News : Auslieferung der ersten „Raspberry Pi“ hat begonnen

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Wie nun bekannt wurde, hat die Raspberry Foundation damit begonnen, erste Exemplare ihres Einplatinen-Computers „Raspberry Pi“ auszuliefern – Bestellungen sind seit Ende Februar möglich. Auch sollen schon die ersten entsprechenden Ausbildungsseminare mit Studenten von Statten gegangen sein.

Beim „Raspberry Pi“ handelt es sich um einen Einplatinen-Computer mit einfachster Ausstattung, der von seinen Maßen her einer Kreditkarte entspricht. Er ist in zwei Versionen erhältlich, die sich schlicht „Modell A“ und „Modell B“ nennen. Gemeinsam ist ihnen das SoC BCM 2835 von Broadcom mit der 700 MHz ARM CPU vom Typ ARM1176JZF-S und 256 MB RAM. Wie dem Webauftritt der Foundation zu entnehmen ist, soll es auch möglich sein, die CPU in einem gewissen Rahmen zu übertakten – die meisten Exemplare sollen etwa 800 MHz schaffen.

Ebenso haben beide Modelle als GPU den VideoCore IV von Broadcom, auch verfügen sie je über einen Composite-, einen 3,5 mm Klinkenstecker- und einen HDMI-Anschluss, über welche die Video- und Tonausgabe realisiert wird.

Raspberry Pi „Modell B“ Blaupause
Raspberry Pi „Modell B“ Blaupause (Bild: raspberrypi.org)

Der Unterschied der Modelle liegt darin, dass das „Modell B“ statt des eines des „Modell A“ über zwei USB-Ports verfügt und zusätzlich noch einen Ethernet-Controller vom Typ LAN9512 der Firma SMSC bereithält.

Als Massenspeicher dienen Speicherkarten wie etwa SD- und MMC-Karten. Sie sind für einen Bootvorgang zwingend von Nöten, auch wenn man ein OS von einem USB-Medium starten möchte. Der Energieverbrauch wird bei „Modell A“ bei etwa 2,5 Watt, bei „Modell B“ bei 3,5 Watt liegen. Die Energieversorgung kann entweder über ein Micro-USB-Kabel oder aber mit vier AA-Batterien realisiert werden. Installieren kann man jedes Betriebssystem, dass es vermag, die ARM11-Architektur zu unterstützen.

Raspberry Pi „Modell B“ Photo
Raspberry Pi „Modell B“ Photo (Bild: raspberrypi.org)

Die Raspberry Foundation selbst ist eine in Großbritannien ansäßige gemeinnützige Organisation, die es sich zum Ziel erkoren hat, „das Studium der Informatik und verwandter Themen zu fördern“, vor allem im Schulbereich. Dementsprechend wurde der „Raspberry Pi“ nach Angaben der Foundation in einer zum Experimentieren anregenden Art gestaltet und versucht, den Spaßfaktor möglichst hoch zu halten, um so die Bereitschaft der jungen Nutzer zum Erlernen der Programmiergrundlagen zu steigern.

Da sich schon vor dem Launch des Produktes viele Interessenten meldeten, beschloss die Foundation ein lizenzierungsbasiertes Produktionsmodell zu verwenden. Dementsprechend ging man eine Partnerschaft mit den Firmen RS-Components und Premier Farnell ein, die als Produzenten und weltweite Verkäufer fungieren. Preislich soll sich das „Modell A“ mit 25 US-Dollar, das „Modell B“ mit 35 US-Dollar zu Buche schlagen, zuzüglich allfälliger Steuern im jeweiligen Land eines Erwerbers.