XMG U726 Ultimate im Test : Mit mobiler GeForce GTX 980 auf Desktop-PC-Niveau

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XMG U726 Ultimate im Test: Mit mobiler GeForce GTX 980 auf Desktop-PC-Niveau

Vor etwas mehr als einem Monat hat Nvidia die GeForce GTX 980 vorgestellt – wieder einmal, dieses Mal jedoch für Notebooks. Der mit dem Desktop-Modell von vor einem Jahr identische Name hat einen Grund: Laut Nvidia soll die Performance der beiden Produkte gleich sein. Erste Messungen auf einer Veranstaltung des Herstellers schienen das zu bestätigen, unabhängige Analysen blieben bisher aber noch aus. Bis heute.

Schenker hat der Redaktion das XMG U726 Ultimate zur Verfügung gestellt, das als eines der ersten Gaming-Notebooks auf die neue mobile GeForce GTX 980 setzt. Beim Prozessor kommen sogar klassische Desktop-PC-Komponenten zum Einsatz, in diesem Fall der Core i7-6700K. Damit hält Schenker tatsächlich ein Notebook im Portfolio, das die Geschwindigkeit eines High-End-Desktop-PCs erreichen können sollte. Ganz ohne Einschränkungen gibt es die Leistungskrone aber auch in diesem Fall nicht.

Das XMG U726 Ultimate im Detail

Das XMG U726 Ultimate kommt in der Basisausstattung (Preis: ab 2.777 Euro) mit einem 17 Zoll großen, matten IPS-Display mit einer Auflösung von 1.920 × 1.080 daher, gegen einen Aufpreis von 288 Euro ist auch Ultra mit 3.840 × 2.160 möglich. G-Sync wird unterstützt – aber nur bei dem Full-HD-Display. Das Gehäuse stammt wie gewohnt von Clevo und bringt mitsamt der verbauten Hardware 4,8 Kilogramm auf die Waage. Das liegt auch am massiven Kühlsystem.

Als Prozessor ist in der Testkonfiguration die Desktop-Variante Core i7-6700K aus Intels aktueller Skylake-Generation verbaut. Wer will, kann auch auf kleinere Varianten wie den Core i5-6600K zurück greifen und so rund 140 Euro sparen. Das Mainboard mit Z170-Chipsatz bietet diverse Möglichkeiten für Datenträger inklusive der Unterstützung von NVMe-SSDs und USB 3.1 über Typ C – die Testkonfiguration nutzt jedoch keine davon.

Sie setzt auf eine ein Terabyte große SSD, die klassisch per SATA-III-Standard angebunden ist. Als Arbeitsspeicher kommen 16 Gigabyte DDR4-2.133 zum Einsatz. Mit von der Partie sind auch zwei Gigabit-LAN-Anschlüsse (Killer e2400), Bluetooth und WLAN nach 802.11ac. Als Betriebssystem ist Windows 10 vorinstalliert. Der Preis für das Testmodell: 3.665 Euro.

Die Standard- und die Test-Konfiguration
Schenker XMG U726 Ultimate (Basis mit GTX 980) Schenker XMG U726 Ultimate (CB-Konfiguration)
OS: Windows 10 Pro, 64-Bit
Display: 17 Zoll
1.920 × 1.080 Pixel
IPS, non-glare, G-Sync
17 Zoll
1.920 × 1.080 Pixel
IPS, non-glare, G-Sync
Prozessor Intel Core i5-6600 (Desktop) Intel Core i7-6700K (Desktop)
Grafikeinheit Nvidia GeForce GTX 980 Nvidia GeForce GTX 980
Arbeitsspeicher: 1 × 8 GB DDR4-2.133 2 × 8 GB DDR4-2.133
Datenträger: WD Blue Slim HDD, 5.400 Umdrehungen Samsung 850 Pro, 1.000 GB
Optisches Laufwerk:
Kabellose Übertragungsstandards: Intel Wireless-AC 3160
WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth
Intel Dual Band Wireless-AC 8260
WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth
Netzwerk: 2 × Killer NIC, 1 GBit 2 × Killer NIC, 1 GBit
Anschlüsse: 4 × USB 3.0
1 × USB 2.0
1 × USB 3.1c
2 × Mini-DisplayPort
1 × HDMI
4 × USB 3.0
1 × USB 2.0
1 × USB 3.1c
2 × Mini-DisplayPort
1 × HDMI
Akku: Li-Ionen, 89 Wh Li-Ionen, 89 Wh
Abmessung: 418 × 282 × 39 mm 418 × 282 × 39 mm
Gewicht: 4,8 kg 4,8 kg
UVP: 2.777 Euro 3.665 Euro

Die Eigenheiten der mobilen GeForce GTX 980

Die von Schenker verbaute GeForce GTX 980 nutzt laut Treibermenü einen Basis-Takt von 1.190 MHz, während Nvidia offiziell von 1.170 MHz spricht. Die maximale Frequenz beträgt 1.228 MHz. Der GDDR5-Speicher arbeitet dagegen mit den gewöhnlichen 3.504 MHz. Auf dem Papier ist die mobile damit exakt so leistungsstark wie eine maximierte GeForce GTX 980 aus dem Desktop-Segment, bringt aber sogar 8 anstelle von 4 Gigabyte GDDR5 mit sich. Die mobile GeForce GTX 980 greift erstmals für eine MXM-Grafikkarte auf ein separates Kabel für eine zusätzliche Stromversorgung zurück. Nvidia gibt 165 Watt als TDP an – das entspricht dem Verbrauch der Desktop-Version.

Diagramm Schenker XMG U726 Ultimate – Taktratenverlauf

In der Praxis fällt die Leistung allerdings niedriger aus, weil die GPU das Temperatur-Limit von 87 °C erreicht. Nach einer längeren Lastphase von 30 Minuten taktet die GeForce GTX 980 noch mit 1.012 MHz und fällt damit hinter die Desktop-Karte im Referenzdesign zurück. Das Power-Target limitiert zu keinem Zeitpunkt.

Der Turbo arbeitet im Notebook anders

Wer jetzt gestutzt hat, hat gut aufgepasst: Mit einem von Nvidia bekannten Basistakt von 1.190 MHz sind die 1.012 MHz nicht zu vereinbaren. Die Angabe scheint mehr eine Altlast im Treiber als eine technische Hürde zu sein. Nvidia hat das Turboverhalten der mobilen Grafikkarte offenbar geändert.

Unter Last taktet die mobile Grafikkarte wie die Desktop-Varianten zunächst mit dem vollen Takt. Erreichen Desktop-Modelle das Temperature-Target, fällt die Frequenz aber schlagartig auf den Basis-Takt zurück und wird von dort aus so lange sukzessive angehoben, bis die Grenztemperatur gerade so gehalten werden kann. Anders dagegen das Notebook-Modell: Das senkt vom maximalen Takt ausgehend Schritt für Schritt die Frequenz, bis das Temperature Target eingehalten werden kann. Einen Basis-Takt scheint es nicht zu geben, oder er liegt sehr tief. Das Verhalten der mobilen GeForce GTX 980 erinnert damit an AMDs aktuellen Turbo-Mechanismus.

Übertakten ist möglich

Mit Tools wie dem MSI Afterburner lässt sich die mobile Grafikeinheit übertakten. Technisch funktioniert das zwar einwandfrei, der Effekt fällt aber vergleichsweise klein aus. Zunächst wird der Takt zwar einwandfrei umgesetzt, doch da das XMG U726 Ultimate weiterhin schnell ins Temperature Target rennt, fallen die in Spielen erzielten Taktraten nur unterproportional ins Gewicht. Bei eingestellten 1.400 MHz, die zum Start auch anliegen, beläuft sich der Taktvorteil nach einer halben Stunde auf 77 MHz und damit auf knapp acht Prozent – angehoben wurde der Takt aber um 14 Prozent.

Außer dem Takt lässt sich bei dem Schenker XMG U726 Ultimate nichts einstellen. Das Power- und das Temperature-Target bleiben ausgegraut. Dasselbe gilt für den Regler zur Spannungsänderung. Und auch die Lüftersteuerung bleibt verschlossen, laut Nvidia muss das aber nicht in jedem Notebook der Fall sein.

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