Linux : Tanglu 3 mit Fokus auf den Desktop veröffentlicht

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Linux: Tanglu 3 mit Fokus auf den Desktop  veröffentlicht
Bild: PROprilfish (CC BY 2.0)

Tanglu hat die dritte Version seines Debian-basierten Betriebssystems freigegeben. Auf Debian Testing aufbauend, steht dabei der Desktop-Anwender im Fokus. Der Codename für diese Veröffentlichung lautet Chromodoris und ist dem Studiengang des Debian- und Tanglu-Entwicklers Matthias Klumpp entlehnt.

Tanglu lehnt sich recht nah an Debian an, hat aber zum Teil deutlich neuere Pakete als die Mutterdistribution. Das ist schon bei den Spielarten von Tanglu zu sehen. Im Angebot ist eine Variante mit KDE, die auf KDE Plasma 5.3 setzt während die GNOME-Variante mit Version 3.16 der Desktop-Umgebung daherkommt. Lediglich wenige Pakete beruhen hier noch auf der Vorgängerversion 3.14. Bei KDE wurde der bisher eingesetzte Paketmanager Apper durch das bei Blue Systems entwickelte Muon Discover ersetzt, bis Apper vollständig auf die fünfte Ausgabe von KDE portiert ist. Ein Großteil der Paketierung der eingesetzten KDE-Version wurde in Zusammenarbeit mit dem Kubuntu-Team und Debian-KDE erstellt.

Der Kernel von Tanglu 3 trägt Versionsnummer 4.0, Systemd ist in Version 224 integriert. Alle auf den Images enthaltenen Pakete sind neu gebaut. Eine weitere Neuerung bietet der Live-Installer, der auf dem in Python realisierten Installer-Framework Calamares beruht. Wenn der Anwender aus dem Menü der Desktop-Umgebung heraus den Installer aufruft, wird Calamares gestartet. Aus dem Grub Menü auf „Tanglu installieren“ geklickt, startet der abgewandelte Debian-Installer D-I.

Tanglu kann dank seiner beiden einsteigerfreundlichen Desktop-Umgebungen KDE und GNOME durchaus als Einsteigerdistribution für Anwender dienen, die gerne ein System auf Debian-Basis wollen, denen aber Debian Stable zu altbacken und ein reines Debian Testing- oder Sid-System zu unsicher ist.

Neben den beiden erwähnten Geschmacksrichtungen gibt es noch Tanglu Core, das die Wahl der Desktop-Umgebung und deren Konfiguration völlig dem Anwender überlässt. Alle drei Varianten sind jeweils in 32- und 64-Bit auf den Projektservern verfügbar. Darüber hinaus wird ein VirtualBox-Image als auch ein Docker-Image angeboten.