Bully49 schrieb:
@dx1 Das sind keine Software ...
Na ja, in gewisser Weise hat er ja Recht, denn die Automatiken laufen heutzutage auch über eine (programmierbare) Steuerung, das ist nur noch sehr selten hardwired.
Tatsächlich aber geht es um computational photography, was es Smartphones trotz ihrer physikalischen Limitierung dann doch noch erlaubt, erstaunliches zu liefern.
Tatsächlich läuft bei Smartphones sehr viel Rechnerei im Hintergrund ab, von dem der Nutzer gar nichts mitbekommt. Das fängt beim "Portrait-Modus" an und zieht sich bis in den Bereich low-light.
Klar hat das auch schon in Bereichen Einzug in die Kameras gehalten (focus bracketing, Mehrfachbelichtung oder Pixelshift, die mehrere Bilder kameraintern zu einnem einzelnen Bild zusammenrechnen), aber auch da muß man noch selber wissen, was man einstellt und was man tut, es funktioniert nicht automatisch und nur auf Wunsch des Nutzers mit den von ihm getätigten Einstellungen. Und auch nicht mit jeder Kamera, bei Vielen muß man dann doch noch nachträglich in der EBV die Einzelbilder händisch zusammenfügen.
Ein Smartphone macht dies unaufgefordert, und auch oft ohne Wissen des Nutzers. Das bestbekannte Beispiel sind wohl Samsungs
Mondfotos. Aber das ist nicht die einzige Art, wie die (Smartphone-)Software in die Bildgestaltung eingreift.
Bei Kameras gibt es das nur bei sehr wenigen Modellen (mir ist nur OM Systems bekannt), bei denen es zudem auch noch händisch aktiviert und eingestellt werden muß, und auch nicht den Funktionsumfang bietet, der bei einem modernen Smartphone im Hintergrund abläuft. Warum auch? Der kundige Kameranutzer macht das in der Nachbearbeitung, nach seinem eigenen Geschmack.
Nicht umsonst gibt es in den einschlägigen Foren dutzende Threads nach dem Motto "ich habe mir eine sündhaft teure Kamera gekauft, und mein Smartphone macht immer noch deutlich bessere Bilder". Klar, Ein Smartphone macht die Bilder.
Bei einer Kamera macht der Bediener die Bilder. Das erfordert Geduld, Übung und Wissen. Wenn man sich eine Kamera kauft, sollte man sich dessen bewußt sein, daß es einige Mühen erfordert, bis man daraus die ersten annähernd brauchbaren Bilder erhält. Nicht zuletzt hat eine Kamera unzähliche Knöpfchen und Rädchen, die passend bedient werden wollen.
Aber es gibt auch positives: Mit DLSMs gibt es mittlerweile so viele Helferlein, daß die Lernkurve doch deutlich steiler ausfällt, als es noch zu Rollfilm-Zeiten möglich war. Man kann zum Beispiel direkt im Sucher sehen, wie das fertige Bild wird, man muß nicht erst in der Dunkelkammer planschen. Auch die ganzen Fokussierhilfen und die unzähligen Fokuspunkte, die mittlerweile den größten Teil des Sensors abdecken sowie hybride, rechnergestützte AF-Systeme machen den Einstieg schon deutlich einfacher und erfolgreicher als damals
TM.
Dennoch: Point&shoot geht selten von Anfang gut. Dafür nimmt man besser das Smartphone.