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Festplatte nur an bestimmtem Rechner lesbar? AHCI?

PassT

Lt. Junior Grade
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Hallo Forum,

ich habe ein kleines Problem. Ein Kollege von der Arbeit musste mir ein paar wichtige Daten zukommen lassen. Leider besaß ich keine externe Festplatte mit dem entsprechenden Volumen (2TB). "Kein Problem!", dachte ich mir. Ich habe einfach meine interne 2TB Platte aus dem Rechner gebaut und mit auf die Arbeit genommen. Dort haben wir eine kleine Dockingstation von Sharkoon. Diese ist für 3,5" SATA Platten geeignet und dient dem zweck, diese über USB mit einem Rechner zu verbinden. Also habe ich die Platte dann dort hineingesteckt. Sofort meldete Windows (Win7 32Bit), meine Festplatte müsse formatiert werden, um benutzt zu werden. Über CHKDSK wurde mir gesagt, dass keine Aktionen an der Platte möglich wären, weil das Dateiformat RAW wäre. Da keine wichtigen Daten auf der Platte waren habe ich sie letzenendes einfach formatiert. Dann ging auch alles und ich konnte die Dateien kopieren.
Als ich dann aber wieder heim kam und die Platte eingebaut habe, trat derselbe Fehler auf! Wieder war die Platte nicht lesbar und sollte laut windows (Win8 64Bit) formatiert werden! Kurios. Diesesmal möchte ich die Platte jedoch NICHT formatieren, da ich keine Sicherung der Daten habe. Im Betrieb bin ich die nächsten monate auch nicht mehr (Dualer Student) - Somit kann ich leider auch nicht erneut dieses Sharkoon Gerät testen.

Könnte das mit dem Unterschied von AHCI IDE zusammenhängen? Mein Rechner zu Hause hat als SATA Mode AHCI eingestellt. Bei meinem Arbeitsnotebook kann ich das nicht testen, dort habe ich keine Adminrechte und komme auch nicht in den BIOS. Ich könnte mir jedoch vorstellen, dass es noch auf IDE steht, obwohl eine SSD verbaut ist (Es handelt sich um ein Dell E6430), da die Notebooks ja unternehmensweit möglichst genormt sein sollten und auch ältere Geräte dabei sind.

Ich kann an meinem Rechner für die SATA Ports 4&5 getrennt den SATA Mode festlegen. Wäre es ungefährlich die Platte an einen dieser Ports zu stecken und IDE zu wählen? Oder könnten dadurch Treiberkonflikte innerhalb von Windows entstehen? Würde es überhaupt Aussichten auf Erfolg haben? Schließlich hing die Platte an meinem Arbeitsnotebook ja eigentlich nur über USB dran, hat AHCI/IDE dann überhaupt Auswirkungen?

Ich bedanke mich im Voraus für alle Antworten!

VG
 
AHCI/IDE hat da keine Auswirkungen. Ich befürchte eher dass die USB Dockingstation mit den 2TB überfordert war und die Platte mit irgend einer andere Größe angesprochen hat.

Du könntest mal schauen ob du evtl. mit Testdisk auf die Partition und die Dateien zugreifen kannst.
 
AHCI oder IDE ist völlig egal - aber vielleicht hat die Platte einen weg. Oder du hast dank 64bit und UEFI einen GPT-Datenträger, der Win7 32bit mit BIOS irgendwo vorbei geht.
 
mit AHCI hat das eigentlich nichts zu tun, könnte auch mit der Dockingstation von Sharkoo zu tun haben, guck mal deine Platte erst mal mit CrystalDiskInfo an, vllt stimmt irgendwas mit ihr nicht
 
Jesterfox schrieb:
AHCI/IDE hat da keine Auswirkungen. Ich befürchte eher dass die USB Dockingstation mit den 2TB überfordert war und die Platte mit irgend einer andere Größe angesprochen hat.

Du könntest mal schauen ob du evtl. mit Testdisk auf die Partition und die Dateien zugreifen kannst.

Genau das wird es sein...
Hatte ich kürzlich selber mit einer 3TB Platte an einem älteren USB-Gehäuse.

Wunderte mich auch erst woran es liegen konnte... Nachdem die Daten drauf unwichtig waren hatte ich die Festplatte mit Diskpart komplett leer gemacht und konnte eine neue Partition erstellen, die aber nur 700GB groß sein konnte... mehr macht das USB Dingen nicht mit.
Intern ging sie ganz normal als 3GB
 
Das hat vermutlich etwas mit der "4k-Sektor-Emulation" bei vielen Festplatten-Gehäusen zu tun, die dort eingerichteten Platten können dann nicht intern verwendet werden. Musst du mal googeln ....

Du musst die Platte dann an der Sharkoon-Station wieder einlesen, da sollte es funktionieren oder eben mit einem baugleichen Gerät.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für die Antworten erstmal! Ich werde dann Testdisk und Crystaldiskinfo einmal heute abend testen! Wie erwähnt bin ich leider jetzt 3 Monate nicht im Betrieb und habe keinen Zugriff auf die Sharkoon Station. Aber mal abwarten was die beiden Tools so sagen =)

VG
 
Auf die 4k Sektoremulation bei den USB-SATA Bridgechips würde ich auch tippen. Wenn die Platte in der Dockingstation steckt und angeschlossen ist, dann öffne mal eine cmd.exe und lass dort folgenden Befehl laufen:

wmic diskdrive get BytesPerSector,Model

Wenn vorne 4096 steht, dann ist es diese 4k Sektoremulation, die dazu dient die Platten über 2TB auch mit MBR über die volle Kapazität nutzbar zu machen. Das ist für XP wichtig, da XP ja kein GPT unterstützt und bei MBR nur 32 Bit breite Adressen für Partitionsanfang und -größe möglich sind, was bei 512 Byte pro LBA dann 2TiB als Limit bedeutet. Dadurch das der USB-SATA Bridgechip aber 4k pro LBA emuliert, wird dieses Limit überwunden. Leider ist das Thema noch immer wenig bekannt und die Leute bauen einfach Platten munter die Platte hin und her, obwohl diese 4k Emualtion teils auch bei Platten mit 2TB oder gar noch kleineren Platten aktiv wird.
 
Und das beutet nun im klartext, dass ich wohl ohne die erwähnte Station (die ich ja nicht habe, kann also auch den o.g. Test nicht machen :/ ) nicht an meine Daten komme, korrekt? :(
 
Wenn es die 4k Emulation ist, dann kommt man nur an die Daten wenn die Platten in Art betrieben wird wie die Initialisiert wurde, also entweder mit der 4k Emulation oder ohne. War sie vorher intern verbaut und die Daten wurden intern darauf kopiert, dann auf jeden Fall ohne die 4k Sektoremulation, Du müsstest sie dann entweder auf dem anderen Rechner intern anschließen oder in einem Gehäuse / einer Dockingstation ohne 4k Emulation betreiben. Hast Du umgekehrt die Platte in einem Gehäuse mit Emulation eingerichtet und Daten darauf kopiert, kannst Du nur auf die Daten zugreifen, wenn die Platte wieder in einem Gehäuse mit der 4k Emulation steckt, da bei jedem Wechsel die Platte als Raw erkannt werden wird und daher neu partitioniert und formatiert werden muss um sie nutzen zu können, wobei natürlich die Daten verloren gehen.
 
Leider ja...

Eine Möglichkeit wäre noch, wenn du ein Gehäuse oder Dockingstation mit dem selben USB Chipsatz findest, die diese Festplatte dann auch mit der selben Emulation lesen kann.

Ich hoffe, dass solche USB Gehäuse und Docks bald komplett vom Markt verschwinden - Win XP Kompatibilität für >2 TB Platten braucht man nun wirklich nicht mehr, aber diese USB Geräte rauben einem den letzten Nerv.
 
Der gleiche USB Chipsatz alleine reicht nicht, da diese 4k Emulation in der FW freigeschaltet werden kann oder eben nicht. Der gleiche USB-SATA Bridgechip kann also in einem Gehäuse mit der 4k Emualtion arbeiten und in einem anderen ohne, selbst wenn beide gleich aussehen. Außerdem kann das von der Kapazität der Platte abhängen und da hatten wir hier sogar einen Fall, wo mit einer 2TB Platte die Emulation aktiv war, mit einer anderen aber nicht, die vielleicht ein paar LBAs weniger Nutzkapazität hatte.

Deshalb hilft nur ausprobieren, den Befehl dazu habe ich oben ausprobiert, damit findet man das ganz schnell heraus.
 
Bei der "Orico 6619US3" Dockingstation ist eine Firmware verfügbar, bei der man die Sektorgröße zwischen 512 und 4096 Byte umschalten kann.
http://oricoonline.us/drive.aspx?did=45
Also einfach bei Amazon diese Dockingstation für 27 Euro kaufen, die Daten lesen und anschließend kann man zur Not die Dockingstation zurückschicken.

Ist zwingend der selbe USB-Chip notwendig?
Eigentlich müsste doch jeder USB-Chipsatz das können, denn sowohl die interne Advanced Format Speicherung als auch die nach Außen sichtbaren Sektoren sind doch genormt, also hat da ein Chip auch keinen Spielraum für Extravaganzen.
 
Bei manchen Docking-Stations kann man über die Firmware einstellen, ob die 4k-Sektoremulation aktiv sein soll oder nicht. Manche Hersteller bietet zu diesem Zweck Tools, mit denen man die Firmware-Einstellung ändern kann, oder verschiedene Firmware-Updates an (ein Mal mit und ein Mal ohne aktivierte 4k-Emulation) an. Wenn der Hersteller so was nicht zur Verfügung stellt, könnte man die Firmware-Einstellung zumindest mit den MP-Tools, die andere Anbieter zur Verfügung stellen, versuchen zu ändern. Wichtig ist nur, dass der gleiche Bridge-Chip verbaut ist (in Bezug auf das MP-Tool). Welcher Bridge-Chip die eigene Docking-Station verwendet, kann man mit dem Programm USBDeview herausfinden.

Etwas mehr Informationen hierzu ist in diesem Beitrag von Bolko zu finden.

Dass man dadurch die Garantie verliert und es nicht immer ungefährlich ist (flasht man die falsche Firmware oder geht dabei was schief, kann die Docking-Station schnell unbrauchbar werden), sollte jedem klar sein, der das versuchen möchte.

@PassT
Da du keinen Zugriff mehr auf die Docking-Station von Sharkoon hast, musst du dir wohl oder übel eine entsprechende besorgen, um auf die Daten wieder zugreifen zu können.
 
Zuletzt bearbeitet: (Link-Korrektur)
Bolko schrieb:
sowohl die interne Advanced Format Speicherung als auch die nach Außen sichtbaren Sektoren sind doch genormt, also hat da ein Chip auch keinen Spielraum für Extravaganzen.
Das hat mit dem Advanced Format der HDD nichts zu tun, die 4k Sektoremulation geht auch bei HDDs die noch native 512 Byte Sektoren aber über 2TB haben, wie z.B. einge HGST Ultrastar oder die alten WD Black.
 
Holt schrieb:
Das hat mit dem Advanced Format der HDD nichts zu tun, die 4k Sektoremulation geht auch bei HDDs die noch native 512 Byte Sektoren aber über 2TB haben, wie z.B. einge HGST Ultrastar oder die alten WD Black.

Das ist mir schon klar.
Es ging mir darum, dass der USB-Bridge-Chip sowohl nach innen zur Festplatte hin als auch nach außen zum PC hin ein genormtes verständliches Datenformat (Sektoraufbau) liefern muss und deswegen eigentlich keinen Spielraum haben kann und man deswegen auch nicht unbedingt exakt den selben USB-Bridge-Chip einsetzen muss, um die Daten noch retten zu können.
 
Das hat mit dem Datenformat nichts zu tun, das ergibt sich ja aus den gemeldeten Bytes die pro LBA adressiert werden. Die SATA HDDs können bisher alle nur 512 Byte pro Sektor adressieren, solche mit nativen 4k Sektoren kommen gerade erst und werden an alten Boards, bei denen die 512 Byte noch fest im BIOS verankert sind, wohl genug Probleme bereiten. Diese Probleme gibt es bei USB Massenspeichern aber i.d.R. nicht, die melden schon von Anfang an, wie viele Byte ein LBA denn nun adressiert, was eben die frühen HDDs noch gar nicht konnten.

Die Adressierung der Partitionen bezieht sich imner auf LBAs, die Adressen des Filesystems auf die Cluster, aber die Clustergröße muss dann wieder für die Zugriffe auf die Daten auf LBAs umgerechnet werden, denn Platten kennen keine Partitionen oder Cluster, die kennen nur LBAs. Daher macht es eben einen Unterschied, ob er übliche der ersten Partition bei 1024k nun bei LBA 2048 (512Byte pro LBA) oder bei LBA 256 beginnt.

Man kann zwischen beiden eben nicht beliebig wechseln, das geht immer nur mit totalem Datenverlust.
 
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