Kommentar : HTC, die Fehlentscheidungen müssen aufhören, jetzt!

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Nicolas La Rocco

HTC geht es nicht gut – mal wieder. Der Umsatz ist im April erst um 30, im Mai dann sogar um 50 Prozent eingebrochen. Die sinnvollste Lösung, diesen Trend zu stoppen, scheint für HTC, zahlenden Kunden Werbung auf ihren teuer bezahlten Geräten auszuliefern. Gescheite Smartphones sind wohl keine Alternativlösung.

Die ersten beiden Google-Smartphones stammten nicht ohne Grund von HTC. Das Unternehmen versteht es eigentlich, gute Smartphones zu bauen und an den Mann zu bringen. In letzter Zeit hat sich aber etwas verändert – und nicht etwa zum Vorteil des potenziellen Kunden. Statt sich auf gescheite Smartphones zu konzentrieren, fuhrwerkt HTC in Gebieten wie kompakten Handheld-Kameras, Fitness-Armbändern und VR-Brillen herum.

Expansion in andere Themenfelder hin oder her, in erster Linie muss sich HTC wieder auf seine Kernkompetenzen konzentrieren, damit es wieder aufwärts gehen kann. Stattdessen wird Zeit vergeudet mit unwichtigen und obendrein auch noch hässlichen Sondereditionen von eigentlich schicken Smartphones. Smartphones wie das One (M8) lassen sich kaum schneller zum Türstopper verwandeln, als sie mit übergroßen Champions-League-Logos zu bekleben.

Doch auch hier belehrt mich HTC eines Besseren: Wie wäre es mit einem Tattoo des britischen Models Jourdan Dunn auf der Rückseite des One M9? Die Dame darf sich dafür jetzt sogar „First HTC Ink Global Ambassador“ nennen. Geht's noch?! Dass jetzt auch noch Werbung im BlinkFeed als Umsatz-Generator herhalten muss, fällt dabei kaum noch ins Gewicht. Später soll man die Anzeigen deaktivieren können, aber seit wann ist eigentlich Opt-Out statt Opt-In zum etablierten Standard geworden? Wie gut das bei den Kunden ankommt, zeigen die Kommentare unter HTCs Ankündigung.

Es gibt aber eine Alternativlösung aus der Misere: Nicht jeden feschen, hippen Trend mitzugehen und sich vom vermeintlichen Marketingprofi die Ohren wund reden zu lassen, sondern stattdessen auf die Ingenieure im Unternehmen zu hören und wieder gute Smartphones zu bauen – nur Smartphones. Dass das geht, zeigt die Vergangenheit. Man muss nicht besonders viel ein bisschen können, sondern wenig besonders gut.

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