KurzGedacht schrieb:
Da man über die Uhr viel entspannter und vor allem viel mehr Messungen machen kann, gleicht sich das doch mehr als aus.
Als Bluthochdruckpatient, der gerade gestern von der jährlichen Vorsorgeuntersuchung kam, kann ich dir sagen, dass dauerhaftes, tägliches Messen ziemlich drüber ist und auch viele Messfehler verursacht.
Den Blutdruck ab und zu gezielt morgens nach dem Aufstehen vor allem anderen messen und ggf. nochmal abends und das dann so alle ein, zwei Tage reicht völlig für eine gute Überwachung aus.
Den Arzt, gut mein Arzt, interessiert vor allem die Änderung vom Bluthochdruck Tag / Nacht. In der Nacht muss es eine natürliche Absenkung geben. Ist die nicht da, ist das ein Alarmzeichen. Das muss man abklären mit
einer 24h Messung.
Wenn man dann mit dem passenden Medikament eingestellt ist ist insbesondere die jährliche Kontrolluntersuchung der Nieren und der Halsaterien (bei mir zumindest) wichtig und keine dauerhafte Blutdruckmessung. Der Arzt erklärte mir das gestern genau so, dass er die Halsaterien bei Bluthochdruckpatienten, die dann auch noch oftmals (wie ich) mit Cholesterin zu tun haben, unbedingt jährlich via Ultraschall abklären möchte.
Man kann sich dann natürlich mit Messwerten zuballern. Alles schön und gut, das immer mal im Auge zu haben aber dauerhaft am Tag Blutdruck messen, wahrscheinlich häufer als bei einer 24h Messung ist wirklich eins drüber. Gut, wenn es nicht stört, bitteschön. Nur nicht mit den vielen Messwerten verrückt machen. Da werden nämlich bei Anstrengung usw. Werte auf der Uhr ausgespuckt, die einen daran zweifeln lassen, ob man so leben kann - das muss man aus den Datensatz dann eigentlich wieder rauslöschen, weil relevant für eine medizinische Beurteilung ist der Blutdruck bei Ruhe und nicht beim Einkaufen, Arbeiten, Sport, Autofahren usw.
Das einzige, was man aus so einen täglichen Datenwust ablesen kann ist eigentlich nur die Veränderung Tag / Nacht und eventuell über den Long-Run eine Tendenz.
Aber einen konkreten Blutdruckwert würde ich bei der Art der Messung, insbesondere am Unterarm der weit unterhalb der Herzlinie hängt usw. nicht heranziehen wollen.
Dauerhaft den Puls und vor allem die Veränderung des Pulses bei Aktivitätsphasen und Ruhephasen zu überwachen ist da, auch und gerade als Bluthochdruckpatient, viel wichtiger. Die großen Probleme von Bluthochdruck sind ja Herzinsuffizienz und eben Atherosklerose, insbesondere der wichtigen Halsaterien und Schäden an der Niere. Diese drei Dinge, Herz, Aterien und Nieren muss man vor allem als Patient mit Hypertonie im Auge behalten.