News Mac mit ARM-Prozessor: Apple soll Wechsel weg von Intel zur WWDC ankündigen

Bright0001

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Möchtest du eine aktuelle leistungsfähige x86 CPU herstellen, benötigst du eine Lizenz von Intel (oder jemand der diese noch hat). Diese berechtigt dich dann auch aktuelle noch geschützte Patente zu verwenden.
Aber das ist doch die Frage, wenn ich etwa einen Texteditor baue, der docx-Dateien öffnen und bearbeiten kann, dann habe ich ja mir ja keine Patente zueigen gemacht. Selbiges bei CPUs, auch wenn ich die dann zwar nicht mit z.B. SSE bewerben könnte, kann mich doch keiner aufhalten, die Befehlssätze zu unterstützen bzw. kompatibel zu sein.
 

DonDonat

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@Aphelon so einfach ist der Umstieg halt nicht. Komplett andere Architektur, heißt komplett andere Software.
Ein iPad kann und konnte bisher noch keinen normalen Mac ersetzen, da die Produktionskette eben mehr brauch als eine abgespeckte oder geänderte Version der Original-Software.

Plus, auf ARM muss die Software ja auch erst mal optimiert werden, was bei normaler Architektur schon seit Ewigkeiten der Fall ist.

Ich halte es einfach für unwahrscheinlich, dass Apple ihren Pro-Kunden sofort gegen den Kopf stoßen wird und ausschließlich ARM Macbooks anbieten wird. Klar will man Kosten sparen und Abhängigkeiten reduzieren aber duum ist man bei Apple nicht, denen ist doch klar dass ein kompletter Umstieg für viele ihrer Pro-Kunden einfach nicht "mal eben so getan" ist.... Was ja auch, neben dem Halo-Effekt, der einzige Grund ist wieso es nen MacPro gibt: ein Umstieg ist für viele Pro-Anwender einfach zu teuer, weil an dem gesamten Prozess der Produktion von Audio/Video so ein großer Rattenschwanz dranghängt, dass man dann doch weiter Mac kauft.
 

Cool Master

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Anwendungssoftware muss nicht neu entwickelt werden, weil sie nicht in Maschinensprache entwickelt wird.
Klar muss diese neu entwickelt werden. Ich bezweifele mal ganz stark das du ein x86 Software Quellcode einfach so in ARM kompilieren kannst. Da kommen dich völlig andere Bibliotheken zum Einsatz. Je nach Projekt ist das also ein Aufwand von wenigen Stunden bis Monaten oder Jahren.
 

Helge01

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@Bright0001 Das liegt an der geschützten Funktion. Man kann das zwar nicht direkt vergleichen, aber um bei deinem Beispiel zu bleiben. Wenn Microsoft das öffnen von .docx Dateien durch ein Patent schützt, dann kannst du kein Programm entwickelt, was genau das tut, egal wie das technisch umgesetzt wurde. Dadurch verstößt du gegen das Patent, oder man beantragt eine Lizenz. Wenn deine Entwicklung einen Befehlssatz unterstützt, dann verstößt du damit genau gegen diese geschützte Funktion. Wie das schlussendlich heißt, oder wie das technisch umgesetzt wurde, spielt dabei keine Rolle.

Das dieser Schutz funktioniert sieht man ja auch in der Praxis. Keiner baut da irgendwas nach, selbst die kopierfreudigen Chinesen nutzen eine alte x86 Lizenz von VIA. Dazu kommt, dass Intel jederzeit die Lizenz entziehen kann. Sollten die Chinesen irgendwann mal zu gut sein, dann wird das auch passieren. Einzig AMD kann sich darauf verlassen das sie diese behalten, da sie selbst einige Patente halten, die dann Intel nicht mehr nutzen dürfte. Auch würde Intel dann riskieren, wegen Monopol zerschlagen zu werden.
 
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M.Ing

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wie damals vom PowerPC zu intel gewechselt wurde, gab es ja auch eine Übergangszeit
Meines Wissens war das aber vorallem deshalb so friktionsfrei, weil die Intel CPUs so schnell im Vergleich waren, dass man bei PPC-Only Code den Emulator dazwischen nicht gespürt hat - und Apple hat ja auch von Beginn an die Universal Binaries propagiert und die Entwickler angehalten, Intel mitzunehmen.

Bei Intel --> ARM wird das nicht so locker gehen, zumindest Microsoft kämpft damit ziemlich. Viele Apps werden sich leicht portieren lassen, aber eine Adobe CC oder eine 3D-Suite wie Maya nicht.

Was ich mir persönlich wünschen würde wäre ein Hybridsystem. Ein ARM-Chip, auf dem das OS läuft und native ARM-Apps und nebenbei einen fetten i9, der als Performance Chip einspringt, wenns um "heavy lifting" wie RAW-Editing oder so geht. So wie es bei den Grafikkarten bei Apple ja schon seit 10 Jahren Usus ist, zumindest im MBP. Die Frage ist halt, ob man ein Betriebssystem auf zwei grundverschiedene CPUs sinnvoll verteilen kann.
 

calluna

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Klar muss diese neu entwickelt werden. Ich bezweifele mal ganz stark das du ein x86 Software Quellcode einfach so in ARM kompilieren kannst. Da kommen dich völlig andere Bibliotheken zum Einsatz. Je nach Projekt ist das also ein Aufwand von wenigen Stunden bis Monaten oder Jahren.
Der Sinn von Hochsprachen ist ja gerade, dass es keinen "x86 Software Quellcode" gibt, sondern höchstens Abhängigkeiten von Betriebssystem APIs, die aber auch durch Frameworks abstrahiert werden können bzw. diese Abstraktion bereits durch die Standardbibliothek einer Sprache erledigt wird; denn so kann ich z.B. meine Programme in Go für Windows, MacOS oder Linux (ARM auf Raspberry) kompilieren. Ebenso kann man Spiele mit Unity vom Smartphone bis zur PS4 entwickeln; oder mit C und SDL für Smartphone (ARM) oder PC (Windows, Linux, MacOS), falls man es etwas klassischer mag - im Fall von C dann natürlich ohne Inline-Assembler-Abschnitte. Und so weiter.

Das eigentliche Aufwand liegt bei der Portierung des Betriebssystems und den Laufzeitumgebungen, Compilern etc.
 
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smalM

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Klar muss diese neu entwickelt werden. Ich bezweifele mal ganz stark das du ein x86 Software Quellcode einfach so in ARM kompilieren kannst.
Was bitte ist ein "x86 Software Quellcode"?
Mac-Applikationen sind üblicherweise in Objective-C oder in Swift geschrieben. Da ist sehr selten irgendwas x86-spezifisches dran und wenn, betrifft es nur sehr kleine Teile des Codes, wie bspw. Routinen, die SSE handhaben und die nach NEON (oder gar SVE2 ?) portiert werden müssen.

Das soll nicht heißen, einmal Neukompilieren und alles ist gut – das kann man sehr schön an dem einen oder anderen Benchmark-Hersteller sehen, die einen wirklich miesen Job beim Portieren von x86 nach ARMv8 abgeliefert haben, sozusagen als glänzendes Beispiel, wie man es nicht macht...
 

GoZx

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Mit Mehrleistung in Punkto Performance oder Features für den Enduser wird das mit Sicherheit überhaupt nichts zu tun haben. So wie ich Apple kenne ist das eine Konsolidationsstrategie. Damit können sie von einem bisher komplett bezahlten Teil (intel CPU) zu einem grossteils eigenen Produkt wechseln. Wenn die Thermals, Leistung und Laufzeiten es erlauben können sie wesentlich kleinere Akkus verbauen und da nochmals massiv sparen. Und der eigene sehr starke Mobile Software Marktplatz ausbauen und mehr Kunden dafür schaffen.
 

Jesterfox

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@Jesterfox AFAIK waren die Acorn damals sogar schneller, als erhältliche Homecomputer. Sie hatten aber ein Defizit beim Softwareangebot und bei den Multimediafähigkeiten. Hatte ein paar von denen auf Messen in den Fingern.
Der Befehlssatz ist noch ähnlich, aber durch die Erweiterungen würde einiges fehlen. Keine Ahnung, ob RISC-OS ne Kompatibilitässchicht hat. ;)
Die konnten schon auch bei Multimedia mithalten. Kann mich noch damals an den Ableger des 64er Magazins erinnern der die Archimedes in Deutschland etwas puschen wollte. Da haben sie aufgezeigt das so ein Archimedes eigentlich in jedem Punkt besser ist als ein Amiga. Aber ihre Verbreitung beschränkte sich halt größtenteils auf UK und das Softwareangebot war dadurch auch nicht so groß. In Deutschland waren sie teuer und schwer herzubekommen, weswegen ich es dann auch aufgegeben hatte mir mal einen zu kaufen (den jetzigen hab ich erst seit etwa 2 Monaten oder so ;-)

Der Befehlssatz der aktuellen ARM ist wohl voll abwärtskompatibel so dass man theoretisch die alte Software problemlos auf nem RaspberryPi ausführen könnte (ein angepasstes und weiterentwickeltes RiscOS gibt es ja). Hauptproblem ist einerseits eine Eigenheit der alten ARM bei der Adressierung, Adressregister ist 32Bit, Adressleitungen gab es nur 24. Dadurch existierten da 8 ungenutzte Bits mit denen manche Programmierer Schindluder getrieben haben was auf modernen ARM-Prozessoren jetzt einem auf die Füße fällt. Es gibt wohl ne Art Emulationsschicht dafür, die funktioniert aber nicht immer (ist n bissl ähnlich wie bei den x86 mit dem Gate A20, wobei dort ja die Emulation in die CPUs integriert wurde)

Das andere Problem ist das damals recht hardwarenah programmiert wurde, es gibt aber wohl auch Versuche die alten Grafikchips usw. zu emulieren. Aber auch da wieder nur teilweise kompatibel. Aber manche alten Spiele sollen damit wohl auch auf dem Pi laufen.

Ich wollt mir das ja eigentlich mal auf dem Pi alles einrichten (diese Emulationen sind nicht Teil von RiscOS sondern extra Software), aber dann ist mir der A5000 über den Weg gelaufen ;-)
 

Sephiroth51

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Ich kann mir nicht vorstellen, dass X86er in den Macbooks nicht mehr drin sein werden.
Aber wir werden es bald erfahren.
Die Leistung eine ARM ist meines Erachtens immer noch schlechter als die einer X86-X64 CPU.
 

alteseisen

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Die Leistung eine ARM ist meines Erachtens immer noch schlechter als die einer X86-X64 CPU.
ARM Prozessoren sind eben auf stromsparen getrimmt um eher im mobilen bereich eingesetzt zu werden. Das sieht man schon an den typischen Taktraten die üblicherweise unter 2 GHz liegen. Schaut man sich die an dann arbeiten die meistens bei 0,8-1,2 GHz und boosten maximal auf 1,8 GHz. Da höhertaktende CPU's zu bauen sollte aber kein Problem sein nur gibt es dafür bis jetzt kaum Bedarf. Es gibt nur wenige Projekte wie das Pinebook oder den Raspberry wo ARM auch mit grafischen OS läuft. Für Apple wäre es aber schon ein enormer Vorteil wenn sie ein OS bei ihren PC's und Mobilgeräten gleichzeitig nutzen könnten.
 

Sephiroth51

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Wenn das so kommt, würde es mich nicht wundern wenn das floppt oder die führen einen Niedrigpreis Sektor ein. Macbook Basic oder sowas.
 
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