Quo vadis BTMG?

AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

@Zornbringer
Es gibt mehrere Quellen dafür, allgemeine Zeitungsberichte vor alle Dingen in den USA da in Deutschland nicht so gerne darüber geschrieben wird (über die Vorteile der Legalisierung).
Ein Artikel kommt aus der Schweiz, der besagt das 10000 Menschen eine Anstellung in der Cannabisindustrie in Colorado gefunden haben. Ebenso heißt es zum Thema Kriminalität:
"Heiss diskutiertes Thema war vor der Legalisierung deren Auswirkungen auf die Kriminalität. Befürworter sagten, die Kleinkriminalität werde sinken, Gegner rechneten mit einem Anstieg sonstiger Drogendelikte. Ein Jahr später wird klar, welche Folgen die Legalisierung tatsächlich hatte: keine. «Wir tun noch das genau Gleiche wie früher», sagt ein Polizist zu CBC. Drogendelikte hätten allerdings vor der Legalisierung leicht abgenommen, dieser Trend habe sich fortgesetzt."
http://www.20min.ch/ausland/news/story/Ein-Jahr-Cannabis-Legalisierung---die-Bilanz-12117063

Ein weiteren Artikel zu dem Thema brachte die Zeit, der ganz klar den Zusammenhang zwischen Illegalität und Drogenmafia aufzeigt:
"Zum ersten Mal überhaupt bringt die drastisch gesunkene Marihuana-Nachfrage die mexikanischen Drogenkartelle in Bedrängnis, ein bis heute absolut krisenfestes Milliardengeschäft gerät ins Wanken. Die von der US-Grenzpolizei veröffentlichen Daten lassen keine Zweifel: Im Jahr 2014 ist der Handel mit Marihuana im Vergleich zu 2011 um 24 Prozent gesunken. "
http://www.zeit.de/2015/10/marihuana-legalisierung-usa-mexiko

Durch die Legalisierung verdienen illegale Kartelle weniger!
Doch der Artikel in der Zeit fragt auch zurecht wohin geht das ganze Marihuana jetzt wenn nicht mehr in die USA?
"Die Frage lautet nun: Wohin geht all das mexikanische Marihuana jetzt? Das Ziel heißt Europa. Die Preise werden fallen, und man darf gespannt sein, wie die Organisierte Kriminalität den Warenfluss lenkt. Die Preise diktiert wie immer der Markt, doch verhandelt werden sie von der ’Ndrangheta und der Camorra in Italien, von der korsischen Mafia in Frankreich, von den Albanern und Serben im Osten."

Da wünsche ich den Drogenkriegern in Europa viel Spaß....

Eine Studie im Juni brachte zutage, dass der Cannabiskonsum unter jugendlichen seit der Legalisierung zurück gegangen ist, so heißt es:
"Eine Entkriminalisierung von Marihuana verringert den Konsum unter Jugendlichen, statt ihn zu erhöhen. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie aus den USA, für die mehr als eine Million Teenager analysiert wurden.

Eine groß angelegte Langzeitstudie, für die die Daten von mehr als einer Million Jugendlicher aus 48 US-Bundesstaaten analysiert wurden, kam zum Ergebnis, dass eine Legalisierung von Marihuana tatsächlich den Konsum reduziert, statt erhöht."
http://lupocattivoblog.com/2015/07/...huana-konsum-mit-gras-gegen-die-mafia-videos/

Nach genauer Studie muss ich hinsichtlich der gesamten Kriminalität in Colorado bemerken das es dort Landesweit eine Verringerung von 4% sind, während die genannten 25% weniger Raubüberfälle auf einige Stadtbezirke in Denver bezogen waren (stand mal in einer US Zeitung).

Alles in allem sind die Ergebnisse sehr ermutigend, und wie man sehen kann wurde eine Verbesserung der Lage erzielt. Leider wird das in Deutschland von den meisten Gegnern ignoriert, und man Verbreitet unwahres oder verzerrtes um das Verbot zu rechtfertigen.

Edit
Hier noch ein paar konkretere Zahlen:
Die Zahlen zeigen, dass die Anzahl der Morde im Vergleich zum Vorjahr um nahezu 53% zurückgegangen ist. Die Anzahl der Sexdelikte hat um 13,6% abgenommen, die Anzahl der Raubüberfälle um 4,8% und die Anzahl von Übergriffen um 3,7%. Auch die gewaltlosen Verbrechen wie Autodiebstähle und Einbrüche sind weniger geworden. Nur die Anzahl an Brandstiftungen hat mit 135% zugenommen, von 20 auf 47. Alles in allem ist die allgemeine Kriminalität in Denver um 10,6% gesunken.

http://sensiseeds.com/de/blog/kriminalitaetsmarken-denver-gesunken/
 
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danke für die links. hab mir mal einige der kommentare des zeit artikels durchgelesen. da grauts mir echt, dass einige menschen wirklich so ignorant und dumm sein können. einige wollen alle drogen sogar komplett verbieten. natur verbieten! das geht doch gar nicht. mal absgesehen von diversen pillen und chemischen substanzen sind sämtliche drogen naturprodukte. einige konsumiert man roh, ohne weitere verarbeitung, andere benötigen weitere verarbeitung, beispiel alkohol. in unserer von religion geprägten gesellschaft natur verbieten zu wollen, wäre als ob man gott vorwerfen würde einen fehler bei der schöpfung des lebens gemacht zu haben.

als nächstes kommt dann das große zuckerverbot. im ersten schritt wird natürlicher zucker komplett abgeschafft. im zweiten die künstlichen zucker. sowieso produziert das gehirn durch nahrungsaufnahme viel zu viel dopamin. wir brauchen dopamin blocker. natürlich alles quatsch.
 
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Die Washington Post schrieb schon am 5 August über Unfälle im Staat Colorado. Seit Marihuana Legalisierung ist die Anzahl der Unfälle gesunken und nähert sich einem historischen Tief.
Ich möchte nun Marihuana und Straßenverkehr nicht schönreden, aber es scheint so als ob es doch einen Zusammenhang zwischen Legalisierung und Unfälle im Straßenverkehr gibt. Darüber berichten deutsche Medien nicht komischerweise.........
Da wohl nicht mehr soviel Alkohol getrunken wird wie vorher überschätzen sich demzufolge nicht so viele Verkehrsteilnehmer und die Zahl der Unfälle geht zurück. Trotzdem bleibt es dabei: Wer kifft muss unbedingt das Auto stehen lassen, aber das versteht sich wohl von selbst ;-)
Hier der Artikel:

Since marijuana legalization, highway fatalities in Colorado are at near-historic lows

https://www.washingtonpost.com/news...lities-in-colorado-are-at-near-historic-lows/

P.S: Der Spiegel berichtet heute in den Print Medien über den Richter Andreas Müller der öffentlich sagt: "Kiffer sind keine Kriminelle". Zuvor stellte er letzte Woche sein Buch vor Kiffen und Kriminalität. Er geht da hart ins Gericht mit der deutschen Justiz und den Umgang mit Cannabiskonsumenten.
Der Richter ist bekannt für seine strengen Urteile wenn es um Delikte geht wo andere Menschen geschädigt werden, bei opferlosen Delikten wie Cannabisrauchen ist Andreas Müller zurecht Milde, denn wo ist das Opfer wenn jemand einen Joint raucht?
Die Zeit hat auch ein Interview gemacht:
http://www.zeit.de/wissen/gesundhei...litaet-cannabis-legalisierung-andreas-mueller

Einen Satz aus dem Buch möchte ich gerne vorstellen, so kann jeder mal darüber nachdenken ob es zeitgemäß ist was eine moderne Gesellschaft im 21. Jahrhundert immer noch macht:
 
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In Colorado gibt es noch das Problem, dass die Shops ihr Geld generell in bar irgendwo bunkern müssen, weil die Banken lieber nichts mit dem Geld zutun habe wollen. Wegen Bundesrecht und so.

Wäre mal an der Zeit, dass sich auch hier etwas tut. Wirtschaftlich wie gesellschaftlich wäre es wünschenwert, wenn die Leute hier entkriminalisiert würden und womöglich auch geringe Mengen selbst anbauen dürften. Wenn sich dann noch elektrische Verdampfer weiter durchsetzen, wird es noch besser. Denn da sind wir ja bisher gut im Rennen, nur etwas teuer.
 
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Drogen aller Art sind doch meist in mannigfaltiger Hinsicht schädlich. Wieso also Cannabis legalisieren? Man sollte vielmehr über ein Tabakverbot nachdenken. Man erlaubt doch auch nicht wieder die alte Asbest-Isolierung mit der Begründung, andere gefährliche Stoffe wie Plutonium seien doch noch viel gefährlicher und es hat doch auch seine guten Eigenschaften.

Aber natürlich finde ich auch, dass es schlimmere Vergehen gibt als Cannabiskonsum und die Polizei nicht in dem Maß zur Ermittlung eingesetzt werden sollte, wie sie es bisher wird.
 
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Wenn es nicht geraucht wird, sondern gegessen oder verdampft (groß im Kommen) ist eine Selbstschädigung quasi nicht vorhanden. Bitte nicht alle Drogen in einen Topf werfen.

Manche Menschen genießen es eben. Es entspannt und macht lustig.
Vieles wird zu einem außergewöhnlichen Erlebniss (Essen, Duschen, Sex, Videospiele, Musik, Natur ...)
Es macht auch kreativ.

Für Asbest gibt es ungiftige Alternativen.
Für Alkohol auch.
 
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dacapo schrieb:
Die Washington Post schrieb schon am 5 August über Unfälle im Staat Colorado. Seit Marihuana Legalisierung ist die Anzahl der Unfälle gesunken und nähert sich einem historischen Tief.
Ich möchte nun Marihuana und Straßenverkehr nicht schönreden, aber es scheint so als ob es doch einen Zusammenhang zwischen Legalisierung und Unfälle im Straßenverkehr gibt. Darüber berichten deutsche Medien nicht komischerweise.........
Da wohl nicht mehr soviel Alkohol getrunken wird wie vorher überschätzen sich demzufolge nicht so viele Verkehrsteilnehmer und die Zahl der Unfälle geht zurück. Trotzdem bleibt es dabei: Wer kifft muss unbedingt das Auto stehen lassen, aber das versteht sich wohl von selbst ;-)

Ich kenne vielen denen es so geht, dass sie bekifft weniger/gar keinen Alkohol trinken, als wenn sie nicht kiffen.
Mir geht es da auch so. Wenn ich bekifft bin, dann trinke ich mein Bier wesentlich langsamer. Da bleibt es oft bei einem Bier, aufs zweite hab ich gar keine Lust mehr.
Und bekanntermassen verleitet Alkohol eher zu schnellerem Fahren (baut ja Hemmungen ab und erhöht die Gefahrenbereitschaft), während Cannabis eher beruhigt. Beides hat natürlich nichts im Straßenverkehr verloren, da ja auch die Reaktionszeit erhöht wird.

Drogen aller Art sind doch meist in mannigfaltiger Hinsicht schädlich. Wieso also Cannabis legalisieren?
Dies wurde hier im Thread bereits mehrfach beantwortet. Das Verbot ist gescheitert. Selbst (oder gerade da) auf dem Schulhof kommt man problemlos an Cannabis ran. Aber man muss es bei Dealern kaufen und kommt so auch noch an andere Drogen ran.
Der Staat verdient auch nix daran. Bei einer Legalisierung gibt es deutlich weniger Schwarzmarkt, der Staat verdient mit und der Jugendschutz lässt sich einfacher lösen.
Durch die Legalität wird es auch unattraktiver für die Jugendlichen.
 
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Aulus schrieb:
Wieso also Cannabis legalisieren? Man sollte vielmehr über ein Tabakverbot nachdenken. Man erlaubt doch auch nicht wieder die alte Asbest-Isolierung [...]

Einen solch autoritären, unfreiheitlichen Ansatz können wir in der westlichen Zivilisation nicht gebrauchen. Schlimm genaug, dass unser Bildungssystem heutzutage Leute mit derartigen Ansichten ausspuckt.
 
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bad guy schrieb:
Wenn es nicht geraucht wird, sondern gegessen oder verdampft (groß im Kommen) ist eine Selbstschädigung quasi nicht vorhanden. Bitte nicht alle Drogen in einen Topf werfen.
...
Für Alkohol auch.
Interessant zu wissen. Ich finde es auf jeden Fall auch ungerecht, dass Cannabis gegenüber Tabak benachteiligt wird. Letzteres hat doch durch Nikotin ein erheblich höheres körperliches Suchtpotenzial.

Colonel Decker schrieb:
Einen solch autoritären, unfreiheitlichen Ansatz können wir in der westlichen Zivilisation nicht gebrauchen. Schlimm genaug, dass unser Bildungssystem heutzutage Leute mit derartigen Ansichten ausspuckt.
Bitte was ist das denn für eine Argumentation? Also wäre es dir nach dieser Logik auch recht, wenn dein Nachbar in seinem Garten Brennstäbe stapelt? Verbote aller Art sind für dich also gleich ein Zeichen autoritärer Politik und dein einziges Problem ist, dass du deine Freiheit gefährdet siehst, dich auf deine Lieblingsmethode abzuschießen?

Schonmal darüber nachgedacht, dass viele Menschen Drogen aus Verzweiflung nehmen und nicht nur um die durch lauter Eierschaukelei im Range Rover generierte Langeweile und Alltagstristesse zu bekämpfen?
Der Westen nutzt Entwicklungsländer aus, in denen Tabak angebaut wird, nur damit wir Deutsche auf unseren fetten Är*chen vor der Glotze noch "elegant" eine smoken können. Schonmal darüber nachgedacht, dass Drogenanbau nicht nur den direkten Konsumenten in Europa schädigt, sondern auch viele weitere negative Auswirkungen (gerade bei Tabak auch auf viele nicht-Nikotinsüchtige) hat?

Meine Auffassung mag dir autoritär erscheinen. Aber was wir ganz sicher auch nicht brauchen, ist dieses FDP-Liberalismus-Gelaber deinerseits. Deine Freiheit fußt auf der Unfreiheit anderer Menschen. Sorry, aber derartiges egozentrisches Denken kann ich nicht akzeptieren.
 
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Aulus schrieb:
Bitte was ist das denn für eine Argumentation? Also wäre es dir nach dieser Logik auch recht, wenn dein Nachbar in seinem Garten Brennstäbe stapelt?

Die Frage was denn das für eine Argumentation sei reiche ich gleich wieder zurück zu dir, wenn ein Nachbar mit Gras (oder auch nur Tabak!) für dich das gleiche ist wie ein Nachbar mit nuklearen Brennstäben(!). WTF?

Aulus schrieb:
Verbote aller Art sind für dich also gleich ein Zeichen autoritärer Politik und dein einziges Problem ist, dass du deine Freiheit gefährdet siehst, dich auf deine Lieblingsmethode abzuschießen?

Nö, aber deine Verbotsvorschläge beschränken die Freiheit mündiger Bürger, und das ohne guten Grund. Mit deiner Logik könnte man dann neben Tabak auch gleich noch Alkohol, Koffein und Zucker und Geschmacksverstärker und Süßstoffe und Farbstoffe und überhaupt fast alles verbieten. Denn hey, es ist ja ungesund, gell?

Du hast anscheinend keinerlei Konzept von persönlichen Freiheiten. Ich finde das gefährlich.

Achso, die Privatsphäre könnte man mit deiner Argumentation auch gleich noch mit in die Tonne treten. Dann könnte man z.B. nach deinem Vorbild sagen "und dein einziges Problem ist, dass du deine Freiheit gefährdet siehst, im Privaten heimlich Schindluder zu treiben?".

Aulus schrieb:
Schonmal darüber nachgedacht, dass viele Menschen Drogen aus Verzweiflung nehmen und nicht nur um die durch lauter Eierschaukelei im Range Rover generierte Langeweile und Alltagstristesse zu bekämpfen?

Schön emotionale Argumentation, das zieht heute sicher bei vielen Leuten. Nur machen Verbote die Dinge nur noch schlimmer. Das haben bisher alle Drogenverbote inkl. Prohibition gezeigt, und in den USA sieht man es auch beim Thema Prostitution.

Aulus schrieb:
Der Westen nutzt Entwicklungsländer aus, in denen Tabak angebaut wird, nur damit wir Deutsche auf unseren fetten Är*chen vor der Glotze noch "elegant" eine smoken können.

Nö, wir schaffen da Arbeitsplätze. Das ist keine Ausbeutung, das ist gut. Meinst du wirklich z.B. die Kubaner leiden unter ihrer Zigarrenproduktion? Absurd.

Hier frage ich mich dann übrigens auch, ob du egentlich Kaffee oder Tee trinkst, Schokolade isst usw.? Hier müsstest du ja dann auch Verbote fordern.

Aulus schrieb:
Schonmal darüber nachgedacht, dass Drogenanbau nicht nur den direkten Konsumenten in Europa schädigt, sondern auch viele weitere negative Auswirkungen (gerade bei Tabak auch auf viele nicht-Nikotinsüchtige) hat?

Also wenn die USA in solchen Ländern die Mohn- und Hanf-Felder abbrennen freuen sich die Bauern dort eher weniger, denn die haben kaum Optionen anderweitig Geld zu verdienen. Denn da haben wir bisher noch keine Fabriken gebaut. Also du weisst schon, die Fabriken mit denen wir alle "ausbeuten". (So wie China. Mann haben wir die ausgebeutet. Was ging es denen vor 30 Jahren noch super, und heute... äh, Moment mal. Irgendwas passt hier nicht.)

Aulus schrieb:
Meine Auffassung mag dir autoritär erscheinen. Aber was wir ganz sicher auch nicht brauchen, ist dieses FDP-Liberalismus-Gelaber deinerseits. Deine Freiheit fußt auf der Unfreiheit anderer Menschen. Sorry, aber derartiges egozentrisches Denken kann ich nicht akzeptieren.

Nö, fußt sie nicht. Du hast einfach ein wild verzerrtes Weltbild, in dem Verbote die Nachfrage beenden und funktionieren, und in dem ein Mohnbauer aus der 3. Welt es doch sicher super fände, wenn seine Existenzgrundlage wegfiele.
 
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Die Frage was denn das für eine Argumentation sei reiche ich gleich wieder zurück zu dir, wenn ein Nachbar mit Gras (oder auch nur Tabak!) für dich das gleiche ist wie ein Nachbar mit nuklearen Brennstäben(!). WTF?
Ja. Es ist dasselbe Grundproblem. Nur in verschiedenem Ausmaß. Die Freiheit meines Nachbars torpediert meine körperliche Verfassung, wenn seine tollen multi-kanzerogenen Rauchschwaden mich auf dem Balkon beim Verzehren meines Mittagessens belästigen. Es geht darum, dass mein Mitmensch in diesem Fall nicht nur für sich selbst eine Gefahr darstellt. Das wirst du doch wohl verstehen können :freak:

Nö, aber deine Verbotsvorschläge beschränken die Freiheit mündiger Bürger, und das ohne guten Grund. Mit deiner Logik könnte man dann neben Tabak auch gleich noch Alkohol, Koffein und Zucker und Geschmacksverstärker und Süßstoffe und Farbstoffe und überhaupt fast alles verbieten. Denn hey, es ist ja ungesund, gell?
Also sorry, aber wer aus Egoismus die Gesundheit seiner Mitmenschen riskiert, ist in meinen Augen kein freiheitlicher Bürger, sondern höchstens einer, der die Freiheit anderer mit Füßen tritt. Zucker und Koffein stellen keine signifikanten Gefahren für mein Umfeld dar, da sie weder giftigen Rauch erzeugen, der überall hinwabert, noch radioaktiv sind. Und was du im Privaten tust, interessiert mich nicht die Bohne, solange du andere dadurch nicht gefährdest.

Schön emotionale Argumentation, das zieht heute sicher bei vielen Leuten. Nur machen Verbote die Dinge nur noch schlimmer. Das haben bisher alle Drogenverbote inkl. Prohibition gezeigt, und in den USA sieht man es auch beim Thema Prostitution.
Emotional werde ich erst, wenn mein Gesprächspartner gegen Argumente resistent ist. Insofern solltest du dir weniger Sorgen um die Offenheit für Emotionalität deiner Mitmenschen machen, als um deine Ignoranz gegenüber dem Leid derselben. Zur Prohibition: Das kannst du doch garnicht sagen. In den USA gab es damals eine Menge Probleme, wie willst du jetzt anhand einer Korrelation auf eine Kausalität schließen? Nur weil es während der Prohibition Probleme gab, heißt das nicht, dass diese durch die Prohibition ausgelöst wurden! Davon abgesehen bin ich weder gegen Prostitution noch für ein Alkoholverbot, weil an und für sich keine Gefahr für andere besteht (zumindest, solange der Konsument anschließend nicht randaliert bzw. der Prostituierte auf freiwilliger Basis arbeitet).

Nö, wir schaffen da Arbeitsplätze. Das ist keine Ausbeutung, das ist gut. Meinst du wirklich z.B. die Kubaner leiden unter ihrer Zigarrenproduktion? Absurd.
:lol: Achso ist das. Ich fürchte, da war wohl ein Kaffeefleck auf deiner Bild-Zeitung. Das meinst du jetzt nicht ernst? Was ist dann eigentlich für dich Ausbeutung? Es geht hier doch nicht ums Fluppen-Drehen, sondern um den Tabakanbau, der in Entwicklungsländern (wo nunmal ein Großteil herkommt) durch die internationalen Tabakkonzerne betrieben wird! Meine Güte.

Nö, fußt sie nicht. Du hast einfach ein wild verzerrtes Weltbild, in dem Verbote die Nachfrage beenden und funktionieren, und in dem ein Mohnbauer aus der 3. Welt es doch sicher super fände, wenn seine Existenzgrundlage wegfiele.
Ich hab zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass durch ein Verbot die Nachfrage beendet würde. Selbstverständlich wirken Verbote. Und die Existenzgrundlage eines Mohnbauers könnte man ja wohl auch anders sichern als mit... Achtung: Mohnanbau :eek:
 
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Aulus schrieb:
Also sorry, aber wer aus Egoismus die Gesundheit seiner Mitmenschen riskiert, ist in meinen Augen kein freiheitlicher Bürger, sondern höchstens einer, der die Freiheit anderer mit Füßen tritt. Zucker und Koffein stellen keine signifikanten Gefahren für mein Umfeld dar, da sie weder giftigen Rauch erzeugen, der überall hinwabert, noch radioaktiv sind. Und was du im Privaten tust, interessiert mich nicht die Bohne, solange du andere dadurch nicht gefährdest.

Wo riskiert ein kiffender Bürger die Gesundheit anderer Menschen? Und wo er es tun könnte, da greifen andere Gesetze wie das Nichtraucherschutzgesetz oder auch Gesetze zum Schutz der öffentlichen Ordnung.
Nun sehe ich es bei mir selber: Ich bin Nichtraucher und auch ziemlich strikt dabei. Ich meide Konsequent die Orte wo in meiner Gegenwart geraucht wird, und dies nicht aus Ideologie sondern weil mir durch Tabakrauch schlecht wird.
Hat aber nichts damit zu tun ob ein Produkt strafrechtlich verfolgt wird oder nicht.
In keinem und ich betone in keinem(!) Land der Welt ist kiffen in der Öffentlichkeit erlaubt. Weder in den Niederlanden (mindestens 50 Euro Strafe für Cannabiskonsum in der Öffentlichkeit) noch in den USA ist kiffen in der Öffentlichkeit erlaubt.
Die strafrechtlichen Vorschriften zum legalen Verbrauch tangieren in keinster weise die Vorschriften für das kiffen in der Öffentlichkeit, denn vieles ist erlaubt und trotzdem in der Öffentlichkeit verboten.
Zuhause darf ich mit meiner Frau sexuelle Handlungen die mir und ihr Spaß machen vollziehen, in der Öffentlichkeit bekomme ich dafür zurecht eine Anzeige.
Bei Cannabis ist es dasselbe, denn eine Regulierung von Cannabis bedeutet nicht ungehemmtes Kiffen in der Öffentlichkeit, genauso wenig wie eine Freigabe ein Freibrief ist bekifft Auto zu fahren, da gibt es dann Straßenverkehrsgesetze die das nähere regeln.

Aulus schrieb:
Ich hab zu keinem Zeitpunkt behauptet, dass durch ein Verbot die Nachfrage beendet würde. Selbstverständlich wirken Verbote, allein schon psychisch. Und die Existenzgrundlage eines Mohnbauers könnte man ja wohl auch anders sichern als mit... Achtung: Mohnanbau

Also ich weiß nicht in welcher Welt du lebst, aber in der Welt in der ich lebe und wie ich sie wahrnehme wirken Verbote nur wenn sie schlüssig sind.
Wenn ich stehle schädige ich andere Menschen, also ist eine Bestrafung bei Diebstahl schlüssig und wirkt auch abstoßend weil man das Verbot erklären kann.
Wenn ich einen Menschen verletze ist eine Bestrafung der Körperverletzung ebenfalls schlüssig, denn auch hier schade ich einen anderen Menschen.
Bei Cannabis und hier der Hauptgrund warum das Verbot in weiten Teilen nichts bringt: Fehlendes Unrechtsbewusstsein!

Selbst mir als Nichtraucher wird klar, dass das Cannabisverbot nichts bewirken kann und wie man sehen konnte in den letzten 40 Jahren nichts bewirkt hat, denn es fehlt das Opfer und die Person die geschädigt wird. Somit ist ein extremes Unrechtsbewusstsein vorhanden, insbesondere wenn man es mit den legalen Drogen wie Alkohol und Tabak vergleicht.

Abgabe an minderjährige ist natürlich zurecht strafbar und auch logisch erklärbar wenn Dealer die an minderjährige verkaufen bestraft werden
Bei Konsumenten die Cannabis zum Eigenbedarf anbauen, erwerben und konsumieren ist das Unrechtsbewusstsein gleich 0.
Das muss man auch zur Kenntnis nehmen und deswegen wird ein Verbot immer wieder scheitern und ist nicht durchsetzbar.

Wer meint das Verbot schreckt Menschen vom Konsum ab, liegt hier leider falsch.
Es wird dann alles konsumiert was dann gerade da ist (harte Drogen oder Medikamente und legal Highs mit den negativen Begleiterscheinungen), und wie die Länder die freigegeben haben beweisen liegt zwischen Verbot und Entkriminalisierung bzw. Legalisierung von Cannabis und die Höhe der Konsumenten kein Unterschied.

In Holland kiffen nicht mehr Menschen obwohl jeder in den Coffeeshop gehen kann, in Spanien gibt es trotz de facto Legalisierung über Cannabis Social Clubs nicht höhere Konsumraten, in den USA auch nicht und andersherum haben Länder mit restriktiver Politik auch nicht weniger Konsumenten (z.b. England oder Frankreich).

Ein Verbot wirkt sicher weder psychisch noch physisch positiv im Sinne des BTMG aus, und da sind wir an dem Moment gekommen wo das BTMG auf den Prüfstand gehört. Denn Anspruch war das Konsumverhalten so zu steuern, dass es keinen Konsum von Cannabis mehr gibt. Dies ist in den letzten 40 Jahren krachend gescheitert, das sollte man egal wie man dazu steht zur Kenntnis nehmen.

Ich wohne an der Niederländischen Grenze und sehe wie die Niederlande damit zurecht kommt. Eine Coffeeshopdiskussion gab es nie in Holland, sondern es ging bei Verschärfungen nur um die ausländischen Kiffer. Eine Stadt wie Venlo mit 60000 Einwohner brauchte nicht 30 Coffeeshops die im Prinzip nur für Deutsche da waren. Da reichen auch 5 Shops oder weniger um die eigene Bevölkerung zu versorgen. Warum soll die Niederlande ganz Europa mit Cannabis versorgen? Deutschland sollte seine eigenen Bürger vernünftig mit Cannabis versorgen, dafür sind die Niederländer nicht zuständig.

Das war auch der Grund für die Einführung des Wietpas, und ausländische Besucher sollten ausgesperrt bleiben. Leider brachte das nur einen illegalen Straßenschwarzmarkt zum blühen weswegen die meisten Städte den Wietpas abgeschafft haben und Ausländer wieder in den Coffeeshop zuließen.
Die letzte Stadt die Ausländer zuließ war Eindhoven. Dort stand in einer Niederländischen Zeitung;

"Goed nieuws! Door niet-Nederlanders weer in de Eindhovense coffeeshops toe te laten heeft burgemeester van Gijzel niet alleen veel toeristen en coffeeshopeigenaars blij gemaakt, maar ook straatdealers buiten spel gezet. De drugsrunners zijn gelijk met het ingezetenencriterium uit de stad vertrokken."

auf deutsch: Gute Neuigkeiten! Weil man wieder nicht Niederländer in die Coffeeshops in Eindhoven zulässt hat Bürgermeister Gijzel nicht nur die vielen Touristen und Coffeeshopbesitzer glücklich gemacht, sondern auch die Strassendealer ausgesperrt. Die Drugsrunner (Dealer) sind gleichzeitig mit dem neuen Kriterium aus der Stadt verschwunden
http://www.rollingstoned.nl/21-7-2015-straatdealers-buiten-spel-gezet/

So macht man eine gute Cannabispolitik wenn man wirklich die Gesundheit der Bürger schützen möchte und das illegale Dealen unterbinden möchte!
 
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Wo riskiert ein kiffender Bürger die Gesundheit anderer Menschen?
In der Öffentlichkeit. Aber diesbezüglich habe ich doch auch schon längst gesagt, dass ich es unsinnig finde, dass ausgerechnet Tabak so frei erhältlich ist und Cannabis nicht.

Also ich weiß nicht in welcher Welt du lebst, aber in der Welt in der ich lebe und wie ich sie wahrnehme wirken Verbote nur wenn sie schlüssig sind...
Also ich weiß ja nicht, was du unter Wirksamkeit von Gesetzen verstehst. Aber wenn Cannabis verboten ist, bedeutet das, dass ein Verstoß gegen dieses Verbot mit einer Strafe bzw. einem Bußgeld geahndet werden kann. Soll man jetzt die Ermordung anderer Menschen legalisieren, nur weil das Verbot sein "Ziel" verfehlt hat und ständig weiter unschuldige Menschen in Deutschland ermordet werden? :confused_alt: Und wie gesagt, abgesehen davon: Ich würde im Zweifel eher Cannabis legalisieren und Tabak verbieten als den Status Quo aufrecht zu erhalten. Aber das bedeutet nicht, dass ich Drogen deswegen prinzipiell gutheiße. Erst recht eben nicht, wenn dadurch Unbeteiligte geschädigt werden.

Achso, kleiner Hinweis noch: Das mit dem Mohnbauern war natürlich ironisch gemeint ;)
 
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Tabak ist nur frei erhältlich wenn es um den Erwerb geht, der Konsum von Tabak ist Gott sei Dank ziemlich reguliert worden. Somit kann in vielen Bereichen nicht oder nur noch sehr Eingeschränkt der Konsum dieser Droge stattfinden.
Bei Cannabis genauso: Wenn ich doch schrieb in keinem Land der Welt ist kiffen in der Öffentlichkeit legal, und du schreibst aber" in der Öffentlichkeit" werden Menschen gefährdet dann habe ich da ein Verständnisproblem!
Denn bei einer Freigabe ändert sich doch nichts zu heute, oder doch? Heute ist kiffen nicht nur in der Öffentlichkeit illegal, und wenn es legal werden soll ist kiffen weiterhin in der Öffentlichkeit verboten und wird wohl weiterhin bestraft wer es öffentlich tut. Also was ändert sich da zur jetzigen Rechtslage?
Wer heute nach Colorado geht wird ziemlich enttäuscht sein, wenn er auf der Straße so gut wie nichts von Cannabis mitbekommt. Da kifft nämlich niemand wegen der strengen Strafen auf der Straße!

Was haben nun mordende Menschen mit Cannabisverbot zu tun?
Wenn ich jemand umbringe, dann schade ich dem Opfer, der Familie, etc.
Wenn ich kiffe wen schade ich da? Ein Gesetz kann man durch peitschen und erzwingen, das Ziel wird trotzdem verfehlt und hat auch gar nicht die Chance zu greifen.

Wenn ich nun als Gesetzgeber mit fadenscheinigen Begründungen möchte, dass jeder die Wand rot streicht zuhause und dies bei nicht beachten unter Strafe stelle, dann fehlt da mir auch das Unrechtsbewusstsein.
Strafe ist das schärfste Schwert welches unser Rechtssystem zu bieten hat, anders ausgedrückt: Ein Gesetz welches eine Strafe androht muss Erforderlich, Angemessen, Geeignet und einem legitimen Zweck dienen.

Wenn ich Töten unter Strafe stelle, ist das Erforderlich, Angemessen, geeignet und dient einem legitimen Zweck (Verhinderung von Opfer durch Strafe und Abschreckung).

Wenn ich Cannabis unter Strafe stelle ist das nach allem was wir nach 40 Jahren sehen konnten, weder Erforderlich ( in Staaten wo legalisiert wurde kiffen nicht mehr Menschen wie vorher), weder Angemessen ( In Anbetracht der gesundheitlichen Gefahren die Cannabis verursacht und im Vergleich zum Alkohol nicht angemessen), weder geeignet (gekifft wird trotzdem) und dient auch keinem legitimen Zweck (denn Cannabis hat nur ein geringes Schädigungspotential ). Davon abgesehen ist es eben ein Opferloses Delikt, weswegen es sehr schwer strafrechtlich mit anderen Delikten verglichen werden kann.

Nun kann auch kein Gesetzgeber sich hinstellen und sagen : Alkohol ist Kultur deswegen erlaubt und Cannabis gehört nicht mehr zur Kultur und deswegen verboten, das verstößt in Deutschland gegen die Verfassung bzw. das Übermaßgebot oder das Verhältnismäßigkeitsprinzip.

In Anbetracht der Deutschen Geschichte sollte damit auch sehr sorgfältig umgegangen werden, denn gerade weil es im dritten Reich und der DDR so viele willkürliche Verbote gab, ist das Verhältnismäßigkeitsprinzip ein wichtiges Gut.
 
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Muss ich jetzt noch ein drittes Mal erwähnen, dass ich lieber Cannabis legalisieren würde anstelle von Tabakprodukten? ;)

Was haben nun mordende Menschen mit Cannabisverbot zu tun?
Wenig bis garnichts. Das sollte dir nur die Unlogik deiner Argumentation verdeutlichen. Das Argument "Hach, das Cannabis-Verbot nützt garnichts mimimi" ist eben merkwürdig, weil dies auch niemand an anderen Gesetzen kritisieren würde, die bisher bestehen (z. B. Diebstahl, Mord oder mit 300 km/h durch die Fußgängerzone zu fahren).

Wenn ich Töten unter Strafe stelle, ist das Erforderlich, Angemessen, geeignet und dient einem legitimen Zweck (Verhinderung von Opfer durch Strafe und Abschreckung).
Gut, das ist jetzt deine Meinung. Aber was machst du, wenn ein mordsüchtiger Mob kommt und besagt: "Das Mordverbot hält mich nicht vom Morden ab! Morden ist toll! Genießt es!". Was machst du dann? Jetzt plötzlich unterstellst du Verboten doch eine gewisse Abschreckungskraft. Eben hast du noch was anderes gesagt.

Zum Verhältnismäßigkeitsprinzip stimme ich dir zu. Gerade deswegen sollte man eine Legalisierung von Cannabis zuungunsten von Tabak in Erwägung ziehen. So. Das war' s jetzt aber auch, ein viertes Mal wiederhole ich mich nicht ;)
 
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@Aulus, dacapo & CD
ich glaube bei euch gibts ein Verständnisproblem;-) Bei Mord und ähnlichem gibts ein Opfer. Bei Canabis eben nur den Konsumenten selbst. Und insgesamt richtet die Prohibition mehr Schaden an als der Konsum. Moralisch gesehen ist Mord, da sind sich wohl alle eing, recht verwerflich. Canabis ist für unbeteiligte Dritte allerdings höchstens mit ein wenig "geruchsbelästigung" Verbunden, und somit für diese höchstens eine Bagatelle.

Und jetzt kommt die Grundsätzliche Einstellung zum tragen. Das Verbrechen mit Opfer zu ahnden sind ist wohl allen klar. Aber bei Bagatellen? Wie weit willst du da gehen? Irgendwann darf niemand mehr einen Hund halten, weil das halten von Hunden Nachbarn stören könnte. Rauchen (Tabak) muss verboten werden ebenso wie Alkohol und auch laute Musik erfüllt keinen sinnvollen Zweck und schadet dem Ohr. Also auch verbieten. Achja, ich kenne niemanden der 10Jahre ambitioniert Fußball spielt ohne davon Schäden zurück zu behalten. Fußball muss also auch verboten werden. Sport generell sollte ausschließlich in Fittnessstudios erlaubt sein, denn alte Omas erschrecken sich wenn plötzlich Jogger an ihnen vorbei huschen... Das kann eine seeehr lange Liste werden...

Will man alles störende Verbieten bleibt nichtmehr viel übrig außer Arbeit und Konsum (aber nur Produkte mit MwSt ;-) ). Das ist keine Welt in der ich leben möchte. Da ertrage ich lieber mal ne Dope Schwade (ich kiffe nich) oder lass mich mal von nem Köter anbellen (obwohl ich keinen Hund habe) bzw. gehe das Risiko von Tretmienen ein, als das alles und jeder Kleinkram verboten wird. Leben und leben lassen ist da eher meine Devise. Oder ums mit den Worten von Kant zu sagen: Die Freiheit des einzelnen Endet da wie die des anderen beginnt. Das ganze gepaart mit en bissel Tolleranz würde besser funktionieren als unmengen an Verboten.
 
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@Aulus
Ja ich habe das nicht überlesen, aber das eine Verbot gegen ein anderes auszutauschen ist genauso falsch auch wenn es im Konjunktiv ist.

Bitte richtig lesen: Ein Verbot das schlüssig ist hat eine gute Berechtigung und ist auch geeignet abschreckend zu wirken. Also Morden = Opfer
Schnelles Fahren = Opfer möglich bei einem Unfall, über Rot über die Ampel = Opfer durch Unfall möglich
Also weiß ich: Wenn ich zu schnell Fahre, dann kann ich einen Unfall mit Toten herbeiführen, also fahre ich so wie die Vorschriften es verlangen um dies zu vermeiden. Wer es nicht macht muss bestraft werden, so einfach ist das.

Merkst du was? Gesetze die zum Schutz anderer erlassen werden haben eine gute Berechtigung (Argumentation Fremdgefährdung). Ich sag nicht das diese Gesetze Morde verhindern, sind aber angemessen, erforderlich und dienen dem Zweck.

So und nun noch mal meine Frage : Wer oder was wird geschützt wenn Cannabis für Erwachsene verboten ist?

Fremdgefährdung bei Eigenkonsum = 0
Da kannst du das ganze Strafenverzeichnis rauf und runter spulen, es gibt keinen zweiten Vorgang wo Eigengefährdung so dermaßen bestraft wird wie im Betäubungsmittelrecht. Und hier und auch nur in diesem Bereich verpufft die Wirkung eines Gesetzes weil Menschen dieses Gesetz nicht nachvollziehen können.
Ein Gesetz das aber nur einem Ideologischem Ziel dient ist ein schlechtes Gesetz. Beispiel DDR: Wer in den Westen wollte wurde daran gehindert. Grund war nicht weil es im Westen so gefährlich war, sondern zur Erhaltung der eigenen Ideologie. Denn viele Menschen hätten gesehen wie schlecht die Politik in der DDR war und hier insbesondere die Ideologie des Ostens als katastrophal gebrandmarkt. Um das zu kaschieren wurden die Menschen unter Strafe daran gehindert zu flüchten. Wer erwischt wurde bekam langjährige Haftstrafen.

Wer Cannabis an minderjährige abgibt muss härter bestraft werden, wer Cannabis im Straßenverkehr konsumiert muss hart bestraft werden. Wer Cannabis zuhause als Erwachsener konsumiert darf nicht bestraft werden, und das ist die einzige Konstellation wo das Gesetz aufgrund fehlender Abschreckung nichts bringt (weil die Gefährdung nicht vorhanden und wahrgenommen wird).

Ich bin großer Verfechter der These : „La liberté de chacun a pour limite logique la liberté de tous les autres.“ (Die Freiheit des Einzelnen endet da wo die Freiheit des anderen beginnt).
Das kann ich beim kiffen ohne Fremdgefährdung auch mit Gewalt nicht sehen?!

Wo da die Freiheit des anderen beeinträchtigt wird weiß ich nicht. Und da wo sie es könnten gibt es genügend Vorschriften die es regeln könnten (Straßenverkehrsgesetze, Nichtraucherschutz oder Gesetz zum Schutze der öffentlichen Ordnung). Das Bestäubungsmittelgesetz ist das schlechteste aller Gesetze dies zu regeln, und dies sage ich in Anbetracht dessen das pro Tag bis zu 4 Tonnen Cannabis konsumiert werden.......an Steuer und Polizei vorbei!

@gaunt

Danke genau das meinte ich....
 
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AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Aulus schrieb:
Also sorry, aber wer aus Egoismus die Gesundheit seiner Mitmenschen riskiert, ist in meinen Augen kein freiheitlicher Bürger, sondern höchstens einer, der die Freiheit anderer mit Füßen tritt.

Na dann sind wir alle so, sogar du. Keine Ahnung ob du überhaupt schon volljährig bist, aber selbst wenn du nur Bus fahren solltest bist du bereits Teil des Problems des Diesel Feinstaubs.

Meine E-Zigaretten und mein Feststoff-Verdampfer verursachen solche Probleme nicht. Und nun?
 
AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Colonel Decker schrieb:
Na dann sind wir alle so, sogar du. Keine Ahnung ob du überhaupt schon volljährig bist, aber selbst wenn du nur Bus fahren solltest bist du bereits Teil des Problems des Diesel Feinstaubs.

Meine E-Zigaretten und mein Feststoff-Verdampfer verursachen solche Probleme nicht. Und nun?

Natürlich sind wir alle Teil des Problems Umweltverschmutzung. Gerade deswegen wäre es doch so wichtig, dass man vielleicht vermeidbare Verschmutzung reduziert. Und Busfahren ist doch immerhin besser als alleine im Porsche rumzudüsen.

Da E-Zigaretten keinen Tabak enthalten und somit keinen Rauch erzeugen, hast du ja schonmal einen Teil zum Umweltschutz beigetragen! Ist doch cool! :)
 
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AW: Quo vadis Cannabislegalisierung?

Natürlich sind wir alle Teil des Problems Umweltverschmutzung.
Das geht jetzt aber seeehr weit. In dem Thread hier gehts um Dope und nicht drumm die Welt zu retten.

Ich sehe das aus der Warte: Normalerweise würde mich das Thema keinen Meter interessieren, aber ich habe zwei Kinder (Kindergartenalter) die irgendwann in die Schule kommen werden. Zudem bin ich in den 90ern aufgewachsen wo Dope und anderes allgegenwärtig waren. Somit habe ich ein wenig eigene Erfahrung und vor allem viele Freunde aus dem Umfeld.
Dope ist ganz sicher nicht harmlos. Besonders im Jugendalter würde ich es sehr kritisch sehen!!! Mir ist aber auch klar, dass man nirgendwo einfacher drann kommt als auf einem Schulhof. Und das ist, da bin ich mit sicher, ein Effekt des Verbotes. Dazu der immense wirtschaftliche Schaden. Würde man das Geld was aktuell fürs Kifferscheuchen ausgegeben wird (~2Mrd€ im Jahr) in Lehrer und Kindergärtner investieren wäre es sinnvoller angelegt. Außerdem generiert das organisierte Verbrechen für Canabis Produkte eine Infrastruktur, welche neben Dope in Folge auch jede andere Ware transprotieren kann. Wir finanzieren also nicht nur den Schwarzmarkt fürs Dope sondern senken nebenbei die "pro Stück" Fixkosten für die Infrastruktur auch in Bezug auf andere Drogen, Waffen- oder gar Menschenhandel. Wie hat mal ein Ami (glaube sogar vom FBI) gesagt: "Willst du waffenfähiges Uran in die USA bringen dann packs in einen Ballen Gras. Das kommt immer über die Grenze!". Obendrauf kommt noch der Aspekt der Kriminalisierung von Jugendlichen und auch Erwachsenen die im Prinzip nix schlimmes machen. Wie wird denn jemand zum "Dealer"? Da ist ein 16 Jähriger der für sich en Zacken holt und seinen Kumpels eben was mitbringt. Wäre ja auch unhöflich es nicht zu tun (Ätsch, ich hab was zu rauchen und du nicht). Und schon ist ein normaler Jugenlicher vor dem Gesetz ein Dealer und bekommt die Hölle heiß gemacht.

In Summe sehe ich für meine Kinder keinen Vorteil durch das Verbot, aber ne Menge Nachteile und Risiken. Aber Bitte: Das bedeutet nicht das ich Dope für ungefährlich halte!
 
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