Alphanerd schrieb:
Was kannst du am erforschen, was du nicht auch auf der Erde oder der ISS Erforschen kannst
Das ist ein guter Einwand, aber die ISS und der Mars verfolgen völlig unterschiedliche Forschungsziele. Die ISS eignet sich hervorragend für die Grundlagenforschung in der Schwerelosigkeit. Für interstellare Reisen muss man jedoch ganz andere Bereiche erforschen, die dort unmöglich sind.
Dank der ISS weiß man, was 0g mit dem Körper macht, und dank der Erde, was 1g macht. Aber es gibt null Langzeitdaten zu den 38% Schwerkraft des Mars.
Du kannst eine automatisierte Treibstoff und Metallfabrik zwar auf der Erde designen, aber du musst sie unter realen Bedingungen testen. Wie reagieren die Maschinen auf den giftigen, elektrostatischen Marsstaub? Wie zuverlässig arbeiten Bohrsysteme im Permafrost über Jahre hinweg ohne Wartung? Das lernst du nur vor Ort.
Auf der ISS wird Nahrung eingeflogen. Interstellare Schiffe hingegen benötigen riesige, zu 100% autarke Ökosysteme. Die dafür erforderliche Logistik, Agrarwirtschaft und das Mikrobiom lassen sich aufgrund von Platz- und Massemangel nicht auf der ISS erforschen.
Letztlich ist die Erde die Wiege, die ISS ist das Reagenzglas, aber der Mars ist die erste echte Testwerkstatt für das Überleben im Kosmos.
Alphanerd schrieb:
Zu dem Reisen: die anderen Sterne sind vom Mars quasi genauso weit weg, wie von der Erde, du musst nur weniger Gravitation überwinden. Das klappt vom Mond aus besser.
Vom Mond aus hast du aber kaum Ressourcen. Er hat einen extremen Kohlenstoff und Stickstoffmangel, limitiertes Wasser und eine schlechte Metallvielfalt. Zusätzlich herrscht dort ein Vakuum, das zwar super für Starts ist, aber alles andere, wie Temperaturregulierung, Rechenzentren usw., erschwert. Für Lasersegel und für den Start ins Sonnensystem ist er aber die richtige Wahl und genau dafür wird er auch genutzt werden.
Hinzu kommt das Problem mit der Wärme und Kälte: -130 °C in der Mondnacht und +120 °C am Tag. Der Mars hat zusätzlich haufenweise CO₂ und Wassereis, das zudem einen hohen Anteil an Deuterium für Kernfusion besitz und liegt mitten im Asteroidengürtel.