Sony Vaio P im Test: Hosentaschenpixelmonster mit übergroßem Appetit

 7/7
Jirko Alex
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Fazit

Sony sollte Recht behalten: Das Vaio P ist kein Netbook. Es als solches zu bezeichnen, wird dem Gerät aus mehreren Gründen nicht gerecht. Auf der einen Seite überzeugt der Lifestyle-PC durch faszinierende Eigenheiten, die ihn ganz klar von der teils monotonen Masse der Netbooks abheben: Kein Gerät der Konkurrenz bietet ein ähnliches Format, keines ein solches Display und keines setzt auf Windows Vista. Die Verarbeitung ist tadellos und das Äußere sehr ansprechend. In Sachen Kommunikationsfähigkeit dürfte man so ziemlich nichts vermissen. Allerdings funktioniert im Arbeitsalltag nicht immer alles so, wie es ideal wäre. An erster Stelle wäre hier das Display zu nennen, das entweder zu einem Betrachtungsabstand von 30 Zentimetern einlädt, oder zur Vergrößerung der Schriftgröße zwingt. Das ist für sich genommen kein Problem, vor allem, wenn man bedenkt, dass die große Arbeitsfläche doch auch praktische Vorteile hat. So wird man niemals über zu wenig Übersicht klagen oder ein Steuerungselement vermissen, das einer zu geringen Auflösung zum Opfer gefallen ist. Zudem bietet das Vaio P auch in der Vertikalen mehr Auflösung als die Netbook-Konkurrenz, was sehr löblich ist und die Arbeit erleichtert. Man sollte sich jedoch ganz sicher sein, dass man mit der Auflösung leben und arbeiten kann – jedermanns Geschmack ist das nicht.

Auf der anderen Seite haben die meisten Netbooks nicht so sehr mit der Geschwindigkeit zu kämpfen wie Sonys Vaio P. Der sich ergebende Eindruck schwankt im günstigsten Fall zwischen "noch ertragbar, aber langsam" und "habe ich jetzt wirklich schon geklickt?". Teilweise merkt der Nutzer nämlich nicht einmal, dass der Sony-Mini-PC auf Befehle reagiert. Oft ist der völlig überforderte Prozessor Schuld an der Misere. Der Einkerner mit aktiviertem Hyper Threading genügt schlicht nicht, um Windows Vista in einer angemessen Geschwindigkeit zu befeuern. Das merkt man vor allem dann, wenn die CPU mal mehr machen soll als einmal gestartete Programme am Laufen zu halten: Die Videowiedergabe ist nur eingeschränkt zu empfehlen, das Spielen selbst der Windows-eigenen Spiele ist mitunter nur bedingt möglich und jedwede rechenintensive Anwendung ist ganz klar nichts für Sonys Vaio P.

Rückseite des Sony Vaio P
Rückseite des Sony Vaio P

Die Gesamtleistung ist es dann auch, die dem gesamten Konzept des Vaio P einen Strich durch die Rechnung macht. Denn so verlockend jeder Gedanke an den ultra-mobilen Videoplayer, an den 638 Gramm leichten Photoshopper mit sympathischem Display oder an das elegante Über-Netbook ist, so scheitert der Kleinstrechner an seiner Performance, die ihn für nicht viel mehr als das Surfen und die Textverarbeitung nutzbar macht. Und für genau diese Aufgabenfelder sollte es dann vielleicht doch eher ein sehr viel kostengünstigeres Netbook sein, das nicht mit mindestens 999 Euro zu Buche schlägt. Eines, das Sony nicht haben wollte – und das man deswegen immer noch nicht ersetzen kann.

Eigentlich sehr schade, denn sympathisch ist es, das Hosentaschenpixelmonster.

Anmerkung

ComputerBase stand für den Test ein Prototyp des Sony Vaio P zur Verfügung, der nicht in allen Punkten dem Serienmodell entsprechen muss. Auf eine Messung der Leistungsdaten wurde daher verzichtet, auch wenn diese zu einem Großteil Gültigkeit für das Serienmodell haben dürften. Es ist theoretisch möglich, dass sich an der Geschwindigkeit, der Akkulaufzeit oder der Funktionsweise einzelner Komponenten noch etwas tut. Wahrscheinlich ist dies aber nicht.

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