Notiz Ryzen 3000: Work Tool macht CCX-Overclocking einfach

duskstalker schrieb:
desktop ryzen ist die müllhalde für sämtliche binning rejects von epyc.
Wenn das ein Thema ist, dann sollte man am besten auf Ryzen 4000 warten. Das wird wie bei Pinnacle Ridge (Ryzen 2000): Die Zwischenversion wird für EPYC gar nicht benutzt werden, also gibt es oberhalb von Ryzen nur noch die Threadripper. Im Ergebnis bleiben mehr gute Chiplets für den Desktop übrig.
 
Haldi schrieb:
Leider hat die Tabelle keine Core Frequenzen dazu... Theoretisch müssten der ja nun bei 3.8Ghz sein auf 24 Threads.
Ich bezweifle stark das mit 3.5Ghz und 32Threads das da unter 142W bleibt.
Nein, denn die Messung wurde mit der CPU durchgeführt, so wie sie ausgeliefert wird. Sie darf also auch den Boost benutzen, bis die 142W erreicht sind. Wieviel mehr als der Basistakt das in dem Fall ist, das ist unklar. Nach den verschiedenen Test dürfte es irgendwas zwischen 4,0 und 4,2 GHz gewesen sein.

Man kann die Plausibilität für den 3950X aber leicht prüfen:
  • Man nimmt die Daten von AnandTech mit 23,41W für Uncore bei Last auf allen Kernen und zieht das von den 142W ab. Das lässt 118,59W für die zwei Chiplets, also 59,3W pro Chiplet.
  • Nun nimmt man die eher pessimistisch ausgefallene W-MHz-Kurve aus TheStilts Analyse zu Matisse. Diese zeigt bei hohen Takten über 4 GHz mit AVX2-Lasten ein sehr viel schlechteres Verhalten, als es die meisten Tests ergaben. TheStilt testet hier mit eigener Software und sagt, dass der Verbrauch gegenüber normalen Lasten nochmals um 37% nach oben ging. Das, was im Diagramm zu sehen ist, sind also extrem hohe Verbrauchswerte für den angezeigten Takt. Doch obwohl hier das Chiplet derart viel verbraucht, wird erst bei etwa 3650 MHz die Grenze von 60W erreicht.
Es ist also plausibel, dass der 3950X selbst mit AVX2-Lasten noch oberhalb der Basisfrequenz von 3,5 GHz arbeiten kann. Bei herkömmlichen Lasten könnte der 3950X bei 142W auf etwa 3,9 GHz laufen.

Nichtlineare Verbrauch-zu-Frequenz-Kurve:
Erhöht man den Takt von 3500 MHz auf 3800 MHz, so steigt der Verbrauch pro Chiplet von 48W auf 72W, also um 50%. Diese 300 MHz mehr erhöhen den Verbrauch des Chiplets um die Hälfte! In der umgekehrten Richtung spart man also auch sehr viel. Dem gegenüber steht ein Anstieg von 12 auf 16 Kerne, also 33%. Rechnet man nun (48/72)*(16/12)=88,88%, so zeigt sich, dass der Verbrauch von 16 Kernen auf 3,5 GHz sogar geringer ist als der von 12 Kernen auf 3,8 GHz.

Fazit: Doch, das passt!
 
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Nixdorf schrieb:
Wenn das ein Thema ist, dann sollte man am besten auf Ryzen 4000 warten. Das wird wie bei Pinnacle Ridge (Ryzen 2000): Die Zwischenversion wird für EPYC gar nicht benutzt werden, also gibt es oberhalb von Ryzen nur noch die Threadripper. Im Ergebnis bleiben mehr gute Chiplets für den Desktop übrig.
Der EPYC Codename für Zen3 lautet Milan. Es ist also keine "Zwischenversion", wie Zen+.
 
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yummycandy schrieb:
Der EPYC Codename für Zen3 lautet Milan. Es ist also keine "Zwischenversion", wie Zen+.
Jep, toll. Das ist die nächste Version von EPYC. Es ist aber nicht raus, ob schon davor nicht eben genau wie 2018 eine Zwischenversion für Ryzen kommt, und das ist dann Zen 2+. Da wird dann nur von 7nm auf 7nm+ geshrinkt und das war's. Das gibt einen Teil des Performance-Plus, der andere Teil kommt aus der Tatsache, dass man dann die besseren Dies nicht für EPYC wegsortiert. Ich würde das nicht komplett ausschließen.
 
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Nixdorf schrieb:
Fazit: Doch, das passt!


die kurve sieht sehr "gewöhnlich" aus und trotzdem hervorragend für die erste generation der 7nm fertigung.

gerade die unter 30watt bei 3.2ghz (gerüchte küche für die konsolen) sind schon mal sehr vielversprechend. da kann man noch 150watt für die gpu und 20watt für ram und datenträgern verballern und landet bei 200 watt.

schöner chip, dieser zen2

mfg
 
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[wege]mini schrieb:
die kurve sieht sehr "gewöhnlich" aus und trotzdem hervorragend für die erste generation der 7nm fertigung.
Und das ist wie gesagt sogar noch die absolute Worst-Case-Kurve mit unrealistischen Lasten. Die normale Kurve für übliche Anwendungen ist noch etwas länger flach. Man sieht bei einem 3700X ja bei All-Core-Lasten deutlich über 4 GHz, aber die CPU verbraucht dabei maximal 88W. In der Kurve von TheStilt wären das maximal 3900 MHz.
 
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Hier auch nochmal zur Info, da wir das Thema ja kurz hatten... AMD hat die neue Lieferung von dem 3900X wieder verschoben 😒. Boxed 2.8 und Tray 9.8
 
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:oDas war mir gar nicht bewusst das da die Chiplets in massiv unterschiedlicher Qualität verbauen,
99% hier reden von Overclocking das Thema betrift untertakten und undervolting aber genauso.

Gut das ich diese Diskussion gefunden habe, dann fliegt Amd endgültig für einen kleinen Medien PC raus der Auswahl
 
ProWein schrieb:
betrift untertakten und undervolting aber genauso
Nein. Betroffen ist nur reines Undervolting bei weiterhin aktivem PB2. Davon nicht betroffen sind:
  • Underclocking, also fest eingestellter Takt und fest eingestellte Voltage (ohne PB2)
  • Begrenzen des Stromverbrauchs über die cTDP-Funktion (mit PB2)
Bei letzterem reduziert man den Verbrauch und damit auch die Abwärme ohne den bei Undervolting mit Ryzen 3000 auftretendem, überproportionalen Performance-Verlust. Man stellt einfach z.B. 45W ein und fertig. Die Performance-Reduktion entspricht dann der MHz-Watt-Kurve von Matisse und liegt nicht deutlich darunter.
 
Danke das du mir cTDP erklären willst, dies gab es in ähnlicher Form aber auch schon für Llano

Und diese cTDP bei Amd ist einfach nur Müll (zuletzt mit einem A8 9600 getestet)
 
Bei Llano ist die cTDP ein Umschalter von 65W auf 45W. Bei Ryzen kann man über die cTDP das Power Limit frei einstellen. Ich habe das auf meinem 2700X umfassend getestet. Es funktioniert bis auf etwa 35W runter sehr gut. Erst noch tiefer säuft dann die Leistung ab, weil man dann anfängt, auch den Single-Core-Boost zu reduzieren.
 
Egal ich verschiebe das Vorhaben wohl doch um ein paar Monate,
Leistung säuft nicht ab die Leistung der CPU wird nur geringer.

Mir geht es bei einer neuen CPU für meinen Medien PC ganz sicher nicht um die Leistung, dafür reich mein A8 noch sehr lange ich will jedoch die Leistungsaufnahme bei gleicher Leistung so tief wie möglich drücken.
 
Für einen Medien-PC, der auf geringen Verbrauch optimiert werden soll, ist doch eine reine CPU sowieso auf verlorenem Posten. Zusammen mit der dann zwingend notwendigen Grafikkarte liegst du ziemlich sicher über dem A8-3850 mit seiner integrierten Grafik. Deine Kandidaten wären also eigentlich 2200G und 3200G, und bei denen funktioniert das Undervolting noch wie gehabt. Die Zen2-APUs kommen erst nächstes Jahr.

Letztendlich dürfte allerdings ein schnöder Intel NUC die geringsten Verbrauchswerte erzielen.
 
Nixdorf schrieb:
Deine Kandidaten wären also eigentlich 2200G und 3200G
nein wenn dann Skylake, die einzige letzte Cpu Serie mit IGP die Treiber für 8.1 hat,
aber dessen IGP ist noch langsamer (ca. 20%) als die meines A8
 
Nixdorf schrieb:
Ugh, okay. Da bin ich dann raus. Da hättest du dir dann aber den Blick in dieses Thema von Anfang an sparen können.
Nö hätte ich nicht
 
ProWein schrieb:
Leistung säuft nicht ab die Leistung der CPU wird nur geringer.
Das "absaufen" ist die Umschreibung dafür, dass die Leistung überproportional in Relation zum Verbrauch sinkt.

Mein 2700X liefert bei 80W im CB15 noch 3750 MHz und 1679 Punkte. Bei 35W sind es noch 2650 MHz und 1185 Punkte. Das sind 70% Performance bei 43% Verbrauch. Die Leistung sinkt also weniger stark als der Verbrauch. Die Effizienz steigt also sogar noch an.

Bei 15W, also einer erneuten Reduktion auf etwa 43%, würde man also mindestens 43% der Performance erwarten, was gut 500 Punkte sind, oder sogar bis zu 70% Performance, was 830 Punkte wären. Der Takt sollte bei um die 1110 MHz liegen. Die Wahrheit ist aber, dass der Takt dann bei 550 MHz liegt. Die Maus fängt bei ruhendem Windows-Desktop an zu ruckeln. Das System ist nicht mehr benutzbar. Das meine ich mit absaufen.

Es gibt eine Untergrenze, welche die CPU als Basisverbrauch benötigt, und da kommt dann das drauf, was für das Rechnen da sein soll. Bei einem 2700X liegt der Idle-Wert bei 8-13 Watt. Man stellt bei 15W also nur noch 2-7 Watt für die Last auf den Kernen zur Verfügung, und das ist für eine sinnvolle Nutzung zu wenig.

Die 35W sind bei einem 2700X das sinnvolle Minimum, weil das der Verbrauch für den unbeschränkten Single-Core-Boost ist. Geht man weiter runter, kostet es ab etwa hier überproportional Performance.
 
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Nixdorf schrieb:

das ist aber auch schon aktuell technisch kaum möglich :D

8kerne, 16 freds, 15 watt....da bekommt jeder kleine kern nicht mal 2 watt. da gehen sie gerade noch an und leider funktioniert bei cpu´s eine "zylinderbankabschaltung" wie bei motoren nicht :evillol:

25watt wollen die teile schon sehen um wenigstens auf 2ghz zu kommen für einen kern (dann saufen die anderen immer noch ca. 12 watt im "idle" und man hat gerade mal 13 watt für einen kern mit 2 fred´s.

ab ca. 35 watt macht es spass....zaubern kann auch die 7nm fertigung nicht.

wenn die gerüchte stimmen, käme mit 7nm+ und zen3 (spätestens mit zen4) dann 4fach smt.

damit kann man 4 cores, 16freds bauen die auch mit 15 watt sehr gut performen oder 1 core 4freds und <5 watt.

das dauert aber noch ein wenig. :bussi:

mfg

p.s.

trotzdem sind wir ja schon einen sehr weiten weg gegangen, wenn man sich "leelauf" leistung anschaut und betrachtet, was für kopfstände man früher machen musste.....

hier ein beispiel: http://www.hit-karlsruhe.de/aol2mime/amd_athlon.htm

"AthlonXP 1600+ mit Mobil-Brücke auf MS-6340
Im Leerlauf nimmt das MS-6340 ca. 100W auf. Es gibt zwei Möglichkeiten die Verlustleistung zu senken:
  • Northbridge Disconnect z.B. mit VCool, S2KCtrl, DRAGONTT
  • PowerNow! z.B. mit RightMark CPU Clock, CrystalCPUID"

hier haben die hersteller sowohl noch oben (OC) als auch unten (ulv und UC) viel arbeit geleistet in den letzten 15 jahren. mit hand auflegen schafft man noch messwertunterschiede zu verbessern. richtige große sprünge sind aber selten geworden.

mfg
 
Zuletzt bearbeitet:
[wege]mini schrieb:
ab ca. 35 watt macht es spass....zaubern kann auch die 7nm fertigung nicht.
Dazu kann ich nichts sagen, weil meine Messungen von Zen+ in 12nm sind. In der Theorie könnte es bei 7nm schon bei 25W "Spaß machen", aber es ist nicht klar, wieviel die Umstellung auf die separaten Dies für Kerne und I/O daran was ändert.
 
[wege]mini schrieb:
damit kann man 4 cores, 16freds bauen die auch mit 15 watt sehr gut performen oder 1 core 4freds und <5 watt.
Das Problem wird immer der Basisverbrauch sein, bei dem es erst los geht. Bevor überhaupt gerechnet wird, muss in der CPU schon das I/O-Die mit dem Speichercontroller und der Infinty Fabric betrieben werden. Bei Pinnacle Ridge ist dieser Wert bei 7-13 Watt, viel genauer kann ich das nicht abschätzen. Mit Blick auf die 7-10W, die der X570 in Der8auers Test verbraucht hat, und das ist ohne Speichercontroller, würde ich das I/O-Die in der CPU trotz 12nm zu 14nm auf nicht weniger als 7W einschätzen.

Insofern könnten die 4-Kerner mit 15W funktionieren, aber einen Single-Core mit 5W sehe ich nicht. Da müsste man zu viel dedizierte Arbeit rein stecken, um am Ende eine CPU zu haben, die eh keiner will. Solche Runterdampf-Versuche gingen schon bei Intel mit diesen Mini-Chips à la Edison nach hinten los. In diesen Anwendungsgebieten will offenbar niemand x86-Technik und man nimmt lieber ARM.
 
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