Haldi schrieb:
Ja, nach meiner Ansicht nach ist das Absichtliche Täuschung und gehört strafrechtlich verfolgt.
Das kann man zwar durchaus so sehen und ich persönlich gebe auch nicht viel auf solche Herstellerangaben, aber das "Bis zu" legitimiert sie nunmal, und tatsächlich werden diese Angaben ja auch meist erreicht, nur eben bei sehr spezifischen Workloads. Alltägliche Workloads sind hingegen komplex und variieren sehr stark, daher ist es praktisch unmöglich, realistische Angaben zu machen, denn auch von diesen werden Nutzer stark abweichen, zumal ja auch das verwendete Betriebssystem, das Dateisystem, die beim Lese- und Schreibzugriff verwendete Software, der Füllstand, die Kühlung und weitere (äußere) Umstände dabei eine Rolle spielen.
Die Unterscheidung von GB/s und IOPS (4K) halte ich schon durchaus für sinnvoll, nur weiß der Normalnutzer sehr wenig damit anzufangen. An diese Stelle machen die Hersteller es sich mit dem "Bis zu" ein bisschen zu einfach, aber was wäre die Alternative? Es gibt wie gesagt viel zu viele Faktoren, die eine Rolle spielen.
Mein persönliches Fazit: Die Angaben gelten als Orientierungspunkt, nicht mehr und nicht weniger. Eine doppelt so hohe IOPS-Angabe gepaart mit einer doppelt so hohen GB/s-Angabe (bei sonst ähnlichen Werten bezüglich Speichergröße, Füllstand, max. Stromverbrauch, etc.) führt tendenziell auch zu einer doppelt so hohen Alltagsleistung, und das reicht mir persönlich absolut, um die Leistung des Datenträgers in etwa einschätzen zu können. Und für alles Weitere sind Reviews wie solche von ComputerBase da. Ein Auto würde ich niemals ohne vorherige Probefahrt und intensiver Recherche kaufen, und ähnlich sehe ich es auch bei Hardware. Ohne "externe" Detail-Analyse weiß man nie, was einen im Alltag zu erwarten hat, dafür ist die Welt einfach zu komplex.