Wie steht ihr zu Bargeld?

Wollt ihr Bargeld behalten oder...?

  • Ich will Bargeld behalten

    Stimmen: 95 41,5%
  • Ich bin für eine Abschaffung lieber digital/Karte bezahlen

    Stimmen: 14 6,1%
  • Es ist mir egal wenn es irgendwann keins mehr gibt, ich zahle bequem per Karte/Handy

    Stimmen: 48 21,0%
  • Ich bezahle zwar alles was geht per Karte, bin aber trotzdem gegen eine Bargeldabschaffung."

    Stimmen: 72 31,4%

  • Umfrageteilnehmer
    229
Khaotik schrieb:
um so für sich (und andere) volle Nachverfolgbarkeit aller Einkäufe und Einkommen zu haben
Welche "anderen" haben denn die volle Nachverfolgbarkeit?

Ohne Kassenbon kann nicht einmal ich alle Einkäufe "voll nachverfolgen". Ich sehe lediglich wann ich bei welchem Laden etwas gekauft habe. Ich sehe aber nicht was ich gekauft habe, was für eine "volle Nachverfolgbarkeit" aber nötig wäre.

Khaotik schrieb:
der hat für knapp über Mindestlohn gearbeitet (<20€/h)
<20€ kann ja nun alles sein. Von "knapp über Mindestlohn" ist man bei dieser Formulierung aber weit entfernt. Der Rest danach ist unterkomplex und verkürzend. Warum hast du deiner Meinung nach ungerechterweise 50€/h mehr bezahlt?
 
Incanus schrieb:
Da kann ich nur den Kopf schütteln, natürlich bekommt der Anbieter der Leistung nicht das ganze Geld, aber die Differenz sind ja nicht nur (Steuer-)Abgaben, sondern auch noch sonstige Kosten die der Handwerksbetrieb hat. Wie sollen denn Lager, Fahrzeuge, Einkauf etc. bezahlt werden, wenn der Handwerker vor Ort das gesamte Geld direkt bar in die eigene Tasche bekommt?

Das ist mir schon bewusst, dass damit auch Verwaltung etc. bezahlt werden müssen. Ich finde dennoch die Diskrepanz dazwischen immens. Und das liegt eben auch an den stetig steigenden Lohnnebenkosten sowohl bei Steuern als auch Sozialabgaben für AG wie auch AN.
Incanus schrieb:
Das ist purer Egoismus, mit Erklärungsversuch über 'was die anderen machen ist ja viel schlimmer'.

Mit Egoismus kann ich leben, ich bin erstmal nur für mich verantwortlich, nicht für alle anderen. Es ist meine Meinung zu den Dingen, muss dir und anderen nicht gefallen. Btw. sage ich nicht, dass das alles viel schlimmer ist, sondern das ich es deswegen nicht tragisch finde, wenn sich Menschen einen anderen Weg suchen. Ich für mich bin gern bereit den Sozialstaat als solches vollends mitzutragen wenn mit den gegebenen Mitteln auch vernünftig umgegangen wird. Und da das an vielen Stellen nicht passiert, habe ich für mich kein schlechtes Gewissen oder rede anderen eines ein, wenn sie da nicht ewig so mitmachen wollen.
Reglohln schrieb:
Welche "anderen" haben denn die volle Nachverfolgbarkeit?
Meinst du nicht, dass die Einkäufe nicht schon analysiert werden? Ich habe vor 10 Jahren von meiner Bank schon Aufschlüsselungen bekommen, für welche Segmente ich wieviel Geld ausgegeben habe.
Natürlich weiß meine Bank nicht, was ich für 60€ bei Edeka gekauft habe, aber sie weiß DAS ich für 60€ bei Edeka war und im gesamten Monat z.B. 300€ bei Edeka für Lebensmittel gelassen hab. Gleiches für Kleidung, Tanken usw. (Gut, volle Nachverfolgbarkeit auf Produktebene ist das nicht, da stimme ich zu, das passt nicht ganz)
Ob das dann auch Lebensmittel waren oder wie im Dezember dann z.B. Feuerwerk noch dazu kommt wissen sie erstmal nicht. Weiter könnte man sehen, das ich häufig und viel im Baumarkt einkaufe. Evtl. könnte man mich mal wegen einem Baukredit o.Ä. ansprechen?
Oder ich kaufe neuerdings in Läden für Kinder und Babys. Ob da wohl ein Kind kommt? Schnell mal ein Angebot für ein Kinderkonto unterbreiten. Verstehst du, worauf ich hinaus will?

Wenn dann beim Einkaufen noch die schönen Treuekarten genutzt werden, kann jeder Laden ein tolles Profil über mich anlegen. (Hier kommt dann die volle Nachverfolgbarkeit zum Tragen) Ob das heute auch schon allein in Verbindung mit Kartenzahlungsmitteln geht, kann ich nicht sagen, wundern würde es mich aber nicht mehr. In jedem Fall sehe ich das aber in der Zukunft kommen. Es sind mit die wertvollsten Daten, die Einzelhändler haben können.
Mir Bargeld funktioniert das so erstmal nicht.
Und ja - ich bin ein ganz klarer Gegner solcher Datengräberein zur Kaufverhaltensanalyse und nutze keinerlei Kunden- oder Treuekarten von irgendwelchen Händlern.
 
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Khaotik schrieb:
Natürlich weiß meine Bank nicht, was ich für 60€ bei Edeka gekauft habe, aber sie weiß DAS ich für 60€ bei Edeka war und im gesamten Monat z.B. 300€ bei Edeka für Lebensmittel gelassen hab.
Ob das für Lebensmittel war und ob das nur allein für dich ist, wissen sie zwar immer noch nicht, aber insgesamt hat das nichts mehr mit volle Nachverfolgbarkeit zu tun.

Khaotik schrieb:
Verstehst du, worauf ich hinaus will?
Ja, durchaus. An deinen Beispielen ist allerdings zumindest für mich nichts Negatives erkennbar. Deine Bank weiß sogar, wer dein Arbeitgeber. Passiert dennoch nicht.

Khaotik schrieb:
Und ja - ich bin ein ganz klarer Gegner solcher Datengräberein zur Kaufverhaltensanalyse und nutze keinerlei Kunden- oder Treuekarten von irgendwelchen Händlern.
Treuesysteme sind noch mal was anderes und darum ging es uns beiden vorher nicht.
 
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Ranayna schrieb:
Auch die Girocard gehoert entweder zu Mastercard oder Visa.
Nein, das ist ein co-badge für den Fall dass Girocard nicht funktioniert, z.b. in Ausland.
Die Girocard gehört ausschließlich zum herausgebenden Kreditinstitut.
Ergänzung ()

Khaotik schrieb:
Ich hatte hier letztes Jahr jemanden da, der hat für knapp über Mindestlohn gearbeitet (<20€/h), bezahlt habe ich aber knapp 70€/h.
Puuuuuuh... Hast du mal was von bezahltem Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall und Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft oder Fuhrparkkosten gehört? Das hast du bei Schwarzarbeit alles nicht.

DerChef, der Planer sowie der Lagerist im Handwerksunternehmen wollen auch alle was verdienen.

Und 20€/h ist nicht "knapp" über Mindestslohn.

In vielen Handwerksbetrieben ist Schwarzarbeit in der Freizeit ja sogar geduldet inkl. Nutzung des Fahrzeugs und Firmenequipments. Kunden nimmt man sich dadurch auch nicht weg, die Handwerkerfirmen haben auf Kleinkaufträge von Privatkunden oftmals sowieso keine Lust.

Für den Geschäftsführer ist das natürlich eine super Gelegenheit seine "nur" 20€/h zu verargumentieren. Denn Anfragen für Gefälligkeiten aka. Schwarzarbeit haben die Angestellten sicher genug.
 
Zuletzt bearbeitet:
Khaotik schrieb:
Ich hatte hier letztes Jahr jemanden da, der hat für knapp über Mindestlohn gearbeitet (<20€/h), bezahlt habe ich aber knapp 70€/h.
Wir berechnen Kunden im Schnitt 2500€/Tag für vor Ort Besuche. Das verdient keiner der dann anwesenden Kollegen, auch wenn die locker beim vielfachen des Mindestlohns liegen.
 
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@Khaotik
Was du höchstwahrscheinlich bei deinem Vergleich vergessen hast: Von der Differenz bezahlt der Arbeitgeber die Anteile Renten-/Kranken-/Sozialversicherung und auch Reisekosten (Betriebskosten für ein Fahrzeug und ggf. Übernachtung). Sollten die 70 €/h auch noch Brutto gewesen sein, dann gehen auch noch 19% davon an den Staat (MwSt.).
Wenn wir also mal davon ausgehen:
70 € - 19 % MwSt = 56,70 €
56,70 € - 20 € Lohn = 36,70 €
36,70 € - 15 bis 20 € Lohnnebenkosten = 16,70 bis 21,70 €

Und davon muss der Arbeitgeber ggf. dann noch andere Mitarbeiter (z.B. Innendienst) bezahlen (vor allem, wenn es um Dienstleistung geht und die anderen Löhne nicht über verkaufte Geräte finanziert werden können).

Selbst wenn man die MwSt. weg lässt, bleibt nicht mehr so viel übrig, wie man als zahlender Kunde denkt.
 
Giro muss sein, aber Bargeld zusätzlich. das Bargeld unpraktischer, unsicherer und teurer sein kann, ist leider manchmal gegeben. Die Sukkzession zu rein elektronischen Zahlsystemen ist nmM Lobbyarbeit.
 
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Beides hat Vor- und Nachteile.

Ich finde, dass man beides parallel laufen lassen sollte, sodass jeder Einzelne selber entscheiden kann, was er nutzt.
 
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Warum ist Bargeld bei kleineren Beträgen empfehlenswert?
Das bedeutet ja Münzgeld-Handling. Für dich und den Händler.

Der Gedanke kommt doch vermutlich von den Gebühren bei Kartenzahlung. Hat der Händler einen Sockelbetrag, z.B. 39 Cent pro Zahlung + 0,5%, dann ist Karte fur den Händler natürlich nicht empfehlenswert bei Kleinbeträgen.

Hat er nur eine prozentuale Regelung, z.B. 1%, dann ist bei Kleinbeträgen die Kartenzahlung für den Händler empfehlenswert, sowohl finanziell als auch hygienisch.

Für dich als Kunde macht es zumindest preislich keinen Unterschied. Du bezahlst durch die Mischkalkulation des Händlers sowohl das Bargeldhandling als auch die Kartengebühren mit. Völlig egal wie du bezahlst.
Hygienisch ist die Karte immer im Vorteil, sofern du keine PIN eingeben musst.
 
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Nun überlege doch bitte einmal, warum bei vielen Händlern steht "Kartenzahlung ab x €"!

Ist doch nicht so schwer zu verstehen, warum die Händler das so handhaben.
Es gibt mittlerweile günstige Händlergebühren, aber wohl nicht für die Platzhirsche und die senken auch nicht freiwillig. Außerdem gibt es die günstigsten Gebühren oftmals nur bei hohen Kartenumsätzen/Monat. Das schaffen viele kleine Händler gar nicht.
Auch gibt es noch Kontomodelle für Privatpersonen, wo fixe Beträge für Kartenzahlungen zu Lasten des eigenen Kontos anfallen und eine fixe Gebühr schlägt prozentual bei kleinen Beträgen am meisten zu Buche.
Ja, auch das gibt es noch.
Einfach mal über den eigenen Horizont hinaus sehen!
 
ThomasK_7 schrieb:
Nun überlege doch bitte einmal, warum bei vielen Händlern steht "Kartenzahlung ab x €"!
Ich wuesste in meiner Umgebung keinen einzigen mehr mit dieser Einschraenkung. Seitdem auch die letzten Baeckerreien und Imbissbuden hier Kartenzahlung anbieten habe ich kein Limit mehr irgendwo gesehen.
 
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@cartridge_case Mag sein. Noch. Aber ich würde da auch nicht einsehen, für so einen Laden die Arbeit zu übernehmen. Da passt immer eine vom Personal auf, dass keiner schummelt. Warum nicht gleich diese Person an die Kasse setzen? Die Kunden stehen dafür dann meist in einer längeren Schlange vor einer besetzten Kasse. Macht doch irgendwie keinen Sinn. Arbeitsplatzabbau bedeutet das auf längere Sicht auch. Möchte ich nicht unterstützen. Ich bevorzuge da eher die alten 'Tante Emma' Kassen, wo man sich noch freundlich anschaute und ein Schwätzchen nebenbei hielt. Viel persönlicher.
 
@cartridge_case Genau so.
Ich kenne einen Kaufland, da passt 1 Person auf 10 SB-Kassen auf!
 
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cartridge_case schrieb:
Weil die eine auf mehrere Kassen aufpasst. ;)
Ich kenne diese SB-Kassen jetzt nur bei Rewe und im Bauhaus. Da steht jeweils nur eine. Und es ist dort so gut wie leer. An den besetzten Kassen bilden sich dagegen Schlangen ;)
00Julius schrieb:
@cartridge_case Genau so.
Ich kenne einen Kaufland, da passt 1 Person auf 10 SB-Kassen auf!

Mit Fernglas? :D
 
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