News La Grande Linux Nation: Frankreich setzt auf das freie Betriebssystem

Ist ja nicht so, als hätte es sowas auf Bundeslandebene (SH) in Deutschland nicht schon mal als Testballon gegeben. Hat bisher "hervorragend" funktioniert...
 
JP-M schrieb:
Haben wir denn in Europa keine existierenden, größeren Distributionen, welche bereits die gesamte notwendige Infrastruktur und Know-How für die Wartung und Pflege haben? Wieso sollte man auch das nochmal neu erfinden wollen, anstatt sich dafür einen europäischen Partner zu suchen und direkt die eigentlichen "Probleme" (Anwendungen) zu adressieren?
Erstens haben wir reichlich Distros (distrowatch checken: https://distrowatch.com/search.php#advanced) und Frankreich erfindet da grundsätzlich nix neu. Die Linux Variante für die Polizei basiert z.B. auf Ubuntu (wie ich eben dankenswerter Weise erinnert wurde), Gentoo mit leichten Veränderungen: Info hier: https://en.wikipedia.org/wiki/GendBuntu

Das hat viel mit Konfigurierbarkeit und dem Baukastenprinzip von Gentoo zu tun und dessen dauerhaften Updates, die es möglich machen, die Systeme ohne großen Admin-Aufwand immer taufrisch zu halten. Deswegen hat vermutlich auch Google damit ChromeOS gebaut...
 
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StephenFalken schrieb:
wenn man Wikipedia zitiert, dann auch
"Das LiMux-Projekt geriet in die Schlagzeilen, nachdem das Linux-basierte E-Mail-System der Stadt München ein komplettes Wochenende lang durch eine einzige E-Mail mit einer überlangen Betreff-Zeile lahmgelegt worden war."

Am Ende ist es gescheitert. aber das ist auch typisch für Behördenprojekte.
Normalerweise sollte der Umstieg kein Problem sein. aber in Behörden...
wobei, wenn ich den Screenshot da sehe, wirkt der sehr verdächtig.
da hat jemand Firefox 60 und 68 auf dem Desktop. das sieht nicht gerade nach "reibungslos" aus.
Ergänzung ()

was ich aber überhaupt nicht verstehe, Microsoft wird doch Milliardengeschäft wegbrechen, wenn Trump so weiter rotiert.
warum hört man von den Chefs der Techgiganten nicht mal Widerspruch gegen den Irren?
die sind doch eigentlich mächtig genug.
und: was passiert mit den Smarpthones dann?
in Behörden, setzen die alle auf Apple? oder haben die auch noch eine Alternative, das wäre dann ja im Unternehmensumfeld Samsung.
auch da müsste man ja lösen, das Smartphone ist ja ne viel wichtigeres Einfallstor geworden, als die Desktops, die man besser zentral administrieren kann mit Microsoft Active Directory oder so was.
Warum kommt wohl keine Widerrede? Vom Fall Anthropic Claude gehört? Microsoft, Google und Co haben schlichtweg (berichtigt) Angst um ihre sehr profitablen Regierungsverträge.
 
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StephenFalken schrieb:
wenn man Wikipedia zitiert, dann auch
Wollen wir dann auch jeden Ausfall von Windows, citrix & Co. mal aufzählen der Stunden, Tage oder sogar Wochen zu Problemen geführt hat?
StephenFalken schrieb:
da hat jemand Firefox 60 und 68 auf dem Desktop. das sieht nicht gerade nach "reibungslos" aus.
Schon mal daran gedacht das es bzgl. Software über Browser oft Probleme gibt das diese nicht schnell genug an neue Browser angepasst werden? So ist ein Mischbetrieb manchmal an der Endkundenseite das einfachste um nicht vor einem Error zu stehen.

Das LiMux nicht perfekt war bestreitet keiner aber es war auch kein Komplettversagen was Kosten oder Produktivität angeht.
 
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Fedorauser schrieb:
sollte das Satire sein?
Was genau ist daran Satire? Die Tatsache, dass Interoperabilität in der professionellen IT wichtiger ist als ideologische Freiheit, oder dass ein Standard, der weltweit funktioniert, tatsächlich Vorteile gegenüber einer Bastellösung hat?
 
@Corros1on Ja, mangelnde Professionalität muss der Grund sein, warum die allermeisten Smartphones auf ein Linux-Derivat setzen und warum Internetserver dies auch tun.
 
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Es wäre so schön gewesen, eine Initiative auf EU-Ebene zu starten, sodass die Kosten, Sicherheit, Datenmanagement, Austauschbarkeit und viel mehr innerhalb der EU gewährleistet werden können, aber jeder kocht erst mal selbst und zum Schluss kommen wieder Rufe zu einem gemeinsamen Koch wie bei allen Vorhaben.
 
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Stanzlinger schrieb:
Ich halte dies für keine gute Idee. MS ist faktisch ein Standard der funktioniert. Keine alterntive hat bisher alle Features von Microsoft unterstützt. Selbst ein Datenaustausch zwischen MS Offic und Open Office ist manchmal kaum gegeben, wenn man besondere Features von MS nutzt.
Ist es auch nicht, werden die ziemlich schnell merken aber natürlich nicht vorher sondern erst wen geld verschwendet wurde
 
Ich finde das richtig toll. Statt MicroSoft und Konsorten jedes Jahr hunderte von Millionen in den Rachen zu werfen. Jedes Jahr erhöht Microsoft die Lizenzgebühren mindestens um. 5%. Dann stellen sie gerade alles an Software auf Abo Modelle um.
In Schleswig-Holstein tut sich ja auch was. Und dort gibt es sogar Anfragen aus aller Welt dazu.
Loopman schrieb:
Und im Long Run rentiert sich das dann irgendwann...
Nicht irgendwann, sondern sehr schnell. Würde mich wundern wenn es länger als 5 Jahre bis zum breakeven dauern würde.
Termy schrieb:
Leider wiegen bei unseren Politikern aber ja die Befindlichkeiten der Lobbyvertreter (und deren Geldkoffer?) deutlich schwerer, als das Wohl des Volkes... :freak:
CSU hust da hat man ja gesehen wie man mit LiMux hin und her geeiert ist.
R3vAn_88 schrieb:
Ich glaube nicht das das ein Erfolg wird, sind die Lösungen direkt besser und effizienter als das bereits genutzte?
Wieso müssen die denn besser und effizienter sein. Es reicht doch wenn diese gleichwertig sind. Man aber unabhängig ist und nicht Hunderte von Millionen Euro an Lizenzen jedes Jahr abdrückt.

Was mir noch einfällt. ich hatte letztens einen alten Röhren TV entsorgt. Von 99 war der da stand doch hinten glatt Made in UK drauf.
Was wir in den letzten 25-30 Jahren hier in der EU an Kompetenzen alles abgegeben haben ist wirklich traurig.
Wird Zeit wieder mehr selber zu machen.
Denke das schwierigste an den Plänen von Frankreich war diese zu formulieren und dann anzufangen. Der Rest wird mit Wille und Ressourcen zu stemmen sein. Wir reden hier nicht von Quantenphysik sondern von Software.
 
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chillipepper schrieb:
Um auf Linux umsteigen zu können, muss gewährleistet sein, dass alle Applikationen,
die man verwendet, weiterhin lauffähig sind.

Das ist für die meisten kommerziellen Applikationen nicht gegeben.
Nur ist das ab einer bestimmten Größe oder wie hier bei politischer Vorgabe irrelevant, denn dann heißt es, mach dein Programm lauffähig, oder du bist raus.
 
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@comfreak
Dass Linux im Server-Bereich und als Unterbau für Android-Smartphones hervorragend funktioniert, bestreitet niemand – das ist aber eine völlig andere Baustelle. Hier geht es um die Desktop-Infrastruktur einer staatlichen Verwaltung.
Eine Behörde ist kein Rechenzentrum und kein Smartphone. Es geht um die nahtlose Interoperabilität von komplexen Office-Strukturen, Fachanwendungen und jahrzehntealten Datensätzen im täglichen Austausch mit der Außenwelt. Wer glaubt, ein stabiler Kernel im Backend würde automatisch die massiven Probleme bei der Portierung von gewachsenen Workflow-Strukturen im Frontend lösen, ignoriert die Realität der Enterprise-IT.

Souveränität ist ein schönes politisches Ziel, aber wenn am Ende die Effizienz der Verwaltung unter der Inkompatibilität leidet, zahlt der Bürger die Zeche. Das hat nichts mit persönlichen Vorlieben zu tun, sondern mit einer nüchternen Analyse von Systemabhängigkeite n.
 
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Apocalypse schrieb:
Das ist bei der Umstellung in Frankreich irrelevant, denn die bereits genutzten Lösungen sind untragbar geworden.

Wenn die Alte Lösung also kein Alternative ist, da die politischen Implikationen zu gravierend sind und Dinge wie Nationale Sicherheit und Souveränität gefährden, wird man eben auf andere Lösungen umsteigen müssen oder Souveränität und Sicherheit aufgeben.

Davon ab, kann Airbus sicher ein Lied davon singen, wie teuer der Einsatz von US Software werden kann. ;-)

Und stellt auf Google workspace um g
 
Kaito Kariheddo schrieb:
Vergiss nicht die Arbeitsgruppe, die vorher ausarbeiten soll wie die Taskforce auszusehen hat!
Immer dieses pauschale Gemeckere. Als wäre Politik etwas vollkommen Abstraktes. Warum nicht selbst aktiv werden? Egal, in welcher Partei man sich engagiert - auf kommunaler Ebene wird man mit offenen Armen empfangen und als ITler erst recht. Also nicht nur kritisieren, sondern mit anpacken. Nur so können Strukturen verändert werden und Linux sich weiter in der Verwaltung ausbreiten.

Und ja, manchmal ist es mühselig und es gibt Rückschläge. Aber letztlich lohnt es sich. Schleswig-Holstein ist ein gutes Beispiel dafür.
 
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Dir Franzosen machen vieles richtig, schon seit Dekaden. Auch wenn ich es teilweise irrtierend finde, das Radiostationen "gewzungen" werden einen gewissen Anteil französischer Musik zu spielen. Keine Ahnung, ob das noch immer so ist.

In Deutschland weigert man sich lieber, das vor Ort eigene Lithiumquellen gefördert werden. Und wenn, dann gehen die Lizenzen an nicht-deutsche-Unternehmen ^^
 
Ebenso benötigt man kein Microsoft für Cloud-, Office- oder Kollaborationslösungen. Der Wille sich zu lösen ist oft da, doch mangelt es oft an Bewusstsein für Alternativen.
@Kaito Kariheddo obgleich ich dem grundlegend zustimme, ist die Hauptproblematik von OpenSource Alternativen in der Regel eben doch die Qualität. Beispielsweise Kollaboration in Office 365 (oder m.M.n. noch besser in Google Docs) funktioniert einfach enorm gut - das kann man von Nextcloud Office bzw. OnlyOffice nicht behaupten (es ist umständlicher, Datenverluste habe ich ebenfalls schon mal gehabt, Zeitstempel stimmen häufig nicht, usw.).

Ich habe allerdings noch nie verstanden, warum der Staat mühelos bereit ist, Millionen fast beliebiger Höhe in Lizenzen zu stecken, nicht aber bereit ist, denselben Betrag in hiesige Softwareentwickler zu stecken, um OpenSource zu fördern. (sicherlich könnte man z.B. Nextcloud Office, OnlyOffice oder eine beliebige andere Lösung ähnlich schick und von der Benutzbarkeit gerade in puncto Kollaboration problemlos aufwerten, würde man das ganze Lizenzgeld einfach in hiesige Entwicklerstellen stecken)
 
Corros1on schrieb:
Was genau ist daran Satire? Die Tatsache, dass Interoperabilität in der professionellen IT wichtiger ist als ideologische Freiheit, oder dass ein Standard, der weltweit funktioniert, tatsächlich Vorteile gegenüber einer Bastellösung hat?

Corros1on schrieb:
@comfreak
Dass Linux im Server-Bereich und als Unterbau für Android-Smartphones hervorragend funktioniert, bestreitet niemand – das ist aber eine völlig andere Baustelle. Hier geht es um die Desktop-Infrastruktur einer staatlichen Verwaltung.
Eine Behörde ist kein Rechenzentrum und kein Smartphone. Es geht um die nahtlose Interoperabilität von komplexen Office-Strukturen, Fachanwendungen und jahrzehntealten Datensätzen im täglichen Austausch mit der Außenwelt. Wer glaubt, ein stabiler Kernel im Backend würde automatisch die massiven Probleme bei der Portierung von gewachsenen Workflow-Strukturen im Frontend lösen, ignoriert die Realität der Enterprise-IT.

Souveränität ist ein schönes politisches Ziel, aber wenn am Ende die Effizienz der Verwaltung unter der Inkompatibilität leidet, zahlt der Bürger die Zeche. Das hat nichts mit persönlichen Vorlieben zu tun, sondern mit einer nüchternen Analyse von Systemabhängigkeite n.
Ok, also das Argument mit der Professionalität hast du dann ja eingesehen, dass das nicht funzt.
Was den Rest betrifft: klar muss Interoperabilität DAS Ziel sein. Aber was das betrifft, ginge es darum Ressourcen zur Migration Verfügung stellen, statt sich zu sträuben. Aber das ist ein anderes Thema als Professionalität, außer vielleicht der der admins. Und das löst sich nichts von selbst, sondern ist jahrelange Arbeit. Aber die lohnt sich. Denn Souveränität ist nicht ein "schönes politisches Ziel" sondern die Grundbedingung dafür, dass nicht später der Bürger die Zeche durch z.B. deaktivierte Software, Datenzugriff durch ausländische Geheimdienste usw. zahlt. Denn diese sind seit Jahren bekannt und solange die US-Regierung "Europa-freundlich" war, geflissen ignoriert. Heute wissen wir, dass es nur eines Befehls bedarf, um ganze Gruppen von Bürgern von funktionierenden IT-Systemen abzuschneiden. Es wäre ein Leichtes, dies auch für ganze Ministerien zu tun ("Schönes Verteidigungsministerium haben Sie da. Wäre ja schade wenn deren Systeme plötzlich keine Satellitendaten mehr anzeigen"). Solche Szenarien waren ja seit Snowden bekannt, aber die Franzosen haben erkannt, dass weiteres Ignorieren gefährlich ist. Daher kein Zufall, dass sie vor Jahren mit den Polizei-Systemen angefangen haben. Und gut, dass sie nun vorangehen. Dass Deutschland das nicht macht, ist schade, aber lieber jemand fängt mal an...
Dein Vorwurf im letzten Satz läuft übrigens in Leere. Ich habe keine Präferenz. Wäre mir leichter mich nicht von Windows zu befreien. So sitzt man bei der Systemumstellung jeden Tag und sucht Alternativen, die auf Linux laufen. Aber ehrlich gesagt macht es MS aktuell SEHR leicht, wegzuwollen. Win11 ist so ein massiver Griff ins Klo, weniger optisch/UI sondern vor allem Performance und Stabilität. Ein Drama ausgerechnet für die sonst so stabilen Firmenkunden. Die kaufen aktuell nun neue Hardware und Win 11 und bezahlen sich dumm und dämlich. Man beachte mal, wie viele Refurbished-Workstations mit 6./. Gen Intel aktuell auf den Plattformen vertickt werden. Die funktionieren alle noch, aber nicht mehr unterstützt. Außer man wechselt halt.
 
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