Danke erst mal für den umfangreichen Artikel!
Zu Wayland:
Das hat sich nicht erst dieses Jahr durchgesetzt, sondern schon vor Jahren. Bis das aber im "Mainstream" ankommt, und die Entscheidungen die dort getroffen wurden, dauert das natürlich immer etwas.
Wie im Artikel zu X11Libre/Phoenix finde ich aber auch hier wieder, das Ihr dem Thema viel zu viel Raum gebt. Das wird die Ablösung von X11 nicht aufhalten, wird niemals eine alternative und niemals Bedeutung haben (Phoenix).
Das es eine gruppe gibt die weiterhin erst mal X11 weiterentwickelt und verbessert (X11Libre) ist löblich und gut, es wird noch eine weile ins Land ziehen bis alle (notwendigen) Anwendungsfälle ausreichend abgedeckt sind (wobei das auch jetzt meistens nur noch exotischere Themen sind).
Phoenix allerdings ist wieder eine dieser Entwicklungen, die in der Bedeutungslosigkeit verschwinden werden. Ich bin schon lange im Linux Umfeld unterwegs (Privat als auch Beruflich) und habe schon etliche solcher Themen miterleben dürfen, und in der vergangenheit auch schon jeweils immer korrekt eingeschätzt.
Das hier ist nichts anderes als ein weiteres mal, in der der Fortschritt aber am ende nicht aufgehalten werden kann. Damals war das auch das gleiche als Debian auf systemd umgestiegen ist und dann leute daraus devuan geforked hatten. Die dürfen natürlich alle gerne Entwicklen was sie wollen, aber das sind Projekte und systeme die niemals im Linux bereich von großer bedeutung sein werden. Das sind absolute kleinst-nieschen.
Und nein, systemd, wayland usw. haben alle so Ihre macken und ecken die man noch verbessern könnte. Aber bspw. ein 40 Jahre altes Stück Software zu forken, das nach uralten paradigmen in ganz anderen umfeldern entstanden ist, und seitdem geflickschustert wurde, wird niemals die Lösung sein können.
Alle Branchenriesen springen auf Wayland auf, und damit werden absehbar keine Bezahlten Entwickler mehr da weiter dran arbeiten, als auch die Softwarehäuser weiter für Kompatibilität sorgen.
Beispiel, nvidia und AMD: Was will man mit X11 oder einem fork, wenn die einzigen GPU Hersteller in Zukunft primär Wayland berücksichtigen und es perspektivisch gar keine neuen GPU Treiber mit X11 support geben wird?
Was will man mit X11 oder einem fork, wenn die einzigen Enterprise Anbieter im Linux Umfeld Wayland only gehen (RedHat, Ubuntu, Suse)?