@ Lübke
Ich klammere nichts aus. Ich lehne lediglich die Vorstellung ab, dass man die Rechte eines mutmasslichen Täters eliminieren darf, um seine Opfer zu schützen. Das klappt vorne und hinten nicht.
Denn bis er verurteilt wurde, bleibt er ein MUTMASSLICHER Täter. Es gilt die Unschuldsvermutung.
warum ist dir das leben der geisel weniger wert wie das wohlbefinden des mörders?
Danke schön. Das ist billigste Polemik, und beleidigend noch dazu. Das hier soll eine fruchtbare Diskussion werden; wenn Du lieber im Sandkasten spielen willst, musst Du woanders suchen, auf das Niveau will ich nicht herab.
Ich stelle niemandes Leben über das eines anderen, auch nicht die Unversehrtheit. Ich bin nur pingelig und der Meinung, dass man nicht foltern darf, weil dies gegen Menschenrechte verstößt, die der Staat wahren muss.
und deine unterscheidung nach staatsbürgern und bürgern anderer nationen sowie deine zweiklassengesellschaft passen absolut nicht, denn vor dem gesetz sind alle menschen laut grundgesetz gleich.
Mach' Sachen! Wirklich! Und wie sieht es aus, wenn die Folter wieder eingeführt wird und ein Bürger eines anderen Staates verdächtigt wird, jemanden entführt zu haben? Und dessen Staat aber eine Folterung nun mal unter keinen Umständen erlauben will? Was haben wir dann? Immer noch Gleichheit? Und was ist mit der ach-so-lächerlichen Unschuldsvermutung?
Google doch mal ein wenig. Du wirst viele Fälle finden, in denen Menschen Verbrechen zugegeben haben, die sie nicht begangen hatten, ja nicht begangen haben KONNTEN. Wäre Folter zugelassen, wäre es so unvorstellbar, dass der Falsche gefoltert wird? Und was dann? --> "Oh, sorry, wir haben Dir Elektroden an den Sack gehängt und Dich zu 20.000 Volt tanzen lassen, obwohl Du den gar nicht entführt hattest -- hey, shit happens!"
Lübke, wir kommen auf keinen grünen Zweig. Gäfgen HAT dummes Zeug erzählt (dass das Kind noch lebt, obwohl es bereits von ihm ermordet worden war).
Was, wenn jemand unter der Folter eben doch Scheisse erzählt? Weil er z.B. nicht komplett zurechnungsfähig ist? Oder nicht begreift, unter welchen Umständen überhaupt gefoltert werden darf? Was dann? Wer soll das auf die Schnelle nachprüfen? Oder wenn jemandes Gesundheitszustand die Folter schlicht nicht zulässt? Was dann?
Die allerwenigsten Menschen überblicken unser Rechtssystem überhaupt, und ich zähle gewiss zu denen. Wie viele werden sich dann einschüchtern lassen, und notfalls Sachen erfinden, schlicht weil sie nicht begreifen, was ihnen widerfahren kann, und was nicht?
Wir können gerne weiter darüber diskutieren, aber auf einem gewissen Nivea (spelling intended). Bitte KEINE weiteren Unterstellungen auf der Schiene, mir sei ein Mörder wichtiger als ein Opfer. Ich habe selber zwei Kinder und liebe diese sehr. Das heißt aber nicht, dass ich alles, woran ich glaube, über Bord werfen muss -- auch wenn's weh tut. Auge um Auge, Zahn um Zahn wurde aus gutem Grund abgeschafft, und der Blutgier vieler kann und darf der Staat nicht nachgeben.
Wenn eine solche Sau in den Knast kommt, will ich sicher sein, dass sie nicht, niemals, unter keinen Umständen freikommen kann, schon gar nicht, weil irgendein Idiot zur Folter gegriffen und damit den ganzen Prozess in Frage gestellt hat. DARUM geht es mir!
Hätte dieses Arschloch nicht noch freiwillig ein zweites Geständnis gemacht, er hätte freikommen MÜSSEN, obwohl seine Schuld erwiesen war, der Europäische Gerichtshof hätte in diesem Falle seine Freilassung angeordnet.
Das will ich nicht. So eine Sau soll sitzen, bis sie schwarz wird, und nach allen Kniffen und Regeln des Rechts verurteilt werden. Es soll kein Schlupfloch geben, kein Zweifel, dass er nur unter Zwang etwas ausgesagt hat.
Du kommst damit, Folter solle nur der Rettung dienen. Ich sage: Auch wenn dem so wäre (keinesfalls in Beton geritzt), die Drohung würde ausreichen, um viele falsche Hinweise und Geständnisse zu erzwingen, auch wenn es nur um den Aufenthaltsort einer Person geht. Da brauch nur jemand nicht alle Zweige am Baum zu haben, um völligen Mist zu erzählen. Meine Fresse, es kommt auch so schon vor, dass Leute zu unrecht verdächtigt werden, Blödsinn erzählen und dann um ein Haar verknackt werden.
Laien wissen viel zu wenig über ihre Rechte. Wie viele normale Bürger werden dann unterscheiden können, WANN sie gefoltert werden dürfen? Die werden wahrscheinlich nur wissen, DASS es geht, und dann geht ihnen -- zu Recht! -- die Düse.
Überlassen wir's lieber den Juristen, die haben sich nämlich was dabei gedacht, und zwar NICHT, dass die armen Täter am besten noch täglich Zucker in den Arsch geblasen bekommen sollen.