Wechselrichter für 3 Strings? Beratung und Empfehlung benötigt

philsc

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Hallo,

bei mir wurden Solarmodule auf Haus und Carport installiert, die noch nicht angeschlossen sind. Beim Aufbau haben wir uns gedacht, dass durch die verschiedenen Ausrichtungen der Module mehrere Strings nötig sind.
Es gibt insgesamt 4 Strings:
String A: 7 x 425 Wp = 2975 Wp (221,55 V Nennspannung) auf Hausdach Seite Südost
String B: 7 x 425 Wp = 2975 Wp (221,55 V Nennspannung) auf Hausdach Seite Südwest
String C: 8 x 425 Wp = 3400 Wp (253,2 V Nennspannung) auf Carport Dach Seite Südwest-West
String D: 4 x 425 Wp = 1700 Wp (126,6 V Nennspannung) wie String C, aber mehr Verschattung durch das Haus

Insgesamt kommt man da auf 11,05 kWp. Im Hochsommer sind auch alle Module gleichzeitig in der Sonne, im Frühling/Herbst sind dann nur einzelne Strings in der Sonne.

Bei der Planung haben wir dummerweise nicht bedacht, dass die meisten Wechselrichter nur 2 MPP-Tracker haben. Jetzt könnte man mehrere Strings zusammenklemmen, hätte damit aber sicherlich ziemliche Einbußen in der Ausbeute.
Es wäre nur möglich, String C und D zusammenzuklemmen und dann eventuell noch PV-Optimierer an den Modulen von String D anzubringen, damit String C nicht zu stark beeinträchtigt wird, solange ein Teil von String D noch im Schatten liegt.
Damit hätte ich aber immer noch 3 Strings, das heißt ich bräuchte einen Wechselrichter mit 3 MPP-Trackern. Die Wechselrichter mit 3 MPP-Trackern haben aber meistens ein viel höheren kWp, es fängt da bei vielen Herstellern erst bei 20-30 kWp an.
Ich weiß auch nicht, ob ein überdimensionierter Wechselrichter die Effizienz meines 11 kWp System verringert oder andere Nachteile hat (abgesehen vom höheren Anschaffungspreis natürlich).

Ich habe mal ein paar Modelle rausgesucht, die eventuell infrage kämen:
HIER ein Vergleich

Ich bin da allerdings sehr verwirrt aufgrund der doch sehr hohen Preisunterschiede von unter 500 bis 1650 Euro, obwohl sich die Wechselrichter meiner Meinung nach gar nicht so stark voneinander unterscheiden.
Es ist übrigens zwingend ein Hybridwechselrichter erforderlich, da nachträglich auch noch ein Speicher angeschafft werden soll. Einen weiteren Wechselrichter musste ich aus dem Vergleich deswegen entfernen, da werden zwar 3 MPP-Tracker angegeben, aber einer von denen wird durch den Speicher bereits belegt.

Bewege ich mich überhaupt im richtigen Bereich bei den Wechselrichtern, oder bräuchte ich doch etwas ganz anderes?
Es wäre nett, wenn mir da jemand etwas Klarheit in die ganze Thematik bringen könnte.
 
Wird das ein Volleinspeiser oder ist was mit Batterie geplant?
Und wieso suchst du dir den Wechselrichter aus und nicht dein Solateur?
philsc schrieb:
Bewege ich mich überhaupt im richtigen Bereich bei den Wechselrichtern, oder bräuchte ich doch etwas ganz anderes?
Möglichkeiten gäbe es. Ich hab auch schon 4 Strings in einem Gerät untergebracht, nur war das ein reiner MPPT ohne WR um die Batterie zu laden und ob das bei dir Sinn macht kommt auf viele Faktoren an.

Erklär doch erst mal was du genau vor hast, also bezüglich Batterie und deine Großverbraucher und ob Tags/Nachts.
 
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Ohne mich jetzt im Detail mit richtigen PV Anlagen auszukennen, aber was spricht denn gegen zwei Wechselrichter mit jeweils 2 MPPTs?
 
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Möchtest du auch noch einen Stromspeicher anschließen?
 
Frag besser im Photovoltaik Forum, da sitzen die echten Cracks.

philsc schrieb:
Es wäre nur möglich, String C und D zusammenzuklemmen
Nach meinem Bescheidenen Wissensstand würde ich das nicht tun wegen der Beschattung von D
Besser A&B zusammen.
 
Hast du schon einen Hersteller auf den du dich eingeschossen hast?
Bei der Konstellation brauchst du zwei Wechselrichter mit jeweils zwei MPPT. Die gibt es quasi von jedem Hersteller, kniffliger wird es nur wenn nur einen Akku laden soll.
Dann brauchst du einen Hybridwechselrichter der den Akku dran hat und einen zweiten normalen String Wechselrichter für die übrigens Module. Der Hersteller muss das dann in seinem System so vorsehen das der Hybridwechselrichter auch Strom aus dem Netz entnimmt wenn der zweite WR einspeist.

Alternativ kommt der Akku unabhängig von der PV AC gekoppelt an einen Batteriewechselrichter. Der bekannteste Hersteller für dieses Konstrukt dürfte Victron sein und so baue ich in der Regel Anlagen.
Damit hast du auch den Vorteil, dass du 48V Akkus nehmen kannst die deutlich günstiger sind als die sonst üblichen Hochvolt Systeme.
 
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Masamune2 schrieb:
Alternativ kommt der Akku unabhängig von der PV AC gekoppelt an einen Batteriewechselrichter. Der bekannteste Hersteller für dieses Konstrukt dürfte Victron sein und so baue ich in der Regel Anlagen.
Sehe ich auch so @philsc
Die hier hab ich diesen Sommer errichtet und passt von den Strings und deren Leistung gut zu deiner Auflistung:
Übersicht_ESS_Talblick_WB.png


Mittlerweile ist noch eine WB dazu gekommen, die Bilanz bis jetzt:
Screenshot 2025-10-22 at 15-16-28 Talblick - VRM Portal.png
 
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Du könntest String C und D über Mikrowechselrichter realisieren. Von hoymiles gibt es Beispielsweise Wechselrichter mit 4 mppt tracken und 1800kwp. A und B dann durch einen Hybriden , welcher dann eine Batterie hat.

Soweit ich weiß können die meisten Hybriden Wechselrichter auch über AC die Batterie laden, wenn andere Wechselrichter noch im Stromkreis sind und genug Strom produzieren. Da müsstest du dich aber nochmal selbst schlau machen.
 
Sorry für die späte Rückmeldung. Also es soll definitiv auch ein Akku/Speicher installiert werden, das hatte ich ja eingangs auch schon erwähnt (war aber eventuell leicht zu überlesen).
Wenn ich jetzt String A und B und den Speicher an ein Hybridwechselrichter anschließe, dann würde der Speicher auch nur von diesen Strings geladen werden können. Ein zweiter Wechselrichter (kein Hybrid) würde dann nur Strom für den direkten Verbrauch und für die Netzeinspeisung erzeugen, richtig? Das wäre irgendwie suboptimal.
Was spricht denn gegen die von mir vorgeschlagenen Hybridwechselrichter mit 3 MPPT?
 
Wenn ich jetzt String A und B und den Speicher an ein Hybridwechselrichter anschließe, dann würde der Speicher auch nur von diesen Strings geladen werden können. Ein zweiter Wechselrichter (kein Hybrid) würde dann nur Strom für den direkten Verbrauch und für die Netzeinspeisung erzeugen, richtig?
Das hängt vom Hersteller der Wechselrichter ab. Rein technisch wäre das kein Problem und Victron macht das auch korrekt egal wie viele WR du im System hast.

Was spricht denn gegen die von mir vorgeschlagenen Hybridwechselrichter mit 3 MPPT?
Würde grundsätzlich funktionieren, du lässt halt Ertrag liegen. Außerdem hast du ja auch schon festgestellt, dass WR mit 3 Trackern direkt viel größer sind und damit auch wesentlich teurer.

Welchen Hersteller willst du denn haben? Nenn doch mal Ross und Reiter, dann kann man viel gezielter helfen.
 
philsc schrieb:
Was spricht denn gegen die von mir vorgeschlagenen Hybridwechselrichter mit 3 MPPT?
Schwer zu sagen, weil wir nicht viel über dein geplantes System wissen.
Aber:
  • Zugang zu den WR-Einstellungen oft nur für Installateure mit Account beim Hersteller.
  • Schlechtes Portal für den Nutzer hinsichtlich Überwachung und Steuerung
  • Schlechter Support oder gar keinen weil Endkunde
und ganz wichtig:
- Eine sehr begrenzte Auswahl an kompatibler Akkusysteme. Hochvoltsysteme darfst du ohnehin nicht selbst installieren.

Also erzähl uns doch einfach was du da überhaupt vor hast. Wenn hier möglichst viel in Eigenleistung passieren soll, landest du am Ende wahrscheinlich ohnehin bei Victron.
philsc schrieb:
Wenn ich jetzt String A und B und den Speicher an ein Hybridwechselrichter anschließe, dann würde der Speicher auch nur von diesen Strings geladen werden können. Ein zweiter Wechselrichter (kein Hybrid) würde dann nur Strom für den direkten Verbrauch und für die Netzeinspeisung erzeugen, richtig?
Jein. Es gibt Modelle, die mit dem Solarüberschuss eines anderen Wechselrichters den an sich selbst angeschlossenen Akku laden können. Zb. ein Multiplus kann das in jeglicher Konfiguration, mit Fronius sogar im Inselbetrieb steuerbar bzw mit Nulleinspeisung. Ist aber ggf. gar nicht notwendig, von Victron gibt es Geräte mit 4 MPPTs wie den Smart Solar 450/200.
 
Ich habe mich überhaupt noch nicht auf einen Hersteller oder ein System festgelegt. Mein Elektriker hat mir nur gesagt, dass er die Anmeldung und den Anschluss des PV Systems machen muss, den Rest kann ich mehr oder weniger selbst aussuchen.
Er ist auch kurz vor der Rente und hat glaube ich eher wenig Erfahrung mit komplexeren PV-Lösungen. Er hat wohl ein Standard-Wechselrichter, den er immer verbaut, aber der wäre bei mir ungeeignet, weil ich so viele Dachausrichtungen habe und sein Standard-Wechselrichter nur 2 MPPT hat.
Also was hatte ich vor? EInen Hybridwechselrichter aussuchen mit mindestens 3 MPPT, dann String C und D verbinden und alle Strings (A, B, C/D) an den Wechselrichter anschließen. Daran dann einen Speicher mit ca. 10 kWh anschließen.
Von Wechselrichtern mit 4 MPPT hatte ich abgesehen, weil die meistens für viel höhere Leistungen als meine 11 kWp sind und String D auch nur ~120 V hat, was bei den meisten gängigen Wechselrichtern schon die minimale Eingangsspannung unterschreitet und meistens auch außerhalb des MPP-Spannungsbereichs liegt.

Einspeisen möchte ich mit dem System nicht sonderlich viel. Es soll halt hauptsächlich tagsüber alle Verbraucher bedienen und den Akku so laden, dass er am Ende des Tages möglichst voll ist und der Strom nachts für den Eigenbedarf (z.B. meine Wärmepumpe genutzt werden kann).
 
Ist die Wärmepumpe dein größter Verbraucher?
Und was läuft sonst noch in der Nacht? Hast du mal deinen Verbrauch ermittelt?
Denn sonst hab ich in #10 schon eine Gerätekombination aus 3 WR und einem MPPT mit 4 Strings, wofür du für unter 2000€ deine 10kWh Batteriespeicher bekommst. Und du kannst bis auf den Anschluss der WR alles in Eigenleistung machen und hast volle Kontrolle über die Software. Wechselrichter und MPPT kosten in dem Fall unter 3000€ für 12kW Dauerleistung und über 20kW Spitze.
https://frenchman-energy.eu/Victron-SmartSolar-MPPT-RS-450-200-MC4-48V-Laderegler
3x https://frenchman-energy.eu/Victron-MultiPlus-II-48-5000-70-50-Mengenrabatt
Das kann dann auch solche Kunststücke wie das Haus auf Inselbetrieb umschalten bei einem externen Stromausfall, ohne das du davon was merkst. Du kannst günstig und mit sehr wenig Aufwand quasi unbegrenzt Batteriespeicher, WR-leistung oder Solar nachrüsten und hast volle Kontrolle über das System.
philsc schrieb:
Einspeisen möchte ich mit dem System nicht sonderlich viel.
Kannst du unterbinden oder machen. Ob man nächstes Jahr noch was dafür bekommt weiß ich nicht, eine vergleichbare Anlage erzeugt jedenfalls die 2 fache Menge des Verbrauchs im Jahresmittel bei einem Einfamilienhaus mit Wärmepumpe.
 
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@ghecko Ich kann dir nicht mal sagen, ob die Wärmepumpe der größte Verbraucher ist, denn das Haus wurde erst gebaut und ist noch nicht mal bezogen. Aller Voraussicht nach wird es aber der größte Verbraucher sein, ja.

Tatsächlich finde ich deine Lösung sehr interessant, wirkt mir aber doch etwas unkonventionell. Ich habe ja selbst wenig Ahnung von PV und hatte deshalb nur eine "Plug & Play" Lösung bisher in Betracht gezogen.
 
Im Winter wird sie der größte Verbraucher sein, dann hast du aber auch den geringsten PV-Ertrag. In der Übergangszeit kann man etwas damit anfangen, aber versteif dich nicht zu sehr drauf.

Wenn du noch nichts an Hardware ausgewählt hast, perfekt! Du willst Victron haben.
Ob dreiphasig oder nur mit einem Multiplus/Multi RS ist eine Glaubensfrage. Dreiphasig bringt die Möglichkeit mit das komplette Haus drüber zu versorgen und so unterbrechungsfrei Notstrom zu haben.
Stromausfälle sind bei uns allerdings relativ selten, ob man es braucht muss jeder selbst entscheiden.

Ich selbst habe mit einem Multi angefangen und mittlerweile auch auf drei erweitert. Nicht weil ich es bräuchte sondern einfach weil ich es kann.

Also wenn das für dich interessant ist lass uns gern was zusammen stellen.
 
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philsc schrieb:
wirkt mir aber doch etwas unkonventionell
Ist halt für Leute die fast alles in Eigenleistung machen der Standard. Schau dich mal auf Youtube um, da wirst du zahllose Beispiele finden. Und hier hast du ebenfalls zwei Leute, die sich gut mit der Sache auskennen und schon mehrere solcher Anlagen errichtet haben.
Und wenn du einen Elektriker hast der für dich die Anmeldung und den Anschluss der WR übernimmt, perfekt.
Beste Voraussetzungen, so eine Anlage in Eigenleistung zu errichten.

Wenn du möchtest, kann ich dir auch mal so eine Zusammenfassung der Anlage oben als .pdf schicken. Da ist erklärt wie sie funktioniert und welche Komponenten warum ausgewählt wurden.
Schreib mir einfach deine E-Mail Adresse als PM.
 
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Du könntest auch beispielsweise einen Kostal Plenticore G3 in entsprechender Leistungsklasse nehmen (7 kW oder 8,5 kW). Da könntest du String A und B parallel an MPPT1 und String C an MPPT2 hängen. MPPT3 ist dann für einen kompatiblen Speicher. String D kann sehr gut mit einen Mikrowechselrichter von beispielweise Hoymiles oder Deye realisiert werden. Der Kostal kann, wenn vorhanden, überschüssigen AC-Strom in den Speicher laden.

Bei String A musst du auch bedenken, dass viele Wechselrichter eine relativ hohe Anlaufspannung benötigen, um zu starten. Durch die Verschattung kann das dann sehr lange dauern, bis überhaupt was passiert. Der Mikrowechselrichter spricht aber jedes Modul einzeln an und ist damit etwas "unabhängiger" von der Verschattung was die Ausgangsleistung angeht. Es kann dadurch zu einem höheren Ertrag kommen.

Und deine Wärmepumpe wird im Winter definitiv der größte Verbraucher sein. Ich habe letzten Winter tägliche Verbäuche von über 20 kWh pro tag fürs ganze Haus abgelesen. Nur so als grobe Hausnummer.

Ich selber betreibe einen Kostal Wechselrichter mit 3 Strings parallel á 10 Module an MPPT1, ein String á 7 Module an MPPT2 und mit einem Speicher von Dyness und auf MPPT3. Jeder String liegt auf einer eigenen Dachseite vom Walmdach. Ein zusätzlicher Mikrowechselrichter mit 4 Modulen ist auf dem Gartenhaus drauf.
 
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