News : Von erlahmenden Boards und erkauftem FSB400

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Zugegeben, das Thema ist nicht besonders aktuell und auch wir haben in unserem A7N8X Rev. 1.04 versus Rev. 2.00 schon vor Wochen einmal versucht herauszufinden, ob das neue nForce 2 Stepping den FSB400 durch Leistungseinbußen erkauft.

In diesem Vergleich war erkennbar, dass das neue Stepping offensichtlich etwas langsamer an die Arbeit geht, als wir es von der ersten Version noch gewohnt waren. Wirklich dramatisch schienen uns die Leistungseinbußen jedoch nicht zu sein und schließlich lief das von Asus auf FSB400 getrimmte A7N8X Rev. 1.04 nocheinmal ein Stückchen langsamer. Nun, da wir uns gerade ein wenig mit dem EPoX 8RDA3+ und seinem nForce 2 Ultra 400 beschäftigen, kamen uns die dort erzielten Werte dann doch etwas seltsam vor und wir kramten ein wenig in älteren Benchmarks herum.

Erinnern wir uns. Unser Testexemplar des 8RDA+ gehörte zu einem der wenigen Modelle, die ebenfalls einen FSB von 200 MHz stabil zur Verfügung stellen können. In unserem Report "Verhalten der Platine bei verschiedenen Taktverhältnissen" erreichten wir damals in SiSoft Sandra 2003 Pro einen Speicherdurchsatz von 3071/2870 MB/s. Nun, mit dem 8RDA3+ und dem aktuellen Final-Bios 8RD33619 vom 19.06.2003 kamen wir lediglich auf 2885/2713 MB/s. Und das, obwohl der damals verwendete XP2400+ einem XP3200+ gewichen war. Mit dem A7N8X Rev. 2.00 erreichten wir im Übrigen in unserem letzten CPU-Review fast identische Werte mit 2.900MB/s.

SiSoft Sandra 2003 Pro
  • Int Buffered:
    • 8RDA+ (nForce 2) Bios 17.1.03
      3.071
    • A7N8X Rev. 2.00 (nForce 2 Ultra 400)
      2.900
    • 8RDA+ (nForce 2) Bios 9.6.03
      2.891
    • 8RDA3+ (nForce 2 Ultra 400)
      2.885
  • Float Buffered:
    • 8RDA+ (nForce 2) Bios 17.1.03
      2.870
    • 8RDA3+ (nForce 2 Ultra 400)
      2.713
    • 8RDA+ (nForce 2) Bios 9.6.03
      2.713

Schon erstaunlich, in welcher Weise das nicht FSB400-konforme 8RDA+ seine Nachfolger auf die Plätze verweisen kann. Doch machen wir uns weiter auf Faktensammlung. Asus ist - wir haben darüber ausführlich berichtet - bisher der einzige Hersteller, der für die erste Revision des nForce 2 ein Update herausgegeben hat, das auch dort den FSB400 stabil ermöglicht. Alle anderen von uns befragten Hersteller haben diesen Schritt auf Grund von Geschwindigkeitseinbußen abgelehnt. Und, siehe da. In unserem Artikel der Revision 1.04 gegen 2.00 bewegte sich der "alte" nForce 2 mit diesem Wunderbios dann auch durchweg noch hinter seinem Nachfolger - seltsam, oder? Denn schließlich konnte das 8RDA+ eindeutig das Gegenteil beweisen.

Wie passt das Ganze zusammen? Nun, schon seit längerer Zeit ist es auffällig, dass gerade die großen Hersteller mit einer wahren Bios-Schwemme nach dem Verkaufsstart ihrer Mainboards das Netz überfluten. Und, wenn man sich die Entwicklung dieser Versionen ein wenig in Benchmarks ansieht, scheint fest zu stehen, dass dort langsam aber beständig auf die Bremse getreten wird. Oftmals unterschied sich die Geschwindigkeit des 4. oder 5. Final Bios' enorm von den Werten, die wir womöglich noch vor dem Launch auf den Platinen erzielt haben.

Dies erscheint auch logisch, denn schließlich häufen sich erst nach der breiten Verfügbarkeit die Meldungen an den Support-Hotlines und irgendwie muss dann auf eventuelle Instabilitäten reagiert werden. Dass uns - den Redaktionen - diese Mankos oft nicht auffallen, liegt schlicht und ergreifend daran, dass wir zum Testen (um das Maximum aus der Platine heraus zu holen), hochwertige Speicherkomponenten bevorzugen. Ein Equipement, das eben doch nicht jedermann zu Hause hat (und sicherlich auch nicht braucht). Ob wir uns hier an die eigene Nase fassen müssen, sei einmal dahin gestellt.

Halten wir fest: Die Hersteller müssen die Performance ihrer Boards meist nachträglich drosseln, um den Speed, der in den Vergleichstests für exzellente Werte gesorgt hat, nicht auf Kosten der Stabilität zu erkaufen. Unser 8RDA+, auf dem wir mit einem sehr frühen Bios gebencht hatten, zeigte sich hiervon noch unbeeindruckt - die SiSoft Sandra 2003 Werte sprechen dafür.

Mit Einführung des nForce 2 400 Ultra erfolgte ein solcher Schritt nun praktisch in der ganzen Branche bzw. durch nVidia. Erneut musste das Tempo zwecks Kompatibilität und Stabilität herunter geschraubt werden - Traumwerte, wie sie erste Exemplare des nForce 2 mit frühen Bios-Versionen gezeigt haben, scheinen nun unerreichbar.

Letztendlich zeigt sich also erst jetzt - Monate nach der Produkteinführung - welche Leistung hinter dem nForce 2 steckt. Denn im Endeffekt zählt die Leistung, die der Hersteller stabil der breiten Masse garantieren kann. Und hier wurde fast monatlich ein wenig Tempo heraus genommen. Wir werden sehen, ob wir ins Zukunft immer mal wieder ein älteres Board heraus kramen und mit dem aktuellsten Bios nochmals über die Teststrecke jagen. Wir wären nicht erstaunt, wenn viele der Boards damalige Ergebnisse nicht mehr erreichen würden.

An dieser Stelle noch ein Gruß an Peter Gräber von HardTecs4U, mit dem zu diesem Thema schon das ein oder andere Gespräch gewechselt wurde.

Update

Das Ergebnis des 8RDA+ mit aktuellstem Final-Bios vom 9.6.2003 unterstreicht unsere bisherigen Thesen eindrucksvoll. Das ehemals so hervorragend flinke Board reiht sich ein in die Riege seiner Kollegen.