Pisaro schrieb:
Also einfach rumfahren und Mist machen.
Das geht im Originalspiel von 2002 tatsächlich besser, als in der DE.
Freie Fahrt Modus mit Gangstern (fast alle mit Tompson oder Schrotflinte bewaffnet), Gangster-Autos (auf der Minimap orange markiert ... bis du Ärger mit ihnen anfängst), Polizei, die reagiert, wie in der Story, und haufenweise Fahrgäste (winkende NPCs am Straßenrand), um mit dem Taxi das nötige Geld für Savegames ($2.000), Heilung ($1.000), Tankfüllungen (die im OG tatsächlich notwendig sind - $500) und Autoreperaturen ($1.000) zu erarbeiten, wenn einem die Gangsterjagd zu riskant ist (auch die Gangsterjagd bringt Geld ... man kann dabei aber auch ziemlich gut sterben).
Sogar das Taxifahren ist dank der Zeitbegrenzung herausfordernd, denn so manches Zeitlimit kann man nur ohne Tempolimiter einhalten ... und bekommt dann schnell Stress mit den Cops ... oder man verliert (zu) viel Zeit, um die Tickets zu bezahlen (ohne Limiter dauern die Fahrten auf diese Weise länger, als mit Limiter).
Hält man das Limit nicht ein, bekommt man allerdings nur ein bisschen weniger Geld (es gibt nur eine art "just in time"-Bonus, wenn man es in der vorgegebenen Zeit schafft).
Wer lieber abgeschlossene Aufgaben erledigen will (Nebenquest-artig), für den gibt es in Mafia (2002) den Modus "freie Fahrt extrem" (ist aber erst zugänglich, wenn man die Story durch hat).
Nachdem ich die definitive edition angespielt habe (durchspielen war mir aufgrund von Keyboard und Maus nicht möglich ... ich taumele nicht gerne von ragequit zu ragequit) kann ich die definitive edition nicht empfehlen. Ganz besonders für Fans des originaltitels von 2002 ist das keine schöne Erfahrung ... sogar die Story fühlt sich ganz anders an und nach ca. 50% (laut steam) bin ich der Meinung, dass dieses Spiel kein Meisterwerk ist ... es ist nichtmal ein würdiges Remake und sollte mMn nicht "Mafia" heißen.
Sorry für den Rant ... ich war extrem enttäuscht von dem, was 2k und Hangar 13 da abgeliefert haben. Als Film wäre es OK gewesen ... das bisschen Gameplay hätte man sich also sparen können.
Und noch etwas, das ich so garnicht verstehe:
Das Rennen (Mission "fair play") soll doch angeblich so hart sein. Auf Mittel hab ichs im ersten Anlauf gewonnen und hätte beinahe noch ein paar Autos überrundet.
Auf Schwer war das auch nicht wirklich "schwer", hat aber weniogstens nicht im ersten Anlauf geklappt ... naja auf "classic" hat es sich dann endlich herausfordernd angefühlt ... ungefähr so herausfordernd, wie die niedrigste Schwierigkeitsstufe im Originalspiel ... da konnte man dank Schadensmodell nämlich die Gegner nicht aufach wegbolzen.
Trotz Tastatursteuerung fand ich dieses Rennen nicht im Ansatz irgendwie hart. Auf "leicht" hätte ich wohl das ganze Feld überrunden können.
Ich habe jeenfalls bis zum Ende nicht verstanden, warum die Leute mit diesem Rennen solche Probleme haben.
Im OG war das so viel schwerer. Schon die vorherige Mission hatten es in sich, weil man auf dem Rückweg von Lucas wirklich keinen einzigen Unfall bauen durfte ... in der DE muss man nur aufpassen, dass der Motor nicht überhitzt, die Cops sind alle Blind und sogar die anderen Autos weichen dir aus .. wer sich nicht verirrt (was dank des Navi-Systems so gut wie unmöglich ist), der schafft das ganz easy.
Apropas Navi-System: Für mich war das der immersionskiller schlechthin, weil es durch die "rote Linie" auf der Minimap einfach nicht notwendig war, sich den Aufbau der Stadt mal irgendwie anzuschauen.
Im OG wurde nur das Ziel der Fahrt markiert ... der Weg blieb dem Spieler frei überlassen. Das kann man noch immer so machen, muss dann aber die Navi-Hinweise komplett ignorieren.
Ausserdem haben sie verkehrsplanerisch unsinnige Schlenker eingebaut, nur um das Autofahren (wo es denn überhaupt nötig ist) etwas interessanter zu machen.
Das interessanteste am Autofahren im OG waren die Cops ... aber von denen geht in der DE exakt 0 Gefahr aus, wenn man nicht den Simulationsmodus wählt. Und wenn man das tut, stellt man fest, dass es in Lost Heaven gefühlt nur 3 Ampeln gib, während die Ampeln im OG eine wichtige Rolle im Gameplay gespielt haben (der Verkehr war vorraussehbar ... soll bedeuten, dass einem nicht immer wieder vollkommen sinnlos Autos (und Passanten) VORS Auto "ausgewichen" sind (kein Scheiß, die schmeißen sich in der DE vom sicheren Gehsteig direkt vor dein Auto).
Und noch einer (beinahe ein Witz): In der ersten Mission entkommt man den Verfolgern über eine sich öffnende Zugbrücke ... im ganzen restlichen Spiel gibt es aber keine aktiven Zugbrücken.
Im OG hat man Umwege in Kauf genommen, nur um nicht dem Risiko ausgesetzt zu sein, vor einer der zwei Zugbrücken warten zu müssen (das war bei Verfolgungsjagden oder Zeitlimits nämlich ziemlich tödlich).
Insgesamt lächerlich. Ich habe ein Bundle gekauft ... und nur 2 von 5 Spielen aus diesem Bundle sind OK ... Mafia (2002) und Mafia II (classic) ... Mafia III kann man auch mal zocken ... wenn einem eh schon langweilig ist. Mafia III (1950er) aka Mafia II DE und Mafia III (1930er) aka Mafia DE konnten mich nicht nur nicht begeistern, sondern machen mMn sogar mehr falsch als richtig. Das schölimmste waren die Charakteränderungen bei Paulie. Im OG war das ein Freund und der Mord an ihm macht einen traurig und wütend. In der DE ist Paulie nur noch ein versoffenes Arschloch bei dem man wahrscheinlioch nur denkt "endlich hat er's mal gekriegt", wenn man am Ende seine Leiche findet.
Dieser Charakter ist nicht diffenernzierter als im OG ... es ist ein komplett anderer Mensch ... und beinahe ein größeres Arschloch als Morello (den lernt man zum Glück nicht so genau kennen).
Hangar 13 und 2k haben die Mafiaserie gekillt ... und es war nichtmal ein one-shot-kill.
Nach den Erfahrungen mit den definitive editions habe ich arge Zweifel, ob ich mir Mafia TOC überhaupt anschauen soll ... naja ... wenigstens ist das kein verbocktes Remake eines meiner Lieblingsspiele. Also werde ich dem wohl irgendwann mal eine Chance geben ... wenn Steam mir das für maximal €10,- anbietet, denn mehr werde ich für ein Spiel von Hangar 13 definitiv nicht mehr ausgeben.