News : Intel begräbt die Marke „McAfee“

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Vor drei Jahren hat Intel McAfee übernommen – jetzt will der Halbleiter-Hersteller den weithin bekannten Namen einschlafen lassen. Ein Grund dafür könnten die Eskapaden des Firmengründers John McAfee sein. Dem ist die Entscheidung nur recht.

7,7 Milliarden US-Dollar hat sich Intel das Unternehmen von McAfee im Sommer des Jahres 2010 kosten lassen. Ein Teil dieses Preises wurde auch für die Marke fällig, schließlich ist McAfee für viele Konsumenten neben wenigen anderen Namen der Inbegriff für Sicherheitssoftware.

Trotzdem wird Intel mittelfristig komplett auf die Strahlkraft der Marke verzichten. Das gab der Chef des Unternehmens Brian Krzanich im Rahmen der Intel-Pressekonferenz auf der CES 2014 bekannt. Statt unter dem Label „McAfee“ sollen Sicherheitslösungen fortan unter dem Dach von „Intel Security“ laufen. Das McAfee-Logo mit dem roten Schutzschild soll allerdings weiterhin genutzt werden.

Einen Grund nannte Krzanich nicht. Es wird allerdings vermutet, dass die Eskapaden des Firmengründers John McAfee die Entscheidung bedingt haben könnten. McAfee war im vergangenen Jahr immer wieder in die Schlagzeilen geraten, nachdem sein Anwesen in Belize niedergebrannt und er im Zusammenhang mit Drogen mit der Polizei zu tun gehabt hatte. Die Geschehnisse erklärte McAfee mit einer Verschwörung gegen seine Person, die damit zu tun habe, dass er lokalen politischen Größen kein Geld habe spenden wollen.

McAfee reagierte auf die Tilgung seines Namens prompt und gewitzt: „Ich bin Intel unendlich dankbar dafür, dass sie mich aus der Verbindung mit der schlechtesten Software des Planeten befreit haben. Das ist nicht meine eigene Einschätzung, sondern die von Millionen Bewertungen“, sagte er der BBC.

Verwunderlich ist die Reaktion nicht. Bereits im vergangenen Jahr hatte McAfee den Werdegang seines Produkts kritisiert. Er habe vor 15 Jahren eine wunderbare Software erschaffen, erklärte McAfee damals. Diese sei Stück für Stück verhunzt worden. Die von ihm in einem YouTube-Video vorgeschlagene Lösung des Problems: Den jeweiligen PC mit Kugeln malträtieren.