Kompaktkamera statt Smartphone

TR2013 schrieb:
Gibt's da empfehlenswerte Modelle?
Ja, es gibt empfehlenswerte Modelle, aber die werden preislich jenseits dessen liegen, was Du Dir vorstellst.

Du mußt zudem bedenken, daß eine Kamera etwas ganz aneres ist, als ein Smartphone. Du wirst bei einer Kamera auf die Vorzüge der "computational photography" verzichten dürfen. Heißt im Endeffekt: Wenn die Bilder Mist werden (und das werden sie mindestens am Anfang Deiner fotografischen Reise), bist allein Du selbst Schuld, nicht die Kamera. Da arbeitet keine Software, die Dir trotz Unverstand noch halbwegs brauchbare Bilder liefert.

Bedenken,daß die Smartphone-Linse Kratzer kriegen könnte, ist die denkbar ungünstigste Motivation, sich eine Kamera zuzulegen. Haptische Bedienelemente, mehr Kontrolle über die Bildentstehung... Das wären valide Gründe. Kratzer auf der Smartphone-Linse? Definitiv nicht.

Du wirst mit diesem Ansatz von jeder Kamera enttäuscht werden. Eine Kamera ist kein Smartphone-Ersatz.
 
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Twostone schrieb:
Da arbeitet keine Software, die Dir trotz Unverstand noch halbwegs brauchbare Bilder liefert.

Blenden- und Zeitpriorität, Belichtungs- sowie Vollautomatik?
 
dx1 schrieb:
Blenden- und Zeitpriorität, Belichtungs- sowie Vollautomatik?
Das sind nur die Basics, die schon analoge Kameras vor 30 Jahren konnten.

Smartphones haben heute KI basierte Bildbearbeitung. Da kannst Du ohne nachzudenken eine Person im Gegenlicht fotografieren, und sie hellt das Gesicht hinterher so auf, das trotzdem ein hübsches Portrait rauskommt. Mit einer „klassischen“ Kamera hast Du im schlimmsten Fall nur eine Silouhette.

Natürlich haben auch die heutigen dedizierten Premium Kameras entsprechende Funktionen eingebaut, aber die kommen meist nicht mit den Smartphones mit. Es ist auch von vielen Anwendern dieser Kameras nicht gewünscht, denn es geht ja gerade darum, noch selbst kreative Kontrolle über das Ergebnis zu haben.

Diese Kameras sind der richtige Weg, wenn man sie im Raw-Modus benutzen will, und dann mit Programmen wie Lightroom später zu Hause nachbearbeiten („entwickeln“) möchte. Das erfordert aber eine Menge Einarbeitung und Erfahrung.

Ich habe mein ganzes bisheriges Leben dedizierte Kameras, angefangen bei einer analogen SLR, gehabt. Ich habe durchaus etwas Wissen über Fotografie, aber nicht auf dem Niveau eines enthusiastischen Foto Amateurs. Aber ich schaffe es mittlerweile in den meisten Situationen nicht mehr, mit Systemkamera + Entwicklung bessere Fotos als das Smartphone out-of-the-box hinzubekommen.

Ausnahme sind Motive, die ein Smartphone aufgrund seiner Konstruktion nicht hinbekommt, z.B. große Brennweiten (Zoom) oder „natürliches“ nicht KI gerechnetes Bokeh.
 
TomH22 schrieb:
Smartphones haben heute KI basierte Bildbearbeitung. Da kannst Du ohne nachzudenken eine Person im Gegenlicht fotografieren, und sie hellt das Gesicht hinterher so auf, das trotzdem ein hübsches Portrait rauskommt. Mit einer „klassischen“ Kamera hast Du im schlimmsten Fall nur eine Silouhette.
Das klappt auch ohne KI. Aber dazu muß man passend unterbelichten und dann die Schatten im RAW hochziehen. ISO-lose Sensoren sei Dank.
 
Bully49 schrieb:
@dx1 Das sind keine Software ...
Na ja, in gewisser Weise hat er ja Recht, denn die Automatiken laufen heutzutage auch über eine (programmierbare) Steuerung, das ist nur noch sehr selten hardwired.

Tatsächlich aber geht es um computational photography, was es Smartphones trotz ihrer physikalischen Limitierung dann doch noch erlaubt, erstaunliches zu liefern.

Tatsächlich läuft bei Smartphones sehr viel Rechnerei im Hintergrund ab, von dem der Nutzer gar nichts mitbekommt. Das fängt beim "Portrait-Modus" an und zieht sich bis in den Bereich low-light.

Klar hat das auch schon in Bereichen Einzug in die Kameras gehalten (focus bracketing, Mehrfachbelichtung oder Pixelshift, die mehrere Bilder kameraintern zu einnem einzelnen Bild zusammenrechnen), aber auch da muß man noch selber wissen, was man einstellt und was man tut, es funktioniert nicht automatisch und nur auf Wunsch des Nutzers mit den von ihm getätigten Einstellungen. Und auch nicht mit jeder Kamera, bei Vielen muß man dann doch noch nachträglich in der EBV die Einzelbilder händisch zusammenfügen.

Ein Smartphone macht dies unaufgefordert, und auch oft ohne Wissen des Nutzers. Das bestbekannte Beispiel sind wohl Samsungs Mondfotos. Aber das ist nicht die einzige Art, wie die (Smartphone-)Software in die Bildgestaltung eingreift.

Bei Kameras gibt es das nur bei sehr wenigen Modellen (mir ist nur OM Systems bekannt), bei denen es zudem auch noch händisch aktiviert und eingestellt werden muß, und auch nicht den Funktionsumfang bietet, der bei einem modernen Smartphone im Hintergrund abläuft. Warum auch? Der kundige Kameranutzer macht das in der Nachbearbeitung, nach seinem eigenen Geschmack.

Nicht umsonst gibt es in den einschlägigen Foren dutzende Threads nach dem Motto "ich habe mir eine sündhaft teure Kamera gekauft, und mein Smartphone macht immer noch deutlich bessere Bilder". Klar, Ein Smartphone macht die Bilder.

Bei einer Kamera macht der Bediener die Bilder. Das erfordert Geduld, Übung und Wissen. Wenn man sich eine Kamera kauft, sollte man sich dessen bewußt sein, daß es einige Mühen erfordert, bis man daraus die ersten annähernd brauchbaren Bilder erhält. Nicht zuletzt hat eine Kamera unzähliche Knöpfchen und Rädchen, die passend bedient werden wollen.

Aber es gibt auch positives: Mit DLSMs gibt es mittlerweile so viele Helferlein, daß die Lernkurve doch deutlich steiler ausfällt, als es noch zu Rollfilm-Zeiten möglich war. Man kann zum Beispiel direkt im Sucher sehen, wie das fertige Bild wird, man muß nicht erst in der Dunkelkammer planschen. Auch die ganzen Fokussierhilfen und die unzähligen Fokuspunkte, die mittlerweile den größten Teil des Sensors abdecken sowie hybride, rechnergestützte AF-Systeme machen den Einstieg schon deutlich einfacher und erfolgreicher als damalsTM.

Dennoch: Point&shoot geht selten von Anfang gut. Dafür nimmt man besser das Smartphone.
 
TR2013 schrieb:
Hi,

ich bin kein großer Fan von Smartphone Hüllen. Hab immer Bedenken dass meine Pixel 9a Kamera bald Kratzer bekommt. Eine gute Kamera ist bei mir auch immer der einzige Grund nicht noch günstigere Handys zu wählen.

Wenn ich nun zusätzlich eine Kompaktkamera kaufen würde, wieviel müsste ich ausgeben, damit die Qualität gleich oder besser als bei meinem Pixel ist? Besserer Zoom wäre wahrscheinlich ein Bonus. Wo müsste ich Abstriche machen oder gibt es Nachteile, die ich nicht bedenke?

Gibt's da empfehlenswerte Modelle?

Danke!
Sony ZV-1A für 620 EUR (gibt es auch regelmäßig günstiger).

Aber so richtig klar ist mir die Frage nicht (und einige Antworten auch nicht). Abstriche sind zB das fehlende Funkmodem.

Für etwas weniger gibt es die Lumix TZ99 mit schlechterer Bildqualität in manchen Situationen, wo du eh zum Smartphone greifst, aber mit heftigem Zoom.
Ergänzung ()

TomH22 schrieb:
Das sind nur die Basics, die schon analoge Kameras vor 30 Jahren konnten.

Smartphones haben heute KI basierte Bildbearbeitung. Da kannst Du ohne nachzudenken eine Person im Gegenlicht fotografieren, und sie hellt das Gesicht hinterher so auf, das trotzdem ein hübsches Portrait rauskommt. Mit einer „klassischen“ Kamera hast Du im schlimmsten Fall nur eine Silouhette.

...
ZV-1A: GesPrior b. M-Mess. https://helpguide.sony.net/dc/2410/v1/de/contents/0406M_face_prty_in_mlti_mtr.html?search=messmodus

"Damit legen Sie fest, ob die Kamera die Helligkeit auf der Basis von erkannten Gesichtern misst, wenn [Messmodus] auf [Multi] eingestellt ist."
Ergänzung ()

dx1 schrieb:
Blenden- und Zeitpriorität, Belichtungs- sowie Vollautomatik?
Man fotografiert fast ausschließlich im P-Modus. Mit solchen Sachen beschäftigt man sich kaum , weder mit einer Kompaktkamera noch einer (kompakten) Systemkamera.
 
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deekey777 schrieb:
Man fotografiert fast ausschließlich im P-Modus.

Oh, wusste ich nicht und hab mit Blendenpriorität begonnen. Benutze ich immer noch sehr gern, wenn ich nicht im manuellen Modus bin.
 
TR2013 schrieb:
und die Preise für gute Kompakte find ich auch absolut abgehoben
Kleinere Absatzmärkte bedingen höhere Kosten pro Stück

dx1 schrieb:
Blenden- und Zeitpriorität, Belichtungs- sowie Vollautomatik?
Alles "stupide" Hardware, mit Ursprüngen in den 60ern, was die Automatik betrifft.

Twostone schrieb:
Screenshot 2026-08-14 174643.png
Xiaomi 17T - links 20x Zoom (460 mm Brennweite) und KI, rechts Pro Modus mit manuellen Fokus etc. (680 mm Brennweite, um den KI Modus zu umgehen) - beides(!) frei Hand

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Der Rest ist jetzt alles mit dem Motorola Edge 60
Überall: Links DNG (RAW) - Rechts JPEG


Screenshot 2026-08-14 181353.png

Screenshot 2026-08-14 181449.png


Screenshot 2026-08-14 181249.png

Screenshot 2026-08-14 181141.png

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Immer noch Motorola:
IMG_20260511_130601852_HDR.jpg

IMG_20260511_130601852_HDR~3.jpg

Die Dame wurde am Handy per KI entfernt. Ich hatte keine Lust, ewig zu warten, bis die alle weg waren.


Handy zücken, Motiv suchen, eventuell den hoffentlich verbauten optischen Zoom nutzen und glücklich werden.
Das Motorola schärft zu sehr nach, das Xiaomi mit Leica-Unterstützung ist da etwas besser.
 
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dx1 schrieb:
Oh, wusste ich nicht und hab mit Blendenpriorität begonnen. Benutze ich immer noch sehr gern, wenn ich nicht im manuellen Modus bin.
Und ich dachte, dass A für Automatik steht.

Ich bin mir so ziemlich sicher, dass du mehr Ahnung von Fotografie hast.

Ich beschäftige mich mit solchen Sachen erst gar nicht (tu ich doch), weil ich darauf keine Zeit verschwende und manuelle Einstellungen nicht mein Anspruch ist.

Und wer heute eine günstige kompakte Systemkamera wie die ZV-E10, G100D oder ähnliche mit Kitobjektiv kauft, wird sich kaum für die Apertur interessieren, sondern für die Zoomstufe (nicht nur wegen der Komposition, sondern auch wegen Hintergrundunschärfe&Hintergrundkompression wegen der kleinen Blende), halbwegs vernünftige Belichtung und nicht verwackelte Bilder. Hinzukommen kreative Modi und Farbprofile. Hinzu kommt Live Composition, was bei OM bzw. Olympus mit integriertem ND-Filter noch spaßiger ist (ich muss zu einem variablen ND-Filter greifen).

Und im P-Modus lässt sich Apertur&Verschlusszeit einstellen (Lumix und Sony).
Ergänzung ()

andi_sco schrieb:
Anhang anzeigen 1753838
Xiaomi 17T - links 20x Zoom (460 mm Brennweite) und KI, rechts Pro Modus mit manuellen Fokus etc. (680 mm Brennweite, um den KI Modus zu umgehen) - beides(!) frei Hand

-
iPhone 15, keine KI:
 

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@andi_sco Es brannte sehr weit.

Neewer 7x (Teleconverter mit 17 mm Gewinde) und 266 mm im iPhone selbst (wenn ich das richtige Bild erwischt habe).
 
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