News Leistungsschutzrecht: Google weist Forderung der VG Media zurück

maxpayne80

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Hoffe diese Schmarotzergruppierung muss so richtig bluten.

"Verwertungsgesellschaften" rangieren für mich in Sachen Sympathie auf ähnlichem Niveau wie Versicherungsvertreter an der Haustür, Immobilienmakler oder "Enkeltrick"-Betrüger.
 

yummycandy

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Laut Aussagen des Konzerns sollen den Verlegern über die eigene Suchmaschine hunderte Millionen Nutzer zu den Inhalten ihrer Online-Angebote geleitet worden sein. Lege Google hier pro tausend Weiterleitungen einen geringen Cent-Preis zugrunde, käme auch hier nach eigenen Aussagen eine stattliche Summe zustande.
Hihi, das ging nach hinten los! :D
 

areiland

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@ozzy2k
Was passiert dann? Diese Handaufhalter melden entweder Insolvenz an oder kommen gekrochen und betteln darum, Google kostenlose Lizenzen überlassen zu dürfen.
 

kicos018

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Einfach mal für einen Monat sämtliche Links und Verweise von VG Media bei News und in der Suche rausnehmen. Mal sehen was dann passiert. 😄
Kann dir sagen was die Aussage von VG Media und co sein wird:
"AbER diE AuTOrEN UnD URhEbeR mÜSseN fAiR VErGüTet WeRdEN"

Quasi das Equivalent zur Autoindustrie:
"AbER diE ARbEitSPlÄtzE!!!11"
 

Axxid

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Das kurzfristige Ziel ist ja erst einmal etwas von diesem "Internetgeld" abzubekommen. Egal wie. Wenn jemand von Google einen Hund überfahren hätte, würden sie den auf 1.2 Mrd verklagen.
Langfristig geht es darum die Newscrawler abzuschaffen.
Kann doch nicht sein, dass man nicht mehr eine ganze 'Zeitung' verkauft, nur weil man Titten auf der Frontpage hat. Jetzt muss man plötzlich bei jedem Artikel mit anderen Verlagen konkurrieren.
Also alles hinter BildPlus und extra abzocken: Abo+Werbung+Daten+Datenhoheit.
 

Herdware

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Eine Klage wegen Monopolmissbrauch wahrscheinlich.

Diese Verlage und Verwertungsgesellschaften erträumen sich, Google per Gesetz dazu zwingen zu können, ihre Inhalte zu nutzen und dafür bezahlen zu lassen.
Ich hoffe ganz stark, dass die Gerichte da anderer Ansicht sein werden, aber sicher ist nichts. Richter sind in der Regel genauso ahnungslos und beeinflussbar wie Politiker.
 

Termy

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Ich meine ist der Industrie immer noch nicht aufgefallen, das sie selbst bei Urheberrechtsverletzungen kaum einen schaden davon Tragen.
Mir wäre es neu, dass in Deutschland mehr Leute ins Kino gehen oder BlueRays verkauft werden seit Kino.to nur noch mit Umwegen erreichbar ist.
Du gehts scheinbar davon aus, dass die Komiker von dem ganzen Themenkomplex mehr verstehen als Voss und die anderen Clowns.
Ich fände es zwar auch schön, wenn unsere Medien langsam im 21. Jahrhundert ankommen würden, aber ganz so illusorisch bin ich dann doch nich, daran auch zu glauben :freak:
 

dersuperpro1337

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Ich bin ja auch kein großer Google Freund - Megakonzerne und so.
Aber in diesem Fall: Google sollte mal einen Monat Google News zu machen und alle Verweise auf unseren deutschen "Qualitätsjournalismus" löschen, auch in den Suchergebnissen.

Dann kommen alle Mitglieder der Verwertungsgesellschaften auf allen Vieren bettelnd angekrochen - Und dann sollte Google gleich nochmal nachtreten und Gebühren von denen verlangen pro Klick.

Bis sie nicht mehr zucken, die Geier.
 

areiland

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@Axxid
Und wie toll das funktioniert, wenn man sich hinter einer Paywall versteckt und der zahlenden Kundschaft trotzdem Werbung aufzwingt - das sieht man besonders schön an HD+ Will nämlich praktisch keiner haben.
 

cookie_dent

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bin ebenfalls kein Freund vom Allmächtigen Google, aber es wird auch mal Zeit das den "Verwertungsgesellschaften" mal der Hosenboden stramm gezogen wird.
Kommt mir manchmal so vor, als ob VG Media und die heißgeliebte GEMA durch solche Aktionen nur versuchen ihre eigene Existenz zu rechtfertigen.
 

fitzelsche

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Und schon bald kann man den Urhebern der Urheberrechtsreform bei der Wahl zum EU-Parlament die Quittung geben - vorausgesetzt, man geht wählen.
Das ist das Problem an sich. Du kannst wählen gehen und wirst dennoch dafür bestraft. Solange Lobbyisten und Kapitalisten das ganze Ruder in derbhand halten, bezweifle ich stark, dass sich etwas ergibt, womit alle leben können.

Aber ja. Wählen ist grundsätzlich wichtig.
 

deo

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VG Media und die anderen Verwertungsgesellschaften sollten einfach eine eigene Suchmaschine gründen, in der nur urheberrechtliches Material ihre Klientel gefunden werden kann. Im Gegenzug findet Google dieses Material nicht mehr.
Dann kann man sehen, wo die Reise hingeht. "Aasgeier" wollen gar keine Suchmaschine betreiben, da sie dann Google nicht mehr melken können, die erst dafür sorgen, dass die Webauftritte Zulauf bekommen.
Wer in Google nicht gefunden wird, ist nicht existent.
Die Leute, die über Google klagen, sollten sich mal Gedanken über ein alternatives Geschäftsmodell machen, das sich selbst trägt. Das gibt es nämlich nicht.
Das Geschäftsmodell "Google melken" ist hier deutlich zu erkennen.
 

Axxid

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@areiland : HD+ scheitert daran, dass kaum einer Geld ausgeben will um RTL in HD zu sehen. Kostenlos kann man das ja nebenbei laufen lassen. Aber wenn man Geld dafür bezahlt, muss man sich ja rechtfertigen.

Edit: Ich selber schaue seit Jahren kein TV mehr und habe davor auch nur wenige Sendungen gesehen. Das ist nur die Reaktion, die ich von Freunden, Familie, Bekannten bekommen habe.

In der Springer-Traumwelt musst du BildPlus haben, weil du sonst nur noch 5-10% der Nachrichten bekommst, die als Werbung funktionieren.
Gesundheitliche Risiken, wahlbeeinflissende Informationen, aktuelle politische Diskussionen, Sportergebnisse,.... bekommst du nur, wenn du extra zahlst.
 
Zuletzt bearbeitet:

iamunknown

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Kann dir sagen was die Aussage von VG Media und co sein wird:
Die Shift-Taste bei VG-Media ist kaputt?

Ansonsten hoffe ich nur dass Google den Betrag dann auch einklagt. Nicht dass die von VG-Media meinen sie stehen über dem Gesetz :evillol:.
Ergänzung ()

HD+ scheitert daran, dass kaum einer Geld ausgeben will um RTL in HD zu sehen. Kostenlos kann man das ja nebenbei laufen lassen. Aber wenn man Geld dafür bezahlt, muss man sich ja rechtfertigen.
Die Grütze ist auch umsonst zu hart. Meine Zeit ist mir auch etwas wert, viel mehr als das was dort geboten wird...
 

floh667

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Wieso rechtfertigen sich hier manche immer mit dem Satz "ich bin kein Freund von google, aber.." ? Ich denke das spielt hier keine Rolle, da es in dem Fall um gerechtigkeit geht. Auch wenn google anderswo ungerecht agiert und man deren Geschäftsmodell nicht unbedingt gut heißen kann, so ist das, was die VG Media hier versucht einfach peinlich und nicht gerecht. Das kann man - so denke ich, ungehindert vermerken, ohne sich dafür zu entschuldigen dass man google in schutz nimmt.
Im gegenzug bietet google eben auch viel, was man von der VG Media jetzt nicht gerade sagen kann.
 

Relaxo32

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Kann doch nicht sein, dass man nicht mehr eine ganze 'Zeitung' verkauft, nur weil man Titten auf der Frontpage hat. Jetzt muss man plötzlich bei jedem Artikel mit anderen Verlagen konkurrieren.
Also alles hinter BildPlus und extra abzocken: Abo+Werbung+Daten+Datenhoheit.
Ansich ist das ja gar nicht so verkehrt, diese Abo Wege sind jetzt genau das, was eigentlich vor fast 20 Jahren nötig gewesen wäre, als das Internet langsam massentauglich wurde. Jedoch haben die Verlage eben diese Situation verschlafen, verschätzt, waren mMn dem gegenüber ignorant und überheblich eingestellt.
Man hat die Infos im Netz quasi gratis, gegen Werbung angeboten, die in Zeitungen und Zeitschriften täglich und monatlich verfügbar waren, und das fast zwei Jahrzehnte lang. Weil man davon ausging, dass Menschen immer eher zur Zeitung/Zeitschrift greifen werden (in meiner Schulzeit Anfang bis Mitte der 2000er wurde dieses Mantra noch gepredigt) als sich wirklich dauerhaft online ihre Nachrichten zu holen.

Statt auf den schleichenden Verlust an Lesern zu reagieren hat man stattdessen das Medium immer weiter verwässert, das beste Beispiel dafür ist die Gaming Zeitschriften Branche. Gab es am Anfang bei der Gamestar Online noch News aus den Händen der gestandenen Zeitschriften Redakteure, so kamen mit der Zeit immer mehr Neulinge dazu, die dementsprechend auch schrieben: salopp, mit Fehlern versehen, Inhaltlich manchmal echt... seltsam.
Dazu kam immer mehr Werbung, um die fehlenden Einkünfte aus dem Zeitschriftenhandel mit der wachsenden Onlineleserschaft auszugleichen, die dann aber vermehrt auf Add-Block zurückgriffen. Ein Teufelskreis ist da einfach entstanden.

Das gilt auch für andere Zeitschriften/Zeitungen/Medien und nun will man seit ein paar Jahren das Geld per Abos reinholen, so gesehen ist die Idee ja okay, weil das Online-Abo quasi vergleichbar wäre mit einem ehemaligen Zeitschriften-Abo. Nur: wenn wir eben vor 20 Jahren an dieser Stelle wären, dann würde das sicher auch gut funktionieren. So hat sich die Branche aber auf der einen Seite eine Kundschaft herangezüchtet, die zwei Jahrzehnte lang die ganzen Infos "quasi" gratis bekam, auf der anderen Seite hat die Qualität stark gelitten, wodurch wohl zu wenig Menschen zur Zahlung bereit sind.
Dazu gesellt sich noch die Konkurrenz durch freischaffende Autoren und die Youtube/Influencer-Szene, die Dank der Internet-Reichweite viele Menschen mit Informationen versorgen (mal mehr mal weniger "sponsored by...", aber da gibs mMn Qualitativ wenig Unterschiede zu den üblichen verdächtigen wie Bild und Co.).

Wie gesagt: die Idee für Abos ist okay, aber sie kam zu spät und zum falschen Zeitpunkt und nun versucht diese "Bande" es auf anderen Wegen um an Geld zu kommen.

Das Ganze wäre weitaus weniger tragisch, wenn sie scheitern gegenüber Google, wenn 1. nicht so viel Geld von den Verlagen/Verwertungsgesellschaften für diesen Unsinn rausgehauen worden wäre und 2. um den Verlust an Geld auszugleichen nicht die Verantwortlichen darunter leiden sondern die Mitarbeiter, die entweder entlassen oder mit Lohnkürzungen zu rechnen haben.

Was mich persönlich noch stört ist: von Seiten des Verlagswesens schreibt man sich in Deutschland gerne eine gewissen Neutralität gegenüber allen möglichen Industriezweigen und der Politik auf die Krone. Jedoch zeigen sie bei dem Sachverhalt seit Jahren genau das Gegenteil, dass sie nicht weniger "gierig" sind als alle anderen, von ihnen oftmals kritisierten Industriezweige. Das ganze hat da einen sehr heuchlerischen Beigeschmack.
 

CHaos.Gentle

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Also, ich finde es echt spannend, dass es für alle hier nur schwarz oder weiß gibt.
Fakt ist doch - um bei dem Beispiel zu bleiben - Googles Einnahmen aus Google News gäbe es nicht ohne die Verlage und die Verlage hätten wesentlich weniger Klicks ohne Google News.
Die VG Media, als Vertragspartner der Medienunternehmen in Sachen Verwertung und Leistungsschutz, hat doch sehr wohl das Recht zu prüfen, ob ihr ein Anteil aus Googles Werbeeinnahmen zusteht.
Immerhin können die Verlage ohne Google News, Google News aber keinesfalls ohne Verlage.

Wer an dieser Stelle grundsätzlich gegen (professionellen) Journalismus ist, ist natürlich klar auf Googles Seite. Nur leider werden die wenigsten Influencer in die Kriesenherde dieser Welt fahren, um zu berichten. Die werden immer populistisch bleiben, weil sich das am meisten lohnt. Die Frage ob das der Journalismus der Zukunft ist, sollte sich jeder einfach mal selbst stellen.

Die Forderung der VG Media kann hier keiner, wirklich keiner auch nur ansatzweise bewerten, für so etwas sind Gerichte da. Aber Google jetzt als armes, gerupftes Huhn hinzustellen, weil die böse VG ein Teil der Werbeeinnahmen verlangt, die Google nur erwirtschaften kann, weil sie die Inhalte der VG auflisten - der sollte sich einfach mal überlegen, ob dieses schwarz-weiß-Denken wirklich hilfreich ist.
 

Balikon

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@Fritzelchen
Und wie gibt man den Parteien, die unter der Lobbyfuchtel stehen, weniger Macht? In dem man Ihnen Stimmen entzieht. Wenn das Bündnis EVP keine Mehrheit hat, kann die Lobby die EVP so beeinflussen wie sie will.

Lobbyarbeit wird man wahrscheinlich kaum verhindern können, aber man kann Lobbyarbeit schwerer machen. In dem man das Parteienspektrum im Parlament erweitert, sprich auch mal eine kleinere oder unbekanntere Partei wählen, wenn deren Programm weitgehend zu einem passt. Umso mehr Parteien in einem Parlament, umso schwieriger ist die Lobbyarbeit.

Ok, da müsste man sich mal ausführlich mit den Alternativen auseinandersetzen. Aber wenn man unzufrieden ist, muss man auch was tun um es zu ändern.

Feststeht, nicht wählen zu gehen, verändert überhaupt nichts. Im Gegenteil, umso mehr Nichtwähler es gibt, umso größer die Gefahr, dass alles bleibt, wie es ist.
 
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