[Testbericht] Lenovo ThinkPad Carbon X1 2017

Kreacher

Lieutenant
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Hallo liebes Forum,

Test- oder Erfahrungsberichte sind wichtig, zumindest helfen sie mir persönlich hier immer sehr weiter, deshalb möchte ich hiermit auch einmal etwas zurückgeben an die Community.

Ich habe mir ein neues Business-Notebook angeschafft, genauer das LENOVO ThinkPad Carbon X1 2017.
(Hier geht es zum ComputerBase-Testartikel; und hier zum ausführlicheren Test von NotebookCheck.com.

Bestellt habe ich ein Sondermodell aus einer großen Auswahl von X1 Carbon 2017-Serien, welches nur via CampusPoint (Studentenrabatt) zur Verfügung gestellt wird, sich allerdings nur in der Hardwareaustattung von den restlichen Modellen der Carbon X1 2017-Serie unterscheidet.

Spezifikationen meines "Sonder"modells:

- 35 cm (14.0") WQHD IPS matt (2560 x 1440)
- Intel® Core™ i5-7200U DualCore (2.50 bis 3.10 GHz)
- 256GB NVMe-SSD
- 8GB RAM
- Intel® HD 620 Grafik shared
- NFC™
- Windows® 10 Home (64bit)

Hier der Link zu diesem Sondermodell

Es hätte natürlich auch Geräte mit 512 GB SSD, 1024 GB SSD und mit jeweils 16 GB RAM plus WQHD-Display gegeben, allerdings ist das Ganze natürlich auch eine Preisfrage, sodass ich abwägen musste, ob mir 512GB SSD-Speicher lieber gewesen wäre statt dem WQHD-Display. Letztlich habe ich mich dann für das WQHD-Display und die kleinere SSD entschieden, auch aus dem Grund, da die Hardware bei dieser Serie relativ leicht austauschbar ist, sodass ich bei Bedarf immer noch eine größere SSD oder gar 16 GB RAM nachrüsten könnte - das Display lässt sich aber nicht nachrüsten.

Bei meinem Verwendungszweck (hauptsächlich als zuverlässiges Arbeitsgerät in der (noch) Uni und darüber hinaus im Berufsalltag) werde ich vermutlich nicht sonderlich von 16 GB RAM profitieren - vorerst zumindest nicht.

Nun genug der Vorrede, nun zum Erfahrungsbericht:

Erster optischer Eindruck beim Unboxing:





Bereits bei der Empfangnahme des Päckchens fiel mir sofort auf, wie leicht das gesamte Paket eigentlich ist. Zuerst war ich davon etwas verunsichert - haben sie mir nun ein Reisenetbook statt meiner Bestellung geschickt?
Aber relativ schnell stellte sich heraus, dass das eigentliche Gerät wirklich ultra-leicht ist.








Das Design ist laut Notebookcheck in schwarz und silber verfügbar. Bei CampusPoint gab es die Serie anscheinend nur in schwarz, was mich persönlich aber gar nicht wirklich stört. Das Design und die Verarbeitung wirkt auf mich sehr hochwertig und professionell - was man beim etwas höheren Kaufpreis auch erwarten darf. Ich konnte bei der ersten Betrachtung keine Kratzer, Abdrücke, Unregelmäßigkeiten oder sonstige "Fehler" entdecken.

Der Lieferumfang ist überschaubar, aber deshalb in meinen Augen nicht schlecht. Es wird auf viel Brimborium verzichtet und es kommen nur einige kleineren Broschüren in verschiedenen Sprachen, das Netzkabel und ein kleiner Adapter-Stecker, um einen herkömmlichen LAN (RJ45)-Anschluss nutzen zu können:





Alles in allem war der erste kritische Eindruck sehr positiv.


Erste Inbetriebnahme & eventuelle Geräusche/Wahrnehmungen:
Das Gerät ließ sich ohne Ladekabel zuerst nicht einschalten, was ich ungewöhnlich fand, denn normalerweise kommen die Geräte ja nie komplett mit leerem Akku, aber was soll's. Mit Ladekabel ließ es sich dann sofort einschalten.

Geräuschemission = 0. Es ist ungelogen erstaunlich, dass es hörbar keinen Unterschied macht, ob das Gerät nun aus oder angeschaltet ist. Daher schon einmal ein dickes Plus für Geräuschewahrnehmung.

Die Windows-Einrichtung verlief schnell und zügig (vermutlich auch dank der internen SSD). Lediglich bei der Windows-Update-Suche sprang dann mal hin und wieder kurz der Lüfter an, das hört man dann natürlich schon, ist jetzt aber nicht sonderlich laut oder störend und auch nur, wenn das Gerät ziemlich ausgelastet wird.

Display: matt, WQHD-2K-Auflösung:
Das Display hat dank des WQHD-Panels eine wunderbar scharfe und farbenfreudige Brillanz und Auflösung.
Windows selbst skaliert natürlich etwas aufgrund der 2k-Auflösung, was aber bis jetzt nicht wirklich störend gewirkt hat.

2k-Videos auf YouTube spielen absolut ruckelfrei und mit toller scharfer Auflösung, auch farbenmäßig prächtig und klar - was eigentlich bei einem auf "Business" zugeschnittenen Gerät keine Selbstverständlichkeit sein kann.
Der Ton der eingebauten Stereo-Lautsprecher vermisst natürlich Bässe, aber das ist natürlich bei allen Laptop-Lautsprechern der Fall. Der Ton ist dennoch klar und zum schnellen Anhören von Musik oder Anschauen von Videos passt es allemal. Für das Heimkino-Erlebnis sollte dann natürlich ein Soundsystem entweder via Bluetooth oder via 3,5mm Klinkenausgang angeschlossen werden.

Touchpad:
Das Touchpad reagiert auf die noch so kleinsten Berührungen, Multifunktionsgesten werden standardmäßig natürlich auch unterstützt. Zudem bietet das Gerät einen roten TrackingPoint für Präzisionseingaben.

Sonstiges/Bloatware:
Auch ein rießen großes Lob an Lenovo: Es ist so gut wie keine Bloatware installiert. Gut, ein paar wenige Apps waren drauf, die ich dann einfach per Rechtsklick wieder deinstalliert habe (Skype-Windows-App, Microsoft Solitär Collection, OneDrive) aber softwaremäßig habe ich nur das "Microsoft Office Testversion Dingens" deinstalliert, weil ich mein eigenes Office über die Uni beziehen kann (365 Office). Ansonsten kommt ein so gut wie jungfräuliches Windows 10 daher.

Also Bloatware-mäßig 1A!! Sehe daher momentan auch gar keinen Grund, eine komplette Neuinstallation zu machen, da hätte ich wohl mehr Aufwand als Nutzen.

Festplattenspeicher:
Hand in Hand mit der installierten Software geht natürlich auch der Festplattenspeicher. Wie oben bereits erwähnt, hat mein Modell die 256GB SSD.
Das ist natürlich gemäß des heutigen Technikstands vielleicht sogar schon ziemlich old-school, zusammen mit dem 8 GB RAM, aber wie gesagt: HDD und RAM lassen sich ja ziemlich leicht bei Bedarf aufrüsten.

Interessant finde ich aber, dass dieses Gerät mit dieser aktuellen Ausstattung ca genauso teuer war, wie damals mein 2015 gekauftes DELL XPS 13, was ebenfalls 256GB, 8GB RAM, dafür aber sogar ein 4K-Touch-Display hatte - und meines hier nun "nur" 2K.

Man würde doch vermuten, dass sich innerhalb von 2 Jahren so viel getan hat in der Technik, dass heutzutage ein Gerät mit "nur" 2K-Display, non-touch, nicht genauso teuer sein kann, wie ein vor 2 Jahren angebotenes Gerät mit gleicher Festplatten- und RAM-Austattung, allerdings mit 4K und Touch-Display.


Tastatur:
Die Tastatur macht bislang einen guten Eindruck, die Beleuchtung ist gleichmäßig und auch der Druckpunkt der Tasten ist angenehm.

Akku:
Mein Modell wird mit einem 57 Wh Akku mit bis zu 15.5h geworbener Durchhaltedauer geliefert. Den Akku selbst konnte ich jetzt natürlich noch nicht ausgiebig testen, ich werde in den kommenden Tagen aber ein paar Updates bezüglich Akku-Lebensdauer hier preisgeben, sobald sich auch der Akku etwas eingependelt hat.

Geschwindigkeit:
Dank der eingebauten SSD und des i5-7200U DualCore ist das Gerät wirklich flott unterwegs. Hochgefahren aus dem totalen Kaltstart in wenigen Sekunden, heruntergefahren ebenfalls. Programme starten innerhalb weniger Sekunden.

Dieser Beitrag wird nach weiteren Tests/Benutzung/Auffälligkeiten oder Sichtungen bearbeitet bzw. editiert und erweitert, sodass ihr ruhig Kommentare posten könnt, ohne dass dann die Erfahrungsberichte durch Kommentare getrennt wären. Für diejenigen, die also bereits lesen, regelmäßig F5 drücken, damit Aktualisierungen bzw. Bearbeitungen sichtbar werden und ihr auf dem neusten Stand seid ;)

Falls ihr besondere Wünsche habt, was ich denn an diesem Gerät überprüfen oder testen soll, dann könnt ihr das gerne mitteilen und ich werde versuchen, euren Wünschen soweit wie möglich nachzukommen.
 
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OldLight

Lieutenant
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Vielen Dank für deinen schönen Bericht.

Ich suche selbst gerade nach einem neuen Note- / Ultrabook und habe das Gerät auch in der engeren Auswahl.

Wie sicher bist du dir, dass man den Arbeitsspeicher aufrüsten kann? Ich bin mir recht sicher irgendwo gelesen zu haben, dass genau dies nicht möglich ist.
 

Kreacher

Lieutenant
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Wie sicher bist du dir, dass man den Arbeitsspeicher aufrüsten kann? Ich bin mir recht sicher irgendwo gelesen zu haben, dass genau dies nicht möglich ist.
Also ich meine, genau das gelesen zu haben. Ich geh nochmal die verschiedenen Links durch. Ich glaube, es war sogar auf Notebookcheck, aber nichts genaues weiß man nicht. Ich prüfe noch einmal meine Links.

NACHTRAG:
Also ich konnte noch nichts genaueres bezüglich RAM-Tausch herausfinden, das hier steht aber auf NotebookCheck:

Eine weitere – preislich sehr attraktive – Möglichkeit sind die sogenannten Campus-Modelle, die jedoch nur einer eingeschränkten Nutzergruppe zur Verfügung stehen. Schüler, Studenten und wissenschaftliche Mitarbeiter können mit diesen Sondermodellen schnell einige hundert Euro sparen. Unser Testgerät ist ebenfalls ein solches Campus-Sondermodell: das ThinkPad X1 Carbon 2017-20HQS03P00 für 1.599 Euro.
Dafür erhält man einen leistungsstarken Core-i7-7500U-Prozessor, 16 GB RAM, ein FHD-IPS-Display und eine schnelle 512-GB-NVMe-SSD. Die Komponenten entsprechen also dem High-End-Topseller-Modell, doch es gibt zwei Einschränkungen: Unser Testgerät wird üblicherweise ohne Betriebssystem ausgeliefert (wurde freundlicherweise von Campuspoint installiert), und es gibt keine Unterstützung für WWAN-Module.


So wie es aussieht muss man sich eben entscheiden, zwischen i7, 16 GB RAM und 512 GB mit normalem Full-HD-Display, oder zwischen i5, 8 GB RAM und 256 GB SSD, dafür aber mit WQHD-2K-Display.

Außer man will natürlich über 2000€ blechen, dann gibt's WQHD-Display auch mit 16 GB RAM, 1TB SSD und i7.

Es ist halt wie immer die Frage, wie man sein eigenes Nutzprofil einschätzen würde. Wird man mit dem Laptop jemals Aktivitäten machen, die 16 GB RAM erfordern würden? Selbst mit meinem 2009 selbst gebauten Desktop-Rechner, der nur 6 GB RAM hat, mache ich heute noch HD-Videobearbeitung und diverse Filmschnittsachen und bin selbst mit den 6 GB RAM noch nicht sonderlich an die Grenzen gestoßen.

Ob ich jetzt auf das 2K-Display verzichten soll zugunsten eines i7 und 16GB RAM, die ich mit meinen Vorlesungs-Word-Mitschrieben und gelegentlichem Web-Browsing vermutlich nicht mal ansatzweise auslasten würde? :confused_alt:
 
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Mathnix

Ensign
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Danke für den Bericht, ich freue mich immer über User die ein bisschen von ihren neuen Arbeitstieren erzählen.

Leider ist der RAM beim X1 Carbon verlötet und lässt sich nicht tauschen ("RAM onboard" Beschreibung auf der Campuspoint Seite). Das ist nämlich leider der Grund warum ich mich gegen das X1 Carbon entschieden habe - aber es freut mich, dass du damit bisher zufrieden bist
 

Kreacher

Lieutenant
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Danke für den Bericht, ich freue mich immer über User die ein bisschen von ihren neuen Arbeitstieren erzählen.

Leider ist der RAM beim X1 Carbon verlötet und lässt sich nicht tauschen ("RAM onboard" Beschreibung auf der Campuspoint Seite). Das ist nämlich leider der Grund warum ich mich gegen das X1 Carbon entschieden habe - aber es freut mich, dass du damit bisher zufrieden bist
Oh ok, Danke für diese Information!
Nun ja, ich hätte die Möglichkeit, via Campuspoint auf ein Modell mit 16 GB RAM und 512 GB SSD zu wechseln (siehe oben den Beitrag von Notebookcheck), allerdings wäre das dann halt ohne WQHD-Display und maximal Full-HD.

Jetzt ist halt die Frage, ob ich diesen Schritt in Kauf nehmen soll oder nicht. Die SSD wäre ja tauschbar, CPU und RAM sind dann wohl fest. Die Frage wäre nun halt wirklich, ob man mit einem Business-Notebook überhaupt die 8 GB RAM voll auslasten wird, wenn man nicht gerade Hardcore-Videoschnitt oder dergleichen damit betreibt?
 

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Für Office und Surfen reichen theoretisch auch 4GB Ram - bei so einem teurer Gerät will man aber eher 8GB (damit's auch 5+ Jahre hält). 16GB lohnt sich nur bei speziellen Anforderungen - in der Regel brauchen Leute, die danach fragen müssen, keine 16GB. :)
 
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