ayngush schrieb:
Bei nicht börsennotierten AGs fragt man die Firma oder liest den Geschäftsbericht unter bundesanzeiger.de zum Beispiel, da steht das in der Regel drinnen
Wo steht da bitteschön der Wert der einzelnen Geschäftsanteile drin? Da steht ein Buchwert, aber der hat nun wenig mit dem Wert von den Anteilen zu tun, schau dir nur mal die KBV unterschiedlicher Aktien an. Da ist es bestenfalls Zufall das mal eine den KBV von 1 hat.
ayngush schrieb:
Darüber hinaus haltet ihr euch zu lange mit fiktiven in der Zukunft liegenden Dividenden und dessen Prognose auf. Das ist alles hahnebüchen.
Hahnebüchend ist was du hier von dir gibst, denn selbstverständlich sind die erwarteten Gewinne in der Zukunft wichtig für die Bewertung der Anteile an einer Gesellschaft und warum sind wohl die Aktien von jungen Technologieunternehmen wie z.B. Tesla so hoch bewertet, obwohl diese noch nie einen Jahresgewinn ausweise oder gar eine Dividende auszahlen könnten? Eben weil da die Erwartungen auf zukünftige Gewinne eingepreist sind!
ayngush schrieb:
Eine Dividende ist der Gewinn, der auf eine Aktie für das vergangene Geschäftsjahr entfällt.
Nein, ein Unternehmen kann auch eine Dividende bezahlen die höher als der Gewinn ist oder weniger als den Gewinn pro Aktie als Dividende ausschütten, wobei letzteres wohl der Normalfall ist.
ayngush schrieb:
Keine Ahnung, warum da jetzt Aktien-Anleihen als Beispiel herhalten müssen
Es sind Wandelanleihen und keine Aktienanleihen, aber den Unterschied dazwischen nicht zu kennen, passt hier ins Bild von totaler Unwissenheit.
Aktienanleihen halte ich übrigens für die dümmste Möglichkeit der Geldanlage, denn man bekommt eine lächerliche kleine Verzinsung, partizipiert dafür nicht an den Kursgewinnen der Aktie, aber voll am Risiko von Kursverlusten.
MrFr33zer40k schrieb:
Nach deiner Argumentation müssten diese beiden jedoch synonym und deckungsgleich seien.
Nein, wo habe ich dies behauptet? Es gibt viele Definitionen von Wert, der Wert den man bekommt wenn man konkret verkauft, ist aber immer der Wert den jemand zu dem Zeitpunkt bereit ist dafür zu bezahlen. Man sieht diese unterschiedlichen Werte schön bei Sachwerten wie z.B. Oldtimern. Im Moment werden viele extrem hoch gehandelt, aber trotzdem gibt es auch da oft noch Anzeigen wo dann der Wert laut Gutachten genannt wird, der natürlich höher liegt als der Preis den der Verkäufer aufruft, sonst würde er das Wertgutachten ja gar nicht erst erwähnen. Trotzdem ist der Oldtimer am Ende eben nicht mehr wert gewesen als der Käufer dafür auf den Tisch legt, Gutachten und Wunschvorstellungen des VK hin oder her.
MrFr33zer40k schrieb:
Ferner zeigt dein Steinhoff-Beispiel, das sich bei dieser Anleihe der Markt wohl in mindestens zwei Lager gespalten hat, die der Anleihe jeweils unterschiedliche Werte zubilligen.
Ja, die Käufer sind nicht bereit so viel zu bezahlen und die Verkäufer nicht bereit für diesen Preis zu verkaufen, von daher haben wir dort im Moment eigentlich gar keinen Marktpreis, außer man schaut eben zu welchem Kurs die in der Vergangenheit wirklich gehandelt wurden. Aber dies nutzt im Grunde auch nichts, denn auch wenn einer seine Wandelanleihen für 30% des Nennwertes verkauft hat, so sind diese nun weg und es gibt aktuell kein Angebot zu dem Preis.
MrFr33zer40k schrieb:
Während zur gleichen Zeit nur ein Marktpreis existieren kann, können scheinbar viele verschiedene Wertzubilligungen existieren.
Richtig und es muss eben auch nicht immer ein Marktpreis existieren und häufig existiert auch keiner, gerade wenn das Asset wenig liquide ist. Dabei haben solche Wertpapiere gegenüber anderen Sachwerten wie Oldtimern oder auch Immobilien noch den Vorteil, dass sie alle identisch sind, während es keine zwei Oldtimer oder Immobilien gibt, die zu 100% gleich wären.
MrFr33zer40k schrieb:
Somit kann Preis und Wert unterschiedlich sein.
Wie gesagt ist der Wert kein so eindeutig definierter Begriff wie der Preis. Der TE fragt nach dem Wert um zu erfahren welchen Preis er für seine Anteile fordern könnte, den genauen Preis kennt er erst, wenn er wirklich verkauft hat und weiß er auch erst wie realistisch seine Vorstellung von dem Wert der Anteile war. Er kann sich natürlich auch einen viel zu hohen Wert vorstellen, dann wird er sie nie verkauft bekommen, schläft aber jeden Abend mit den gute Gefühl ein etwas wo wertvolles zu besitzen, auch wenn dies nur eine Illusion ist.