2/2 Nvidia SLI-HB-Bridge im Test : Ab 3.840 × 2.160 Pixel weniger Mikroruckler für Pascal

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Testsystem und Testergebnisse

Sämtliche Testreihen wurden auf dem Grafikkarten-Testsystem durchgeführt. Als Treiber ist der GeForce 368.89 installiert. Zwei GeForce-GTX-1080-Modelle (Founders Edition + Gigabyte G1 Gaming) dienen als Grafikkarten.

Die SLI-HB-Brücken sollen Vorteile bei den Frametimes in hohen Auflösungen bieten. Entsprechend laufen die Tests in 3.840 × 2.160 sowie 5.120 × 2.880 ab. Die Detailstufe ist so gewählt, dass die Spiele – bezogen auf die FPS – noch flüssig laufen.

Als Messverfahren greift ComputerBase auf das aufwendige FCAT-Verfahren zurück, das allerdings perfekte Messwerte liefert, da die Frameausgabe nicht innerhalb der Renderingpipeline, sondern erst nach der Bildausgabe der Grafikkarte gemessen wird.

Frametimes per FCAT in Ultra HD und höher

Testreihen in 3.840 × 2.160

Neben der Auflösung ist es vor allem vom Spiel abhängig, ob Pascal von den neuen HB-SLI-Brücken profitieren kann oder nicht. So muss man zum Beispiel unter Ultra HD in Assassin's Creed Syndicate schon ganz genau auf die Ergebnisse achten, um einen Unterschied ausmachen zu können. Schlussendlich bleibt es bei einem Gleichstand, was vor allem die Percentile verdeutlichen (x Prozent aller Frametimes liegen liegen innerhalb von x Millisekunden). Und auch Call of Duty: Black Ops 3 läuft mit beiden Brücken gleich gut.

Ein interessantes Gegenbeispiel ist Doom. Zwar sind die Frametimes mit den zwei Brücken beinahe durch die gesamte Szene hinweg extrem ähnlich. Jedoch bleibt mit der alten SLI-Brücke bei maximalen Grafikdetails das Bild reproduzierbar zwei Mal regelrecht stehen. Fast 200 Millisekunden dauern die Pausen. Mit der SLI-HB-Bridge gibt es dieses Verhalten dagegen nicht.

Auch in Far Cry Primal sowie Rise of the Tomb Raider geht die SLI-HB-Bridge als Sieger hervor, wenn auch nicht so deutlich. In Far Cry Primal hat SLI generell mit ein paar Schwierigkeiten zu kämpfen. Diese sind mit der neuen Brücke nur minimal kleiner. Rise of the Tomb Raider läuft dann während der Testsequenz mit der SLI-HB-Bridge einwandfrei, weist jedoch mit der normalen Brücke ein paar Hänger auf.

Testreihen in 5.120 × 2.880

5.120 × 2.880 ist zweifellos eine extreme Auflösung, mit zwei Grafikkarten der Leistungsklasse einer GeForce GTX 1080 bei angepassten Details aber nicht unmöglich, zumindest was die Framerate angeht. Wie die Tests zeigen, muss dies nicht auch für die Frametimes gelten.

So ist zum Beispiel Call of Duty: Black Ops 3 unabhängig von der Brücke unspielbar. Denn die Bildausgabe ist völlig kaputt. Dasselbe gilt für Far Cry Primal. Das Spiel zeigt aber schon, dass die Vorteile der HB-SLI-Brücke in der exotischen Auflösung deutlich größer als mit Ultra HD ausfallen können.

Das sieht man dann zum Beispiel in Assassin's Creed Syndicate, das mit der alten Brücke völlig unspielbar ist. Mit der SLI-HB-Bridge ist das Spielgefühl zwar immer noch unrund und längst nicht flüssig, aber durchaus begrenzt spielbar.

Noch einmal besser sieht es dann in Doom und in Rise of the Tomb Raider aus. Auch diese beiden Spiele sind mit einer klassischen SLI-Bridge nicht spielbar. Der First-Person-Shooter läuft bei deutlich reduzierten Details dann aber akzeptabel. Meistens sind die Frametimes einwandfrei, ab und zu gibt es jedoch einige störende Hänger. Rise of the Tomb Raider ist bei ebenso stark reduzierten Details mit der SLI-HB-Bridge dann gar gut spielbar.

Fazit

40 Euro ist viel Geld für eine neue SLI-Brücke, erst recht wenn der nächste Mainboard-Wechsel schon wieder eine Neuanschaffung bedeuten könnte. Dennoch sollten sich Besitzer von zwei GeForce GTX 1070, GeForce GTX 1080 oder Titan X überlegen, ob die Vorteile die Kosten rechtfertigen. Die Auflösung macht dabei den Unterschied.

Wer die Auflösung 2.560 × 1.440 unter keinen Umständen und auch nicht per Downsampling verlassen möchte, braucht die neue Brücke zwar auch mit Pascal nicht. Wer 3.840 × 2.160 oder noch höher möchte, sollte aber darauf setzen. Ab Ultra HD bringt die überarbeitete SLI-Brücke fühlbare Vorteile mit sich. Nicht in den absoluten FPS, sondern in der Regelmäßigkeit der Frametimes. Das haben viele bisher veröffentlichte Artikel zum Thema außer Acht gelassen.

In noch höheren Auflösungen machen die regelmäßigeren Frametimes schnell den Unterschied zwischen spielbar und unspielbar aus. 5.120 × 2.880 ist mit der neuen Brücke zwar nicht in jedem Spiel spielbar, in einigen gelingt das im Vergleich zur alten Brücke aber schon.

Wer ein SLI-System mit Pascal nutzt, um die Auflösung (per Downsampling) an die Grenzen zu treiben, sollte deshalb die 40 Euro investieren, um die SLI-Brücke als zusätzlichen Flaschenhals ausschließen zu können.

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