Mit E-Auto Haus versorgen

simpsonsfan schrieb:
Bei unserem Stromanbieter gibt es das soweit ich weiß gar nicht mehr.

Wenn es NT gibt, dann in der Regel auch zweckgebunden. Zwar kann man den dann nutzen, für was man lustig ist, aber ein verursachender Grund muss erstmal vorhanden sein. Und da wird der Energieversorger das E-Auto wahrscheinlich nicht anerkennen.
 
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Eben, man muss die Nutzung als Heizstrom nachweisen. Kein entsprechender Abnehmer vorhanden, kein NT. Kann man aber alles auf den entsprechenden Portalen nachlesen...
 
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Hi,

in Deutschland steckt das leider noch in den Kinderschuhen bzw. im Bürokratiewahnsinn fest.

Im asiatischen Raum funktioniert das Ganze, der Ladestandard CHAdeMO sieht das auch schon lange so vor.
Die Nutzung nennt sich Vehicle-2-Grid, hier kannst du z.B. einen Eindruck davon bekommen:
https://www.mobilityhouse.com/de_de/vehicle-to-grid

Es gibt bereits jetzt schon Anbieter auch in Deutschland, wo du diesen Anwendungsfall (also Strom günstig zu Zeiten einkaufen, wenn Überkapazitäten im Netz sind und dann tagsüber aus dem Speicher verbrauchen) bereits abgebildet hast.
Bei Interesse kannst du mal bei awattar.de gucken, nachts liegt der Strompreis oft bei unter 3ct je kWh, teilweise sogar im negativen Bereich.

Das funktioniert momentan allerdings nur mit Speichersystemen, die du z.B. in Verbindung mit einer PV-Anlage hast.
 
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Da Nachtspeicheröfen praktisch tot sind, wird der NT nun an Dinge wie z.B. PV gebunden. Das ist nichts neues. Und genau sowas muss man erstmal haben, denn sonst kein NT.
 
@--//-- Deinem Kommentar entnehme ich, dass du noch nichtmal die Startpage von awattar.de angeguckt hast.

Sonst wäre dir nämlich aufgefallen, dass dieses Modell nichts mit so nem Quatsch wie Nachtspeicheröfen oder PV zu tun hat. Du kannst das Ganze sogar komplett ohne Speicher betreiben (ist dann halt mit entsprechendem Komfortverlust verbunden).

Dein Bezugspreis wird je nach gewähltem Tarifmodell zu stündlichen Börsenpreisen abgerechnet.

Dass die "klassischen" Energieversorger das nicht anbieten können (oder vielmehr WOLLEN) liegt ja auch auf der Hand.
 
Ich kenne das Prinzip. Nur wird das nichts werden, da auch awattar im Endeffekt von Erzeugern und Zulieferern (Leitungsnutzung) abhängig ist. Auf kurz oder lang bekommen die Preise die sich jenseits von Gut und Böse ansiedeln werden.

So lange es ein Quasi-Strommonopol gibt, sind solche Unternehmen zum Scheitern verurteilt. Wenn man es nicht kaufen kann, wird es halt in die Insolvenz verklagt.

Gruß

Ein Ex-e.on
 
Da stimme ich dir uneingeschränkt zu.

Das ist für mich aber eher Folge einer absolut verfehlten Energie- und Klimapolitik in Deutschland.

Und solange man dem Privatverbraucher die weltweit höchsten Stromkosten in Rechnung stellen kann (kaufkraftbereinigt nach neuester Erhebung wohl Platz 16, und damit immer noch mit Abstand am teuersten unter den G20-Staaten) wird das auch munter weiter betrieben.

Es ist schon bezeichnend, wenn selbst in den USA (die ja als das Land weltweit mit dem höchsten Umweltschutzstandard bekannt sind...) aus WIRTSCHAFTLICHEN Gründen eher Erneuerbare mit Batteriespeicher realisiert werden, als Gaskraftwerke zu realisieren. Von Kohle ganz zu schweigen.

Und wir wollen Kohle noch bis wann einsetzen? 2035? Oder haben wir schon auf 2038 verlängert?

Bei dem Thema kommt mir echt die Galle hoch.

Aber Hauptsache 1 Mio. öffentliche Ladepunkte fordern (die sich momentan wohl aufgrund fehlender Auslastung für keinen Betreiber lohnen) und gleichzeitig echten Wandel wo es nur geht behindern.

Ich habe mir diese Jahr ne PV ausschließlich zum Eigenverbrauch mit 14,4 kWh LiFePo eingebaut.
Da komme ich im Jahresmittel auf ca. 75% Autarkie bei nem Bedarf von 5.800 kWh (ohne E-Auto).

Und wenn der Mist so weiter geht (und ich mal wieder in Rage bin) stell ich mir für den Winter hier bald nen Diesel hin - oder nen kohlekraftwerk...
Scheiss auf die Kosten, dann sollen die ihr Kabel zurückbauen und fertig...
 
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Wir haben bei uns gerechnet und der Batteriespeicher - wenn auch in kleinerer Form - lohnt sich auch mit E-Auto.

Warum wir die höchsten Strompreise haben? Weil das EEG durch Altmaier zur Industrieförderung umgeschrieben wurde. Die Industrie bekommt den Strom quasi geschenkt, wir zahlen dafür. Gleichzeitig werden Gaskraftwerke auf Standby geschaltet (bezahlt durch Netzendgelt), damit man mehr Kohle (subventioniert durch Steuern) verbrannt werden kann. Das Problem ist die Vielzahl an konkurrierenden Subventionen, die der Verbraucher entweder über Strompreis oder Steuern bezahlt.

Eigentlich ist die Idee, das E-Auto als Stromspeicher anzubinden nicht verkehrt - und könnte ein Teil der dezentralen Energieversorgung sein. Das wollen die Stromnetz-Betreiber natürlich nicht. Das wollen aber viele Autobesitzer auch nicht, da sind zu viele irrationale Ängste im Spiel. Auf der technischen Seite ist die Thematik eigentlich nur, dass der entsprechende Wandler da sein muss. Chademo-AC-Wechselrichter, ggf. inselfähig, sind preislich eine ziemliche Zumutung, die jede Wirtschaftlichkeits-Betrachtung zunichte macht. Auch beim "Solarspeicher" sorgen die eigentlichen Akkus nicht für die Hauptkosten, sondern die Elektronik.
 
Die erste Frage die man sich stellen muss lautet: Aus welcher Perspektive betrachte ich das Gesamtsystem?

Gehe ich vom best case Szenario aus, d. h. ich schaue mir Tage an, an denen EE-Quellen den Energiebedarf decken und richte danach mein Gesatsystem aus? Kann man machen, aber dann muss man eben in Kauf nehmen, dass an Tagen mit Unterdeckung es zu Leistungsbeschränkungen kommt. Das kennt man aus Entwicklungsländern, dort wird das z. B. durch eine rollierende Lastabschaltung realisiert. Auch dort leben die Menschen, das ginge also vom Prinzip her.

Geht man vom worst case Szenario aus, d. h. kaum Wind und PV plus eine Großstörung und geht nach wie vor von einer 8760h pro a sicheren Versorgung aus (entspricht den bisherigen Planungsgrundsätzen und den Ansprüchen der Gesellschaft), dann benötigt man neben den EE-Quellen ein Backupsystem. Dies kann aus technisch-betriebswirtschaftlichen Gründen derzeit zum größten Teil nur aus thermischen Kraftwerken bestehen.

Gutes Beispiel der gestrige Tag...
1606547936848.png


https://energy-charts.info/charts/power/chart.htm?l=de&c=DE

(Die Seite ist vom Fraunhofer-Institut und wird mit den Daten der ÜNBs gespeist)

Die EE-Quellen (plus Pumpspeicher) konnten um die Mittagszeit ca. 18 GW an elektrischer Leistung bereitstellen, die Gesamtlast betrug ca. 70 GW. Die Unterdeckung von ca. 52 GW konnte nur mit thermischen Kraftwerken gedeckt werden. Die EE-Quellen hätten für 18/70 = ca. 25 %. gereicht. D. h. bei einer rollierenden Lastabschaltung hätte jeder Verbraucher 6 Stunden Strom zur Verfügung gehabt, die restlichen 18 Stunden wäre er abgeschaltet worden. Dabei ist noch gar nicht betrachtet, dass es industrielle Verbraucher gibt, die man wegen des Produktionsprozesses gar nicht abschalten kann und dass das Netz ohne die Kurzschlussleistung sowie der Blindleistungsbereitstellung der thermischen Karftwerke gar nicht betrieben werden kann.

Sich mit geförderten PV- und Kleinspeicheranlagen die Rosinen rauszupicken und keinerlei Verantwortung bzgl. der Stabilität ud Sicherheit des Gesamtsystems tragen zu wollen, aber gleichzeitig jeder Zeit das vorhandene Netz nutzen zu wollen (wenn die eigene Anlage nicht reicht), stellt keine Lösung dar.
 
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Aber gerade die Speicher (auch E-Autos) sorgen doch genau dafür.
Erneuerbare Energien werden immer Schwanken.
Solar passt mit der Lastspitze (Mittags) recht gut zusammen, hilft also enorm.
Wind ist die Uhrzeit recht egal.
Schwankt aber von Tag zu Tag enorm. (siehe 24.11 und 27.11)
also muss man den Wind irgendwie über die Woche Verteilen.
Hierfür Braucht es viele Speicher.

Z.b. kann man das Laden der Elektroautos direkt an den Strompreis koppeln.
Immer 30% Laden, oder sobald es billig ist --> Das E-Auto entlastet das Netz.

Irgendwie muss man die Lastverteilung Sommer/Winter auch hinbekommen.
Hier kommen dann Techniken wie Wasserstoff, E-Fuel, PowerToGas usw. ins Spiel
Und wenn alles nix hilft, springen die Gaskraftwerke an.

Man muss in erster Linie nur Wollen.
 
Batteriespeicher sind Kurzzeitspeicher, benötigt werden aber Langzeitspeicher.

Techniken gibt es diesbezüglich, es ist halt nur die Frage wer diese Speicher plant, baut, betreibt und(!) finanziert.

Keiner will die Kosten tragen, komisch. Die Gaskraftwerke die jetzt von den ÜNB für die Netzstabilität gebaut werden sind übrigens keine kommerziellen Kraftwerke, mit den relativ wenigen Betriebsstunden pro Jahr lassen die sich nicht wirtschaftlich betreiben. Die Kraftwerke werden auf die Netzentgelte umgelegt.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin nicht gegen neue Techniken. Aber bevor ich ein funktionierendes System abreiße muss feststehen wie das Neue funktionieren soll und(!) wer dafür bezahlt (und wie viel).

Wenn es heißt "Wer ist für die Energiewende?" gehen viele Hände hoch, stellt man direkt danach die Frage "Und wer bezahlt dafür?" sind augenblicklich fast alle Hände unten. Das macht mich stutzig.

Gibt es einen Teilnehmer hier im Forum der aus technisch-betriebswirtschaftlicher Sicht grob qualitativ und quantitativ beschreiben kann, wie ein neues System funktionieren soll?

Ich würde mich auf eine ehrliche Sachdiskussion freuen.
 
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Aus politischer Sicht ist es easy. Die Verbraucher zahlen alles. Strichwort EEG Umlage.
 
Da steckt viel Wahrheit drin, dennoch glaube ich nicht, dass ein derart pauschaler Diskussionsstil zu irgendetwas führt.

Zunächst lohnt ein Blick auf die Zusammensetzung "des Strompreises" und seiner Entwicklung...

https://www.bdew.de/media/documents...analyse_Juli_2020-Haushalte_und_Industrie.pdf

Insbesondere die Seiten 13 und 17 sind interessant. Deshalb ärgere ich mich manchmal, wenn Vertreter der Politik empfehlen sich einen anderen Stromanbieter zu suchen (wegen dem Wettberwerb). Die Politik (der Gesetzgeber) ist verantwortlich für den orangen und hellblauen Block (welche für ca. 75 % des Strompreises stehen). Gleichzeitig wird auf den dunkelblauen Block (25 % ) verwiesen. In diesem Viertel soll es der Markt richten und den Strom günstig machen. Dass dies nicht funktionieren kann dürfte offensichtlich sein.

"Haltet den Dieb!", keine feine Art.
 
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Das nennt sich v2g, ja das gibt es steckt aber noch in den Kinderschuhen.

Was für ein Luxusenergieverbrauch eAutos sind sieht man allein daran, dass man einen 4k Haushalt eine Woche aus dem Auto versorgen kann, mit dem gleichen Auto kann man aber keine 400 km mit dem Strom fahren...

Ich weiss, ein Dieselgenerator sieht da auch nicht besser aus aber bei Strom sieht man es so schön.
 
Ich stelle mir gerade die Frage, wie das mathematisch funktionieren soll, mit einer an den Preis gekoppelten Stromversorgung. Die Schwankungen des täglichen Strompreises sollen ja mittels solcher neuen Netztechnologie ausgenutzt werden können. Wie ist denn die zeitliche Schwankungseinheit dann so terminiert?

Aus Verbrauchersicht:
Welche Systeme zu hause außer der Autobatterie sollen abgeschaltet werden, wenn der Bezugspreis auf ein Niveau X gestiegen ist? Und was macht man mit der Autobatterie, wenn dauerhaft für 2-4 Tage der Bezugspreis X hoch bleibt?
Umgekehrt ist es auch fraglich, o der Bezugspreis für die Waschmaschine/Geschirrspüler o.ä. dauerhaft niedrig bleibt, wenn sich das Gerät aufgrund des günstigen Bezugspreises Y eingeschaltet hat. Kommen hier überhaupt nennenswerte Verbräuche volkswirtschaftlich zusammen?

Aus Anbietersicht:
Wer soll denn den Strom zugeteilt bekommen, wenn sich zu viele Verbraucher für den günstigen Bezugspreis Y angemeldet haben? Ist es vielmehr nicht so, dass ohne eine Anmeldung mit Verbraucherlast und fixem gewünschten Bezugspreis Z gar keine Planung möglich ist?
Angenommen, eine Vielzahl von Verbrauchern hat sich für einen günstigen Bezugspreis Y entschieden und alle diese Verbraucher gehen dann schlagartig ans Netz, wenn sich einmal dieser Preis ergeben hat. Dreht dann nicht die Angebots- Nachfragesituation vielleicht sofort wieder ins Gegenteil und damit der Bezugspreis?
 
Planung erfolgt ja in der Regel immer aus der Erfahrung der Vergangenheit.
Diese Erfahrung wird sich auch hier einspielen.

Ich hab einen Arbeitsweg von 60km
Ich könnte mir also gut vorstellen, dass ich mein Elektroauto so laden lass:
Das Auto soll immer auf 200km aufgeladen werden.
Wenn der Strompreis billig ist, soll voll geladen werden.
(Und eventuell wenn der Strompreis X übersteigt, auch das Auto bis 200km entladen)

Dadurch könnte der Stromanbieter über den Preis direkt die Nachfrage Regeln.

Angenommen, eine Vielzahl von Verbrauchern hat sich für einen günstigen Bezugspreis Y entschieden und alle diese Verbraucher gehen dann schlagartig ans Netz, wenn sich einmal dieser Preis ergeben hat. Dreht dann nicht die Angebots- Nachfragesituation vielleicht sofort wieder ins Gegenteil und damit der Bezugspreis?
Nennt sich Regelkreis und wäre doch zu begrüßen?
 
mathiasla schrieb:
Was für ein Luxusenergieverbrauch eAutos sind sieht man allein daran, dass man einen 4k Haushalt eine Woche aus dem Auto versorgen kann, mit dem gleichen Auto kann man aber keine 400 km mit dem Strom fahren...

Immer diese Leute die Strom und Energie synonym verwenden. Für die Woche mit der vierköpfigen Familie brauchst du dann sowas um die 80kWh an STROMverbrauch. Das entspricht grob 6,3l Diesel. Jetzt überleg mal wie weit der Familienwagen mit den 6,3l kommt - 100km? Das wäre schon eher in der sparsamen Ecke.

Der Durchschnitt fährt ~290km pro Woche. Damit kommt man auf einen Energieverbrauch von um die 220kWh (ich runde gerade sehr grob!). Für die Mobilität mit einem PKW und das ohne "graue Energie", die pro Liter Diesel auch nicht gerade "ohne" ist. Auf dem Land kann man das locker mal verdoppeln. Dann überlegen wir uns bitte noch, was wir an Heizwärme verbraten. Das wäre dann das fünfeinhalbfache des Stromverbrauchs!

Oder machen wir es anders: Aus ~440kWh Energie für Mobilität pro Woche werden ~90kWh. Welches ist da der Luxus-Energieverbrauch wenn ich mindestens 80% der Energie einspare?!
 
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