So, ich habe es auch endlich geschafft und Mass Effect 3erfolgreich durchgespielt. Nachdem ich auf heute überhaupt nicht gut geschlafen habe, muss ich jetzt einfach meine Gedanken niederschreiben. Doch bevor ich beginne, möchte ich noch anmerken, dass ich die Sorte Mensch bin, die sich sehr gut in die Gefühlslage anderer hinein versetzen kann. Dadurch haben besonders traurige Momente einen enorm starken Einfluss auf mich.
Als letztes noch eine Spoiler Warnung! Ich kann das erlebte nur schlecht ohne Spoiler glaubhaft erzählen.
SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!SPOILER!
Mass Effect 3 fängt nicht so dramatisch und genial an wie der zweite Teil. Es fängt gut an, aber irgendwie hatte ich immer das Gefühl, dass etwas fehlt. Die wie immer geniale Musik versprach mehr als die Bilder liefern konnten. Trotzdem war der Start durchaus in Ordnung. Man konnte sich wieder an die Steuerung gewöhnen und war flott wieder mitten drin. Doch ab der zweiten Mission ging es so richtig los. Da waren die Dialoge, die faszinierende Begleiter und das wiedersehen mit alten Bekannten. Mir lief eine richtige Gänsehaut über den rücken beim Gespräch mit dem Unbekannten. (Auch hier meinen Tribut an den Soundtrack!)
Ab der Citadel war es dann einfach nur fantastisch. Die Nachrichten über die anderen Systeme, die vielen Flüchtlinge, die Team Mitglieder die auch auf der Citadel herum "wanderten". All das passte einfach wunderbar und zeugte von einer tollen Atmosphäre.
In diesem Stiel ging es dann auch weiter. die Schlacht um Palaven war ein einziger Höhepunkte. Die eindrucksvolle Kulisse mit dem brennenden Heimatplanet der Turianer, die zwei Reaper auf dem Mond.... Aber wirklich Eindruck machte auf mich eine Aussage von Garrus. Als er mir sagte, dass er im grossen Leuchtenden Fleck, in dem es offenbar am schlimmsten ist, geboren wurde, entfachte das eine enorme Wut auf die Reaper. Diese Emotionalen Dinge sind es, die Mass Effect zu dem machen was es ist. Es sind nicht die gewiss eindrucksvollen bis zu 2km grossen Reapern die ganze Städte zerstören. Es sind die stillen Momente, in denen die Charaktere ihre Gefühle offenbaren. Mit anzusehen wie (virtuelle) Kameraden, Freunde sich opfern und man wirklich etwas empfindet, dass ist wahre Kunst. Ich musste kurz mit den Tränen kämpfen, als Mordin sich opferte um den Kroganern zu helfen. (Auch hier sei wieder der geniale Soundtrack erwähnt) Kurz darauf kam es für mich noch schlimmer. Beim Angriff auf die Citadel wurde Thane durch Kai Leng tödlich verwundet. Auf der Krankenstation schenkte mir Thane dann ein letztes Gebet und hier war es dann auch soweit, die ersten Tränen flossen.
Doch zum Glück gab es auch erfreuliche Momente. Die Unterhaltungen mit der waren einmal mehr genial. Sei es die Unterhaltungen unter den Mitgliedern selber, oder auch die persönlichen Gespräche. Eines meiner Absoluten Highlights: Als ich den Wettkampf mit Garrus absichtlich verlor und dieser Scherzhaft bemerkte: "Ich bin Garrus Vakarian und dass hier ist mein Lieblingsort auf der Citadel", da konnte ich nicht umhin zu lachen. Das Spiel ist voll von solchen Momenten, aber dieser wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben. Doch solche Momente der Freude sind in diesem Spiel nicht von Dauer. Zuerst sitze ich minutenlang vor dem Bildschirm und grüble über die Entscheidung: Geth oder Quarianer. Als ich mich für die Geth entscheide und dann zusehen muss wie die Quarianer ausgelöscht werden, Tali sich zu Tode stürzt und Legion sich opfert, musste ich aufhören. Das war zu viel auf einmal. An diesem Tag habe ich kein Mass Effect mehr gespielt. Ich fühlte mich verantwortlich für den Tod eines Volkes. Ich wollte die Entscheidung rückgängig machen, doch ich zwang mich dazu weiter zuspielen. Nach vielen weiteren, sehr unterhaltsamen Stunden war es dann so weit. Die letzte Mission nahte. Der finale Angriff auf die Erde! Wobei ich zuvor natürlich noch Kai Leng das Omniblade in die Seite rammte und so Thanes Tod rächte.
Auf der Erde blicke ich dem Chaos entgegen. Die Sache scheint Hoffnungslos. Doch ich finde Trost in den Armen meiner Kameraden. Ich habe noch ein letztes mal Zeit mit ihnen zu reden. Und genau hier passiert es! Garrus (mein Lieblingsbegleiter) sagt einen für mich alles entscheidenden Satz, den ich leider nicht mehr wortgetreu wiedergeben kann. Jedenfalls geht es darum, dass sollte die Sache schlecht enden und sie beide im Himmel landen, werde er an der Bar auf ihn warten. Ein etwas klischeehafter Satz, der seien Wirkung aber nicht verfehlte. Aber auch noch nicht entfesselte. Der Endkampf, dramatisch und imposant inszeniert und auch erneut mein Lob an den Soundtrack! Schliesslich auf der Citadel, die letzten entscheidenden Minuten. Alles geht so schnell, alles wirkt überhastet. Kontrollieren oder Zerstören. Sterben werde ich sowieso. Ich entscheide mich für die Zerstörung. Die Reaper sind vernichtet, die Rassen der Galaxie technologisch zurückgeschleudert aber am Leben. Ganz im Gegensatz zu mir. Schnelle Schnipsel der Kameraden kurz vor dem Ende, eine Normandie die auf einem Planeten strandet, ein Vater der seinem Kind von der Galaxie und von Shepard erzählt (nach den Credits) und ich bin Tod. Das war es also! Die Geschichte ist erzählt. Meine Lieblingsserie ist zu ende. Ein perfektes Spiel, dem auf der Zielgerade die puste ausgeht. Viel Schlaf lag nicht mehr drin. Zu sehr beschäftigte mich das Ende. Aber ich war nicht enttäuscht. Enttäuscht ist ein zu hartes Wort. Ich hatte mir mehr erhofft, das stimmt. Die Entscheidungen in den früheren Spielen kommen nicht zum tragen. Aber sie sind entscheidend, für die Art und Weise wie ich es hier her geschafft habe, hier bis zum Ende. Bis zum Tod. Dann, als ich nach wenigen Stunden Schlaf heute aufwache und mich an das Ende zurück erinnere geschieht es. Dieser eine Satz von Garrus zeigt seien Wirkung. Ich werde an der Bar auf dich warten. Ja! Das tue ich! Ich warte an der Bar auf dich Garrus, aber lass dir Zeit!
Ich habe in meinem Leben bis jetzt bei zwei Filmen geweint. Bei Mass Effect aber, habe ich alleine heute Morgen mehr Tränen vergossen als je zuvor durch irgendein Unterhaltungsprodukt. Das Ende hätte besser sein können, aber es erzielte eine gewaltige Wirkung auf mich. Dafür, möchte ich BioWare danken. Danke für die beste Spiele Trilogie aller Zeiten. Danke!
Ich hoffe das ganze klingt jetzt nicht zu verweichlicht, aber ich musste das einfach loswerden. Ich habe noch nicht alles gesehen was Mass Effect 3 zu bieten hat, zu stark war der Drang das Spiel zu beenden. Umso mehr Freude werde ich in meinen weiteren Durchgängen haben. Auch wenn diese nie die Wirkung des erstens Mals erreichen können.
Rechtschreibfehler mögt ihr mich hoffentlich vergeben, denn wie gesagt, ich habe nicht sehr lange geschlafen.