Windows 10 : Microsoft zieht bei 8 Zoll die Desktop-Grenze

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Windows 10: Microsoft zieht bei 8 Zoll die Desktop-Grenze
Bild: Microsoft

Joe Belfiore, Corporate Vice President der Operating Systems Group von Microsoft, hat über Twitter klargestellt, ab welcher Display-Diagonale Windows 10 mit einem Desktop ausgeliefert wird. Demnach zieht Microsoft die Grenze bei acht Zoll.

Belfiore erklärt, dass Tablets mit Display-Diagonalen von acht Zoll und aufwärts Windows 10 mit klassischem Desktop erhalten und Win32-Applikationen unterstützen werden. Letzteres ist selbstverständlich nur dann möglich, wenn ein Tablet auf x86-Basis zum Einsatz kommt. Alle Geräte unter acht Zoll, wozu Belfiore Telefone, Phablets und kleine Tablets zählt, müssen auf den Desktop verzichten. Auch die Continuum-Funktion für den optischen Wechsel zwischen Tablet- und Desktop-Modus, beispielsweise durch das An- und Abdocken oder Bluetooth-Koppeln mit einer Tastatur, ist daraus schlussfolgernd nicht auf Geräten unter acht Zoll vorhanden.

Dies trifft allerdings nur auf Neugeräte zu, die nach der finalen Version von Windows 10 vorgestellt werden. Denn wie Belfiore heute klargestellt hat, werden bestehende Windows-8.1-Tablets mit sieben Zoll auch nach dem Update auf Windows 10 den Desktop beibehalten. Und auch Continuum soll auf diesen Tablets funktionsfähig sein, wie Belfiore mit Aufforderung zur Installation der Technical Preview sagt. Windows-Tablets mit sieben Zoll sind derzeit zwar rar gesät, mit dem Hewlett-Packard Stream 7, Toshiba Encore Mini WT7, Lenovo Miix 3 8 und Panasonic Toughpad FZ-M1 gibt es aber eine Handvoll Geräte unter acht Zoll, die dank Intel-Prozessor trotz der geringen Diagonale einen Desktop bieten.

Sofern Microsoft die Restriktionen nicht lockert, sind durch diese Entscheidung keine Windows-10-Smartphones möglich, die sich auf Wunsch zum vollwertigen Windows-10-PC wandeln. Unklar ist zudem, ob es in Zukunft überhaupt noch ARM-basierte Windows-Tablets geben wird, oder ob ein auf diese Architektur angepasstes Windows 10 ausschließlich auf Smartphones zum Einsatz kommen wird.

Dagegen spricht die Entscheidung von Microsoft, das Surface (2) mit Windows RT nicht auf Windows 10 zu aktualisieren, sondern nur mit gewissen Funktionen des neuen Betriebssystems auszustatten. Ob ein vergleichbares Update auch für die wenigen RT-Tablets von Herstellern wie Asus, Dell, Lenovo und Samsung angeboten werden wird, ist nicht bekannt, gilt aber mit der allgemeinen Abkehr von dieser Plattform als unwahrscheinlich. Die letzten beiden vorgestellten RT-Tablets sind das Surface 2 mit Tegra-4-SoC von Nvidia und das Nokia Lumia 2520 mit Qualcomm Snapdragon 800, die beide am 23. September 2013 vorgestellt wurden. Erfolgreich war allerdings keines der beiden RT-Modelle.