Linux und dessen Vielfalt

:vernaschen:
hypothese: da Linux-Nutzung mit dem Bildungsgrad und der Intelligenz korreliert und das wiederum proportional zur gesitteten Diskussionsführung steht könntest du damit recht haben.

Gegenthese: Jeder "Welche ist die beste Programmiersprache" - Thread :D
 
Majestro1337 schrieb:
No Front aber mit den ganzen distris, desktops etc wird linux imho nicht gerade anwenderfreundlicher.
Magst du etwas ausführlicher darstellen warum du dieser Meinung bist?
Majestro1337 schrieb:
hypothese: da Linux-Nutzung mit dem Bildungsgrad und der Intelligenz korreliert (…)
lol
 
SE. schrieb:
Magst du etwas ausführlicher darstellen warum du dieser Meinung bist?

Stell Dir vor Du bist ein durschnittlicher Anwender - also Lieschen Müller aus dem Personal die wenn dann nur oberflächlich versteht wie ein PC funktioniert.
Wenn die jetzt auf Linux umschwenken will und dann diese Liste hier bekommt
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_Linux-Distributionen, dann gibt sie doch sofort auf. Noch dazu mit dem Fachjargon, mit dem man da erstmal beworfen wird.
Wenn ich mich als versierter Anwender an Linux versuche, müsse ich auch erstmal übrlegen welche Version den jetzt die Richtige ist - also muss ich meine Anforderungen kennen und müsste die Distris daraufhin abklopfen.

Was ich sagen will: Die Einstiegshürde ist relativ groß.
Das ist beim Thema open source aber immer so - sobald jeder forken kann wenn er denkt etwas anders besser machen zu können spaltet er ja einen teil der community ab die ihm folgt, die Konzepte werden zunehmend unterschiedlich und vielleicht sogar inkompatibel, weshalb sich der Nutzer genau informieren muss. Das forkt dann zwischenzeitlich aber auch wieder jemand...
in der realität wäre das als ob jeder reichsbürger und schwurbler seinen eigenen staat gründen darf. dann wären die zwar alle glücklich, aber wenn jeder seine eigenen gesetze, währung und maßeinheiten nutzt birgt das ein paar probleme wie am deutschen staatenbund im 19 jh. zu sehen war. in jedem fall kann man so keine (markt)macht bzw in dem fall marktanteile aufbauen.
Das Konzept steht sich also selbst im weg.

Ich will damit auch nicht sagen dass das schlecht ist, nur warum das eine das andere verhindert
 
Majestro1337 schrieb:
Wenn ich mich als versierter Anwender an Linux versuche, müsse ich auch erstmal übrlegen welche Version den jetzt die Richtige ist - also muss ich meine Anforderungen kennen und müsste die Distris daraufhin abklopfen.
Ja komisch das es Lieschen Müller dann schafft sich überhaupt was zu kaufen. Falls es Dir noch nicht aufgefallen ist: Auch bei anderen Produkten hast Du Auswahl. Gehe allein mal in einem stinknormalen Supermarkt. Es grenzt an ein Wunder, das die Menschen noch nicht ausgestorben sind. :-)

Majestro1337 schrieb:
Das ist beim Thema open source aber immer so - sobald jeder forken kann wenn er denkt etwas anders besser machen zu können spaltet er ja einen teil der community ab die ihm folgt, die Konzepte werden zunehmend unterschiedlich
Das hast Du bei anderen Produkten aber auch. Guck Dir allein an, wieviele Automarken es gibt. Trotzdem kriegen die Leute es irgendwie hin sich ein Auto zu kaufen.
 
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andy_m4 schrieb:
Ja komisch das es Lieschen Müller dann schafft sich überhaupt was zu kaufen. Falls es Dir noch nicht aufgefallen ist: Auch bei anderen Produkten hast Du Auswahl. Gehe allein mal in einem stinknormalen Supermarkt. Es grenzt an ein Wunder, das die Menschen noch nicht ausgestorben sind. :-)

Äpfel und Birnen 1: Das sind ziemlich homogene Güter, ich kenne meine Präferenzen und damit ist es auch kein Problem mich zurecht zu finden.
Ich weiß nicht ob das mit einer komplexen software vergleichbar ist, deren Unterschiede nicht offensichtlich sind...

andy_m4 schrieb:
Das hast Du bei anderen Produkten aber auch. Guck Dir allein an, wieviele Automarken es gibt. Trotzdem kriegen die Leute es irgendwie hin sich ein Auto zu kaufen.

Äpfel und Birnen 2: Das sind vollkommen andere Güter und Märkte, beiden ist aber gemein dass die Konsumenten nur teilrational handeln und informationsasymmetrie herrscht. Soll heißen: die meisten fahren ein suboptimales Auto für ihre Präferenzen, weil sie sich nicht ausreichend damit auseinandergesetzt haben. Außerdem: Hätten Autos keine Produktions- und Entwicklungskosten gäbe es da noch viel mehr Marken als Linux-Distributionen :D

Wie ich ja schon sagte: ich hab nix gegen Linux. Der Endanwender dessen hobby oder Beruf nicht in der IT liegt hat aber sicherlich keinerlei Lust sich damit auseinanderzusetzen und so wird es halt in dieser Form den profis vorbehalten bleiben.
 
Majestro1337 schrieb:
Bildungsgrad und der Intelligenz korreliert
Das halte ich für Unwahrscheinlich. Bildungsgrad und Inteligenz sind auch zwei Paar Schuhe. Es kann einer gut gebildet sein und trotzdem doof sein. Das ist in Wahrheit frei miteinander Kombinierbar.

Es gibt intelligente User und welche bei denen das allen Anschein nicht der Fall ist. Welche mit hohen Bildungsgrad und welche ohne.

Man sieht gerade jetzt in der Krise das der Bildungsgrad überhaupt nichts aussagt ob jemand ein Thema versteht.
Nur das er zum Test alles Auswendig gelernt hat.

Jemand kann bei einem Thema der Totale Überfliegen sein und bei einem anderen Thema die Totale Niete.

Wichtig ist nur seine Fehler und sein Unvermögen erkennen und zugeben zu können, darin zeigt sich meiner Meinung nach wahre Intelligenz.
 
Majestro1337 schrieb:
Der Endanwender dessen hobby oder Beruf nicht in der IT liegt hat aber sicherlich keinerlei Lust sich damit auseinanderzusetzen
Dann soll derjenige es halt bleiben lassen Linux zu nutzen.

Und das hat nichts mit dem Beruf zu tun, das ist völliger Quatsch. Entweder man möchte oder man möchte nicht. Punkt.

Ich bin auch kein KfZ-Mechaniker, kann aber Reifen wechseln und mit dem Boardhandbuch sämtliche Glühbirnen wechseln und 'ne Ecke an Wartung durchführen.

Nebenbei war es selten leichter Linux zu installieren und zu benutzen. Und wenn man die Fähigkeit besitzt Google zu benutzen, wird man quasi schon zu den geläufigsten und Ein- und Umsteigerfreundlichsten Distros getreten. Und da brauch man nicht mehr als drei Finger für.
 
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Majestro1337 schrieb:
Wie ich ja schon sagte: ich hab nix gegen Linux. Der Endanwender dessen hobby oder Beruf nicht in der IT liegt hat aber sicherlich keinerlei Lust sich damit auseinanderzusetzen und so wird es halt in dieser Form den profis vorbehalten bleiben.
Das ist eine Einschätzung, die eben komplett an der Realität vorbei geht. Die meisten Linuxnutzer, entspricht auch meinen persönlichen Erfahrungen, sind Otto und Erna Normaluser (O.K., mehr Ottos als Ernas).
Nimm Mal z.B. China. Da wird gerade mehr oder komplett auf Linux umgestellt, weg von Windows und Mac. Zumindest zunächst sämtliche Behördenrechner und das alleine sind zig Millionen. Glaubst ernsthaft, die Nutzer entsprächen deiner Einschätzung?

Linux zu nutzen, erfordert kein anderes Level als Windows oder Mac. Nur eine kleine Umstellung bestimmter Gewohnheiten (z.B. sich nicht ständig mit Updateorgien beschäftigen zu dürfen ;) ).
 
@mo schrieb:
Das ist eine Einschätzung, die eben komplett an der Realität vorbei geht. Die meisten Linuxnutzer, entspricht auch meinen persönlichen Erfahrungen, sind Otto und Erna Normaluser (O.K., mehr Ottos als Ernas).
Nur ein kleiner Nitpick/Klugscheißerei: Die beiden Aussagen a) "Die meisten Ottonormaluser nutzen kein Linux" und b) "Die meisten Linux nutzer sind Ottonormaluser" wiedersprechen sich nicht.

Davon ab würde mich persönlich interessieren, worauf deine Aussage, "Die meisten Linuxnutzer, [...] sind Otto und Erna Normaluser [...]." basiert. Das hängt sicherlich auch mit der Frage zusammen, wie man diese Nutzergruppe definiert. Die Umstellung in China ist ja meines Wissens noch bei Weitem nicht abgeschlossen oder irre ich mich?
 
Miuwa schrieb:
Davon ab würde mich persönlich interessieren, worauf deine Aussage, "Die meisten Linuxnutzer, [...] sind Otto und Erna Normaluser [...]." basiert
Auf Support in Foren einerseits und persönlicher Erfahrung (ohne, dass ich da meine Finger im Spiel gehabt hätte) andererseits.


Miuwa schrieb:
Die Umstellung in China ist ja meines Wissens noch bei Weitem nicht abgeschlossen oder irre ich mich?
Ja schon. Aber wir wissen beide, was rauskommt, wenn die was durchziehen. Und das werden sie tun um unabhängig von amerikanischen Produkten zu werden. Die Behörden sind dann eben nur der Anfang, wobei Behörde in China ja noch eine ganz andere Bedeutung hat als bei uns.
Projekte wie Deepin oder Kylin erfahren daher auch entsprechende staatliche Unterstützung, um es eben so stressfrei wie möglich für Nutzer aller Level bereit zu stellen.

Braucht man denn eine Definition? Ob ich mit eher durchschnittlichen IT Kenntnissen Win, Mac oder *buntu nutze ist doch eigentlich egal.
 
Majestro1337 schrieb:
Das sind vollkommen andere Güter und Märkte, beiden ist aber gemein dass die Konsumenten nur teilrational handeln und informationsasymmetrie herrscht. Soll heißen: die meisten fahren ein suboptimales Auto für ihre Präferenzen, weil sie sich nicht ausreichend damit auseinandergesetzt haben.
Eben. Das ist doch bei der Betriebssystemauswahl nichts anderes. Du sagst ja, das sie ne ganze Liste an Distributionen "durcharbeiten" müssten, um für sie die optimale Distribution zu finden. Macht aber kaum einer. Nicht mal die Linuxer selber. Meistens landet man bei ubuntu, Manjaro oder was sonst gerade so "hip" ist, obwohl es ganz sicher für die jeweilige Person etwas Geeigneteres gäbe.

Und genauso läuft das auch mit Lieschen Müller. Die wird nicht die Liste durcharbeiten, sondern einfach das nehmen, was sie von Bekannten empfohlen wurde oder worüber sie in irgendeiner Zeitschrift, Artikel, sonstwo was gelesen hat.

Ich bestreite nicht das Linux beim vielzitierten Otto-Normal-User seine Probleme hat. Ich bestreite aber, das das allein an der Auswahl liegt. Das ist nur einer von vielen Faktoren. Ganz wesentlich ist, das man Windows schon von überall her kennt (sei es nun die Firma oder privat) und Windows vorinstalliert ist. Wäre mal interessant, wie die Marktanteile verteilt wären, wenn Computer "nackt" verkauft werden würden oder der Windows-Linux-Anteil bei der Vorinstallation gleichverteilt wäre.

Wie sehr der Vorinstalliert-Faktor zieht sieht man auch schön an Handys, Smartphones und Tablets. Da schert sich auch keiner großartig drum, sondern man nimmt was da ist. Selbst Windows hat da als Zugpferd nicht getaugt, weil die Windows-Mobiles sind da allenfalls eine Randerscheinung.
 
Die meisten haben eben doch eine Antipathie hin zu iOS/Android und bleiben in ihrem System oder Präferenzen für eine Hersteller ROM. Wieso sollte das Betriebssystem auf Smartphones nicht zählen?

Was kaum jemanden interessiert sind Sicherheitsupdates und andere Bestandteile, das liegt aber daran, dass die meisten Smartphones 1. nach 2-3 Jahren ausgetauscht werden und i.d.R. solange versorgt werden, 2. Bisher der große Schadensfall der großflächige Öffentliche Aufmerksamkeit erlangt hat ausgeblieben ist. Auch Androids mit veraltetem Patch-Level, aber aktuellem WebView sind ziemlich sicher solange man sich nur im offiziellen Playstore bewegt.

andy_m4 schrieb:
Selbst Windows hat da als Zugpferd nicht getaugt, weil die Windows-Mobiles sind da allenfalls eine Randerscheinung.
Ist das nicht ein direkter Widerspruch zu deiner These? Die Menschen haben sich bewusst gegen Windowsphone entschieden, und eben nicht genommen was da ist.
 
Majestro1337 schrieb:
Stell Dir vor Du bist ein durschnittlicher Anwender (…)
Bin ich so ziemlich wenn ich mich selbst einschätzen müsste. Nach oben ist auf der imaginären Skala (viel) Platz und nach unten auch (etwas). 🙃

Die Distributions-Liste ist zwar eindrucksvoll, muss aber nicht komplett abgearbeitet werden. Fast jede:r kann schon in etwa definieren was die eigenen Anforderungen sind. Entsprechend schrumpft sich dieses Konstrukt schnell auf eine kleinere Auswahl zusammen. Wenn dann noch Release Modell (Rolling vs. Point) eingegrenzt werden kann bleibt kaum etwas übrig. Mit einer entsprechenden Fragestellung in einem passenden Portal ist das Ziel dann fast erreicht. Manchmal kann ja schon eine Suche per Suchmaschine reichen, ist ja keine seltene Fragestellung, die irgendwie (besonders) kontrovers diskutiert wird.

Ich glaube eine größere Herausforderung ist passende Software-Alternativen zu finden wenn „neues“ nicht in Frage kommt und man im (proprietären) (Hardware/Software) Vendor lock-in hockt. Ging mir jedenfalls so. Dann heißt es sich zu arrangieren (Dualboot) oder anzupassen an die Gegebenheiten. Im Zweifel kann hier auch die Suchmaschine und oder ein passendes Portal helfen.

Majestro1337 schrieb:
Was ich sagen will: Die Einstiegshürde ist relativ groß.
Ja, nein, vielleicht. Ich denke es kommt ganz drauf an und ist so wie mit allem was irgendwie mit IT zu tun hat. Wer nicht vorhandene (!) Dokumentation meidet wie der Teufel das Weihwasser kann auch im Selbststudium klarkommen. Auf dem Silbertablett wird natürlich noch nicht überall for free serviert.

Hier sollte klar sein, Linux und open source (generell) ist letztlich ein Community-Projekt. Verbesserungen und Mithilfe sind explizit erwünscht. Allerdings ist die typische Anspruchshaltung die manche Menschen gern an den Tag legen nicht so gern gesehen. Wer nicht angemessen kommunizieren kann wird dann eben vielleicht auch ignoriert.

Forks sind kein Problem an sich, das was du schreibst kann ich so nicht nachvollziehen. In der Community arbeiten viele unabhängig vom Projektnamen zusammen, klare Grenzen ziehen imho nur wenige Projekte/Menschen. Da wäre jetzt ein konkretes Beispiel hilfreich für mich.
 
Oje da hab ich jetzt aber schlafende Hunde geweckt :D

@Linuxfreakgraz ich bin mir ziemlich sicher, dass Bildungsgrad und Intelligenz korrelieren. Wir haben in der Uni in Statistik einmal einen Intelligenztest gemacht, der dann anonym ausgewertet wurde. Es waren 3 (von ca 500) unter 100. Ist zwar nicht repräsentativ, aber der allgemeine Trend wird kaum anders ausfallen. Subjektiv merkt man auch natürlich wie immer die Ausreißer.
Du hast zwar Recht, dass sich das nicht zwingend bedingt, aber man kommt ab einer gewissen Ebene vermutlich an Grenzen - spätestens beim binge-learning in der Uni. Das Beispiel mit den Querdenkern kann ich so nicht unterschreiben, da dass imho viel mehr mit Gefühlen und Mentalität als mit Intellekt zu tun hat.

@douggy Zustimmung - man möchte oder eben nicht. Bist du it sysadmin wirst du aber zwangsläufig mit Linux konfrontiert und eignest dir das Wissen beruflich an. Geht dann also nicht mehr nach möchte sondern man muss sich damit beschäftigen. Daher denke ich schon dass Linux in der Gruppe verbreiteter ist. Der Rest wird wenig Lust und Bedürfnis haben.

@@mo ich find es jetzt etwas vermessen aus der persönlichen Erfahrung heraus zu sagen "deine These ist definitiv falsch". Ich vermute hier ja vieles auch nur - du sagst das ist falsch, lieferst aber auch keinen Beweis. Ansonsten: klar sehe ich das. Und warum ist das so? Weil jemand großes dahinter steht und die Verbreitung pusht. Aber da soll sich bestimmt nicht jeder chinesische Beamte seine Lieblings-Distri aussuchen. Da gibt's dann einfach ein china-Linux, so wie es dir Russen auch machen. Das ist für mich dann schon wieder der MS weg. Ist doch bei android auch nicht anders.

@andy_m4 Lieschen wird natürlich Windows wir benutzen, weil es schon drauf ist. Würden die PCs nackt kommen und man müsste sich erstmal einarbeiten hätten sie sich nie so verbreitet. Die Menschen wollen einfache Antworten und schnelle, aufwandsarme Lösungen für ihre Probleme (um den Bogen nach oben zu ziehen, liegen imho hier eher die Gründe für das "Querdenken" - und auch kluge Leute sind vor Faulheit nicht gefeilt. Im Gegenteil hab ich die Erfahrung gemacht, dass die klugen häufig ziemlich faul sind :D). Aber um das Mal weiter zu spinnen: statte über Nacht 50% aller PCs mit Windows und 50% mit Linux aus, bei Linux verteilt man aber zusätzlich auf die Distris. Was denkst du was passiert? Ich glaube auch Nutzerseitig tendiert es dann wieder dazu, dass wieder mehr zu Windows gehen. Einfach weil es einfacher ist.

@SE. Ich muss zugeben, dass meine eigene Mentalität da hineinspielt. Ich beschäftige mich bevor ich etwas tue erstmal mit dem Inhalt, um fundierte Entscheidungen für die Umsetzung zu treffen. Ich finde nichts schlimmer als erstmal mit irgendwas anzufangen und dann festzustellen, dass man am Anfang eine falsche Entscheidung getroffen und deswegen nochmal anfangen kann. Nun kann man sagen: hab ich was gelernt, war nicht umsonst, aber meistens ist Zeit ein knappes Gut. Das ist das was viele Unternehmen als "wir arbeiten agil" verkaufen - eigentlich pfuschen sie einfach weiter wie bisher und da passt die agile Bewegung so schön ins narrativ. Ich lese im agilen Manifest nirgendwo "legt einfach Mal los und macht euch vorher keine Gedanken", aber so wird es leider oft gelebt. Um zurück zu kommen: ich müsste erstmal die ganzen Unterschiede zwischen den Distris kennen und verstehen um eine Entscheidung treffen zu können und da wäre ich zu faul. Insgesamt bin ich aber ehrlich gesagt zu faul ein ganz neues UI und dazu noch neue Applikationen zu lernen. C#, .net und vba kann ich unter Linux vermutlich auch schwerlich machen :D
 
Majestro1337 schrieb:
Ich beschäftige mich bevor ich etwas tue erstmal mit dem Inhalt, um fundierte Entscheidungen für die Umsetzung zu treffen.
Da hat wohl jeder so seine eigene Herangehensweisen. Um bei der Distributionswahl zu bleiben, ich hab einfach etwas trial and error gespielt nachdem ich mir einen groben Überblick in VMs verschafft hatte. War und ist völlig ergebnisoffene Spielerei insgesamt, hier hatte ich meine Exkursion zusammengefasst – falls du Lust auf einen längeren Text hast.
Meinen privaten workflow hab ich mir seitdem größtenteils zusammengepuzzelt, Win in diesem Jahr nur zweimal (oder so) gebootet. Ein bisschen Lust am Basteln und erkunden gehört natürlich dazu.

Das lernen der „neuen“ GUI ist letzlich nicht so kompliziert, passende Desktop-Umgebung (DE)[1] druff, kann wie Win (oder sonstwie) aussehen. Ich glaube jeder kann sich da reinfinden.
Showstopper kann nicht ootb funktionierende Hardware sein, klar. Das ist aber kein Linux-exklusives Thema.
Ob du dein Zeug mit Linux bewältigen kannst, keine Ahnung, hier musst du probieren. Gefühlt nutzen sehr viele Entwickler Linux, insofern wäre ich naiv optimistisch.
Als Grafiker ist es so lala, einiges geht anderes nicht – workarounds hab ich inzwischen für das wichtigste und aus dem Adobe lock-in bin ich weitestgehend raus.

Ja, der Zeitfaktor als auch Faulheit sind ein legitimes Argument nicht zu wechseln.

[1] einige sind hier zu finden
 
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folivora schrieb:
Ist das nicht ein direkter Widerspruch zu deiner These? Die Menschen haben sich bewusst gegen Windowsphone entschieden, und eben nicht genommen was da ist.
Nee. Guck mal wieviel Windows-Phones es gibt/gab und wieviel Android-Phones es gibt. Dann ist logisch, das bei Lieschen Müller eher ein Android-Phone landet als ein Windows-Phones.
Die These stimmt also (wenngleich ich auch allein die Häufigkeit des Vorinstalliertseins nicht als alleiniges Kriterium sehe; es ist aber auch ein Kritierum).

Majestro1337 schrieb:
Aber um das Mal weiter zu spinnen: statte über Nacht 50% aller PCs mit Windows und 50% mit Linux aus, bei Linux verteilt man aber zusätzlich auf die Distris. Was denkst du was passiert? Ich glaube auch Nutzerseitig tendiert es dann wieder dazu, dass wieder mehr zu Windows gehen. Einfach weil es einfacher ist.
Wenn es um "einfacher" ginge, dann hätte Apple/MacOS einen viel höheren Marktanteil.
 
Majestro1337 schrieb:
Ich vermute hier ja vieles auch nur - d
Ich vermute nicht, ich weiß es! ;)

Ist doch auch nur ein kleines Rechenexempel. Wenn man bei einem geschätzten Anteil von 2-3 % Linux auf dem Desktop auf nur eine Milliarde Rechner hochrechnet, sind das schon 20-30 Millionen Rechner. Und es sind garantiert mehr wie eine Milliarde Rechner. Und da ist noch kein einziger Rechner aus China erfasst.
Wo also sollen die ganzen Linuxprofis herkommen?
Nein, die Mehrheit sind durchschnittliche IT Nutzer. Im Prinzip gibt es genau eine Hürde, die es zu überwinden gibt. Die Installation! Definiert man Nutzer, die das selbst machen als überdurchschnittliche IT Nutzer, nun dann ist es halt so. Aber ich denke, jeder der es schafft seinen neuen Fernseher einzustellen, schafft das auch, ohne dass dem überdurchschnittliche TV-Technik Kenntnisse nachgesagt werden. Die Bedienung kriegen eh dann wieder alle so hin.
 
Was die Installation angeht, hat Windows den Vorteil, dass es auf den meisten Komplettsystemen (inkl. Laptops) schon drauf ist. In meinem Umkreis könnten nur die wenigsten PC-Nutzer eine Neu-Installation vornehmen. Und ich schätze, das gilt ebenso für die meisten durchschnittlichen IT-Nutzer.
 
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