News La Grande Linux Nation: Frankreich setzt auf das freie Betriebssystem

DevPandi schrieb:
Administratoren, Systemtechniker und auch Softwareentwickler müssen nicht lernen, wie sie mit einem Schlagbohrer von Bosch umgehen müssen, damit dieser Sicher ist. Sie müssen lernen, wie sie jeden Schlagbohrer sicher einsetzen.
Erstmal danke schön für Deine ausführlichen Antworten!

Du sprichst einen Punkt an, den ich übersprungen habe: Die Ausbildung der Informatiker für Systemintegration. Und die ist in Deutschland so veraltet und so schlecht, ich mag gar nicht drüber nachdenken. Schuld ist in meinen Augen der Altherren-Club der IHK, der es meint besser zu wissen und nicht mal weiß, wie man das Wort "cloud" richtig schreibt. Wirklich, die Ausbildung ist zumindest hier in Leipzig für die Tonne. Und nur daher rührt mein Ruf an eine höhere Instanz, die den Admins von heute, die ja vor allem in den Kommunen oftmals noch niedriger eingruppiert sind und teils weniger bekommen als Fachbearbeiterinnen, aufzeigt, wie sie eine moderne Infrastruktur hochziehen können. Wenn Du also sagst, der Admin muss sein Handwerkszeug selbst lernen, dann frage ich Dich in Bezug auf die Behörden: Von wem? Sicher nicht in der Ausbildung und sicher nicht bei irgendeinen Seminar, dass von der IHK veranstaltet wird. Was spricht also in Deinen Augen gegen eine übergeordnete Instanz, die die Leitlinien auf Stand der Technik zusammenfasst und sogar aktiv vermittelt? Es muss ja nicht das BSI sein. Sollte aber eine Bundesbehörde sein, in meinen Augen. Und sag jetzt bitte nicht das CDU-geführte Bundesministerium für Digitales, sonst erleide ich vor Lachen eine Atemnot...
 
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Man erinnere nur an Munix was in München bis 2013 als OS in der Stadtverwaltung lief bis.... bis Microsoft ihre Europazentrale nach München verlegte. Ein Schelm wer böses denkt.
Schleswig Holstein will ja auch auf Linux basierte Betriebssystem umsatteln.
Jedenfalls ein guter und richtiger Schritt von Frankreich.
 
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evilhunter schrieb:
In SH z.B. hat man es geschafft und es ganz vorne auf die Agenda gesetzt und dabei kommt dann ein Umstieg zustande.

https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/themen/digitalisierung/linux-plus1
Ja, mit vielen Kolleteralschäden, z.B. in der Kommunikation der Justiz. Das wäre auch besser gegangen als mit der Brechstange, die z.T. die Arbeit von Behörden - hier insbesondere der Justiz - massiv gefährdet hat.

Zum Thema:
In Frankreich könnte das mit der Open Source Initiative fürs ganze Land allein deshalb besser als bei uns klappen, weil Frankreich eine zentralistische politische Struktur (Paris > Land) hat, bei der in Paris vieles zusammenläuft. Ich hoffe für unsere Nachbarn, dass sie das Projekt erfolgreich durchziehen. :-)
 
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Loopman schrieb:
Man (die EU) müsste hier gemeinsam viele Dinge angehen. Angefangen bei einer eigenen Distri, mit guter und durchdachter Updatepolitik und ohne großem KlimBim. Und auch nicht mit unzähligen Alternativen von Oberflächen und Programmen. Eins Programm für eine Aufgabe festlegen und gut ist.
Wäre also wieder nur eine weitere Distro was viele ja so sehr kritiesieren.

Loopman schrieb:
Und dabei darf man, meiner Meinung nach, zB nicht auf x-beliebige bereits existierende Programme setzen, da auch hier die Maintainer oder die Hintergründe der Programmierer unklar sein können.
Na diese Manpower möchte ich gerne sehen die eigene Tools erstellt wie systemd, bash, etc etc

Loopman schrieb:
Da weiss man zu 100% was drin steckt, kann direkt eine vernünftige (einheitliche) GUI einbauen (viele GUIs von OS Programmen sind einfach grottig) und kann all die Features integrieren, die man wirklich haben will - und unötigen Kram weglassen.
Also auch hier nur ein weiteres Desktop environment um die Fragmentierung weiter vorran zu treiben.

Dir ist schon klar was du da alles forderst oder?
 
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Loopman schrieb:
Angefangen bei einer eigenen Distri, (...)
Schließlich ist das größte Problem von Linux bekanntlich die geringe Anzahl an Distributionen 🤡
 
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joel schrieb:
Und wenn ich mich richtig erinnere, lag es angeblich an den unzähligen im Verwaltungswesen vorhandenen
Formblättern und Vorlagen.

na klar, die "formblätter und vorlagen"... ganz bestimmt nicht die lobbyarbeit seitens ms (und williger politiker):
Im Winter 2003 reiste Steve Ballmer, Chef von Microsoft, nach München, um mit Oberbürgermeister Christian Ude über das Angebot seiner Firma in Höhe von 36,6 Millionen US-Dollar und die Nachteile eines Abschieds von Microsofts Betriebssystem zu sprechen. Er senkte den Preis zunächst auf 31,9 und dann auf 23,7 Millionen.
Eine nur in ihrer Zusammenfassung veröffentlichte und daher nicht nachprüfbare Studie von HP vom Januar 2013, die Microsoft in Auftrag gab, kam dagegen auf Mehrkosten von 43,7 Mio. Euro durch den Systemwechsel weg von Windows. Die Fachpresse kritisierte diese Studie aufgrund falscher Annahmen und fehlender Nachvollziehbarkeit.
Im November 2013 gab Microsoft bekannt, mit seiner Deutschland-Zentrale von Unterschleißheim nach München-Schwabing umzuziehen. Dadurch zahlt Microsoft die Gewerbesteuer an die Stadt München. Im Manager-Magazin wurde daher über einen Zusammenhang zwischen dem Umzug und einer Rückkehr zu Windows spekuliert.
Der seit 1. Mai 2014 amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) galt als Microsoft-Fan und war als Wirtschaftsreferent involviert, als Microsoft Deutschland 2013 entschied, seine Zentrale von Unterschleißheim 2016 nach München zu verlegen. Im August 2014 gab Reiter eine Untersuchung zur IT-Infrastruktur der Stadtverwaltung in Auftrag. Auch der zweite Bürgermeister Josef Schmid (CSU) erklärte, eine Rückkehr zu Microsoft sei nicht ausgeschlossen.
https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux
 
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Loopman schrieb:
Und dabei darf man, meiner Meinung nach, zB nicht auf x-beliebige bereits existierende Programme setzen, da auch hier die Maintainer oder die Hintergründe der Programmierer unklar sein können.

Bin größtenteils bei dir, aber imho muss man nicht jedes Programm neu schreiben. Bestehende, welche sich bewährt haben (je nach Lizenz), sollten einfach genutzt werden. Man muss nicht für alles das Rad neu erfinden (oder halt bei entsprechender "Wichtigkeit" des Programms den Entwicklern finanziell unter die Arme greifen (immer unter der Voraussetzung: Opensource).
 
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@DocAimless
Clickbait wie?
Als wenn man das nicht hätte annehmen können.
Gleiche Quelle.

Rückkehr zu Windows / Microsoft​


Im Februar 2017 beschloss der Stadtrat, bis Ende 2020 anstatt der Open-Source-Lösung einen Windows-Basis-Client mit „marktüblichen Standardprodukten“ zu entwickeln. Die Open-Source-Lösung hinke im Funktionsumfang mitunter kommerziellen Microsoft-Produkten hinterher. Andererseits sei sie mit Systemen außerhalb der Verwaltung nicht im gewünschten Maße kompatibel.<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux#cite_note-38"><span>[</span>38<span>]</span></a><a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux#cite_note-39" title=""><span>[</span>39<span>]</span></a>

Ende September 2017 wurde das Informationsangebot zu LiMux von der Münchner Website genommen, obwohl der Stadtrat das Aus für LiMux noch nicht offiziell beschlossen hatte.<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux#cite_note-40" title=""><span>[</span>40<span>]</span></a>In einer Stellungnahme warnte die FSFE davor, einseitig Freie Software oder die Geschäftsgebaren der Firma Microsoft für das Scheitern verantwortlich zu machen. Das Problem in München sei vielmehr die starke Fragmentierung der IT und ein schlechtes Projektmanagement sowie eine unzureichende interne Kommunikation zwischen bayerischen Behörden.<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux#cite_note-41"><span>[</span>41<span>]</span></a>

Ende November 2017 beschloss der Stadtrat mit den Stimmen der großen Koalition, bis 2020 auf Windows umzustellen. Für Bürotätigkeiten und Internetanwendungen sollten „marktübliche Standardprodukte“ eingesetzt werden. Die Opposition kritisierte den „völligen Roll-Back zu Microsoft“ als „großes Beispiel für Geldverschwendung“.<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/LiMux#cite_note-42"><span>[</span>42<span>]</span></a>
 
Kaito Kariheddo schrieb:
Den wenigsten wird bewusst sein, dass es in Deutschland produzierte, google-freie Smartphones gibt.
Ich würde mich als Besitzer mehrerer Smartphones mit PostmarketOS und GrapheneOS als in diesem Bereich interessiert bezeichnen. Welches Smartphone ist den hier Produziert und Google Frei? Ich kenne Shift, aber die Entwickeln zwar hier und bieten mit ShiftOS L ein degoogled OS an, produzieren aber in China, Gigaset produziert hier, aber das kommt mit Google oder?

Edit:

Gefunden Volla Phone!
 
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Stanzlinger schrieb:
MS ist faktisch ein Standard der funktioniert.
Gewagte Aussage angesichts all der Windows Update Probleme die Microsoft zur Zeit nicht in den Griff bekommt

Stanzlinger schrieb:
Selbst ein Datenaustausch zwischen MS Offic und Open Office ist manchmal kaum gegeben, wenn man besondere Features von MS nutzt.
Das Ziel ist ja auch digitale Unabhängigkeit von großen Herstellern bzw. externer politischer Willkür. Und nicht haarkleine 1:1 Abbildung aller denkbaren Office Features.

Ich halte es für durchaus für realistisch, die wesentlichen Vorgänge in einer Behörde auch ohne mit Open Source zu realisieren. Eine Open Source Alternative wird aber nicht vom Himmel fallen sondern erfordert eine Menge Umdenken und auch Aufwand für Umsetzung und Wartung. Ohne eindeutigen politischen Willen ist das also nur schwer zu erreichen. Daher Glückwunsch an Frankreich für so eine klare Ansage.
 
@joel: Links & Quote nochmal überarbeiten, lässt sich schwer lesen.
Ist kein Clickbait, denn man muss 1+1 auch zusammen zählen können. Wikipedia ist nicht pro LiMux oder pro Windows/Office. 2014 mit Dieter Reiter zeigt eindeutig den weg der zur „Inkompatibilität“ geführt hat. WollMux ist etwas was ja trotzdem weiter entwickelt und genutzt wurde.
 
Hätte man hier schon vor Jahren auch staatlich durchdrücken müssen (und damit einhergehend auch Geld hierzulande investieren, damit hier auch was Gutes entstehen kann). Manchmal muss auch erst was schlechter werden, bevor es besser werden kann. Man erinnere sich an den Graus der ersten Energiesparlampen - und die heutigen LED sind dann schon ein sehr deutlicher Fortschritt zur guten alten Glühlampe. Ich wünsche Frankreich den notwendigen Durchhaltewillen, um sich zumindest ein bisschen aus der transatlantischen Abhängigkeit lösen zu können.
 
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ich bin hier mal etwas pesimistischer unterwegs, denn DAS ist erstmal NUR eine Vorerkundung ohne exakte Pläne, das man das wirklich durchführt:

Ein Aktionsplan soll bis Herbst alle Bereiche aufdecken, in denen eine europäische oder freie Lösung bestehende Abhängigkeiten von Amerika lösen kann

Und vorallem bei den Vorgaben, was hier angestrebt wird:

Konkret sind alle Ministerien bis zum Herbst angehalten, einen Aktionsplan vorzustellen, um die staatliche IT auf vertrauenswürdige Lösungen umzustellen. Darunter fallen Bereiche wie Desktops, Antivirenprogramme, künstliche Intelligenz, Datenbanken, Virtualisierung und Netzwerkausrüstung

mindestens eine Sache dabei sein, wo ein NoGo als Antwort zurückkommt. Und dann scheitert idR das ganze schon in der Erkundungsphase.

Ja, Alternative sind gut! Aber benötigen Felxibilität ins den ersten Jahrzehnten, gerade wie auch hier im Thread schon geschrieben wurde im den Fall, wenn übersendeten Dokumente von Bürgern und anderen Regierungen / Organistationen / Behörden mit den Systemen nicht kompatibel sind.

Und das ist sehr sehr oft nicht der Fall oder Möglich aufgrund von Vorgaben, Gesetzen und Statuten, die Fehler verhindern sollen.
 
GuckenWasGeht schrieb:
Stehe gerade auf dem Schlauch, S-H?
Die KI-Vorschau sagt:
SH steht für "Sieg Heil", es geht vermutlich darum ein rein deutsches "Volks-Linux" zu bauen welches nur mit weißer Hardware funktioniert.
Zudem wird alles was in Java geschrieben ist durch Code in der Sprache "Borkum" ersetzt. ;)

@Topic: Gute Idee, da sollten wir uns dranhängen.
 
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Not macht erfinderisch.

Dreht der Ami uns irgendwann wirklich die Server ab, spriessen die in Europa wie Pilze aus dem Boden.
Das Wissen ist ja da.
Die Hardware ist dann vielleicht nicht die neuste, aber auch das macht ja bekanntlich erfinderisch. ✌️
 
DocAimless schrieb:
wenn man Wikipedia zitiert, dann auch
"Das LiMux-Projekt geriet in die Schlagzeilen, nachdem das Linux-basierte E-Mail-System der Stadt München ein komplettes Wochenende lang durch eine einzige E-Mail mit einer überlangen Betreff-Zeile lahmgelegt worden war."

Am Ende ist es gescheitert. aber das ist auch typisch für Behördenprojekte.
Normalerweise sollte der Umstieg kein Problem sein. aber in Behörden...
wobei, wenn ich den Screenshot da sehe, wirkt der sehr verdächtig.
da hat jemand Firefox 60 und 68 auf dem Desktop. das sieht nicht gerade nach "reibungslos" aus.
Ergänzung ()

was ich aber überhaupt nicht verstehe, Microsoft wird doch Milliardengeschäft wegbrechen, wenn Trump so weiter rotiert.
warum hört man von den Chefs der Techgiganten nicht mal Widerspruch gegen den Irren?
die sind doch eigentlich mächtig genug.
und: was passiert mit den Smarpthones dann?
in Behörden, setzen die alle auf Apple? oder haben die auch noch eine Alternative, das wäre dann ja im Unternehmensumfeld Samsung.
auch da müsste man ja lösen, das Smartphone ist ja ne viel wichtigeres Einfallstor geworden, als die Desktops, die man besser zentral administrieren kann mit Microsoft Active Directory oder so was.
 
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