Illegales Streaming : Großrazzia bei Kinox.to zwingt Betreiber zur Flucht

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Illegales Streaming: Großrazzia bei Kinox.to zwingt Betreiber zur Flucht

Die Betreiber des Onlineportals Kinox.to sind nach Informationen des Nachrichtenmagazins Der Spiegel auf der Flucht. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden wirft zwei Brüdern im Alter von 25 und 21 Jahren gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzung, Steuerhinterziehung, räuberische Erpressung und Brandstiftung vor.

Wie der Spiegel weiter berichtet, haben Ermittler vergangene Woche die beiden Brüder bei einer Razzia in deren Elternhaus bei Lübeck, wo beide wohnen, nicht angetroffen. Zwei weitere Haftbefehle gegen „führende Köpfe“ seien im Raum Neuss und in Düsseldorf vollstreckt worden. Insgesamt hätten Fahnder sechs Wohn- und Geschäftsräume in vier Bundesländern durchsucht. Bei einem Zahlungsdienstleister in Berlin seien „Vermögenswerte sichergestellt“ worden, so der Dresdner Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein gegenüber dem Spiegel. Nun werde nach den Brüdern „europaweit gefahndet“.

Die Hintermänner zeigen sich unbeeindruckt
Die Hintermänner zeigen sich unbeeindruckt

Kinox.to listet Links zu illegal hochgeladenen aktuellen Filmen und Serien auf. Die Macher sehen ihr Angebot allerdings in der Tradition von Google: Auf der Seite, die noch immer online ist, erklären sie, dass Kinox.to keine direkten Links zu dem jeweiligen Stream bereitstelle, sondern indexiere, wie es auch Google mache.

Laut dem Spiegel-Bericht verdienten die Beschuldigten Geld mit Onlinewerbung sowie mit Abo-Erlösen der ebenfalls von ihnen betriebenen Filehoster Freakshare.com und Bitshare.com. Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) rechnet den Kinox.to-Betreibern auch die Angebote wie Movie4k.to, Boerse.sx und Mygully.com zu.

Offenbar, so der Spiegel, hätten die Beschuldigten auch mit den Machern des Vorläufers Kino.to in Kontakt gestanden. Kino.to wurde im Juni 2011 wegen des Verdachts der Bildung einer kriminellen Vereinigung zur gewerblichen Begehung von Urheberrechtsverletzungen vom Netz genommen. Die Betreiber wurden teils zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.