3/6 iPad Pro im Test : Apples größtes und schnellstes Tablet kann mehr

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Extrem schneller A9X

Dafür, dass auch bei großen Leinwänden mit vielen Megapixel und mehreren Ebenen stets genügend Leistung für ruckelfreies Zeichnen zur Verfügung steht, sorgt mit dem A9X eine aufgebohrte Variante des mit dem iPhone 6s (Plus) eingeführten System-on-a-Chip. Bei der A9-Serie handelt es sich um Apples dritte Generation der 64-Bit-SoCs.

Apple A9X
Apple A9X (Bild: Henriok, CC0 1.0)

Zurück zu zwei Kernen, aber mit mehr Takt

Mit dem A9X baut Apple den Vorsprung weiter aus, allerdings nicht, indem das SoC mit weiteren CPU-Kernen ausgestattet wurde, wie zunächst im Rahmen der Präsentation spekuliert wurde, sondern indem der maximale Takt weiter nach oben geschraubt und zudem das Speicherinterface und die Grafikeinheit stark aufgewertet wurden.

Apple-SoCs im iPad Pro, iPad Air 2 und iPhone 6s
Name A9X A8X A9
Modell APL1021 APL1012 APL0898 (Samsung)
APL1022 (TSMC)
Fertigung 16 nm 20 nm 14 nm (Samsung)
16 nm (TSMC)
CPU Twister, 2 × 2,26 GHz Typhoon, 3 × 1,5 GHz Twister, 2 × 1,85 GHz
GPU PowerVR Series 7XT PowerVR GXA6850 PowerVR GT7600
Speicher 128 Bit, LPDDR4, 51,2 GB/s 128 Bit, LPDDR3, 25,6 GB/s 64 Bit, LPDDR4, 25,6 GB/s

Nachdem Apple beim A8X des iPad Air 2 noch auf drei CPU-Kerne der Typhoon-Generation vertraute und beim maximalen Takt nicht von den 1,5 GHz des Dual-Core-SoCs aus dem iPhone 6 abwich, ist der A9X wieder ein Dual-Core-SoC auf Basis der Twister-Generation. Die CPU-Kerne dürfen im großen Tablet mit bis zu 2,26 GHz und somit 410 MHz höher takten als noch im iPhone 6s. Die L1-Caches mit 64 + 64 KB sowie der L2- und L3- Cache sind mit 3 und 8 MB vom A9 übernommen worden.

Ausgebaut wurde hingegen das Speicherinterface von 64 auf 128 Bit. Vom LPDDR4-Speicher sind im iPad Pro 4 Gigabyte statt bisher maximal 2 Gigabyte wie im iPhone 6s, iPad Air 2 oder iPad mini 4 verbaut. Dass die maximale Speicherbandbreite durch diese Maßnahmen auf dem Papier von 25,6 auf 51,2 GB/s steigt, macht sich auch den in den Benchmarks bemerkbar, die in dem entsprechenden Bereich doppelt so gut ausfallen.

PowerVR Series7XT GPUs
PowerVR Series7XT GPUs (Bild: Imagination Technologies)

Welche GPU im A9X steckt, ist derzeit noch nicht gesichert, weil der dafür benötigte Die Shot, also ein Blick in das Innere des SoC, fehlt. Nur er könnte die Anzahl der Shader Cluster aufzeigen und somit Rückschlüsse auf die GPU erlauben. Apple spricht von einer doppelt so hohen GPU-Leistung wie beim iPad Air 2, was sich in den Benchmarks auch bestätigt. Apple führt das Feld hier klar an und muss sich nur im CPU-lastigeren 3DMark Geräten wie dem Surface Pro 3 und 4 von Microsoft geschlagen geben.

Es ist davon auszugehen, dass sich Apple wieder bei Imagination Technologies für die GPU bedient, diesmal aber eine Custom-Lösung auf Basis der PowerVR Series 7XT einsetzt. Schon im iPad Air 2 vertraute Apple mit der offiziell nicht geführten PowerVR GXA6850 mit acht Shader Clusters auf eine speziell entwickelte GPU. Die GPU-Leistung des A9X spricht für eine Lösung zwischen der GT7800 und GT7900. Anandtech vermutet eine GPU mit zehn Shader Clusters und einem etwas höheren Takt als die 450 MHz der GT7600 aus dem iPhone 6s. Zwar ist solch eine Lösung nicht offiziell im Portfolio von Imagination Technologies zu finden, die PowerVR Series 7XT ist aber grundsätzlich von 2 bis 16 Shader Clusters skalierbar und wird dementsprechend auch in nicht geführten Zwischenlösungen angeboten, wenn der Kunde es wünscht.

Mit dem A9X und 4 GB LPDDR4-RAM bestückt, ist das iPad Pro nichts weniger als das mit großem Abstand schnellste Tablet mit Mobile-Betriebssystem auf dem Markt. Selbst mit Tablets, die ein Desktop-Betriebssystem nutzen, wie das Surface Pro 3 oder 4, kann es das iPad Pro aufnehmen. Die App-Ladezeiten des iPad Pro sind extrem kurz und die Geschwindigkeit der Bedienung liegt auf allerhöchstem Niveau. Selbst die Bearbeitung von mehreren 4K-Streams in iMovie bei gleichzeitiger Bildausgabe in nativem Full HD in einem weiteren Fenster führt zu keinerlei Aussetzern. Wer das iPad Pro nur fürs Surfen im Web oder E-Mails verwendet, unterfordert das Tablet klar. Das Erlebnis bei diesen trivialen Aufgaben ist jedoch nicht minder beeindruckend. Es fällt schwer, beim iPad Pro und dem A9X nicht in Superlativen zu schwelgen, so hoch ist die Leistung.

Technische Daten von iPad Pro, iPad Air 2 und iPad mini 4 im Vergleich

Apple iPad Pro Apple iPad Air 2 Apple iPad mini 4
Software:
(bei Erscheinen)
iOS 9 iOS 8 iOS 9
Display: 12,90 Zoll
2.048 × 2.732, 265 ppi
IPS
9,70 Zoll
1.536 × 2.048, 264 ppi
IPS
7,90 Zoll
1.536 × 2.048, 324 ppi
IPS
Bedienung: Touch, Stylus
Fingerabdrucksensor
Touch
Fingerabdrucksensor
SoC: Apple A9X
2 × Twister, 2,26 GHz
16 nm, 64-Bit
Apple A8X
3 × Typhoon, 1,50 GHz
20 nm, 64-Bit
Apple A8
2 × Typhoon, 1,50 GHz
20 nm, 64-Bit
GPU: PowerVR Series 7XT PowerVR GXA6850
450 MHz
PowerVR GX6450
450 MHz
RAM: 4.096 MB
LPDDR4
2.048 MB
LPDDR3
Speicher: 32 / 128 / 256 GB 16 / 64 / 128 GB
Kamera: 8,0 MP, 1080p
f/2,4, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 1,2 MP, 720p
AF
GSM:
Nein
Variante
GPRS + EDGE
Nein
Variante
GPRS + EDGE
UMTS:
Nein
Variante
DC-HSPA
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
Nein
Variante
DC-HSPA
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE:
Nein
Variante
Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
Nein
Variante
Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth: 4.2 4.0 4.2
Ortung:
Nein
Variante
A-GPS, GLONASS
Nein
Variante
A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Lightning, Smart Connector Lightning
SIM-Karte:
Variante
Nano-SIM
Variante
Nano-SIM
Akku: 10.307 mAh (38,80 Wh)
fest verbaut
7.340 mAh (27,62 Wh)
fest verbaut
5.124 mAh (19,32 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 220,3 × 305,7 × 6,90 mm 169,5 × 240,0 × 6,10 mm 134,8 × 203,2 × 6,10 mm
Schutzart:
Gewicht: 713 / 723 g 437 / 444 g 299 / 304 g
Preis: ab 809 € / ab 919 € / ab 1.045 € / ab 998 € / ab 1.180 € ab 377 € / ab 469 € / ab 489 € / ab 450 € / ab 600 € / ab 579 € 389 € / 489 € / 589 € / 509 € / 609 € / 709 €

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