Mal ernsthaft, welcher Händler geht für ein paar Euro vor Gericht? Sprich es gibt genug Gerichtsurteile, dass man maximal für die Verschlechterung einer Sache bezahlen muss. Den Widerruf kann der Händler dann trotzdem nicht ablehnen. ( Versucht er aber trotzdem gerne mal )
Auf der anderen Seite darf der Händler widerrufene Gegenstände auch wieder als "Neu" verkaufen. Grundsätzlich sollte man es als Käufer allerdings nicht übertreiben oder absichtlich Dinge bestellen und zurückschicken die man sowieso nicht behalten möchte. Diese Kosten muss der Händler natürlich auf die Ware umlegen.
Das Recht zur Wahl hat man nur theoretisch, nämlich wenn es in angemessenem Verhältnis stehen würde.
Dies ist nicht richtig, im BGB steht drin, dass dies im verhältnismässigen Maß gilt. Sprich wenn du dir für 15.000 Euro eine Goldkette als Einzelstück anfertigen lässt, dann kannst du sie nicht zurückgeben. Wenn es aber so ein Massenprodukt wie eine 0815 Grafikkarte ist, dann wird der Händler vor Gericht damit niemals durchkommen. Es ist doch nicht unverhältnismässig wenn er von der selben Grafikkarte 20 Stück der selben Sorte im Regal stehen hat.
Reperatur ist in den meisten Fällen für den Händler kostengünstiger als Austausch.
Aber halt nicht unverhältnismässig, sollte der Händler den Direktaustausch innerhalb der ersten 6 Monate ablehnen, so bist du zur Wandlung berechtigt. Sprich 100% vom Geld zurück...
Und widerrufen wird schlecht gehen wenn der Händler dies ausschließt
Das Widerspruchsrecht kannst du als Händler nicht ausschließen. ( Also im Onlinehandel )
Es gibt Ausnahmen bei Software oder Dienstleistungen die bereits begonnen wurden, aber generell ist dies nicht möglich.
Sowas höre ich zum ersten Mal und wird sicher auch seine Gründe haben (selbstverschuldeter Defekt und zweimal versucht auf Gewährleistung abzuwickeln, da würd ich auch weitere Geschäftsbeziehungen ablehnen).
Die Widerrufsqoute war denen vermutlich zu hoch, wir hatten ein Servermainboard mit Sockel C32 und das passende drumherum bei denen gekauft.
Naja das erste Netzteil hatte nicht den passenden Anschluss fürs Mainboard. Also gegen ein passendes ausgetauscht, dieses Netzteil war defekt und ein Vorabtausch wäre nicht möglich, also widerrufen und woanders bestellt da wir auf den Artikel dringendst angewiesen waren. ( Der Hinweis, dass man noch einen separaten Stromstecker fürs Mainboard bräuchte fehlte in der Beschreibung )
Dann war das Serversystem extra auf leise getrimmt worden da der Server als Testsystem in einem Büro stehen sollte, also gedämmtes Gehäuse, silent Lüfter jeweils 65 Euro Kühler von Noctua rein damit die Lüfter leise drehen können...und dann fiept die Nordbridge in einem nicht feierlichen hochfrequenten Ton!

( Bei einem 350 Euro Mainboard... )
Wir also Asus angeschrieben ob dies normal sei oder ob ein Matarialschaden vorliegen würde, Antwort das Gerät wäre defekt bitte einschicken. Hier wurde wieder ein Vorabtausch Seitens MF verweigert, also auch das Mainboard widerrufen und woanders bestellt. Ein anderes Mainboard hatte dann leider den selben "Schaden", unser Techniker hat dann etwas länger daran herumgetüftelt bis er das Fiepen eliminieren konnte. Der Grund lag an der Qualität der Spulen für die CPU-Lüftersteuerung, sprich wenn man die CPU Lüfter nicht temperaturgeregelt laufen lies dann war das Fiepen weg.
Dazu gab es noch RAM Probleme die auf eine mangelhafte Beschreibung auf der Webseite von Mindfactory und Asus zurückzuführen waren. ( Dort stand, dass man 128 Gb einsetzen könne obwohl nur 32 GB gingen )

Ein verbauter RAM Testknopf tauchte nicht im Handbuch auf und so weiter.
Naja dann lief alles und wir hatten keine Probleme, 2 Monate später wollten wir ein NAS System mit den passenden Festplatten ordern und MF hat unsere Bestellung kommentarlos gelöscht und auf Nachfrage gab es halt den Hinweis, dass keine weitere Geschäftsbeziehung gewünscht sei.
P.S. Alle Waren wurden per Vorkasse bezahlt und unsere Bonität ist super, sprich das Verhalten von MF kann sich nur damit begründen, dass ihnen die RMA Quote zu hoch war. ( Die sich allerdings hauptsächlich aus dem Defekt, der mangelhaften Beschreibung, der mangelhaften Qualität der verkauften Ware und der Weigerung einen Direktentausch vorzunehmen ergeben haben )
Allerdings muss man Mindfactory Zugute halten, dass dies wahrscheinlich ein bedauerlicher Einzelfall ist und wir einfach das Pech hatten damit in die Kategorie "kostenintensiver Kunde" zu fallen. Als Kaufmann, der sich nur die Kalkulation ansieht und nicht die Umstände, wäre ich wohl ähnlich an die Sache herangegangen.