Tut sich denn noch was in Prozessoren?

Experiment_57

Lt. Junior Grade
Registriert
Jan. 2011
Beiträge
295
Mein PC hat ein AMD Prozessor 6-Kern und ist schon 2 Jahre her... Ich sehe gerade in Onlineshops dass die jetzigen Prozessoren nicht viel schneller sind. Ich merke irgendwie, dass die Entwicklung neuer Prozessoren ziemlich langsam voranschreitet. Auch höre ich was von psychikalischen Grenzen, doch sind die neuen Ideen auch nicht praktikabel? Von 3D-Transistoren höre ich eben nix mehr... Was ist los mit der Forschung da draussen?

Andererseits freue ich mich, dass ich nicht ständig neue PCs kaufen muss.
 
Hm, Intels Ivy Bridge ist Anfang des Jahres herausgekommen. Letztes Jahr sind die Bulldozer herausgekommen, ein Update ist bereits auf dem Weg.
Es dauert üblicherweise 1,5 - 2 Jahre ehe komplett überarbeite CPU-Architekturen auf den Markt kommen. Und wir befinden uns gerade genau zwischen drin. Kein Grund zur Sorge.


Aber in der Tat, es wird langsam für die Hersteller sehr schwierig, noch kleinere Strukturen in das Silizium zu hämmern. Man schätzt, bei ~5-10 nm ist Schluss. Intel bringt den Ivy Bridge schon in 22 nm, so viel Luft ist da nicht mehr. Es erfordert jetzt kreative Ideen, wie zB noch mehr Kerne alternativ auch spezialisierte Kerne, um da mehr Leistung heraus zu kitzeln.
 
Das Schöne an dem Ganzen ist, dass wir heutzutage uns auf einem recht hohen Leistungsniveau befinden.
Insbesondere im Heimbereich (Spiele, Internet, Anwendungen) muss man nicht mehr alle 2 Jahre eine neue CPU kaufen um noch vernünftig Arbeiten zu können.

Wenn wir die klassischen Zocker nehmen, sind das vermutlich die einzigen die auch weiterhin früher aufrüsten. Wobei auch das in den meisten Fällen auf eine neue Grafikkarte und Periphere beschränkt werden kann.
Spätestens wenn neue Schnittstellen rauskommen (siehe USB 3.0, SATA, PCIExpress) kommt es zu kleiner Aufrüst-Wellen.

Das ganze spiegelt sich auch eindeutig im PC-Markt wieder; die Verkaufszahlen brechen ein, nicht nur weil es nun Tablets/Notebooks gibt, sondern primär auch deswegen weil eben der heute 3-4 Jahre alte PC es durchaus noch tut.

Ansonsten werden wir wohl noch einige Jahre warten müssen, bis es einen großen Technikschub bei den Prozessoren gibt.
 
@lalas und e-Laurin

Auch die aktuelle CPU-Generation folgt dem empirischen Moore'schen Gesetz. http://de.wikipedia.org/wiki/Mooresches_Gesetz
Die Rechenleistung steigt seit den 70er Jahren zeitlich linear an. Es gibt geringe Abweichungen von der Moore'schen Gerade, aber die "psychologische" Krümmung der Kurve ist wesentlich stärker.;)


Aber in der Tat, es wird langsam für die Hersteller sehr schwierig, noch kleinere Strukturen in das Silizium zu hämmern. Man schätzt, bei ~5-10 nm ist Schluss. Intel bringt den Ivy Bridge schon in 22 nm, so viel Luft ist da nicht mehr.
Das gilt immer schon. Von 22 nm auf 5 nm ist es noch ein sehr weiter weg. Pro Strukturbreite-Generation (Lithografie-Generation) wird im CPU Bereich die Strukturbreite um ca. 30% reduziert.

250-350 nm --> Pentium II
180 nm --> Pentium 3 / Amd K6
130 nm --> P4 / AthlonXP
90 nm --> Late-P4/Prescott / PentiumM / Athlon 64
65 nm --> C2D / A64X2 / Phenom X4
45 nm --> i7 8xx & 9xx / Phenom II X4
32 nm --> Core ix / Amd A8 xxxx / Xeon E5
22 nm --> AKTUELL i7
16 nm --> Ausblick laut Intel - http://www.golem.de/0908/69257.html
11 nm
8 nm
6 nm
4 nm

Da elektronische Komponenten bei einem Shrink in beide Richtungen in der Ebene schrumpfen, steigt die Anzahl der Komponenten pro Fläche bei einem üblichen 30%-Shrink um fast 100%. (Bauteil misst statt 1*1 nun 0,7*0,7=50% Flächenverbrauch --> doppelte Anzahl pro Fläche)

EDIT: Also bis es aus physikalischen Gründen nicht mehr weiter geht ist noch mal mindestens so ein Sprung wie von einem P3 zu einem aktuellen i7 3970X zu erwarten.:)
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Entwicklung ist dennoch vorangegangen.

3D transistoren (TriGate heißen die bei Intel) werden bereits verbaut, außerdem ist die Rechenleistung pro Kern signifikant gestiegen. Schau dir nur mal die aktuellen Tests an!
 
Das Schöne an dem Ganzen ist, dass wir heutzutage uns auf einem recht hohen Leistungsniveau befinden.
Insbesondere im Heimbereich (Spiele, Internet, Anwendungen) muss man nicht mehr alle 2 Jahre eine neue CPU kaufen um noch vernünftig Arbeiten zu können.
Mein P1 100Mhz war ewig in Verwendung. Mein zweiter P4 2.6 Ghz war ~3 Jahre in Verwendung, mein C2D E6600 sogar ~4 Jahre und mein aktueller i7 2600K wird es auch noch länger machen. Einzig einen P2 Celeron entsorgte ich rascher - der war sogar für einen Arbeitsrechner ein Fail - und mein erster P4 war noch kein Northwood, sondern so ein 1.8Ghz Willamette Klump - der ging auch bald in die Bucht.
Warum ich es noch so genau weiß: Upgegradet jeweils zum Schulende und zum Abschnittsende.


Das ganze spiegelt sich auch eindeutig im PC-Markt wieder; die Verkaufszahlen brechen ein, nicht nur weil es nun Tablets/Notebooks gibt, sondern primär auch deswegen weil eben der heute 3-4 Jahre alte PC es durchaus noch tut.
Das liegt glaube ich eher am schwierigeren wirtschaftlichen Umfeld. Vor der Wirtschaftskrise wurden in den meisten Firmen einfach nach spätestens 3 Jahren die PCs weggeschmissen. Jetzt ist das Kostenbewusstsein deutlich höher und der strategische Einkauf streckt die PC-Nutzungszeiten um ein paar Monate.


EDIT: Was mir gerade erst auffällt. Ich denke nicht, dass ich ein Muss-Intel-sein-Käufer bin. Aber seht euch dochmal meine Aufstellung an. Ich hatte jede zweite Intel-Stufe selbst. Gerade dann hatte Amd nicht wirklich ein gutes Gegenstück und umgekehrt. So wird das Wechsel wirklich schwierig. Zum Beispiel: In der 90 nm und der 45 nm Stufe war Amd besser aufgestellt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn wir mal den Office-Bereich außen vorlassen und den Spiele-Bereich nehmen:

Vor einiges Jahren war es noch so, dass der aktuelle Top-Prozessor bereits nach einigen Monaten nicht mehr in der Lage war, dass kommende Referenzspiel darzustellen - undabhängig von der Grafikkarte.

Das hat sich definitiv geändert. Durch die Entwicklung der GPU ist die CPU immer weniger wichtig für Spiele-Leistung. Aber nur, weil die Basisleistung heute halt sehr hoch ist. Ob sich das ändern wird muss man sehen. Die GPU bekommt ja immer mehr Einfluss.
Auch hinsichtlich des Gesetz von Moore kann man sicherlich ein Abflachen der Kurve erkennen, dieses Abflachen wird sicherlich immer weiter verstärkt werden.

Und laut Wikipedia sagte selbst Moore im jahre 2007 das es noch etwa 10-15 Jahre gültig sein würde.
Nun sind wir im Jahre 2013 (fast), also dürfte es in 4-5 Jahren zu einer weiteren stärkeren Abflachung der Leistungssteigerung kommen.

Aber letzendlich ist das alles nur ein Blick in Glaskugel. Wenn in 3 Jahren eine bahnbrechende Neuenwticklung auf den Markt kommt, dann wird das Gesetz von moore vielleicht erneut gesteigert.

Und danach kommt der Quanten-Computer ;)
 
Kann mich noch an meine PC Historie erinnern:

in den 90ern hatte ich als Jugendlicher bis zu meinem 12 Lebensjahr ein IBM 755C Laptop mit großer Dockingstation. Das Teil hat einen 486 mit 75MHz und ein 256 Farbendisplay, 32MB RAM und 900MB HDD. Davor hatte ich noch zwei ältere Kisten auch Laptos, mit fallen aber die Bezeichnungen nicht mehr ein. Eines mit 16 Farben und 4MB RAM 90MB HDD das andere mit schwarz/weiss Display 4MB RAM und 50MB HDD. Das alte 755c mit Dock habe ich immer noch, das passten einst ISA Karten hinten rein, SCSI 3,5" HDD Erweiterung und ein 5,25" SCSI CD Laufwerk ist auch drin ^^

Habe das Teil gute 6 Jahre genutzt, bis ich mir Anfang 2000 (Gab damals schon bessere Rechner) einen IBM 300GL mit einem Pentium II 300Mhz geholt habe welcher 384MB RAM hatte und eine 4,2GB HDD. Den guten Slot1 habe ich dann 2 Jahre später von onboard Grafik welche nur 16bit leistete mit einer Nvidia TNT2 bestückt, das Ding konnte nur PCi und kein AGP =(, aber einen Pentium III mit 500 MHz hat er noch bekommen =)

Das hat dann ein weiteres Jahr gehalten, als ich dann zu meinem 18. einen AMD 2600+ TBred gekauft habe, der ne 80GB HDD hatte und 512GB RAM + NVidia FX5200. In die Kiste hab ich dann weiter investiert, irgendwann auf 2GB RAM aufgerüstet, als erstes flog allerdings die FX5200, die war sowas von Käse, da kam dann ne Nvidia 4200ti (war ne Winfast mit 64MB), die hat mir lange gehoben, wurde dann aber gegen eine X850XT mit 256MB ausgetauscht, weil Gothic 3 rauskam und das Shadermodell der Karte nicht mitspielte (Spiel lief dennoch nicht vernünftig nach Aufrüstung -lol-) irgendwann noch ne 250GB HDD reingemacht und das Board getauscht, das wars dann. Hatte das System dann bis 2008.

Dann kam ein 6400+ auf nem MSI Board, mit 4GB DDR2 RAM, ner 750GB Samsung HDD und einer 3870 von ATI/AMD. Als ich 2009 dann ein gutes Angebot für eine GTX280 bekommen habe, hab ich die 3870 sogar noch mit Gewinn zum Kaufpreis verhöckert. Das System ist heute noch größtenteils so wie es ist, bis 2012 wurde es so betrieben, Anfang 2012 habe ich auf einen 1090t gewechselt auf dem selben Board von 2008. Die GTX 280 wurde im selben Zug gegen 2x 5770 gewechselt, das Netzteil und Board und RAM wurde Ende 2012 getauscht um einen Zweitrechner zu planen. Hatte dann nur Ärger, weil ich mein MSI Board beim Ausbau geschrottet habe, das neue Asus Board defekt war und so weiter ^^

Habe mir dann nochmal genau das alte MSI Board auf ebay geschossen, weils echt gut und lange gehalten hat und es mit einem X4 945 bestückt. 4GB RAM 250GB HDD und nochmal 2x 5770.

Hab ne ganze Kammer voll Teile teilweise 20 Jahre alt, neulich erst ne Kiste mit EDO RAM gesichtet und verscheidene AMD und Intel Prozessoren aus den 90ern, irgendwann mal auf ebay geschossen, oder irgendwo abgestaubt, weils eh weg sollte ^^ Komme mir schon vor wie ein Elektroschrott Messi, muss mal wieder aussortieren und bei ebay reinstellen =D

Zum Thema, Igendwann wird sehr wahrscheinlich Schluss sein mit Fortschritt, da der Gipfel des Machbaren erreicht wurde. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass alles in die Richtung Auslagerung laufen kann, auch im Privatkundenbereich. So ne Art Cloud für Hardwarenutzung^^ Man kauft sich keinen eigenen Rechner mehr, man hat nur noch ein Display und Peripherie und kauft sich Rechenleistung nach Wunsch bei einem externen Betreiber, Streams müssten halt besser werden, aber wer weiss was in 20 Jahren ist =D

Gruß Killa
 
Zuletzt bearbeitet:
Vor einiges Jahren war es noch so, dass der aktuelle Top-Prozessor bereits nach einigen Monaten nicht mehr in der Lage war, dass kommende Referenzspiel darzustellen - undabhängig von der Grafikkarte.
Den Eindruck hatte ich nie. Ich war immer mehr oder wenig Zocker/Poweruser und änderte bis heute nie etwas an meinem Aufrüstverhalten/zeiträumen. Ich hatte 6 CPUs in ~17 Jahren, allerdings gingen 2 davon recht bald in die Bucht. Im Schnitt hatte ich jede CPU 3 Jahre.

Natürlich wird die Graka für Games immer wichtiger. Die CPUs bekommen auch mehr und mehr Befehlssätze implementiert und arbeiten mittlerweile wesentlich effizienter. Aber ich würde jetzt nicht sagen, dass man früher öfter die CPU rausschmeißen musste. Ein gut abgestimmtes System ist damals wie heute das A und O.
Ich habe allerdings auch das Gefühl, dass der Graka Sektor derzeit innovativer ist als der CPU Markt. (liegt vielleicht auch an Amds Schwäche im CPU Bereich)
 
Zuletzt bearbeitet:
Experiment_57 schrieb:
Von 3D-Transistoren höre ich eben nix mehr...
das ist auch nur ein Nichtssagender Werbename. 3D finden eben aktuell alle "Cool"
Bei den Tri-Gate Transistoren umschließt das Gate den Transistor anstatt nur Links/rechts anzuliegen.
das Senkt den Energiebedarf etwas, schneller macht es den Prozessor aber auch nicht.
 
Zurück
Oben