Verteidigungspolitik

brettler schrieb:
Ich sehe das größte Problem eher darin, das die Bw aus der Fläche verschwunden ist. Früher hatten wir deutlich mehr Kasernen (alleine bei mir hätte es 5 gegeben die im Tagespendelbereich wären, heute sind es nur 2 bzw. bald 1)
Dieser "Zwang" zum Wochenendpendeln ist denke ich auch etwas was "abschreckt". Klar kann man für X Jahre an den Standort ziehen, aber zumeist sind die leider auch nicht sonderlich attraktikv
Das ist sicherlich einer der Punkte. Die Bw fand in der Öffentlichkeit eigentlich nur statt, wenn irgendwas negatives durch die Presse ging. Parallel dazu müssen die Soldaten und Beamten die permanenten Verunglimpfungen durch Störer (-> Linksextreme) auf Messen oder Veranstaltungen ertragen. Ich habe einen asiatischen Kollegen, der regelmäßig die Bw repräsentiert. Der wird auf asozialste Weise regelmäßig angegangen. Bis in jüngster Vergangenheit kam da keiner von den so qualifizierten Verteidigungsministerinnen (Bedingung: weiblich, weil Deutschland muss ja ohne Rücksicht auf Verluste Frauen in alle Führungspositionen hiefen, Qualifikation egal) und hat mal schützend ein paar Worte erwähnt. Die von der Leyen hat damals sogar noch draufgekloppt.
Um mal zum Zitat zurückzukommen. Wenn man schon seinen Kopf hinhält bei Katastrophen und im Einsatz kann ich als Soldat wenigstens erwarten, dass ich den gesellschaftlichen und politischen Rückhalt genieße. Sonst warten da auch viele Großunternehmen, die gut zahlen. Wenn man also dem Personal einen Teil der Schuld zuschieben möchte, dann geht das nur als Folge über die fehlende Unterstützung und die wirren Vorgaben, wo man als Soldat oder Beamter erst mal 50 Seiten in verschiedenen Dokumenten lesen darf, ob man einen Kugelschreiber bestellen darf.
Die Kasernen wurden in den 2000ern ja massiv geschlossen. Meine alte ebenfalls. Das halbe Wochenende auf der Autobahn zu verbringen, ist sicherlich auch nichts, was Leute anzieht. Ich selbst immer in Hessen im Stau, bei der Hin- und Rückfahrt. Die Kosten für 40000 km im Jahr mit dem Auto deckt das Travelmanagement nicht im Entfernteste ab.
 
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Ja lieber hat man im Projekt Herkules BWI das Geld in den Rachen geworfen und damit der Bw den Zugriff auf die "weiße" IT fast zu 99% entzogen (ja die IT hätte neu gemusst, aber de Fakto telefoniert heute selbst der lokale Admin nur mit der Hotline von BWI)

Das halbe Wochenende auf der Autobahn zu verbringen, ist sicherlich auch nichts, was Leute anzieht

Das ist es ja, klar kriegt man Trennungsgeld (nach aktuellem Stand 8 Jahre) und Pendlerpauschale fast net gedeckt. Und die Zeit gibt einem ja keiner zurück.

Bei mir gibt es wie gesagt nur noch eine Kaserne die ca. 78km entfernt ist, aber dank guter Anbindung und wenig Verkehr wäre die in ca. 35 Minuten erreichbar gewesen. Das wäre ich bereit gewesen zu fahren, aber klappte von Anfang an nicht, da dort gar nichts stationiert ist, was zu meinem Werdegang passt.

Und die "Grenzlandkaserne" war eben nicht attraktiv da zu wohnen. Es gibt ja ein Projekt, das relativ moderne Einzelstuben mit TV und Nasszelle bereitstellt (Internetanschluss zubuchbar). Allerdings nur für kasernenpflichtige Soldaten (bis 25).

Und dann gibt es ja noch die "Wolken Dienstposten". Da wird man 3-4 Jahre ausgebildet und bekommt danach einen Standort und der kann quasi überall sein.

Das sind alles so Punkte die (natürlich) nicht bei YT usw. erwähnt werden, wobei es in der 1. Staffel von BW Exklusiv (früher die Rekruten) schon mal kritische Töne von den Mitwirkenden gab "Richtig gut läuft es nur wenn ich am WE zuhause bin aber auch dann nur bedingt". Wobei das selbst gewähltes Leid war, wenn man zur Marine geht, wo es wochen und monatelange Abwesenheiten gibt und WHV und Kiel für einige schon mehre 100km entfernt sind.

Sei es Glorifizierungen, sei es die Verteidigung/Existenz des Vaterlandes, Kameradentum

Wo wird den bei der Bundeswehr was glorifiziert? Das ist klar geregelt.
https://de.wikipedia.org/wiki/Traditionserlass

Und das die Verteidigung ein Thema ist sieht man spät. seit dem Ukraine Krieg. Und das "Kameradentum" kommt eigentlich vom demjenigen mit denen man eine Kammer teilt. Das ist ein ewig Alter Begriff nur weil irgendwelche Neonazis das vergiften. Zudem ist gerade bei den Feuerwehrn in Süddeutschland dieser Begriff inflationär in Gebrauch.
 
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@Downforce: #1081
Ich habe damals den Wehrdienst aus voller Überzeugung verweigert und stehe auch heute über 30Jahre später noch voll zu dieser Entscheidung. Und politisch stehe ich auch eher links. Aber ich muss Dir in Deinem Post zu 100% recht geben.
Der gesamtgesellschaftliche Umgang mit der BW ist unter aller Sau. Dann ist die BW noch Verteidigungsminister(-innen) unterstellt, die weniger als Null Ahnung von der Materie haben und sich lieber von irgendwelchen Unternehmen aus der freien Wirtschaft beraten lassen als von Leuten, die vielleicht Ahnung haben könnten. Ich lehne mich jetzt mal gaaanz weit aus dem Fenster und behaupte, das vielleicht der eine oder andere General (o.ä.) etwas Ahnung von den Aufgaben und den nötigen Dingen in der BW haben könnten.
Ist aber nur so eine Vermutung.
Wer bitte schön soll den Bock auf nen Job bei so einer Truppe haben?
 
Ich habe damals den Wehrdienst aus voller Überzeugung verweigert und stehe auch heute über 30Jahre später noch voll zu dieser Entscheidung. Und politisch stehe ich auch eher links. Aber ich muss Dir in Deinem Post zu 100% recht geben.

Das ist oder war ja auch dein gutes (garantiertes) Grundrecht, was ich auch respektiere. Das was viele (kein Angriff) nicht kapieren ist, ja das die Bw auch dafür da ist, das man "dagegen" sein kann.

Allerdings ist die Bw nun mal eine Parlamentsarmee, die im Frieden dem BmVG untersteht und im Krieg ist der Kanzler der IBuK. Aber das ist eben so gewollt, weil man eben genau das was die Reichswehr, die Wehrmacht zum Teil, und die kaiserliche Armee waren nicht mehr wollte - "Ein Staat im Staat".

Ich lehne mich jetzt mal gaaanz weit aus dem Fenster und behaupte, das vielleicht der eine oder andere General (o.ä.) etwas Ahnung von den Aufgaben und den nötigen Dingen in der BW haben könnten.
Es sind sicher auch Generäle überall beteiligt, aber einen ehemaligen General will man wohl politisch nicht als Verteidiungsminister, bei den (Stabs)Offizieren würde das sehr oft schon fast am Alter scheitern.

Aber ist bei vielen Staatsunternehmen auch üblich, sich Berater von "Außen" zu holen die keine Ahnung haben, das ist nicht immer sinnvoll. Bei der Bw geht es tlw nicht anders, wenn man die enge Zussammenarbeit mit EADS oder neu Airbus sieht.

Der gesamtgesellschaftliche Umgang mit der BW ist unter aller Sau.

Ja ein Bundespräsident nannte es "freundliches Desinteresse". Es gibt Gegenden in Deutschland, wo man in Uniform die Kaserne nicht verlassen darf/sollte. Und ich kann auch schon fast nicht mehr zählen wie oft man am Bahnhof als "Nazi" beschimpft wurde. Ein Kamerad hat da damals den BGS geholt (der als Vorgänger der BuPo bahnpolizeiliche Aufgaben wahrnahm) und musst sich anhören "Ja was fahren sie auch in Uniform selber schuld". (und das vom BGS, der bis in die 90er Paramilitär war und in den 60er mehr Militär als Polizeibehörde)

Abseits von Bayern wo gerade die Gebirgstruppe beliebt ist, ist der Umgang schon dermaßen "schlecht". Bei Hochwasser und Fluthilfe usw. sind es die Helden und 3 Monate später wie die kriegstreibenden "Mörder".
 
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brettler schrieb:
Bei Hochwasser und Fluthilfe usw. sind es die Helden und 3 Monate später wie die kriegstreibenden "Mörder".

Was man hier eventuell mit beachten sollte, wir haben das THW. Wo in anderen Ländern Militär/Nationalgarde bereits bei kleineren Unwettern mit helfen, wenn die Feuerwehr überlastet ist, so kommt hier zuerst das THW und das Militär wirklich erst im absoluten Ernstfall.

Ich will jetzt nicht, dass das THW abgeschafft wird oder so, mir geht es nur darum zu sagen, die Bundeswehr hat in Deutschland deutlich weniger "positive Momente" (also fürs Image) als das Militär anderer Nationen. Das färbt dann die Gesellschaftliche Gesamtmeinung.

Mir fällt aber auch nicht ein, wie man das beheben kann.
 
kommt hier zuerst das THW und das Militär wirklich erst im absoluten Ernstfall.

Das THW wurde kaputtgespart und ziemlich schnell zu von einer Zivilsschutz zu einer Katastrophenschutz Orga umgestrickt.

Das THW hat seit es keinen GWD mehr gibt auch massive Nachwuchsprobleme und nicht alle ehrenamtlichen Helfer können sich wochenlang vom AG für Einsätze freistellen lassen.

Die Bw ist eigentlich immer schnell dabei, da das THW diese Kapaziäten wie Hubschrauber, und Transportraum einfach nicht hat.
 
@moonwalker99 Ahja, und du meinst China und Russland, Indien und Russland oder Belarus und Russland (Land X und Russland) unterhalten sich alle nur über den letzten Tageseinkauf und das gute Buch das ihnen beim Kaffeekränzchen empfohlen wurde, oder wie? Meinst du die Syrer und wer weiß was noch alles dahin geschleppt wird wäre für einen spannenden Abenteuerurlaub da? Sei nicht so naiv 😉

Außerdem, wie es schon etliche Male geschrieben wurde, der gute Herr Putin konstruiert sich seine Gründe für seine Handlungen so oder so, wenn er will. Dieser ganze Krieg basiert auf konstruiertem Nonsense, denn die internen Konflikte zwischen Ukrainern und Russen in der Ukraine haben zu 100% diesen Krieg in dieser Form nicht erfordert. Aber Herr Putin und sein Gefolge müssen ja Entnazifizieren und einen Genozid stoppen und raffen nicht, dass sie selbst genau das tun und sich so verhalten wie das was sie vorgeben verhindern zu wollen.
 
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moonwalker99 schrieb:
Auch wenn im Text das US-Verteidigungsministerium sich herausredet, kann dies nur als weitere Eskalation gesehen werden. Genauso wie die Lieferung schwerer Waffen. Ich finde, die Nato sollte sich gänzlich heraushalten.
Gute Idee, der Kreml hatte ja auch bereits angekündigt nach der Unterwerfung der Ukrainer und dessen Auslöschung als Kultur sowie "Rückgliederung"als Untermenschengruppe der "Kleinrussen" ins großrussische Reich, stoppen zu wollen. Also natürlich nach dem sich darüber unterhalten halt die äh...von der NATO okkupierten Länder des ehm. Warschauer Paktes aus dieser wieder zu "befreien", das versteht sich aber natürlich von selbst.
 
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Genauso wie die Lieferung schwerer Waffen. Ich finde, die Nato sollte sich gänzlich heraushalten.

Es agieren hier die USA und Deutschland, als USA und Deutschland und nicht als NATO. Das waren freie Entscheidungen der jeweiligen Länder.

ch finde, die Nato sollte sich gänzlich heraushalten.

Und wenn Putin im Mai 2023 in Polen steht, soll sich die Nato dann auch heraushalten? Je länger der Krieg dauert, desto weniger kann sich die Nato raushalten
 
DaysShadow schrieb:
@moonwalker99 Dieser ganze Krieg basiert auf konstruiertem Nonsense,
Die Nato hat sich schon nach Osteuropa ausgedehnt und Raketen in der Ukraine zu stationieren war durchaus kein Nonsense.
Ergänzung ()

brettler schrieb:
Es agieren hier die USA und Deutschland, als USA und Deutschland und nicht als NATO. Das waren freie Entscheidungen der jeweiligen Länder.
Da irrst du dich gewaltig. Es hat kürzlich ein Nato-Treffen in Ramstein gegeben:
https://www.swr.de/swraktuell/rhein...n-sich-auf-air-base-zu-ukraine-krieg-100.html
 
moonwalker99 schrieb:
Die Nato hat sich schon nach Osteuropa ausgedehnt und Raketen in der Ukraine zu stationieren war durchaus kein Nonsense.
Nein, osteuropäische Staaten haben um die Aufnahme in die NATO gebeten, nicht die NATO hat sich ausgedehnt, sie kann nämlich keine Mitgliedschaften erzwingen. Und nein, es existieren keine NATO Raketenbasen in der Ukraine.
 
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moonwalker99 schrieb:
Die Nato hat sich schon nach Osteuropa ausgedehnt
Die Ost-Staaten sind aus Angst vor Russland zur Nato geflüchtet.

Und das mit Recht, wie man sieht.
 
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moonwalker99 schrieb:
Es hat kürzlich ein Nato-Treffen in Ramstein gegeben:
Die gabs auch sonst, was läuft bei dir? Darf sich die NATO als Bündnis nicht mehr treffen und sich besprechen? Die EU demnächst auch nicht, weil Teile davon ja in der NATO sind?

Daran ist gar nichts „gewaltig“ geirrt. Back mal kleinere Brötchen.

Bzgl. der Osterweiterung: Das war nicht der vorgeschobene und offizielle Grund für diesen Krieg, den schrieb ich dir im vorigen Post.
 
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Nicht den Putin Troll füttern. Es muss nicht erneut dargelegt werden, dass der russische Narrativ der Nato Osterweiterung nicht den Fakten entspricht.

Information werden doch ohnehin durch den User so interpretiert, wie es ihm passt. Siehe die Moskwa Meldung.

PS: Zum "Putin-TrolL", ob aktiv stützend oder nicht, es wird der nachweislich falsche russische Narrativ unreflektiert als richtig weitergegeben. Für mich ist das Trollerei, da man sich zu dem Thema inzwischen leicht belesen könnte, wenn man wollte.
 
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Das Niveau hast du vorgegeben, in dem du deine Vorstellungen als Fakten hinstellst und zudem widerlegte russische Narrative aufgreifst, verbreitest und verteidigst.

Okay ich sollte mich an meine eigenen Worte halte. -.-
 
moonwalker99 schrieb:
Und was haben die besprochen?
Ich an deren Stelle würde mich vermutlich mit dem Zustand der Bündnispartner und der theoretischen Verteidigung meiner Bündnisaußengrenze beschäftigen, wenn’s an eben dieser ein Land weiter brennt und ständig Drohungen an andere Länder ringsum umher fliegen.

In deiner Welt planen sie die Invasion und Unterwerfung Russlands, oder was? Sprich einfach Klartext.
 
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