6/7 Corsair HS1 USB im Test : Das erste Headset vom Speicher-Hersteller

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Klangeindrücke (Fortsetzung)

Teil 2: Klangeindrücke mit und ohne Surround
Nachdem die unserer Meinung nach richtigen Einstellungen in der Software des Corsair HS1 USB Gaming Headsets gefunden wurden, soll die eigentliche Beschreibung des Klangeindrucks erfolgen. Und dieser ist, um es vorweg zu nehmen, beinahe durchweg positiv. Das Corsair-Headset agiert tonal ausgewogen und überzeichnet weder den Hochton, noch lässt der Mitteltonbereich an Kraft und Dynamik vermissen. Der Bassbereich ist nach der Anhebung im Equalizer gut und passt so auf jede Quelldatei, da die unserer Meinung nach festgestellte, überängstliche Zurückhaltung in diesem Bereich nur auf ein normales Maß kompensiert wurde.

Gut nachvollziehen lassen sich die Qualitäten des Corsair HS1 USB Gaming Headsets etwa im Unplugged-Konzert der Corrs, das es mühelos vermag, mit dem Zusammenspiel der Sängerinnen sowie der exotischen Instrumente und des Orchesters, Audiohardware an ihre Grenzen zu bringen. Corsair gelingt hierbei ein guter Auftritt, etwa in dem Titel „Toss the Feathers“, in dem die vier Geschwister erst mit Violine und Klavier, dann zusätzlich mit Tin Whistle und Bodhrán aufspielen. Dieses Zusammenspiel vermag das Corsair-Headset stets so gut darzustellen, dass jedes der Instrumente für sich genommen gut nachvollziehbar bleibt. Auch das Bühnenbild ist dabei sehr weit und klar strukturiert. Man kann die jeweiligen Positionen der Corr-Geschwister und ihrer Instrumente klar heraushören.

Nicht ganz so weit wirkt hingegen die Wiedergabe des Titels „Forgiven not Forgotten“ desselben Albums, in dem sowohl der Gesang der drei Damen als auch das Orchester hinzukommen. So wirken zwar die Stimmen der Leadsängerin Andrea Corr sowie der Backing Vocals in Form ihrer Schwestern sehr authentisch und bleiben auch dann noch einzeln unterscheidbar, wenn alle drei singen. In Abschnitten, in denen sowohl das Orchester spielt als auch die vier Corrs gemeinsam singen oder ihr Instrument bedienen wirkt die Wiedergabe aber sehr kompakt und nicht so weit, wie man sich das wünschen würde. Besser macht das etwa das QPAD QH-1339, das allerdings auch weitaus teurer ist als das hier betrachtete Corsair-Headset, sodass dies als Kritik auf hohem Niveau verstanden werden sollte.

Aus einem anderen Genre, instrumentalisch aber nicht weniger exklusiv, stammt ein weiteres Musikalbum, das hier exemplarisch erwähnt werden soll: In Extremo mit „Mein Rasend Herz“. Die Mittelalterrockband ist eher für ihren charakteristischen Sänger und die Kombination moderner und mittelalterlicher Instrumente bekannt und dürfte jedem Gothic-I-Veteran ein Begriff sein. Auch dieses Album vermag das Corsair-Headset gut zu meistern, was bei der rauchigen Stimme des Leadsängers Michael Robert Rhein beginnt und bei der teils martialischen Inszenierung der Instrumente nicht endet. Es zeigt sich hier allerdings, dass das Tiefbasspotenzial des Headsets nicht immer reicht, um auch das letzte Quäntchen vor allem aus den zahlreichen Trommeln herauszuholen.

Neben der Musik dürften für viele potenzielle Käufer eines Headsets auch die Bereiche der Filme und vor allem Spiele interessant sein. Hierbei ist es vor allem auch wichtig, ob die versprochenen Surroundfähigkeiten des Headsets nennenswerte Ergebnisse liefern oder aber – wie bei bisher allen getesteten Modellen, die das versprachen – mehr Placebo denn Wundermittel sind. Um es hierbei kurz zu machen: Dolby Headphone ist kein Wundermittel. Wie man es auch dreht und wendet, der virtuelle Klangraum wirkt eher kompakter als ohne dieses Feature und kommt nicht über den Eindruck hinaus, dass der Ton einfach „nur weiter weg“ sei. Nur äußerst selten glaubt man, der Ton käme tatsächlich von hinten oder von vorne, wobei diese seltenen Momente einigen vielleicht auch reichen mögen. Mit „echtem“ Mehrkanalton in einem entsprechenden Raum und mit entsprechend zahlreichen Lautsprechern hat das nichts zu tun.

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