Fragen zu NAS Systeme

Experiment_57

Lt. Junior Grade
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Jan. 2011
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Hallo,

ich interessiere mich für Datenspeicherung und -sicherung welches übers Netzwerk zugegriffen werden kann.

Bislang habe ich immer Festplatten mit Wechselrahmen benützt und über GoodSync synchronisiert. Und wollte mir demnächst nur noch 2,5 Zoll Festplatten mit USB 3.0 Anschluss kaufen, weil diese kleiner und leichter sind. Umständlich ist jedoch das ständige Anschließen und so weiter.

Jetzt gibt es halt NAS. Meine Fragen:

"Synology DS216J 2 Bay" scheint auf Amazon beliebt zu sein. Warum sind die so teuer? Es sind ja nur ein Gehäuse mit Ethernet-Controller ? Und warum sind die immer noch auf 3,5 Zoll und nicht 2,5 Zoll ?

Ich würde gerne meine Daten alles doppelt gesichert haben. RAID kommt also nicht in Frage weil NAS kaputt gehen kann, bzw ein Virus trotzdem beide Festplatten unleserlich machen kann, oder ?

Besser wäre doch zwei NAS Gehäuse kaufen und da 1:1 synchronisieren?
Nach der Synchronisierung soll einer abgeschaltet sein und der andere immer im Betrieb sein.
 
Du kannst 2 Platten einbauen und diese spiegeln, um sich damit gegen den Ausfall einer Platte zu sichern. Das ersetzt aber kein Backup. Warum willst Du 2.5 Zoll Platten einsetzen? 3.5 Zoll sind günstiger und schneller.
 
Hi Experiment_57,

grundsätzlich hast Du mehrere Möglichkeiten eines Netzwerkspeichers...
In allen drei der üblichen Szenarien (Platte(n) direkt an Router, Hardware-Cloud, NAS) hast Du zwar einen ähnlichen Effekt - jedoch mit starken Unterschieden bei Leistung und Redundanz.

Die Variante einfach eine HDD an den Router zu hängen ist bzgl. der Performance sicher die ungünstigste Variante. Die favorisierte Reihenfolge wäre grob gesagt:

NAS > Dedizierte HW-Cloud > HDD per USB direkt an Router

Bzgl. der "persönlichen Cloud" gibt es ähnliche Systeme aller großen Hersteller wie z.B. unsere Personal Cloud. Diese sind ähnlich wie ein NAS im Netzwerk eingebunden, kommen aber als "Komplettpaket", so dass man sich nicht wie bei den meisten NAS-Geräten um HDD und Gehäuse separat kümmern muss.

Apps (je nach Hersteller vorhanden / nicht vorhanden bzw. unterschiedlich) sind nicht zwingend notwendig sondern nur ein weiteres nettes Tool, um remote auf seine Daten zuzugreifen, also z.B. Bilder oder andere Daten direkt von Deiner Personal Cloud auf dem Mobilgerät anzuzeigen. Du kannst aber diese Systeme ohne Probleme auch ohne Apps benutzen, mit Windows verwalten und auch unterwegs ganz einfach per installiertem Windows-Programm darauf zugreifen!

Ein vernünftig aufgebautes NAS mit den entsprechenden NAS-Platten bietet Dir die mit Abstand beste Performance und die umfangreichsten Optionen!

Wie hier schon erwähnt, bieten sich in allen Fällen 3.5"-HDDs an und ein RAID ersetzt kein Backup! Auf dieses musst Du aber trotzdem nicht verzichten, da man i.d.R. einfach eine weitere externe Platte per USB anschließt, das dort abgelegte Backup regelmäßig aktualisiert und bestenfalls diese externe Platte an einem anderen Ort lagert...
 
Synloge sind relativ teuer weil sie relativ viel bieten. Aber ob man das auch wirklich braucht? Also ich brauche keine zig Apps auf meinem NAS installiert. Ich für meinen Teil will lediglich meine Daten zentral speichern. Und für solche Zwecke sind z.B. die Zyxel NAS sehr gut geeignet.

Habe jetzt schon mein zweites Zyxel NAS in Betrieb und bin sehr zufrieden damit. Apps können ebenfalls installiert werden wie bei Synloge und co. Als Festplatten kannst du je nach Model sowohl 3,5 als auch 2,5 verwenden. Und das ganze für knapp 100 Euro.
 
QNAP sind vom Softwareumfang her ähnlich gut aufgestellt wie Synology. Als günstige 2bay Einsteigerlösung gäbe es da die TS-228. Ebenso gibt es von Synology selbst die günstigere Variante DS216se, die ich aber finde ich ein wenig arg lahm ist.

Vor dem Defekt des ganzen NAS ist man natürlich trotz RAID nicht sicher. Ein RAID stellt je nach Typ nur sicher, daß man trotz Ausfalls einer oder mehrerer Platten noch weiter mit seinen Daten arbeiten kann. Vor versehentlichem Löschen, oder Verschlüsselung von Daten durch Ransomware kann man sich mit zwei Strategien zusätzlich absichern. Nutzt man das NAS hauptsächlich zum Lesen von zentral bereitgestellten Dateien, kann man dem Standardnutzer der sich mit dem NAS verbindet auf dem NAS z. B. nur Leserechte geben. Eine Backupsoftware verbindet sich dann z. B. als spezieller Nutzer mit dem NAS, der dann auch Schreibrechte hat. Eine andere Möglichkeit, die aber die kleinen NAS in der Regel nicht bieten sind regelmässige Snapshots des Dateisystems. Hier verschwinden gelöschte Dateien dannnicht gleich ins Nirvana (auch nicht wenn man sie aus dem Papierkorb löscht). Und wenn Ransomware Dateien verschlüsselt, dann wird eben nur eine neue Dateiversion geschrieben, aber man hat noch Zugriff auf die alten davor.

Um ein Backup vom NAS zu machen braucht man nicht zwangsläufig ein zweites NAS. Das geht auch ganz gut auf eine normale externe USB-Platte die man bedarfsweise daran ansteckt.
 
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Vielen Dank für die umfangreichen Antworten. Auch danke für den Tipp mit USB-Festplatte an Router oder NAS. Ich komme aus den 80er Jahre. Wenn RAID kein Backup ersetzt dann verzichte ich erst mal aus kostengründen RAID und ziehe Backup vor. Wie verhalten sich die NAS überhaupt? Ethernet-Controller kommuniziert permament mit dem Router nehme ich an, während die Festplatten automatisch in Standby-Modus gehen wenn darauf nichts zugegriffen wird? Wenn im NAS zwei Festplatten eingebaut sind, kann man eine Festplatte manuell abschalten?

Meine Überlegung ist, dass ich zwei von verschiedenen Herstellern 4TB Festplatten einbaue. (insgesamt 8TB) Ich habe gelesen dass Leute zwei Festplatten vom selben Hersteller gekauft haben und beide extakt nach einem Jahr kaputt gingen, so dass er die Daten auch vom Backup oder Mirror nicht retten konnte. Wahrscheinlich wegen der Serienproduktion mit gleichen Fehlern.

Wie verlässlich sind Amazon-Bewertungen?

Synology NAS haben oft 4 1/2 Sterne und alle Zyxel NAS nur 3 1/2 Sterne ?
 
Die Festplatten gehen in Standby wenn eine bestimmte Zeit nicht darauf zugegriffen wird. Wie lange das dauert kann man einstellen. Wenn man das NAS selbst nur zu Backupzwecken nutzt kann man es aber auch einfach bei Bedarf einschalten und danach wieder runterfahren. Manuell abschalten kann man die Platten in der Regel nicht.

Wenn Du sowieso korrektwerweise Backups machen willst, und auf ein RAID verzichtest würde ich eher erst mal nur eine große Platte einbauen, z.B. 1x 8 TB. Dann bleibt später immer noch die Option einfach eine Platte dazu zu bauen, wenn der Platz nicht mehr reicht. Ob man jetzt Platten zweier verschiedener Hersteller und oder Produktionschargen einbaut ist ein wenig Glaubenssache. Natürlich hört sich der Hintergrund logisch an, zwei Platten mit grundsätzlich dem selben Produktionsfehler z. B. - trotzdem spricht die Wahrscheinlichkeit eher dagegen, daß beide exakt zur selben Zeit ausfallen. Um außerdem nochmal mit statistischen Wahrscheinlichkeiten zu spielen: Wenn ich mir in ein NAS zwei Platten einbaue, weil eine ja ausfallen könnte, muß aber auch bewusst sein, daß ich mit zwei Platten auch eine doppelt so hohe Ausfallwahrscheinlichkeit habe als mit einer. ;-) Auch logisch oder? Je mehr Platten ich habe desto höher die Wahrscheinlichkeit daß eine ausfällt. Aber deshalb hat man ja genau für so einen Fall das Backup.

Hier auch nochmal die Anmerkung: ein RAID-1/5/6 ist nicht dafür da um Daten bei Ausfall zu retten. Sicher wird man das oft sogar können. Jedoch deckt das nicht alle Szenarien ab. Ein RAID ist im Privatbereich eigentlich nur eine Komfortfunktion, und nur dazu da, daß man während der Fehler behoben wird trotzdem Zugriff aud die Daten hat, und nicht erst auf das Recovery vom Backup warten muss. Für Firmen unerlässlich, privat wie gesagt eher Komfort.

Die Bewertungen rein an der Anzahl der Sterne zu messen wird dem nicht ganz gerecht. Verschiedene Leute haben verschiedene Prioritäten. Die billigeren NAS wie Zyxel, haben meist eine weniger ausgereifte Software, und ggf. je nach Aufstellort spielt der Geräuschpegel noch eine Rolle. Die Verarbeitung und Stabilität des Gerätes selbst ... wie gesagt, jeder gewichtet das anders.

Wer jetzt einfach nur eine Netzwerkfreigabe im lokalen Netzwerk will auf die er seine Daten speichern will kann eigentlich beruhigt zu was billigem greifen. Das können sie alle. Vielleicht noch ein wenig Augenmerk auf die verbaute CPU. Zu schwachbrüstig geht dann oft auf die Schreibleistung (das oben von mir erwähnte DS216se kommt kaum über 55 MB/sec.). Will man jedoch Videos streamen, vielleicht noch mit Transcoding, und Daten für Zugriff aus dem Internet verfügbar machen, oder die vielen weiteren Möglichkeiten eines NAS nutzen, dann sollte man sich zum Gerät vorher eindeutig mehr Gedanken machen. Hier punkten halt in meinen Augen in erster Linie Synology von der Software her, recht dicht gefolgt von QNAP.

Edit: Man kann da übrigens auch ein wenig reinschnuppern. Hier mal die Links zu Live-Demos:

Synology Live Demo
QNAP Live Demo
Asustor Live Demo
 
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