveau wie % Rechnen und zwar selbst bei denen die ein Studium im Wissenschaftsbereich beginnen wollen - selbst da fehlen immer öfter solche (früher) Hauptschul-Grundkenntnisse.

Das ist einfach die Realität.

Vorbereitungskurse von Unis für Naturwissenschaftliche Studiengänge sehen inzwischen so aus
  • Bruchrechnung (Teil 1) (weniger mathematiknah)
  • Bruchrechnung (Teil 2) (mathematiknah)
etc.....

Das ist Unterrichtsstoff Klasse 6/7 Hauptschule! oder zumindest war er das vor 10 Jahren+

Weniger mathematiknah heisst hier konkret man muss beginnen mit "Anna hat 5 Äpfel..... "
 
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Bohnenhans schrieb:
Das ist nunmal das Urteil der Professoren und Dozenten und nicht von Einzelnen sondern quer durch die Bank
Bohnenhans schrieb:
Das ist Unterrichtsstoff Klasse 6/7 Hauptschule! oder zumindest war er das vor 10 Jahren+
Als ich vor 15 Jahren mein Studium (Mathematik) aufnahm, klang das noch anders.
Da gab es scheinbar zumindest in meiner Fakultät die Meinung, dass sich Gymnasiasten mit 2er Abi in den ersten 2 Semestern nur langweilen könnten, weil die den Stoff dieser Kurse bereits im Gymi bis zum Erbrechen durchgekaut haben.

Offensichtlich hats da ein paar Reformen gegeben, die nach deutschem Vorbild abgelaufen sind. Ich beschreibe es kuz in einem Spoiler zu einer vergangenen Reform, die ich eher als "Deform" wahrnahm.
In den 1960er und 70ern gab es die "Krise des Abiturs".Die bezog sich auf eine zu große Kluft zwischen den organisatorischen Anforderungen eines Studiums (weitestgehend selbstverwaltet) und des Abiturs (0 Eigenverantwortung in der Zeitorganisation).
Die Lösung war zweigleisig. Das eine Gleis machte einfach weiter, wie bisher. Einige wenige belächelte Versuchsschulen verlangten den Abiturienten selbstverantwortliche Studienplanung ab.
Im Laufe der Jahre passten sich dann auch die Unis und Gymnasien etwas an ... das Gymnasium änderte sich nicht, aber die Hochschulen klagten über eine voranschreitende Verschulung.
Im Zuge des "Bologna-Prozesses" wurde die Lücke dann geschlossen, indem man dem Studium einen großen Teil der Eigenverantwortlichkeiten nahm.
Die Kluft war damit geschlossen, und die "Krise des Abiturs" war überwunden, denn endlich konnten Gymnasiasten und Gesamtschüler weiter entlang eines institutionellen Leitstrahls studieren, der weit über die Anforderung einer gewissen Anzahl "Scheine" zu einem gewissen Zeitpunkt (Prüfungsanmeldung) hinaus ging.
Fortan hatten auch Studenten feste Stundenpläne vom ersten bis zum letzten Semester und das Studium war durchgetaktet, sodass kaum Zeit für die vertiefende Beschäftigung mit den Inhalten blieb.
Zumindest in der Pädagogik hat wirklich niemand geglaubt, dass man durch "Bildung-Bolognese" mehr erreichen wird, als schnell viele, mäßig Ausgebildete mit Universitätsabschlüssen zu bekommen.
Dumm gelaufen ... jetzt kommt halt die Rechnung für Bäpschlah, Massa und G8/G9 ... selbst schuld.
Man könnte es fast eine IT-fikation des Bildungswesens nennen ... denn auch die Erzeugnisse des deutschen Bildungssystems brauchen nun halt noch einige Wochen, Monate oder Jahre eine ganze Menge patches.
Zum Ende noch die fachliche Meinung zum Stand in Mathematik.
Werft diese blödsnnige pq-formel in den Eimer und bringt den Leuten richtige Mathematik bei ... zeigt ihnen, wie man zu eindeutigen Ergebnissen kommt ... zumindest dort, wo das möglich ist.
Ich hatte bis zum BA in Mathematik keinen Kontakt zu dieser "Krücken-Formel" ... und als ich die dann mit einem Nachhilfeschüler durchgegangen bin, hatte ich nur einen Gedanken ... und der lautete "was soll der Quatsch?".
Und jetzt mögen mich die Gymnasiasten steinigen, die diese Formel für höhere Mathematik halten ... das ist eine Krücke ... und nichtmal eine gute.
 
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