Pisaro schrieb:
Das ist meiner Meinung nach immer die komplette falsche Sichtweise. Es geht doch um die FPS die man will. Habe ich eine langsame GPU kann ich dennoch Regler bedienen um oft meine Wunsch FPS zu kriegen. Das geht bei einem Prozessor fast nie.
Das stimmt, aber wenn man das nur so rum betrachtet, ist es auch nur die halbe Wahrheit. Meiner Ansicht nach sogar der schlechtere Teil der Wahrheit bzw. der mit dem geringeren realen Wert.
Was bringen mir die FPS, die der Prozessor theoretisch könnte, wenn die GPU vorher komplett dicht macht oder eben die Details so weit runter müssen, dass das wie Pixelbrei ausschaut?
Man darf mMn hier nicht die Relationen vergessen. Eine 5090 ist verglichen mit dem normalen dGPU Gamer Modellen so viel schneller wie mal eben der Unterschied zwischen dem 9850X3D zum Single Channel 9600X im CB Gaming Benchmark CPU Test. Also dem schnellsten zum langsamsten Modell. (9700XT Leistung zur 5090)
Was willst du denn da noch groß mit Reglern weg reduzieren? Diese um die 80% Leistungsdifferenz werden ja schon "weggeregelt" durch den User. Die Frage ist hier mMn eher, was bringt mir dann ein nennenswert schnellerer Prozessor wenn das bedeutet, dass meine dGPU völlig überfordert mit den FPS wäre. Dann spare ich mir das doch lieber und baue vielleicht perspektivisch den Unterbau neu anstatt auf "Vorrat" zu kaufen.
Beim 5800X3D um den es ja hier geht, sieht man, wie "unsinnig" Kauf auf Vorrat ist. Der landet irgendwo ca. beim 9600/9600X, kommt häufig nicht mal da ran. Dann doch lieber für nen schmalen Taler den Unterbau wechseln und das gesparte Geld in schnelle dGPUs investieren oder beiseite legen für den nächsten Refresh.
Pisaro schrieb:
Genau deswegen ist es wichtig, dass ein Prozessor auch "schnell" ist.
Schnell genug für das was raus kommen soll. Aber die GPU muss das halt auch irgendwie bereit stellen können.
mibbio schrieb:
Weil für die CPU der grundsätzliche Rechenaufwand (Spiellogik, Berechnen der Draw Calls für die GPU) ja letzlich weitestgehend konstant bleibt, egal was man an den Grafiksettings dreht. Egal ob am Ende in 720p oder 4K mit niedriger oder hoher Qualität gerendert wird, die Spiellogik bleibt die selbe und auch die Rohdaten der Szene (aus denen die CPU die "Arbeitsaufträge" für die GPU vorbereitet).
Das stimmt im reinen CPU Rechenwerk-Limit. Wenn man zum Beispiel bei Rundenstrategie Spielen misst, wie schnell die Computer-Spieler ihre Aufgaben berechnen können. Aber FPS Benches sind halt primär Durchsatz Werte. In heutigen Zeiten ist Durchsatz sehr wichtig für aktuelle CPUs, weil diese mit MCM Verfahren Rechenwerke über vergleichsweise langsame Verbindungen zusammen bringen. Ein Durchsatzlimit bringt am Ende eine abflachende Kurve, wenn viel Durchsatz gefordert ist. Das ist wie fahren mit angezogener Handbremse. Oder im PC Umfeld, wenn die GPU am VRAM Limit verhungert.
Low Res FPS Benches gegünstigen stark dieses Thema, weil nicht primär die Rechengeschwindigkeit, sondern der Durchsatz im Vordergrund stehen. Bei angenommen 300 FPS kann eine Latenzreduktion auch entsprechend oft einfließen. Bei 60 FPS ist das bedeutend weniger häufig der Fall. Weswegen die CPUs mit viel Cache obenraus idR sehr hohe Abstände aufzeigen, aber unten bei stärkerem Rechenwerk-Limit (siehe 5800X3D ggü. 9600X) deutlich weniger gut skalieren werden.
stefan92x schrieb:
Wieso? Gebrauchtpreise für den 5800X3D sind happig, wenn man den neu vom Hersteller mit Garantie zum besseren Preis kriegen kann, wird das ein No-Brainer.
Es bleibt doch aber immernoch eine relativ langsame CPU!? Verstehe den Hype nicht. Laut den CB Benches liegt der 5800X3D irgendwo auf 0-10% dran an einem 9600X, mal mit paar wenigen Ausnahmen wo es auch mal 10% drüber sind. Wir reden da über 50, 60, je nach Titel noch mehr Prozent, die zu einem 9850X3D fehlen.
MIR stellt sich da eher die Frage, ob es wiklich sinnig ist in eine "tote" Plattform AM4 zu investieren oder doch lieber den Kram zu verkloppen und dann zu schauen, ob man mit einem 9600/9600X (für den Anfang) nicht doch weiter kommt? Mit Blick auf Zen6 und 12C CCDs wäre zumindest mittel- bis längerfristig eine sinnige Upgrade Option vorhanden, die für die nächsten Jahre das Latenzthema etwas kompensieren dürfte