News La Grande Linux Nation: Frankreich setzt auf das freie Betriebssystem

Ich finde das gut. Abhängigkeiten, vor allem wie es bei uns gerade ist, sind immer schlecht. Da kann sich Deutschland eine Scheibe von abschneiden. Aber das wird bei uns nicht passieren, unsere Regierung traut sich sowas nicht und bezahlt auch lieber weiterhin für Sicherheitsupdates für die alten Rechner etc.War da nicht auch ein Fall, wo wir die Chance hatten, auf offene Lösungen zu wechseln, haben aber wieder ein amerikanisches Angebot angenommen?
 
Corros1on schrieb:
Was genau ist daran Satire? Die Tatsache, dass Interoperabilität in der professionellen IT wichtiger ist als ideologische Freiheit, oder dass ein Standard, der weltweit funktioniert, tatsächlich Vorteile gegenüber einer Bastellösung hat?

Man kann Freiheit und Interoperabilität haben, wenn man auf offene Standards setzt statt auf "Standards" von Microsoft und Microsoft links liegen lässt.

Was ist eigentlich unideologische vs ideologische Freiheit für dich?
 
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Spätesten mit den Sanktionen gegen einen französischen Richter (https://www.heise.de/news/Wie-ein-f...en-USA-digital-abgeklemmt-wurde-11087453.html) ist diese Entscheidung alternativlos. Da ist es auch egal, ob erstmal Funktionalität verloren geht.

In Deutschland müsste diese Entscheidung ebenfalls so getroffen werden. Da muss man auch nicht so tun, als wären irgendwelche VBA-Macros unlösbare Probleme. Gerade wenn man bedenkt, dass hierzulande z. B. Online-Anträge erstmal ausgedruckt werden (https://www.sueddeutsche.de/bildung...urn-newsml-dpa-com-20090101-251007-930-130526).
Ergänzung ()

Corros1on schrieb:
Was genau ist daran Satire? Die Tatsache, dass Interoperabilität in der professionellen IT wichtiger ist als ideologische Freiheit, oder dass ein Standard, der weltweit funktioniert, tatsächlich Vorteile gegenüber einer Bastellösung hat?
Die Behörden brauchen Interoperabilität untereinander. Steigen alle um, ist das Problem erledigt.
Dass es um mehr als Ideologie geht, dürften die Franzosen nach dem Fall verstanden haben: https://www.heise.de/news/Wie-ein-f...en-USA-digital-abgeklemmt-wurde-11087453.html
 
Abwarten ich tippe drauf das die bald zurückrudern
 
ascer schrieb:
@Kaito Kariheddo obgleich ich dem grundlegend zustimme, ist die Hauptproblematik von OpenSource Alternativen in der Regel eben doch die Qualität. Beispielsweise Kollaboration in Office 365 (oder m.M.n. noch besser in Google Docs) funktioniert einfach enorm gut - das kann man von Nextcloud Office bzw. OnlyOffice nicht behaupten (es ist umständlicher, Datenverluste habe ich ebenfalls schon mal gehabt, Zeitstempel stimmen häufig nicht, usw.).
Auf meiner Arbeit (Uni) läuft NextCloud mit mehreren Tausend Anwendern sehr stabil. Aber da kümmern sich auch sicher sehr gute Admins drum. Aber mag sein, alle Systeme können Probleme machen.

ascer schrieb:
Ich habe allerdings noch nie verstanden, warum der Staat mühelos bereit ist, Millionen fast beliebiger Höhe in Lizenzen zu stecken, nicht aber bereit ist, denselben Betrag in hiesige Softwareentwickler zu stecken, um OpenSource zu fördern. (sicherlich könnte man z.B. Nextcloud Office, OnlyOffice oder eine beliebige andere Lösung ähnlich schick und von der Benutzbarkeit gerade in puncto Kollaboration problemlos aufwerten, würde man das ganze Lizenzgeld einfach in hiesige Entwicklerstellen stecken)
Das ist ein wichtiger Punkt: Kauft man ein System ein, delegiert man die Verantwortung an diesen Lieferanten und schließt einen Service-Level Agreement ab, um sich den Support zu sichern. Das bedeutet auch, man muss keine Mitarbeiter bezahlen, die am Abend/Wochenende auf Abruf sind um Probleme zu lösen und es ist nicht der lokale Admin der "Schuld hat, dass keine eMails reinkommen" sondern es "Microsoft ist Schuld." Und das ist als Ausrede für irgendwelche Probleme nach außen hin einfach akzeptierter, weil "an denen kommt man halt nicht vorbei."
Jetzt ist das aber seit einiger Zeit anders und die ersten Firmen merken es und steigen um. Es wird aktuell sehr viel Geld in europäische Innovation in dieser Hinsicht investiert. Und mit NextCloud, Manjaro und SUSE kann Deutschland dabei gleich mehrfach profitieren (im wahrsten Sinne des Wortes). Und mit OpenDesk, EU-Office, LaSuite und Co kommen da echt einige ganz gute Projekte.
 
DocAimless schrieb:
Wenn man ein OS so erstellt wie man es braucht und nutzt ist es immer besser, als auf ein Produkt zu greifen, wo man sich diesen anpasst.
Nur wer genau soll das machen?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass jede "angepasste" Software viel schlechter als die Marktführer-Alternativen waren, weil die Führungskräfte, die nicht mit der Software arbeiten, falsche und unvollständige Vorgaben für die Anpassung gemacht haben, weil sie die Angestellten, die die Software benutzen, nicht oder nicht vollständig verstanden haben.

Und sobald man sich beschwert oder Verbesserungsvorschläge macht, wird es vom Management wie ein persönlicher Angriff abgewehrt, klein geredet und man habe ja bereits so viel Geld gezahlt und könne nicht noch mehr zahlen.

Als "Mittelweg" wird vom Softwareanbieter ein Programmierer geschickt, der einen Crashkurs für ein paar Angestellte durchführt. Diese Angestellten sollen das Crashkurs Wissen dann an alle anderen weitergeben, was in einem Crashkurs-Crashkurs mit Halbwissen wird. Und die paar Fragen, die wirklich relevant sind, können nicht beantwortet werden.

Das Ergebnis ist, dass man nichts eingespart hat oder sogar draufzahlt und sich eine geringere Produktivität für mehrere Jahre auferlegt hat.

Und online kann man überhaupt nichts selbst lernen, weil die Software zu individuell wurde.
 
KitKat::new() schrieb:
Was ist eigentlich unideologische vs ideologische Freiheit für dich?
Für mich ist der Unterschied ganz simpel:

Unideologische Freiheit bedeutet, das Werkzeug zu nutzen, mit dem ich meine Arbeit am schnellsten und einfachsten erledigen kann. Wenn die ganze Welt ein bestimmtes Format nutzt, ist es für mich eine Freiheit, dieses Format auch zu nutzen, weil ich mich dann nicht mit Umwandlungsfehlern oder Kompatibilitätsproblemen herumärgern muss. Mein Fokus liegt auf dem Ergebnis meiner Arbeit, nicht auf dem Betriebssystem.

Ideologische Freiheit bedeutet, ein System aus Prinzip zu wählen (z.B. weil es 'frei' oder 'nicht von Microsoft' ist), auch wenn es im Alltag mehr Arbeit macht oder den Austausch mit anderen erschwert. Man entscheidet sich also bewusst für einen schwierigeren Weg, um einem Ideal treu zu bleiben.

Zum Thema Standards: Ein Standard ist in der echten Welt leider nicht das, was theoretisch am besten wäre, sondern das, was am Ende bei allen funktioniert. Wenn ich eine Datei verschicke, will ich, dass sie beim Gegenüber exakt so ankommt, wie ich sie erstellt habe. Alles andere kostet mich Zeit und Nerven – und Zeit ist für mich das kostbarste Gut.
 
Gohma schrieb:
die eigene Tools erstellt wie systemd, bash, etc etc
Nein, hauptsächlich Tools, mit denen die Mitarbeiter aktiv arbeiten.
Office, Emails/Groupware, PDF, etc.

Gohma schrieb:
Also auch hier nur ein weiteres Desktop environment um die Fragmentierung weiter vorran zu treiben.
Ja, wo sich nachher die GUI App-übergreifend gleich (gut) anfühlt. Eine gute GUI zu entwickeln ist vermutlich mit am schwersten. Da hakt es leider bei gerne vielen OS Projekten.
 
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FrAGgi schrieb:
Schließlich ist das größte Problem von Linux bekanntlich die geringe Anzahl an Distributionen
Das nicht. Aber keine ist vermutlich so richtig gut geeignet.
Man müsste gemeinsam ein Pflichtenheft erstellen und dann schauen was geht.

Leider sind die meisten Distris nur ein wildes Sammelsurium an Programmen.

Bei dem großen Distris stehen dann meist leider auch wieder Firmen dahinter, die man nur schwer kontrollieren kann.

Und du brauchst Personen die sich darum kümmern, denen man bedingungslos vertrauen kann - diverse existierende Einzelkämpfer oder Teams von Distris sind, was die grenzenlose Sicherheit angeht, leider nicht vertrauenswürdig.

Und generell muss dann auch die EU immer und jederzeit die Richtung der Distri vorgeben können.
Wenn die Kontrolle andere Personen haben, egal wie gut sie in der Vergangenheit gearbeitet haben, ist das leider keine dauerhafte Lösung.
 
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Loopman schrieb:
Und du brauchst Personen die sich darum kümmern, denen man bedingungslos vertrauen kann - diverse existierende Einzelkämpfer oder Teams von Distris sind, was die grenzenlose Sicherheit angeht, leider nicht vertrauenswürdig.
Ach so und Microsoft & Co. erfüllen diese Anforderungen ohne Probleme? DSGVO wird ja sofort und immer unterstützt und eingehalten. /s
 
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Loopman schrieb:
Ja, wo sich nachher die GUI App-übergreifend gleich (gut) anfühlt. Eine gute GUI zu entwickeln ist vermutlich mit am schwersten. Da hakt es leider bei gerne vielen OS Projekten.
Du arbeitest nicht mit Enterprise-Software?
 
Hovac schrieb:
Nur ist das ab einer bestimmten Größe oder wie hier bei politischer Vorgabe irrelevant, denn dann heißt es, mach dein Programm lauffähig, oder du bist raus.
schon das war ja bei Limux kaum zu verstehen. Fachanwendungen, die nur auf Windows laufen...
welche Softwarefirma portiert nicht mal eben schnell die Anwendung auf Linux, wenn es von einem absoluten Großkunden gefordert wird?
ist doch heute fast trivial.
nur, wenn man ein wirtschaftliches Interesse an der Nichtverwirklichung hat, kann man da Probleme vorschieben. oder wenn halt ein riesigen Framework drunter liegt, aber ich gehe davon aus, dass die Fachanwendungen kein DirectX oder so was verwenden
 
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user_zero schrieb:
Ich denke eher, dass deutsche Politik und deutsche Unternehmen von Digitalisierung so wenig Ahnung haben, dass sie es einfach nicht hinbekommen, eine eigen Alternative auf Basis von Open Source aufzubauen.
Das denke ich auch immer wenn ich die Politiker am Smartphone, Tablet und Laptop X sehe, während sie im Bundestag sitzen. Da braucht niemand Staatsgeheimnise ausplaudern wenn jeder andere Staat irgendwelche Backdoors nutzen kann um auf alles zuzugreifen... Die Geheimdienste im Ausland haben nämlich Ahnung im Gegensatz zu dem Deutschen und den Behörden die schon daran scheitern Verbrechen im Internet aufzudecken...

Digitalisierung hätte man schon während der Pandemie großflächig ausbauen können. Jetzt wird darüber diskutiert "Handys" von Schulen zu verbannen anstatt mal darüber nachzudenken Alternativen zu schaffen. Willkommen im Jahr 2026.
 
StephenFalken schrieb:
Softwarefirma portiert nicht mal eben schnell die Anwendung auf Linux, wenn es von einem absoluten Großkunden gefordert wird?
Spotify weist auf seine Homepage darauf hin, dass der GNU/Linux client freiwillig von Spotify Entwicklern bereitgestellt wird, Welche die Musik damit unbedingt auf ihren eigenen Entwicklerrechnern hoeren wollen.

Find ich auch gut 👍
 
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