Speicherbranche : Chinesische Unis investiert 3,8 Mrd. in Western Digital

, 21 Kommentare
Speicherbranche: Chinesische Unis investiert 3,8 Mrd. in Western Digital
Bild: Western Digital

Die chinesische Unisplendour Corporation Limited (Unis) wird gegen Zahlung von rund 3,8 Milliarden US-Dollar einen Anteil von 15 Prozent am amerikanischen Festplattenhersteller Western Digital (WD) erhalten. Darauf haben sich beide Unternehmen geeinigt.

Die Zahlung von 3,775 Milliarden US-Dollar soll in Form von neu ausgegebenen Aktien zu einem Preis von 92,50 US-Dollar pro Stück geleistet werden – dies entspricht einem Aufpreis von 33 Prozent zum Schlusskurs vom Dienstag. Die Unternehmen haben sich auf eine Haltefrist der Aktien von fünf Jahren sowie Einschränkungen bei den Mitbestimmungsrechten geeinigt. Unis erhält durch den Kauf das Recht, einen Vertreter in den Vorstand von Western Digital zu berufen. Dieser dürfe aber bei „sensiblen Themen“ wie unter anderem Regierungsaufträgen nicht an Diskussionen teilnehmen. Sollte der Anteil von Unis an Western Digital nach Ablauf der Haltefrist unter zehn Prozent sinken, entfalle zudem das Recht auf einen Sitz im Vorstand.

Die Unisplendour Corporation Limited gehört zum chinesischen Staatsunternehmen Tsinghua Holdings, das vor allem auf Investitionen in der IT-Branche fokussiert ist. China fehlt es an eigenen Unternehmen in der wichtigen Speicherbranche und will sich auf diesem Weg Türen öffnen. Western Digital als neben Seagate weltweit größter Hersteller von Festplatten (HDD) profitiert im Gegenzug von einer massiven Finanzspritze. Die Investitionen aus China sollen zur Sicherung der finanziellen Stabilität und Flexibilität dienen und langfristig für Wachstum sorgen.

Der Abschluss der Transaktion wird für Ende 2015 oder das erste Quartal 2016 erwartet. Wie üblich bedarf es einer vorherigen Absegnung durch die zuständigen Regulierungsbehörden. Dass das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) dem Deal noch eine Absage erteilen könnte, befürchtet WD nicht: Da Unis mit 15 Prozent Anteil keine Entscheidungsgewalt erhält, glaube man nicht, dass es überhaupt zu einer Prüfung durch die CFIUS kommen wird. An der Börse wurde die vereinbarte Investition von Unis positiv angenommen, der Aktienkurs von Western Digital stieg zwischenzeitlich um 12 Prozent.

Im Vorfeld hatte es Berichte gegeben, das die ebenfalls zur Tsinghua Holdings gehörende Tsinghua Unigroup den US-Halbeiterhersteller Micron übernehmen wolle und dafür ein Gebot von 23 Milliarden US-Dollar abgegeben habe. Ein offizielles Statement gab es jedoch nicht. Vor einigen Wochen hieß es erneut, dass ein Vorstandsmitglied der Tsinghua Unigroup zu möglichen Verhandlungsgesprächen bei Micron vorstellig wurde.

Im vergangenen Jahr hatte Intel für rund 1,5 Milliarden US-Dollar einen Anteil von 20 Prozent an der Tsinghua Unigroup Ltd. erworben, um damit auch Anteile an den auf Smartphone- und Tablet-Chips spezialisierten Unternehmen Spreadtrum Communications und RDA Microelectronics zu erhalten.