News : Google Search erhält deutsche Sprachausgabe und mehr

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Mit Google Now hat Google in anschaulich bewiesen, wie mächtig das Verknüpfen diverser Dienste sein kann. Deutsche Nutzer ohne oder mit nur eingeschränkter Kenntnis der englischen Sprache hatten bisher jedoch einen deutlichen Nachteil, denn es gab keine deutsche Sprachausgabe. Dies hat Google nun nachgeholt – und nicht nur das.

War die in der deutschen Version sprachgesteuerte Benutzung von Google Now bisher eine recht einseitige Sache – die Eingabe erfolgte per Sprache, die Ausgabe wiederum stumm nur per Anzeigenkarte –, ändert sich dieses mit dem jetzt veröffentlichten Update: Google Now spricht Deutsch!

Zudem kann mit der neuen Version die Google-Suche nun komplett ohne Berührung des Gerätes bedient werden, zumindest auf Geräten, welche mindestens über Android in der Version 4.1 verfügen. Hier kann das Update normal über den Play Store installiert werden.

Die Spracherkennung der Suchanfrage wird dabei gewohnt gut umgesetzt – so wie es bereits bei der Spracheingabe für Texte bekannt ist. Solange deutlich gesprochen wird, werden die meisten Wörter erkannt. Von Fall zu Fall kann es dennoch besser sein, einzelne Wörter für die Suchanfrage zu verwenden als komplett ausformulierte Sätze. Bei ausformulierten Sätzen kann es passieren, dass sowohl die Sprachausgabe stumm wie auch die Antwortkarte leer bleibt. Hat die Applikation aber die Frage verstanden, erfolgt die gesprochene Ausgabe und/oder die Anzeige der Antwortkarte mit der jeweiligen Antwort.

Unsere ersten Eindrücke ergeben somit vorerst ein geteiltes Bild, denn ganz rund läuft die deutsche Sprachausgabe bisher nicht. Wird zum Beispiel nach der Gründung von Google gefragt, wird per Sprachausgabe nur der 4. September genannt. Auf der dazu angezeigten Karte wird aber das komplette Datum, der 4. September 1998, aufgeführt. Ähnlich verhält es sich mit der Frage nach der Adresse der Google GmbH in Deutschland: Wählt man die Worte „Google, Adresse“ wird per Sprache „Hier befindet sich die Google GmbH Germany“ ausgegeben, aber kein Wort über die gewünschte Adresse, diese ist nur auf der Antwortkarte zu sehen. Werden hingegen die Worte „Google, Adresse, Deutschland“ gewählt, erfolgt keine Sprachausgabe, nur die normalen Einträge in der Google-Suchmaschine werden angezeigt.

Wichtig ist anscheinend auch die Formulierung der Frage: Wird eine konkrete Frage wie „was ist ein Auto“ oder „Definition Auto“ gewählt, wird die Definition eines Autos aus Wikipedia vorgelesen und in den Karten angezeigt. Wird hingegen nur nach „Automobil“ gesucht, werden wiederum nur die Einträge der Suchmaschine angezeigt – auch wenn die vorher genannte Definition als Erste in den Suchergebnissen gezeigt wird.

Über die deutsche Sprachausgabe hinaus wurden Google Now mit dem Update weitere neue Funktionen spendiert: So verfügt die Applikation nun auch in Deutschland über eine Tracking-Funktion zur Paketverfolgung, bei der es ausreicht, wenn eine E-Mail mit der jeweiligen Trackingnummer an das eigene Gmail-Konto gesendet wird. Bisweilen ist allerdings nicht im Detail bekannt, welche Dienste dabei unterstützt werden. Google selbst spricht von „ausgewählten Versandunternehmen“. Eine DHL-Trackingnummer wurde bei unserem Test vom System jedenfalls nicht erkannt.

Gefeilt hat Google auch an den Einstellungen, welche nun eine wesentlich detailliertere Auswahl an Karten und Benachrichtigungen zulassen. Außerdem verfügt nun jede Karte über ein kleines Info-Symbol, über welches die Schnelleinstellungen der jeweiligen Karte aufgerufen werden können. Des Weiteren können nun den Zielen in den Verkehrskarten unabhängig voneinander unterschiedliche Verkehrsmittel zugeordnet werden.

Ebenfalls auf ihre Kosten kommen bei der neuen Google-Now-Version Sport-Fans: Ab sofort kann der Benutzer in den Einstellungen seine Lieblingsmannschaft angeben und wird so automatisch über Neuigkeiten rund um das Team benachrichtigt. Allerdings scheint dieser Dienst momentan nur mit Fußballmannschaften in Deutschland zu funktionieren. Einzelne Sportler oder Motorsport-Teams werden nicht berücksichtigt. Als weitere Funktion kann der Dienst nun das Ergebnis von Rechenaufgaben sprachlich ausgeben – sofern diese verstanden werden, was nur bei rund der Hälfte unserer Eingaben der Fall war.