Inception
Ich war vielleicht gespannt auf diesen Film! Überall bekam er von Anfang an hervorragende Bewertungen und selbst bei der IMDb hat er derzeit erstaunliche 9 von 10 Punkten. Christopher Nolan hat ja auch mit Filmen wie Batman Begins, The Dark Knight, Memento oder Prestige gezeigt, dass er sein Handwerk versteht. Und so bin ich mit einer entsprechend hohen Erwartung in den Film gegangen. Eine Erwartung, der Inception leider nicht gerecht werden konnte.
Zunächst einmal finde ich den Film sowas von öde, dass ich tatsächlich den Wunsch hatte, etwas anderes zu sehen. Die Handlung ist grundlegend betrachtet sowas von einfach, dass die 148 Minuten sich ziehen wie Kaugummi. Entsprechend wurden weite Teile des Films mit profanen Handlungen gefüllt. Seien es Vorbereitungen auf irgendwelche Aktionen, sinnloses Geballere oder Umhergefahre. Zudem ist die grundlegende Idee nicht gerade originell. Zu oft wurde das Spiel mit der Realität schon in der Kinogeschichte thematisiert und teilweise auch deutlich spannender und straffer aufbereitet.
Die Schauspieler mühten sich auch redlich, ihre krude gestrickten Charaktäre mit Leben zu füllen. Doch zu unlogisch, zu wirr war oft ihr handeln. Unlogisch, wie auch so mancher Teil des Drehbuchs, weshalb sich der aufmerksame Zuschauer oft fragen muss, warum dieser Teil des Filmes nun auch noch notwendig gewesen ist. Vielleicht liegt das auch daran, dass man nach zirka 15 Minuten schon weiß, wie der Film ausgeht.
Oder meine Langeweile wurde durch die CGI generiert. Nach der Trilogie "Der Herr der Ringe" habe ich jedenfalls keinen Film mehr gesehen, der mich durch computergenerierte Landschaften vom Hocker gehauen hätte. Diese künstlichen, sterilen Landschaften langweilen einfach nur und die besten Effekte feuert Inception ausgerechnet in Szenen ab, die handlungstechnisch zu profan sind.
Wie dem auch sei. Inception war einer der Filme in 2010, die mich sehr enttäuscht haben. Ich habe ihn nicht abgebrochen, weil er durchaus solide gemacht ist und ich immer die Hoffnung hatte, durch einen Twist im Drehbuch doch noch überrascht zu werden. Aber letztlich schaue ich mir da lieber zum zehnten Mal die Star Trek TNG Folge "
Ship in a Bottle" an oder lese mir den P.M.-Artikel über Traummanipulation durch. Das ist deutlich unterhaltsamer und spannender.
3/10