DaDare schrieb:
Welcher „Schaden” entsteht denn bei Sony/ND, wenn klar ist, dass es sich dabei um eine Third-Party-Mod handelt? Das Spiel ist bezahlt. Also die Lizenz.
Eine Lizenz, die zum Spielen ermächtigt. Nicht mehr. Fange ich an, mit der dahinterstehenden Arbeit eigene, davon unabhängig Wertschöpfung zu betreiben, werden andere zwangsläufig hellhörig werden. Oder glaubst du, es wird unbesehen hingenommen, wenn ich ein Buch schreibe, das zu 80% aus Material besteht, das aus einem anderen Buch stammt, und dieses dann mit großem finanziellem Erfolg verkaufe?
Schön und gut, die Grenze zum "fair use" ist nicht selten fließend, aber wer ein Spiel nicht von Grund auf selbst entwickelt hat, hat halt erstmal kein gesteigertes Anrecht darauf, es zu monetarisieren. Auch Gamestreamer würde mutmaßlich öfter der Bannhammer treffen, wenn Publisher und Studios sie nicht als effektiven Werbekanal ansehen würden.
DaDare schrieb:
Ah ja. Da gilt natürlich „anderes Recht”. Es ist eine Schande, dass man die Lizenz nicht weiterverkaufen kann. Ihr seid der Grund, warum die Konsumenten immer weiter eingeschränkt werden. Stellt euch doch mal vor, ihr könntet mit eurem Gekauften machen, was ihr wollt. Ich weiß, das ist utopisch. Tut mir einen Gefallen und denkt mal darüber nach.
Die Frage, die du dir stellen solltest, ist: Was kaufe ich denn da? Lautet die Antwort darauf, "das gesamte Spiel plus geistiges Eigentum mitsamt jeder letzten Zeile Code", hast du möglicherweise nicht ganz verstanden, was du da eigentlich erwirbst. Es gibt urheberrechtliche Einschränkungen letztlich aus guten Gründen.
Auch Filme dürfen etwa nicht einfach öffentlich aufgeführt werden, nur weil sie dir auf einer legitim erworbenen Disc vorliegen oder du einen Streaming-Service abonniert hast, der sie anbietet.
Wäre das anders, wäre es selbst für Otto Normal sehr einfach, Kinobetreibern und FIlmstudios und selbst Streamingbetreibern Gewinne abspenstig zu machen - gerade in der heutigen Zeit. Auch eine entsprechende Monetarisierung wäre so schwer nicht.
Schlussendlich muss man einfach zwischen geistigem und physischem Eigentum differenzieren. Und sobald ich mit dem geistigen Eigentum anderer Geld zu verdienen versuche, mache ich mich halt angreifbar. Ist eigentlich auch klar.
DaDare schrieb:
Analogie. Du hast einen wunderschönen VW Golf. Du möchtest damit ab und zu mal einen Anhänger ziehen. Du schaust dich um und findest eine Nachrüstoption von Westfalia. Klar verbaust du die. Da stellt sich die Frage doch gar nicht.
Nimmst du das Auto auseinander, findest einen Weg, seine Bauteile zu kopieren, nachzubauen und dann mit Gewinn und in größerer Stückzahl weiterzuverkaufen, werden diverse Rechteinhaber etwas dazu zu sagen haben. Und das wäre hier die tatsächlich passende Analogie. Eine hypothetische Modifikation eines physischen Gegenstandes ist es dagegen ganz klar nicht.
Legst du sie ans Spiel an, wirst du feststellen: Niemand interessiert sich dafür, ob ich für mich selbst eine Mod baue. Kann aber eben anders aussehen, wenn ich sie für andere baue
und sie monetarisiere.
DaDare schrieb:
In der PC Welt: Synology hat es probiert, dass nur noch zertifizierte SSD funktionieren würden. Der Aufschrei war groß und die Firma musste einlenken. Warum? Weil Synology nicht diese Marktmacht wie Sony besitzen:
https://blog.synology.com/de/wir-hoeren-euch-neues-zur-laufwerkskompatibilitaet-in-dsm-7-3/
Auch keine echte Analogie, weil du hier von der Seite des Rechteinhabers kommst. Besteht eine Gefahr, dass Verkäufe einbrechen könnten, muss ein Hersteller natürlich auf Feedback an seinen Produkten reagieren.
Hat mit dem vorliegenden Fall aber rein gar nichts zu tun. Ein Konzern, der sein geistiges Eigentum schützt, ist nicht wirklich vergleichbar mit einem Unternehmen, das auf Rückmeldungen zu einem Politikwechsel reagiert.
DaDare schrieb:
Wollt ihr MEHR Rechte an "EUREN" Produkten haben oder weniger? :-)
An meinen Produkten möchte ich sämtliche Rechte. Ebenso möchte ich alle ihre Funktionen. Das ist aber gar nicht die Frage. Die lautet vielmehr: Bin ich mir bewusst darüber, was ich eigentlich kaufe, wenn es um Videospiele geht?
Versteh' mich nicht falsch, ich bin kein großer Fan des Trends zu Abonnements und der "You won't own anything and be happy"-Politik vieler Unternehmen. ABER: Vorliegend sprechen wir von einem Fall, der auch vor Jahrzehnten nicht rechtens gewesen wäre. Der Unterschied wäre einzig gewesen, dass ich meine Mod auf eine CD brennen und diese CD hätte verkaufen müssen, um an mein Geld zu kommen. Wäre natürlich wesentlich schwieriger gewesen, daraus tatsächlich Profit zu ziehen. Heute hat halt jeder einen Vertriebskanal. Umso aggressiver müssen Firmen am Ende eben vorgehen. Da zieht das eine das andere nach sich.