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Fritzbox reparieren oder anderes Modem

Pummeluff

Lt. Commander
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März 2021
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Guten Mittag,

gestern Nacht ist meine Fritzbox 7590 über den Jordan gegangen. Das Netzteil liefert noch 12V. Aber bei der Fritzbox leuchtet keine LED an, ist nicht anpingbar und wird auch nach 1h nicht warm. Also geh ich mal davon aus, dass das Teil hinüber ist. Die Fritzbox hat >6 Jahre brav ihren Dienst erfüllt.

Jetzt grad hab ich meine SIM-Karte in den Mobile Accesspoint reingesteckt. Mein Notebook holt sich über das WLAN vom Access Point den Internetzugang. Und der restliche Heimnetz nutzt das Notebook als Gateway. Bin etwas stolz auf mich, dass ich die Konstruktion hinbekommen hab.

Meine Netzwerkkonfiguration
  • Internet: Deutsche Glasfaser mit ONT. Die Fritzbox wurde über den WAN-Port versorgt. Ich brauch also nicht zwingend ein Glasfasermodem.
  • Switch: Ubiquiti USW 16 PoE Gen 2
  • Access Points: Unifi AC Lite Wifi 5
  • DNS und DHCP wird über mein NAS bereitgestellt. Das muss der Router nicht können.
  • Wireguard hatte ich über die Fritzbox laufen. Kann ich aber auch auf dem NAS konfigurieren.
  • DynDNS hatte ich sowohl auf der Fritzbox als auch auf dem NAS konfiguriert.

Damit ich beim Ubiquiti-Switch auch mal VLans konfigurieren könnte, bräuchte ich ein Cloud Gateway. Bisher hab ich den Switch eigentlich nur dazu genutzt, dass der Switch und die Access Points über die Oberfläche ihre Updates bekommen.

Was brauch ich eigentlich
  • Einen Router, der mir den Internetzugang der DG ins Heimnetz zur Verfügung stellt.
  • Hübsch wäre was von Ubiquiti, was mir ein Cloud Gateway zur Verfügung stellt.
  • Da die 16 RJ45-Anschlüsse des Switches etwas knapp sind, könnte der Router noch 4 RJ45-Anschlüsse zur Verfügung stellen.
  • WLAN am Router brauch ich nicht.
  • Das Ding sollte passive gekühlt, klein und sparsam sein.
  • 1 GBit/s reicht eigentlich. Die Geräte im Heimnetz haben Netzwerkkarten von 100 Mbit/s bis 2,5 GBit/s. Der Switch kann nur 1 GBit/s.
  • Ach ja, ganz vergessen: Ein Festnetztelefon (DECT) sollte damit auch noch funktionieren.
Was wäre für mich da am geeignetsten für mich?

[Update]
Hab hier bei Ubiquiti mal einen Vergleich zusammengebastelt. Bisher tendiere ich zum kleinsten Teil: Cloud Gateway Ultra.
 
Zuletzt bearbeitet:
Siehe oben. Ist bisher mein Favorit. Bin grad am Überlegen, wie ich das DECT-Telefon noch irgendwie da verwenden kann.
 
Wenn du mit AVM glücklich bist, warum nicht wieder eine?
Bei routermiete.de kann man immer günstig ne Fritz!Box mieten und dann auch problemlos gegen die neueren Modelle tauschen.

Alternativ, schau dich doch auch ruhig mal bei CLP Tutorial aufn Youtube Channel rum.
Der testet auch immer mal schöne Routeralternativen. Und verrät dabei oft auch, ob sowas die Zero Wait DFS supportet wird.

Wär ich nicht im AVM Universum .. fänd ich den letztens vorgestellten GL.iNet GL-BE9300 als Beispiel auch nice. Viel WLAN und 2,5G LAN zum guten Preis.
 
@Blutomen Ich finde die Fritzbox gut. Allerdings hab ich alles deaktiviert, was die Fritzbox eigentlich ausmacht. Ich brauch die ganze Funktionalität nicht. Und gerne würde ich halt den Ubiquiti-Switch etwas besser nutzen können (VLANs). Der Preis ist für mich sekundär. Primär will ich die unschöne Situation nutzen und damit die vorhandene Infrastruktur optimieren.

@Tom_123: Telefon ist ein altes Gigaset A540. Bin zuerst über die Basisstation gestolpert, mit der man das Telefon in ein IP-Telefon verwandeln kann.

Der nächste Gedankengang geht dahin, die Festnetznummer irgendwie ins Handy reinzukriegen. Dann würde ich das Gigaset ganz abschaffen.
 
Da du bereits Unifi Gerät hast, würde sich das UCG Ultra anbieten. Ist das einzige UCG was passiv ist.
Die Gigaset Go Box 100 wäre mir VIEL zu teuer, eine kleine FB7510/20/30 sollte es als DECT-Basis tun wenn eh keine weiteren Funktionen von der FB genutzt werden. Könnte(/sollte?) eventuell auch als "TK"-Anlage hinter dem UCG funktionieren?

Vorteil bei einer FB: Ihr könntet die Fritz!Fon App auf dem Smartphone oder Tablet nutzen, womit das DECT-Telefon dann auch hinfällig wäre.
Ergänzung ()

PS: Die FB7590 reparieren lassen lohnt sich kostentechnisch glaube ich nicht, auch da du kaum Funktionen von ihr nutzt. Eine FB7590 ist letztes Jahr kurz vor Weihnachten vom bekannten 2,4GHz-Sterben betroffen gewesen, die hat AVM/Fritz im Frühjahr trotz fast 6 Jahren alter auf der Rechnung noch anstandslos getauscht.
Wenn du die Rechnung noch haben solltest, eventuell mal beim Support höflich anfragen, ob es noch möglich ist die FB getauscht/repariert (zu 99,9% bekommst eine andere Box) zu bekommen.
 
Pummeluff schrieb:
Bin zuerst über die Basisstation gestolpert, mit der man das Telefon in ein IP-Telefon verwandeln kann.
Fehlt in dem Satz irgendwas oder ist was verdreht? Kann den irgendwie nicht auflösen. Jedenfalls wäre auch mein Tipp UCG-Ultra und dann Gigaset GO-Box 100. Letztere bekommst Du (nur noch) gebraucht unter dem Stichwort „gigaset go“ bzw. „gigaset scb“ bzw. „gigaset flex“ immer wieder für unter 20 € inklusive Versand, als eBay-Auktion oder in Kleinanzeigen.de.

Ansonsten die erwähnte FRITZ!Box 7520, gebraucht. Bei einer FRITZ!Box musst nur darauf achten, die als IP-Client plus Portweiterleitung des Internet-Routers für Telefonie aktiv halten zu konfigurieren.
Pummeluff schrieb:
Festnetznummer irgendwie ins Handy
Wenn Du ganz selten angerufen wirst, dann Rufumleitung. Oder direkt eine VoIP/SIP-App ala CounterPath Bria Mobile, Belledonne Linphone, Acrobits Groundwire bzw. Securax Zoiper.
 
Für 20€ wäre die Gigaset GO-Box 100 eine Option wenn es eh auch ein Gigaset Telefon ist. Hatte Gebrauchtangebote beim schnellen Suchen nur Richtung dreistellige Beträge gesehen > nope.
Beim Suchen nach gigaset go dann aufpassen, dass es wirklich die Variante mit RJ45 ist, die Gigaset Box 100 (ohne Go) ist für den Anschluss am TAE vorgesehen!

Mit einer kleinen FB wärst IMO flexibler, da neben DECT eben auch Telefonie per App gehen würde.
 
Ok. Das Cloud Gateway Ultra ist bestellt für 88,49€ bei Galaxus. Soll dann am Mittwoch kommen. Bin gespannt.

Zum Festnetztelefon:
Ich hab jetzt versucht, meine Telefonnummer in Linphone (und Zoiper) zu registrieren. Hab's nicht hinbekommen. Die Registrierung schlägt immer fehl. Dem Glasfaserforum zufolge klappt die Anmeldung nur von innerhalb des DG-Netzes. Ich hab jetzt mal bei der DG eine Service-Anfrage gestellt.

Die Anschaffung einer IP-Basisstation oder gleich eines IP-Telefons betrachte ich eher als letzten Ausweg. Vermutlich werd ich das Festnetztelefon dann ganz abschaffen. Sind nur noch sporadische Anrufe, die wir über Festnetz erhalten. Und der Schreibtisch wäre wieder etwas leerer.

Ich werd mir das mal in den nächsten Tagen überlegen.

CubeID schrieb:
Eine FB7590 ist letztes Jahr kurz vor Weihnachten vom bekannten 2,4GHz-Sterben betroffen gewesen, die hat AVM/Fritz im Frühjahr trotz fast 6 Jahren alter auf der Rechnung noch anstandslos getauscht.
Ob ich die Rechnung noch hab? Das Ding hab ich von 1&1. Haben die mir damals in der Vertragsverhandlung zur Verlängerung angeboten.
 
Bedenke, dass Ubiquiti zu heute nur gut als Router ist, wenn du auf ewig Kunde der Deutsche Glasfaser sein willst. In der letzten Zeit weitet sich die Anbieterauswahl auf deren Netz aus, daher erscheint mir das zunehmend unwahrscheinlich.

Eine 1&1-7590 müsste über 1&1 reklamiert werden, daher ist der Drops definitiv gelutscht.
 
Pummeluff schrieb:
Die Anschaffung einer IP-Basisstation oder gleich eines IP-Telefons betrachte ich eher als letzten Ausweg.
So ne FritzBox 7520 als DECT-Basisstation hätte natürlich den Reiz, das man ganz nebenbei noch ein Backup verfügbar hätte, falls das Cloud Gateway mal zickt.
 
@DLMttH Warum kann man mit einem UCG nicht mehr zu einem anderen Anbieter wechseln?
 
Kannst du schon, aber beiden großen alternativen Anbieter auf dem Netz der DG verwenden beide standardmäßig DS Lite und das möchte Ubiquiti zwar beherrschen, kann es aber noch nicht. Ich lehne Ubiquiti jetzt nicht konsequent ab, würde aber warten, bis DS Lite sitzt, selbst wenn man sich vom Provider auf Dual Stack umschalten lässt. Einfach so für den Fall der Fälle, weil man kein Anrecht auf Dual Stack hat.
 
So, das Cloud Gateway Ultra ist angekommen. Die Inbetriebnahme war ziemlich einfach. Das Gerät hat sofort den Internetanschluss gefunden, eingerichtet und die Updates ausgeführt.

Aber wo auch Licht ist, ist auch Schatten. Ich bin noch dabei, die Macken auszumerzen. Zum Glück läuft auf dem UCG ein normales Linux. Da kann man so einige Sachen korrigieren. Die Deutsche Übersetzung der UI ist zwar ganz nett. Aber bei manchen Fachbegriffen war das eher verwirrend. Ich hab's wieder auf englisch umgestellt.

Festnetztelefon
Hab auf dem Smartphone Linphone installiert und die Zugangsdaten eingegeben. Außerhalb des DG-Netzes kann ich mich nicht einloggen. Im DG-Netz hat er die Zugangsdaten akzeptiert. Allerdings hat beim Anrufversuch das Zielgerät nicht geklingelt. Ich hab Linphone jetzt wieder runtergeschmissen und mich vom Festnetztelefon verabschiedet. Wir der Schreibtisch wieder leerer.

Anlernen der Unifi-Geräte
Damit die Geräte von UCG verwaltet werden können, muss man einen Reset ausführen. Beim Switch ging das noch. Die Access Points hätte ich abmontieren müssen, was nicht so einfach ist. Per Software geht das mit:
Bash:
ssh user@mein_ap
set-default
Anschließend rebootet der Access Point. Taucht der AP dann 2x in der Devices-Liste auf, muss man den rausschmeißen, den Strom des Access Points abziehen (PoE bei mir). Anschließend wieder anstecken. Nach einiger Zeit kann man das Ding dann anlernen.

IPv6
War per Default deaktiviert: Settings →Internet → DG WAN1 → Rechter Tab: IPv6 Configuration → Connection: [x] DHCPv6
Dann bekommt zwar das UCG eine IPv6, aber die Clients nicht. Das kann man aktivieren in den Netzwerkeinstellungen → IPv6: Prefix Delegation, SLAAC, RA

SSH
Unter Unifi Devices → Device Updates and Settings kann man ein SSH-Konto anlegen. Blöderweise muss man ein Passwort vergeben. Ich hätte lieber nur einen SSH-Key hochgeladen. Das Konto gilt für alle Unifi Devices - außer für das UCG selbst.

Das muss man aktiveren unter Settings → UCG Ultra → Control Pane → Advanced → SSH
Hier kann man nur Username + Passwort angeben. Key geht gar nicht. Wie ich oben erwähnt hab, ist das System zum Glück ein normales Linux. Also hab ich mich auf die Kiste eingeloggt und meinen Key einfach unter /root/.ssh/authorized_keys eingetragen. Damit hat's geklappt.

DynDNS
Settings → Internet → DG → im Rechten Tab: Dynamic DNS → Create New
Dynv6 ist vorhanden. Funktioniert nur leider nicht. Steht dazu auch nichts in den Logs der UI drin. Wie ich oben erwähnt hab, ist das System zum Glück ein normales Linux. Also hab ich mich per SSH eingeloggt und im Journal festgestellt, dass das DynDNS-Plugin nur die IPv4-Adresse versucht zu aktualisieren, was bei DG ziemlich sinnfrei ist. Und da das System ein normales Linux ist, kann man einfach einen Cronjob anlegen, der den Job korrekt macht:
Code:
0 */6 * * * root systemd-cat -t "dynv6" /usr/bin/curl -s "https://dynv6.com/api/update?hostname=mydomain.v6.rocks&token=123token321&ipv6=$(/usr/local/bin/getIP -6)&ipv6prefix=$(/usr/bin/sed -n "s/\s*inet6\s\(.*\)\sscope\sglobal.*/\1/p" <<< $(ip -6 addr show br0))"
(getIP hab ich mal geskriptet. Das gibt mir die öffentliche IPv4 und IPv6 zurück)

Firewall
Die neue Firewall-Ansicht ist ganz nett. Ich wollte den SSH-Zugang von außen auf mein NAS freigeben. In der Fritzbox konnte man den Device Identifier angeben. Das geht bei bei Unifi erst ab Version 10.x (derzeit Beta). Ich hab noch die 4.x drauf.

VPN
Als nächstes ist dann Wireguard dran. Das gefällt mir in der UI-Einstellung auch nicht wirklich. Mal sehen, ob ich das irgendwie über die Konsole besser anpassen kann.

[Update]
Das Wireguard-VPN ist ziemlich rudimentär. Auch kann man als Server-Adresse nur die WAN-IPv4 auswählen, was aufgrund CGNat wieder sehr ungünstig ist. Es gibt einen Private und einen Public Key, den man nicht ändern kann. Einen Preshared-Key gibt's gar nicht. Die Allow-Adressen werden wohl auf 0.0.0.0 festgelegt. Das ist dreckig.

Eventuell bastel ich da wieder eine manuelle Konfiguration nach /etc/wireguard. Das ist derzeit leer. Das gefällt mir alles überhaupt gar nicht.

[Update2]
Anscheinend stellt das UCG keinen NTP-Server bereit. Das ist ja peinlich.
 
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Hab jetzt das ganze Wochenende gebastelt, um die Infrastruktur von der Fritzbox zum Unifi Cloud Gateway zu portieren.

Bisherige Erkenntnisse
Positiv

Die Integration der Access Points und des Switches klappt sehr gut. Es wird alles hübsch dargestellt. Es lässt sich alles über eine Oberfläche verwalten. Die Firewallregeln sind einfach zu konfigurieren, wobei ich mich noch nicht an komplexere Dinge wie Client-Isolierung auf MAC-Basis gewagt hab. Auch die Performance ist gut. Vielleicht ist es nur Einbildung, aber die WLAN-Verbindung erscheint mir performanter.

Man kann sich per SSH auf die Kiste einloggen und die Einschränkungen der UI umschiffen.

Negativ
IPv6:
Bei DynDNS und Wireguard ist IPv6 schlichtweg nicht vorgesehen. Auch bei den Firewallregeln kann man keine Device Identifier angeben. Hab so das Gefühlt, bei IPv6 steht Ubiquiti noch ganz am Anfang.

Wireguard: Die Eingabemaske ist rudimentär. Man kann eigentlich gar nichts einstellen. Also hab ich das über das System gemacht.

"Eigentlich" funktioniert die Linux-native Wireguard-Lösung ganz gut. Wenn da nicht die Hänger wären. Nach einiger Idle-Zeit bricht die Verbindung trotz Keepalive auf beiden Seiten ab. Ich hab einen V-Server im Internet, an den ein anderes Netz angeschlossen ist dazu noch ein paar Clients. Die Verbindung funktioniert tadellos. Nurr die Verbindung zum UCG hängt nach kurzer Zeit. Mit der Fritzbox war das nicht der Fall. Wenn ich da nichts finde, lass ich den Wireguard-Server auf meinem NAS laufen. Workaround ist derzeit, dass ich mich über die Nicht-VPN-Verbindung auf dem V-Server einlogg und ein Ping an das UCG schick.

Fazit
Hat man keine Infrastruktur von Ubiquiti, ist man mit einer Fritzbox schlicht besser beraten. Die Fritzbox erscheint mir in vielen Bereichen ausgereifter. Das Cloud Gateway ist für Leute, die mit Ubiquiti-Komponenten eine Netzwerkstruktur pflegen wollen und Bedarf an Vlans, komplexeren Firewalls und Client-Isolierung haben. Dafür verzichtet man auf den Festnetzanschluss.

Update
Ich hab jetzt den Wireguard-Server auf mein NAS umgezogen. Bin mal gespannt, ob ich die Abbrüche jetzt auch noch hab.
 
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